Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1960-06-10 · 1785 (10.6.1960) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1785 (10.6.1960)
Date
1960-06-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9616703-9611224-9611592--0475-9611597
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Viernes, 10 de Junio do I960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — Mo. 17TS — 5 Im Feuer vergangen Noemi Szac - Wajnkranc, Tochter einer wohlhabenden Warschauer jüdischen Familie, führte während der Okkupation Polens ein Tagebuch. das ein Dokument der Vernichtung des polnischen Judentums ist. Sie hat ihre eigenen Erlebnisse als wachsame Zeugin des Geschehens um sie hemm geschildert. So beschreibt sie auch den heldenhaften Warschauer Ghetto-Aufstard die Hölle, aus der es ihr zu entkommen gelang, bis sie dann später, als Lodz schon von den Deutschen geräumt worden war, von verstreuten faschistischen Banditen ermordet wurde. Ih. Tagebuchaufzeicnnungen wurden dem im Verlag Rütten & Loening, Berlin, erschienenen Sammelband „Im Feuer vergangen. Tagebücher, aus dem Ghetto“. (616 S., In. 7;90 DM1 entnommen. D. Red. Jeden Tag brachten die Arbeitskolonnen Brotlaibe mit, in denen sich Handgranaten und Revolver befanden. Jeden Tag lieferte man uns durch unterirdische Gange Waffen, jeden Tag entstanden neue Bunker. Bunker. Habt ihr etwas von Bui.kem im Ghetto gewusst? Wir hatten unter der Erde Häuser. Dort wurden Waffen und Lebensmut .1 angehäuft. Man hatte Pumpen installiert, die Luft zuführten, wir hatten dort Radios und Telefone; Natürlich war dies alles getarnt, unter schweren Bedingungen in saurem Schweiss gebaut worden. Wir harten unseren Stab, unsere Pläne, unsere Organisationen. Und das Geld — war war schon Geld? Es floss entweder freiwillig herein oder durch Zwang. Wir wussten genau, wer Geld hatte Die Leiter der Arbeitskolonnen, die Bäcker und Inhaber der Geschäfte. „Bitte, gib in deinem eigenen Interesse diese und diese Summe her. Was hast du vom Geld, wenn du dein ben verlierst?“ „Ich verliere es sowieso“, sagte er. „Um so mehr Grund; verkaufe es wenigstens teuer. Uebrigens, wenn du dich weigerst und diese Summe nicht hergibst, um die wir dich bitten, werden gegen Abend einige unserer Burchen zu dir kommen. Sie werden dir befenlen, dich an die Wand zu stellen und dir den Lauf auf die Brust richten — gibst du es her?“ Ein solches Argument überzeu, . stets. Ewar zwar nicht sonderlich erlesen, aber doch immerhin gerechtfertigt. Das Geld war ja nicht für persönlichen Verbrauch bestimmt, sondern für die Sache. Man muss zugeben, dass sich verhältnismässig wenige geweigert hatten. Es war ein Plan und eine Organisation nötig. Man musste sowohl im Ghetto als auch auf der arischen Seite arbeiten, Waffen und Lebensmittel kaufen, und behilflich sein, alles ins Ghetto hereinzubringen. Jeder Revolver, jede Patrone, jede Handgranate, die m diesen Stadtbezirk kam, war ein Weg zum Sieg bedeutete noch einen getöteten Deutschen. Es gab Tage, an denen man auf der arischen Seite mit der Strassenbahn bis nach Zoliborz fuhr und im Körbchen ein paar Aepfel und einen Laib Brot, einen duftenden, frischen Laib Brot hatte, der so harmlos, so knusprig braungebacken aussah, aber darin... Man dachte bei sich: wenn man dich jetzt verhaftete, wofür würde man dich zuerst tö- WINTERFERIEN vom 1. bis 31. Juli HOTEL LAGO Inh. LEO KAHN RIO CEBALLOS — Cas. Coraec 34- — CORDOBA RITUELLE KUECHE IVUtUMUUWHVUWHUVVHVHnHVUHHMV Restaurant »Paso” Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-925»J Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS, und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten * und Banketten {ELEGANTE PELZE TEITELBAUM Hnos. [ Détailu. Engrosverkauf — Modelle — Massjanfertigung - Modernisierung - Aufbewahrung |J. A. Cabrera 3099 82-7540 — 84-0245 f * Sonnabend geschlossen | ten? Es drohte dir ein fünffacher Tod... Montags fing es an. Wir kannten es alle,. SS. SA und- Litauer. Man belagerte das Haus. Dr .ifache Wache, Alarm. Wieder