Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1783 (3.6.1960)
- Date
- 1960-06-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes. 3 de Junio de I960 LA SEMANA ISRAELITA Ano XXI — No. 178» Begegnung mit Ernst Deut8chl^íVm^« A/ou^n H. Dr. — Inmitten der leeren, ausdruckslosen Menge, die; Vormittag eines warmen Frühlingssonntags den Kurfürstendamm in Berlin entlang flutet, fällt uns sofort ein markantes, schmales Profil auf. Etwas ungewohnt im Sportanzug für uns, die wir ihn doch fast nur in Maske und Kostüm in Erinnerung haben, begrüsst uns Ernst Deutsch sofort mit einer spontanen Herzlichkeit, als wären 14 Jahre seit unserer letzten Begegnung überhaupt nicht vergangen. Ernst Deutsch bittet uns. am Nachmittag zu einer Tasse Kaffee in sein Haus. Wir betreten zur verabredeten Stunde eine Wohnung, die sofort im Eingang den heutigen Grand-Seigneur der deutschen Bühne erkennen lasst. Das Arbeitszimmer, in das uns die Gattin von Ernst Deutsch führt, atmet nicht die Luft der Kulisse, sondern eher die Atmosphäre eines Privatgelehrten. Mit dem Namen von Emst l>eutsch ist heute in Deutschland unlösbar die Gestalt seines von ihm so unvergesslich verkörperten „Nathan der Weise“ verknüpft. Wir plaudern über sein, nun schon lange zurückliegendes Gastspiel in Buenos Aires; die Stadt hat ihm gut gefallen und nach ihr hegt Ernst Deutsch irgendwie eine kleine Sehnsucht. „Ich dachte schon, dass es sich in diesem Jahre ermöglichen würde, wieder zu Euch zu kommen, aber nun wird es doch wahrscheinlich erst im nächsten Jahr werden.“ Wir sind erstaunt über diese fast als si- | eher gestellte Prognose, andererseits sehr erfreut, denn ein Gastspiel von Ernst Deutsch ist heute in Europa schon ein Ereignis, und nun diese absolut ernste Möglichkeit, schon fast ein Versprechen, dass wir uns in Südamerika Wiedersehen könnten. Ernst Deutsch macht einen erstaunlich jugendlichen Eindruck, und immer überrascht sein feuriger Blick, wen er ein Thema aufgreift, das ihn besonders in- I Dpuffdiw Thontor EROEFFNUNG der Spielzeit 1960 zu Ehren der 150. Jahresfeier isn Teatro Odeon Esmeralda 367 — Tel. 45-3591 DAS SALZBURGER GROSSE WELTTHEATER Das berühmte Weihespiel von Hugo von Hofmannsthal unter Mitwirkung des ganzen Ensembles Regie: Jacques Arndt Montag, 6. Juni, 21 Uhr Festpremiere! (dunkler Anzug oder Äbendkleidung erbeten) Donnerstag, 9. Juni — 19.45 Uhr Freitag, 10. Juni — 19.45 Uhr Sonnabend, 11. Juni — 20.00 Uhr Sonntag, 12. Juni — 15.30 Uhr EINTRITTSKARTEN an der Kasse des TEATRO ODEON, werktags von 10 bis 12 und von 15 bis 20 Uhr > > I! ww wwww w w ww ewwwwwwwwi teressiert. Südamerika hat es ihm in irgendeiner Weise angetan, nur musste er im vergangenen Jahre eine Einladung der Kammerspiele nach Chile und der Westküste von Südamerika ablehnen, weil eine derartige Tournee doch zu lange und anstrengend geworden wäre. Ernst Deutsch 'gastiert? vor kurzem in London, Oslo und Paris. In ein paar Tagen führt ihn sein Weg nach Heidelberg, immer im Vordergrund seine ,,'Leibrolle“ des „Nathan“. Und im August spielt er wieder in den Salzburger Festspielen den „Tod“ in Jedermann; dieses Stück steht im Mittelpunkt der Salzburger Festspiele