Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1783 (3.6.1960)
- Date
- 1960-06-03
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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.1 2 — Viernes. 3 de Junio de 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI — No. 1781 Ein Henker unseres Volkes (Schluss von Seite 1) verschmolzen. Zum Chef dieses Büros wurde Eichl. an ernannt; er blieb ei ois zum Untergang des Dritten Reiches. Zunächst war es den wn-. -stcn. klar, was sich hinter der neutralen und unscheinbaren Bezeichnung Büro IV A. 4 b verbarg. Hinter dieser farblosen Fassade vollzog Eichmann sein grausamblutiges Amt. Eichmann ist selten in der Oeffentlichkeit hervorgcireten. Nur in Ungarn soll er „repräsentiert“ haben, weil er sich des bedingungslosen Schutzes des Gestapo-Chefs Kaltenbrunner sicher war, der Heydrich nach dessen Beseitigung durch tschechische Patrioten im Amte gefolgt war. Eichmann soll es immer verstanden haben, sich hinter seinen Vorgesetzten Himmler, Heydrich und Dr. Müller zu verbergen, von denen er Befehle entgegenahm, die er dann nach Gutdünken ausführte. Aber er machte sich von jeder Besprechung mit diesen Chefs seine Aktennotizen, was er seinem Vertrauten Dieter Wisliceny mitgeteilt hat. Das solle er auch tun, das sei das Wichtigste, meinte Eichmann. Dieser Wisliceny, SS-Major, war ein hoher Beamter in Eichmanns Amt, spielte eine besonders klägliche Rolle, weil er sich am jüdischen Unglück in der Slovakei, in Ungarn und Griechenland bereicherte. Von ihm wird gesagt, dass er „Schachergeschäfte'’ machte. Er trat in Nürnberg als Belastungszeuge auf, wurde dann später an die Slovakei ausgeliefert und dort erhängt. Er ist auch ein Kronzeuge gegen Eichmann. Er hat während seiner Gefangenschaft eine ausführliche schriftliche Aussage verfasst, deren erste fünf Kapitel in dem dokumentarischen Werk von Leon Poliakov und Josef Wulf „Das Dritte Reich und Dr. FREY Abogado PUEYRREDON *199 1* tsq. nachm. 19—19 Ute AWWWWWWWU REAL PEN! iA Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft; CORRIENTES 569 * T E. 49-5850 J Liebling NIERE — SPERRHO EL ZEH VELEZ SSM «1 49 13-2349/0340 y *021 die Juden*1 nachgelesen werden können. Dort schildert Wisliceny in chronologischer Folge den Ablauf der Geschehnisse und belastet seinen „Freund“ Eichmann schwer. Im Rahmen des nazistischen Kampfes gegen das jüdische Volk spielte der sogenannte Madagaskar - Plan eine wichtige Rolle, der im wesentlichen darin bestand, dass alle europäischen Juden nach der Insel Madagaskar verbracht werden sollten. Man wollte die französische Regierung dazu zwingen, diese Insel den Nazis für die Isolierung der Juden zu überlassen. Manche meinen, dass der ehemalige Reichsbankpräsideat Dr. Schacht der Autor dieser Idee gewesen sei. Wisliceny aber erklärt, Eichmann habe diesen Plan entworfen, bevor an die totale physische Ausrottung der Juden gedacht worden wäre. Der Madagaskar-Plan wurde später aus „ideologischen“ Gründen fallengelassen. Man ging zur Ausrottung der Juden über. Seit März/April 1942 begann Eichmann, im Besitz der entsprechenden Befehle, die Deportation und die Vernichtung des europäischen Judentums zu organisieren. Als Vernichtungslager wurden Auschwita und einige, Lager bei Lublin bestimmt. Die Reihenfolge der einzelnen Länder wurde von Eichmann nicht besonders festgelegt. Ihm erschien die Liquidierung der Juden Polens und die Deportation der deutschen Juden vordringlich. Beide Aktionen, Deportation und Liquidierung, liefen unter der Bezeichnung „Endlösung“. Welche Greuel in diesem Prozess begangen worden sind, ist nur teilweise bekannt und vielfach wieder vergessen worden. Am 20. Jaunar 1942 fand in Berlin, Am Grossen Wannsee Nr. 56/58 eine Besprechung über die Endlösung der Judenfrage statt. Sie sollte entscheidend werden und den Tod von Millionen Juden herbeiführen. Beinahe adle Ministerien wa- Gas_ und Supergasherde Bade, und Zimmerüfen D O M E G , Reinigungen — Reparaturen — Ersatzteile aller Marken — An- und Verkauf — Installation aller Gasapparate Don Julio — T. E. 52-7438 Propiedades Frankenberg t Sie kostenlos und rbindlich. beim Kauf der Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER SESCHAEFTEN Auela Pedraxa 2529 pl. h. Dp. B T. E. 70-7244 