Aussiedlung Das sollte nunmehr die endgültige sein. Wir werden Trotz bieten! Zum Kampf! Wozu wurden die dreimonatigen Vorbereitungen gemacht? Um zu kämpfen! Wir haben Handgranaten in den Taschen, wir haben Gewehre, Revoiver. Nein, wir lassen uns nicht unterkriegen! Was war denn das? Aus Hüus.rn, von Dächern lurab wird auf die bestürzten Deutschen geschossen, werden Handgranaten geworfen. Ja, ihr ward tüchtig und tapfer, als es galt, gegen Schwache vorzugehen, aber kämpft Auge in Auge — bitte! Jedes Haus ist eine Festung, erobert sie! Jeder Mensch ist ein Soldat, kämpft! Alarm! Die Deutschen zogen sich zurück, und nach einem Tag Ruhe erfolg'e der Schlag gegen das Ghetto. Man hrtte es nrrt Maschinengewehren umstellt, hatte kleine Abteilungen hineingeschickt: Kämpfe, deutscher Soldat! Wenn du fällst, wird deine,. Frsu ein Brief geschickt: Er fiel an der Ghettofront im Kampf gegen Frauen und Kinder — Shre ihm! Die ersten deutschen Toten im Ghetto; ihr Blut ergoss sich über die Bürgersteige. Kinderhände hatten auf sie gezielt, alte Frauen hatten Handgranaten geworfen. Panzerwagen fuhren ins Ghetto, Soldaten kamen. Wir werden um mit euch -- essen, wir in Sandalen und mit entblösstem Haupt, wir Kranken, Halbverhur gerben, Verängstigten, wir auf unseren wasserschwülstigen Beinen. Unsere minderjährigen Kinder, unsere Greise mit zerrissenem Herzen und ihr Uniformierten! Auf euren Koppeln steht geschr'eten: „Gott mit uns“, und in uns ist nur der eine Gedanke: kommt um! Es war eine Schlacht. Unsere Mädchen und Jun. gen liefen den Panzerwagen entgegen und warfen Handgranaten »Ö-Ton sie. Ein kleiner wölfjähri er Junge vernichtete zwei Panzerwagen, und als er dam fiel, hatte er nicht einmal einen Angehörigen, der ihn hätte begraben können; niemand wird ihm ein Denkmal setzen, wir kannten nicht einmal seinen Namen, dafür blieb er für immer .n unserem Herzen. Es begannen furchtbare Tage. Es war ein blutiger Kampf. Wir standen zwar mit dem arischen Stadtteil in Verbindung, aber wie sollte man es bewerkstelli. gen. dass es uns nicht an Waffen fehlte?... Zwei Monate währte der Kampf gegen einen starken Feind, gegen immer neue H. ROSENZWEIG! TAILOR HENRY Tucumán 563, piso I | Neues Telefon: 32-0913 OtftNrti Aunrabf IM« < « < ia imp. aikt bimigan Stoffe» j Aus den Familien 88. GEBURTSTAG Am Montag, den 13. Juni, begeht Herr Hermann SCHWARZ, wohnhaft in Juramento 1733, seinen 88. Geburtstag. Der Jubilar hat 65 Jahre hindurch in Stuttgart gelebt und wohnt nun seit 23 Jahren hier. Den vielen Gratulanten schliesst sich die Jüdische Wochenschau mit ihren besten Wünschen herzlich an. Abteilungen. Wir waren ohne Wasser und ohne Licht, denn die Deutschen hatten die Leitungen durchgeschmtten; dfe Waffenlieferungen war’ sehr unzureichend; man hatte einen der Laufgräben im Bezirk Przebieg entdeckt. Das war ein grosses Unglück, _ aber wir Hessen nicht einen Augenblick im Kampfe nach. Durch die ganze Welt ging das Echo; Das Warschauer Ghetto kämpft schon zwei Monate und die Deutschen verlieren, ohne Erfolg zu haben, Waffen, Panzer und Menschen; eine Schande... und da entschlossen sieh die Deutschen mit uns auf eine andere Weise Schluss zu machen, denn ein ehrlicher Kampf, ein Kampf Mann gegen Mann, selbst ein Kampf mit einem Schwächeren, war für solche wie sie allzu heldenhaft. Warum sollten sie kämpfen, da sie uns verbrennen konnten! Ein schrecklicher, schrecklicher Gedanke, aber eine noch schrecklichere Verwirklichung. Hölle und Teufei. Schon einmal hatte es das gegeben. Eine brennende Stadt und einen auf der Harfe spielenden Kaiser. Es hatte uns mit Grausen erfüllt, aber damals hatten d«- Menschen fliehen können. Wir hatten kein Wasser und keine Möglichkeit, das brennende Ghetto m verlassen. Ich spreche nicht von einzelnen. Haus um Haus, Strasse um Strasse wurden von Flammen ergriffen. Feuer!!! Die Menschen er stickten, aber sie kämpften noch, die Menschen brannten, aber sie verteidigten sich noch. Mauern stürzten ein. Mochte einen die Mauer begraben, wenn