überhaupt. Was wenigen von uns in Südamerika bekannt sein sein dürfte, ist die Tatsache, dass eine enorme Anzahl von Platten der gesamten Aufführung des „Nathan“ und des „Jedermann“ in Europa schon verkauft wurde und der Absatz sich noch täglich steigert. Nach den Salzburger Tagen wird dann Emst Deutsch wieder Ende August in Berlin den .Volksfeind* von Ibsen und in ,Vor Sonnenuntergang’ unter der Regie von Stroux spielen. Auch im Fernsehen ist Deutsch aufgetreten, wenn auch dort seinem Können dure'., die Programmgestaltung gewisse Grenzen gezogen sind. Aber ihn zieht es immer wieder zum Theater, zum lebendigen Kontakt mit seinem Publikum, dem er keine Experimente vorsetzen will. Wir sprechen noch lange über Vergangenes, Anlass hierzu bietet vor allem die grosse Photographie, die von der 'Wand auf unser Gespräch herabsieht und seinen Meister und Freund Max Reinhardt darstellt, die leger däre, alles Theaterleben heute noch unsichtbar beherrschende Figur des europäischen Theaters. In Ernst Deutsch haben wir den einzigen noch lebenden grossen Schauspieler dieser Jahre vor uns, der nur als Schauspieler wirkt, nachdem Fritz Kortner sich ganz der Regie verschrieben hat und Gustav Gründgens weitgehend durch sein Amt als Intendant und Regisseur dem aktiven Spiel entzogen ist. Einsam ist Ernst Deutsch auf der Höhe seiner Kunst angelangt, und wie er erklärt, bedeutet ihm oft ein Abend, an dem er aus der Bibel und Werken von Heine vorliest, die befriedigendsten Etappen seines Schaffens. Unser Zwiegespräch dauert schon lange. Ernst Deutsch verpflichtet uns, ihn auf jeden Fall in Salzburg zu besuchen, wo wir dann in der Atmosphäre der Mozartstadt noch länger sprechen könnten über die Sendung seines Lebens: Das Theater! Margarethe Wallmaim I Margarethe Wallmann, vor 20 Jahren die 1. Ballettmei- ’ sterin der Wiener Staatsoper, ist heute als berühmte! Opernregisseurin die Spieljleiterin der diesjährigen Rö- , mischen Oprensaison mit Verdis „Maskenball”. Kortner-Inzenierung j Fritz- Kortner hat mit seiner Inszenierung des „Don Juan" von Molière in Berj lin einen ungewöhnlichen : Erfo-g erzielt. Die Rolle des * Diener Sgauarelle, einst von dem französischen Klassiker selber dargestellt, lag bei Curt Bois, der so nach vielen Jahren wieder mit Kortner zusammenarbeitet. . Halevys ..Die Jüdin" j Im belgischen Gent braeh- :te die Flämische Oper Haléjvys Musikdrama „La Juive” in einer Neu-Inszenierung und -Einstudierung. Nazi-Film über Theresienstadt i | Durch die Auffindung von ITeilen eines nationalsozialistischen KZ-Films in der Tschechoslowakei über Theresienstadt wurde bekannt, dass die Nazis mit dem geplanten Film die Weltöffentlichkeit über die Greuel in den KZ hinwegtäuschen wollten. In diesem Film wird Theresienstadt als Musterlager und Paradies für die Juden hingestellt. Alle jüdischen Beteiligten an diesem Film wurden, nach Beendigung dieser zynischen, filmischen Fälschung, nach Auschwitz gebracht und dort ermordet. Der Drehbuchautor jenes üblen Machwerkes ist der ehemalige Leiter des Reichst amt es für die Lösung der Judenfrage in der Tschechoslowakei, Günther. Teatro Colón Viernes 3, a las 18 horas. Segundo Concierto del Abono a 8 de Grandes Solistas. Presentación del pianista Jacques Klein. — Sobrantes en venta. Sábado 4, a las 18 horas. Función Extraordinaria No. 21. Presentación de la pianista Ruth Slenczynska. — Platea $ 120.