Mattka. tjaeaux HUTSALON Jetzt in Belgrano MOLDES 256 1 T. E. 73-9229 73-9155 r Judith Schenkolewski Kultus*ti«k er »len Schabboedeeken . Tallisbeutel . Käppchen . Mas-f f aot-Taschen . Hand- und Maschlnenstlckcrei wob Bett- und Tlaehwftacfae BEBBDKBO 2S99 T. K. 99-919» ren an dieser Besprechung beteiligt. Die Anwesenheitsliste liegt vor. Auch Eichmann war zugegen. Heydrich teilte eingangs mit. dass er mit den vorbereitenden Arbeiten zur Endlösung der Judenfrage beauftragt worden sei. Die Besprechung, die auf Veranlassung von Göring, dem „Reichsmarschall“, stattfand, solle einige grundsätzliche Fragen klarstellen. Deswegen waren alle entscheidenden Zentralstellen beteiligt. Zuständig sei für die Gesamtfrage der Reichführer - SS und der Chef der deutschen Polizei. An die Stelle der Auswanderung ist nunmehr, wie Heydrich mitteilte, als weitere Lösungsmöglichkeit nach entsprechender Genehmigung durch den Führer die Evakuierung der Juden nach dem Osten getreten... Dann wurde davon gesprochen, dass insgesamt 11 Millionen Juden von dieser Endlösung betroffen werden. Es folgt eine genaue statistische Aufführung der Judenheiten in den einzelnen Ländern. Im Altreich haben demnach damals noch 131.800 Juden gelebt. Ein Land wird als judenrein besonders hervorgehoben, nämlich Estland. Unter Punkt B folgt dann eine Aufzählung aller europäischen Länder, die im Zeitpunkt der Wannsee-Konferenz noch nicht unter der nazistischen Kontrolle standen; auch England, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien und die Türkei finden wir in. dieser .Aufstellung. Ueber all diesen Judenheiten schwebte das Damokles-Schwert der Vernichtung. Man hatte sie bereits registriert, falls die deutschen Heere weiter siegreich vorrücken und diese Länder besetzen würden. Mit Bedauern wurde festgestellt, dass man nur die Glaubensjuden hat zahlenmässig in den ausländischen Staaten erfassen können, nicht aber alle jene, die rassenmässig den Juden zugeschrieben werden müssten. Im Zuge .der praktischen Durchführung der Er.dlösung sollte Europa vom Westen nach Csten „durchgekämmt” werden. In einzelnen Gebieten, z. B in dei Slowakei uad in Kroatien seien die Dinge bereits vorgeschritten. In Rumänien sei bereits ein Judenbeauftragter der Regierung eingesetzt. „Zur Regelung der Frage in Ungarn ist erforderlich, in Zeitkürze einen Berater für Judenfragen der ungarischen Regierung aufzuoktroyieren”. Diese Frage regelte sich dann von selbst, als die Deutschen die Horty-Regierung verjagten, und Eichmann an di« Liquidierung ....... J B. Schwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 52-8214 j RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG NERVENu. GEMUETS- KRANKHEITEN Dr. M. J. Kuhn BULNES 1830, pl. b-, 1? T. E. 80-0249 Mont., Mittwoch. Freitag 17—20 Uhr. Tel. Anmeldung erbeten. BOMBONERIA ELCA PAMPA 2857 TXpL iriaefa aui eig Hersthellung BOMBONES «ad andere Spezialitäten jetst in ▼arb—aartar faiaax Qualität b wird Um Maua «aliafari. Raten 84« aas T. E. 79-2492 Inhaberin: AUOUSTA X. da SCHREINEN der ungarischen Juden schritt. Hierüber liegt ein ausführlicher Bericnt von Joel Brand vor, der von Alex Weissberg geschrieben wurde. Die brutale Verfolgung der ungarischen Juden war der letzte Akt der blutigen Verbrechen Eichmanns. Eichmann hatte sich schon j in Prag „bewährt". Dort drohte er bereits im Jahre 1939, die Juden strassenweise zusammenzutreiben und täglich 300 nach Dachau zu schicken, wenn man seine Befehle nicht bedingungslos, ausführen werde. Dennoch j versuchte er immer wieder,! sich hinter die Befehle, die man ihm gegeben habe, zu verschanzen. So wrar ein Eichmann, wie ihn der unglückliche Dr. Kästner schilderte, ein SS-Satrap, der immer ein Bürokrat blieb. Man nannte ihn einen Grossinquisitor, nur ohne jede Spur von irgendwelchem Zauber oder romantischem Geheimnis.'Alle diese Schilderungen haben aber heute im Angesicht der Tatsache, dass es gelang, ihn nach 15 Jahren der Suche dingfest zu machen, an Bedeutung und Interesse verloren. Uebrig bleibt die traurige Bilanz des Wirkens d-eses entmenschten Menschen, der _ Grossinquisitor mit oder ohne Zauber — zum Henker unseres Volkes geworden ist. Gewiss hat Eichmann nicht alles aus eigener Initiative getan. Er war für sein Amt von der Nazi-Hierarchie