man nur nicht gefangen wurde. Es war besser, halberstickt aus dem Fenster eines brennenden Hauses zu springen und tot auf den Bürgersteig zu fallen, als in die Hände der Deutschen zu geraten. Es gab auch einige'Glückliche, die sich mit Zyankali, Morpnium oder Lum.nal versehen hatten, sie nahmen im allerletzten Moment schnell das Gift ein. Auf den Strassen lagen Leichen verkohlte Leichen hingen aus den Festem und von den Baikonen herunter. Es war wohl schlimmer als die Hölle, schlimmer als alles, was die menschliche Phantasie sich vorzustellen vermag. Das war noch eine Grosstat Hitlers, noch eine sein Heldentaten, noch ein Blatt in der Geschichte der ausgeheckten blutigen faschistischen Morde. Die Ausbeute an Leber'- Ben G urions Besuch in Paris Paris. - Shimon Peres. Israels Verteidigung«. Vizeminister. traf eine Woche vor der Ankunft des Ministerpräsidenten in Paris ein. Ben Gurion wird während seines Be such-es von Minister Peres begleitet werden. Sowohl die französt sehen wie die israelischer Sicherheitsdienste sind bemüht, die Ruhe Ber Gurions während seines Aufenthaltes in Frankreich zu sichern. Ben Gurion wird in einem Hotel auf den Champs Elysees, dessen Namen nicht enthüllt wurde, Wohnung nehmen. (ITA) den war kläglich — aber trotz allem gelang es den Deutschen, einen Teil der Menschen abzutransportreren und die leergewordenen Plätze in Treblinka, Majdanek, Poniatow und Trawinik zu füllen. Tag und Nacht brannte das Ghetto, brannten die Gebäude und die Menschen darin, aber die emporlodernden Flammen erleuchteten Warschau... Die zw;ite Ziehung lier H-Obligaten lad in Israel statt Die zweite Ziehung von CHAHL fand am 15. Mai in Israel statt, und es wurden 100 Anteilscheine ausgelost. — Mit 25.000 Dollar wurde die Nummer gezogen Mit 4bö Dollar wurden weitere 99 Nummern ausgelost. 000011, 001722, 003382, 005061. 006726, 008811, 009604, 011727, 013004. 013662, 000170, 001729. 003417, 005178, 007190, t'ri£877, 009899. 011750, 013093, 013063, 000322, 001785,- 003693. 005229, 007473, 009135, 010400, 011730, 013118, 013926, 000355. 002026, 003883, 005269, 008036, 009147, 010450, 012013, 013201, 013952, 00765, 002076, 003894, 005508, 008044, 000283, 010966, 012430, 013359, 013962. 000808, 002863, 004014. 005808, 008171, 009367. 011154, 012466, 013518, 014325, 001130. 002791, 004090, 006073, 009251, 009400, 011254, 012571, 013581, 014346. 001295. 002992, 004207. 006126, 008375, 009403, 011412, 012868. 013594, 014718. 001394, 003130. 004302. 006260. 008651, 009477, 011493. 012751. 013628. 014807. 001557. 003342, 004864, 006462. 008655, 009597, 011705, 012833. 013654. Wir bringen nochmals eine Aufstellung der ersten Ziehung vom 15, April ds. Js. Die Hauptnummern wurden schon veröffentlicht. Nummer 4877 Dollar 10.000 Nummer 12363 Dollar 2.500 „ 2412 „ 5.000 „ 11346 „ 1.000 Mit 400 Dollar wurden weitere 400 Nummern gezogen 000052. 002020, 003162. 004560. 006170, 007776. 009219. 010915. 012022, 013296. 000978, 002IZ2, 003285. 004643. 006459, 007930, 009435, 010826, 012065. 013374. 000984. 002172, 003314. 004748. 006760. 008092, 009583, 010833, 012128, 013807, 001026, 002239, 003378, 004794, 006924, 008477. 009662. 011025, 012398. 013910, 001124, 002290. 003649, 004847. 006927, 008510. 009807, 011062, 012445, 014638, 001133. 002321, 003686. 004906. 007113, 008740. 010075, 011195, 012497, 014806k 001420, 002508. 008723, 005180, 007205, 0C8837, 010351, 010301, 012365, 001464. 002512, 003825. 005252, 007402, 008948, 010622, 011533, 012703, 001933, 002608, 004201, 005971, 007591, 009095, 010681. 011783, 013149. 002014, 002534-, 004430, 000114, 007725, 009142. 010711, 011856. 013273, Eine bedeutende Zahl der Inhaber von CHAIL-Öbligationen in Argentinien, Uruguay und Mexiko konnten mit Geldprämien für ihre Obligatonen rechnen. Die naechste Auslosung findet am 15. September ds. Js. statt. Investieren und sparen Sie Geld in Dollar durch CHAIL-OMigafionen. Sie helfen Israel und sich und Ihren Kindern.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.