—. Loe. en venta. Sábado 4, a las 21.30 horas Función Extraordinaria No. 22. A total beneficio de los damnificados de Chile. Cuerpo de Baile Estable del Teatro Colón. Platea $ 100.— Loe. en venta. Lunes 6 de junio: Apertura de 2 Abonos a cargo ‘ i la Orquesta Filarmónica de Buenos Aires. — Primer Abono: 3 Conciertos Nocturnos a realizarse en días miércoles a las 22 horas. Cíelo Beethoven. Directores: Hobert Lawrence y Olav Roots. Solista: Friedrich Gulda. Abono A Platea $ 660.— Abono A Delantera de Paraíso: $ 180.—. — Segundo Abono: 6 Conciertos Matinales a realizarse en días domingos a las 10.30. Directores: RoLmt Lawrence, Olav Roots y Gustav König. Solistas: Jacques Klein, Friedrich Gulda, Eliane Richepin, Ruggiero Ricci, Lili Kraus. I F T In dieser Woche findet ein Gastspiel des Theaters der Universität von Concepción de Chile, am Freitag, Sonnabend, Sonntag und Montag abends statt. Es wird unter der Regie von Pedro de la Barra das Drama “Población Esperanza*' von den chilenischen Autoren M. Rojas und C. Aguirre in spanischer Sprache zu Ehren der Feiern der argentinischen Mairevolution aufgeiührt. Die Einnahmen der Vorstellung am Montag abends sind vollständig für die Opfer der Erdbeben in Chile als Ausdruck de: Mitgefühls für die schwer geprüfte Nachbarrepublik bestimmt. Die Theaterkasse in der Boulogne Sur Mer 547 ist geöffnet. Die BAR MIZWA unseres Sohnes ANDRES MANUEL findet s. G. w. am Sonnabend, den 11. Juni 1960, um 9 Uhr in der Synagoge Achduth Jisroel, Moldes 2449, statt. JOSE STARKAND und Frau ROSITA geb. EPSTEIN Empfang am Sonntag, den 12. Juni, von 17—20 Uhr Giribone 1372, dto. B Abo—o A Platea $ 900.—, Abono A Delantera de Paraíso: $ 180.—. — Horario de Boletería: De 9.30 a 12.30 y de 15.30 a 1730 horas en A. Toscanini (Viamonte) 1124. Sympathische Frau ♦ < ► „ kultiviert und häuslich < ► f sucht Partner mit ange- J \ A nehmem Aeusseren und < > J in geordneten Verhältnis- ’ [ ♦ sen bis 63 Jahre, zwecks < > T späterer Heirat. - Chiffre J ’ ♦ 14 an die Adm. d. Jüd X Wochenschau. *♦♦♦»♦♦♦♦♦<>♦ •»»♦♦♦♦!!: ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Bu»*os Aire», Rap. Argeatim Herr (früher Berlin — Tomaszow) in Ramos Mejía, calle 11 de Setiembre 175 begeht am 3. Juni seinen 60. GEBURTSTAG. Es gratulieren ihm. seine Familie und seine Freunde Hotel Lago, Rio Ceballos (Cordoba) Nahuel Huapi 2931, dep. 3 Empfang am Sonntag, den 12. Juni, von 17—19 Uh: in Moldes 2449. ANA KAHN ALFREDO BÖNIGER gratulieren recht herzlich zu seinem Unserem lieben Vater und Opa, Herrn seine Kinder und Enkelkinder WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN JAHRES 5720 Dienstag, den 31. Mai Mittwoch, den 1- Juni Donnerstag, den 2. Juni Dienstag, den 12. Juli Montag, den 1. August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den 21. September Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot 17. Tammus (Fasten) Erew Tischa b’Aw Tischa b’Aw Erew Rosch Haachana 5721