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Jüdische Wochenschau · 1960-05-31 · 1782 (31.5.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1782 (31.5.1960)
Date
1960-05-31
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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o CO e c SU FRANQUEO PAGADO Concesión 908 s ® ♦* 0 OI c U h O < o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Ano XXI, BUENOS AIRES, MARTES 31 DE MAYO DE 1960 EL EJEMPLAR en toda la República Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? izq. T. E. 83 - 2613 No. 1782 Weitere Meldungen über den Fall Eiehmann (Forstetzung von Seite o) sei doch so gut wie sicher, dass manche dieser Verbrecher in allzu enger Verbindung mit Eichmann gestanden haben und ebenfalls schuldig seien. Es dürfte viele Leute in der Bundesrepublik geben, so setzte Kampner hinzu, die davor zittern, ‘ dass Eichmann „singt”, dass er „auspackt”, Bericht des Daily Herald 'London. — Der Daily Herald gibt eine lange Schilderung, dass und wie Eichmann in Argentinien vom israelischen Sicherheitsdienst gefasst worden sei. Jetzt stünde die Verhaftung Bormanns bevor, den man auf demselben Wege nach Israel bringen werde. Bormann halte sich in Südamerika •uf, versichert die Zeitung, arennt aber weder Ort noch Land, wo er sich befindet. Die Informationen des Daily Herald sollen aus Tel Aviv Von einem Berichterstatter stammen, der versichert, | dass er noch mit weiteren Sensationellen Nachrichten auf warten werde. | Die Zeitung meldet, dass Argentinien eine Gehewnuntersuchung über diese Vorgänge ein geleitet habe. (Wie geheim diese argentinische Untersuchung ist, ergibt sich bereits aus einer vor mehre- 'ren Tagen durch Radio und einige Tage später durch die Presse verbreiteten Meldung, dass eine Untersuchung durch argentinische Behörden im Gange sei. D, Red.) Nach Daily Herald ist Eichmann mit dem Britannia-Flugzeug der El Al weggebracht worden, das am Sonntag ver einer Woche in Israel an gekommen ist. Mit diesem Apparat seien einige argentinische Diplomaten aus Israel nach Argentinien zu den Feiern des 25 de Ma- VAR-Flugzeug abgeschossen Tel Aviv. — Ein Sprecher der Israel-Armee gab bekannt, dass ein ägyptisches MIG - Jagdflugzeuge bei einer Luftschlacht über dem südlichen Teil des Landes anscheinend abgeschossen wurde. Der Sprecher teilte mit, dass vier ägyptische MIG-Apparate über die Sinai-Grenze flogen und vier Meilen tief in den israelischen Luftraum .eindrangen. Zwei israelische Jagdflugzeuge stiegen auf, um die Eindringlinge zu vertreiben. Ein ägyptisches Flugzeug wurde von den Kugeln getroffen, und man beobachtete, wie es in einer Rauchwolke abstürzte und in Stücke zerbrach. Die israelischen Flugzeuge kehrten unverletzt nach :hrer Basis zurück. HTA) yo gekommen. Das Flugzeug sei in Recife (Brasilien) gelandet, wo die Freunde Eichmanns verzweifelte Versuche gemacht haben, ihn zu befreien. (Woher haben diese „Freunde” denn gewusst, dass er mit diesem Flugzeug transportiert wurde? D. Red.) Der Kommandant des Flughafens habe interveniert, schliesslich aber dem Flugzeug die Weiterreise gestattet. Die Zeitung meint dann, in Tel Aviv würde dieser Sachverhalt nur geleugnet, um einen Protest von Seiten Argentiniens zu vermeiden. In Tel Aviv wurde die Richtigkeit dieser Darstellung in Abrede gestellt. Vertrauenswürdige Quellen versicherten, dieses Flugzeug habe Eichmann nicht nach Israel gebracht. — Immer komplizierter . . . Tel Aviv. — Jetzt wird mitgeteilt, dass die Frau und die Kinder Eichmanns, die etwa 20 Jahre alt sein sollen, bei seiner Verhaftung dabei gewesen sind. Eichmann habe durch seine Arbeit die Familie ernährt. Jetzt taucht die Frage auf, aus welchen Gründen die Frau Eichmanns nicht den Behörden des Landes, in dem die Verhaftung vor sich ging, von diesem Vorfall Mitteilung gemacht habe, um seine Befreiung zu erwirken. Die Frage dürfte wohl mehr als berechtigt sein. Es sei doch unwahrscheinlich, dass die Frau gerade in diesem Augenblick sich entschlossen haben solle, die Trennung von ihrem Ehemann zu vollziehen. . Es wird weiter mitgeteilt, dass Eichmann sich sofort bereit erklärt habe, bei der Aufklärung mancher finsterer Vorgänge der Vergangenheit mitzuwirken. Er erzählte freimütig