eingesetzt worden, der er ohne Zweifel nicht angehört hat. Zu seinem Leidwesen ist er über den Rang eines Obersturmbannführers der SS niemals herausgekommen. Aber alle seine Enttäuschungen reagierte er in Blut ab. Er war es, der überall drängte, dass die Judenverfolgungen mit aller Schärfe und Grausamkeit durchgeführt werden. Er forderte die Amtsstellen im unterjochten Europa auf, die Deportationen zu beschleunigen. Er stand hinter allen Aktionen und sorgte dafür, dass die Leute nicht „weich werden, sondern mit der ihm selbst eigenen Grausamkeit durchgriffen, um immer mehr Juden in die Vernichtungslager zu schicken. Er hatte die Macht dazu. Seine Vorgesetzten wussten genau, aus welchen Gründen sie gerade diesen Mann mit dieser Aufgabe betrauten. Dass die Verfolgung der Juden und ihre Liquidierung, dass mit anderen Worten der Kampf gegen die Juden ein gutes Geschäft war, wusste auch Eichmann. Hiervon legt sein Auftreten in Ungarn ein beredtes Zeugnis ab, als Himmler versuchte, im letzten Kriegsjahr durch die Freigabe von Juden wichtiges Material von den Alliierten zu erhalten. Aber hier zeigte sich auch seine Brutalität und Rücksichtslosigj keit. Da dieser Handel nicht j in der Form vor sich ging, wie er sich das vorgestellt hatte, schickte er immer neue Waggonladungen mit Juden nach Auschwitz, wo sie vergast wurden, um damit zugleich einen wirtschaftlichen Druck auszuüben. Das war der Henker. Diejenigen SS-Leute, die einen Ausweg im Anblick der kommenden deutschen Katastrophe suchten, verdächtigte er, um dadurch seine Ausrottungspläne auf eigene Faust zu realisieren. Diese wenigen Angaben über das Mordtreiben dieses Mannes dürften erste Schatten des grausigen Bildes vorauswerfen, das der Prozess gegen den Judenmörder Eichmann entwerfen wird. Alle demokratischen und zivilisierten Völker sollten begreifen, dass es in diesem Eichmann-Prozess um mehr geht, als einen Verbrecher der gerechten Strafe zuzuführen. Wir verstehen, dass diese Untaten auch durch Eichmanns Tod niemals gesühnt werden können. Dieses schändliche Leben ist millionenfach verwirkt. Nicht darauf kommt es an. Die Welt möge verstehen lernen, dass man niemals wissen kann, wo dieser Hass endet, wenn er nicht mit aller Energie von allen bekämpft wird. Schon loderte wieder die Flamme des Judenhasses vor einigen Monaten auf. Uej berrascht und verständnislos standen beinahe alle vor diesem schrecklichen Phänomen. Das war also möglich, la Semana Israelita Bisemanario: »parace jo» Martes y Viernes Editado por Estrellas EdJ tonal Ltda Verán twortlich: Dr. H. Swartensky Pueyrreoón 2190 lv izq T. E. 83-2613 A&ono-Preise Argentinien: $ 60.— pro Quartal 15 Jahre nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches, nachdem die Welt von den Schrecken der Lager und der Gaskammern gehört hatte. Inzwischen aber waren wieder Mächte am Werk, die es wagten, diese Geschehnisse zu bagatellisieren oder gar als Propaganda, als jüdische Propaganda wohlgemerkt, zu bezeichnen. Der Eichmann-Prozess wird noch einmal die Wahrheit über die Verbrechen am jüdischen Volk enthüllen. Er wird die Drahtzieher entlarven, die mit Hilfe einer antisemitischen Kampagne den. Frieden zu erschüttern bestrebt sind, um erneut jene Mächte der Hölle und der Finsternis an die Oberfläche zu spülen, die sechs Millionen Juden ermordeten, aber auch Länder, Staaten und Kontinente an den Abgrund der Vernichtung, der Zerstörung und des totalen Chaos gebracht haben. Dt. JACOBO COHEN HIGADO — DIGESTIVO Pampa 2926 T. E. 73-1116 Solicitar hora VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SARMIENTO 3116 T. E. 87 1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag - Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518 T. E. 76-8673 und 73-0500 Dr. L. KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen -Untersuchungen SPRECHSTUNDEN:; J Montag, Dienstag, Mittwoch u, Freitag von 15—19 Uhrij ' (Es wird gebeten, Sich vorher telefonisch anzumelden £; [SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542 « Dr. Bernardo Goldstein MEDICO CARDIOLOGIA — HOSPITAL FERNANDEZ Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogram»# CUBA 2141 T. E. 73 8762 u. 73-6817 Consulted Montags bis Freitags: 15—II Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr -3 « I 1