sein Schicksal seit dem nazistischen Zu- .sammenbruch; er berichtete von seinen Verhaftungen und von seiner Flucht aus einem nordamerikanisehen und später aus einem Arbeitslager. Bis 1953 will er in Deutschland gewesen sein; erst dann sei er mit falschen Dokumenten geflohen. — (Auch diese Version ist mit Sicherheit unrichtig! — Bern, der Redaktion). — Beweise gegen Eichmann Frankfurt. — Dr. Fritz Bauer, der Generalstaatsanwalt von Hessen, erklärte, Bormaim lebt * Wie aus Jerusalem als dringende Meldung durch Radio bekannt gegeben wurde, soll der Stellvertreter des „Führers”, Martin Bormann, am Leben sein und irgendwo in Südamerika wohnen. Nähere Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. Wie die brasilianischen Behörden erklärt haben sollen, ist ihnen über einen Aufenthalt Bormanns in Brasilien nichts bekannt. . , I er halte Beweise gegen Eichmann in Händen, der für den Tod von sechs Millionen Juden verantwortlich sei. U. a. soll ein Brief Himmlers an Eichmann vorliegen, in dem dieser vom Gestapochef gelobt wird, weil er Oesterreich „judenrein” gemacht habe. U. a. liegt auch eine lange Erklärung des ehemaligen SS-Obersten Dr. Wilhelm Hoettel vor, dass Eichmann in einer Besprechung mit Himmler berichtet habe, dass sechs Millionen Juden umgebracht worden seien. Himmler soll mit diesem Ergebnis nicht zufrieden gewesen sein. — Weitere Verhaftung Bonn. — Aus Frankfurt wird mitgeteilt, dass dort ein weiterer Kriegsverbrecher, der frühere Gesandte Adolf Heinz Beckerle, wieder verhaftet worden ist, der für die Ermordung der mazedonischen und thrazischen Juden verantwortlich ist, die in Treblinka umgebracht wurden. — (Das ist nun bereits der dritte Kriegsverbrecher, der in der Bundesrepublik nach dem Bekanntwerden der Verhaftung Eich, manns dingfest gemacht worden ist. (Anm. d. Red.) Angebot aus Bonn Bonn. — Die Bundesregierung erklärte erneut ihre Bereitschaft, Israel Beweise und Zeugen für den bevorstehenden Prozess gegen Eichmann zur Verfügung zu stellen. Sie wird auch einen Beobachter nach Israel sen¬ Folgen eines Zwischenfalles von MILTON FRIEDMAN Washington. — Das State Department, das sich mit dem ärgerlichen Zwischenfall des U-2-Flugzeuges zu befassen hat, welches von den Russen abgeschossen worden ist, befindet sich in einer Lage, die derjenigen Israels nach dem Sinai-Feldzag in vielem gleicht. Israel behauptete damals, man dürfe die Sinai-Frage nicht also solche betrachten, sondern man müsse sie im Rahmen eines ausgedehnten Gewebes von Aggression, Sabotage, Spionage und anderer arabischer Provokationen ansehen. Heute vertritt das State Department die Ansicht, dass die gescheiterte Mission des U-2 nicht für sich allein beurteilt werden dürfe, sondern Teil eines Plans von berechtigten Massnahmen zur Verteidigung bilde. Die Verfasser der Reden Eisenhowers täten gut daran, ihr Archiv zu durchsuchen und die im Jahre J956 von Israel und und den UN angeführten Argumente zu benutzen^ Die VAR bat heute vergessen, wie sie damals von i Washington gerettet wurde. (Beim Zusammenbruch der Gipfelkonferenz hat Kairo ostentativ die Partei der Sowjets genommen. Krutscivew ist der Held der Aegypter. Ueberall in der VAR wurden die Fotos des U-2 als Beweis für die „Aggressivität des amerikanischen Imperialismus” veröffentlicht. Trotz der unzähligen Versuche kürzlichen Datums, die von amerikanischen Behörden unternommen wurden, um die VAR zu beschwichtigen, regnet es in Nassers Presse und Rundfunk nur so von Beleidigungen gegen die USA. Die amerikanischen Bemühungen um Beschwichtigung der Araber wurden von diesen als Anzeichen der Schwäche ausgelegt. Die Regierung in Washington verlor empfindlich an Ansehen, als Eisenhower eine vom Senat angenommene Klausel gegen die arabische Blockade persönlich als „bedauerlich” bezeiehncte. Das State Department nahm den Standpunkt ein, dass der. gegen die Araber gerichtete Streik im Hafen von New York die auswärtigen Beziehungen der Rosier und ..behindere” Aber das gleiche State Department hüllte sich in Schwei- ‘ gen,»als die Neonazis Lincoln Rockwells mit beleidigenden Spruchbändern und Hakenkreuzfahnen, unter denen die Araber mitmarschierten, gegen Ben Gurion demonstrierten. So geschehen während des kürzlichen Besuches des israelischen Ministerpräsidenten in Washington. Damals fanden die wohlerzogenen Herren vom State Department, die Schüler der vornehmsten Universitäten sind, die Angelegenheit einzig und allein „spassig”. Niemand sprach von einer „Störung der Beziehungen” ,als Ben Gurion von Eisenhower empfangen wurde und durch die Fenster die Demonstranten zu sehen waren, wie sie ihre Plakate mit an ti jüdisch er Beschriftung schwenkten. Als Krutschew in Washington zu Besuch weilte, wusste die Polizei die geeigneten Massnahmen zu treffen, damit auf der Stelle alle Manifestationen unterdrückt wurden, die den sowjetischen Gast hätten „belästigen" können. Aber natürlich ist Ben Guiion nicht Krutschew. den, der Material für Prozesse gegen andere Kriegs- I Verbrecher sammeln soll.! Jetzt wird aus Rom gemeldet, das Büro der deutschen Nachrichten-Agentur habe der ITA mitgeteilt, Eichmann sei durch den deutschen Geheimdienst verhaftet und den Israelis übergeben worden. Stellungnahme Ben Gurions Jerusalem. — Ben Gurion erklärte, die Bedeutung der Verhaftung Eichmanns und des Prozesses gegen ihn liege nicht darin, dass sich der israelische Geheimdienst bewährt habe, sondern müsse darin erblickt werden, dass jetzt Israel die Möglichkeit hat, die Kriegsverbrechen vor einem israelischen Gericht abzuurteilen. Diese Stellungnahme Ben Gurions wurde in Form eines Briefes durch den „Daj war” veröffentlicht. Dort heisst es weiter: „Ich habe I keinen Zweifel, dass hunder- [ te Nazis, Deutsche wie Araber, für die Geheimdienste der Diktatorenin unseren Nachbarländern arbeiten.” Das israelische Justizministerium überprüft noch einige formale Rechtsfragen. Man weist auf Parallelfälle in der britischen Justiz hin. So habe der britische Oberrichter Goddard im Jahre 1953 festgestellt, dass eine legale Verurteilung statthaft sei, unabhängig davon, in welcher Form die Verhaftung vor sich gegangen ist. Da sich das israelische Recht weitgehend auf dem englischen Recht aufbaut, biete es ebenso die Möglichkeit zu einer völlig legalen Aburteilung Eichmanns. Aus nicht jüdischen Quellen in Jerusalem wird mitgeteilt, das es in der Frage der Behandlung des Prozesses und der vor dem Prozess -von der Regierung abgegebenen Erklärungen zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen dem Justizminister Dr. Rosen und dem Premier gekommen sei. Dr. Rosen vertrete die Meinung, dass es nicht zweckmäsig sei, wenn die Regierung vor dem Prozess irgendwelche Stellungnahme bekanntgebe. Washington. — Innerhalb des State Department ist es zu Meinungsverschiedenheiten gekommen, wobei Israel feindliche Kräfte die Frage aufgeworfen haben, ob die bürgerlichen Freiheiten in der Sache Eichimann verletzt worden seien oder nicht. Diese Betrachtungen dürften aber so abwegig sein, dass ihnen keine grössere Aufmerksamkeit zu schenken ist. Offensichtlich spielen dabei nur politische Rücksichtnahmen auf die arabischen Länder eine Rolle. Ein Sprecher des amerikanischen Aussenministeriums teilte wörtlich mit: „Kein vernünftiger Mensch kann daran zweifeln, dass Israel ein Recht hat, Eichmann abzuurteilen.” Der Sprecher fügte dann hinzu, dass einige Sophisten sich darum bemühen und es gern sehen würden, wenn man den Eichmann nicht in Israel aburteilt und damit der Justiz vorwegkäme. Um das zu erreichen, suchen sie nach herbeigezogenen juristischen Argumenten. Immer neue Versionen Jerusalem. — Eia polnischer Jude soll dem israelischen Sicherheitsdienst die notwendigen Angaben über den Aufenthalt Eichmanns gemacht haben, die dann zu seiner Verhaftung führten. Der Name dieses polnischen Juden wurde nicht bekanntgegeben. Der Mann soll sich geschworen haben, nicht eher zu ruhen, bis er Eichmann gefunden habe. Man folgte zuerst einer Spur in Kuweit. Ursprünglich hat man auch gesagt, Eichmann hätte sich einer plastischen Operation unterzogen, damit man ihn nicht wiedererkenne. Auch das wird jetzt in Abrede gestellt. Der israelische Geheimdienst hätte nach der Verhaftung Eichmanns das eintätowierte Zeichen der SS gesucht. Man hätte an der Stelle, wo dieses Zeichen üblicherweise eintätowiert wurde, eine Narbe gefunden. Eichmann selbst soll sich dieses Zeichen herau&geschnitten haben. Erklärung von Joel Brand Tel Aviv. — Joel Brand gilt als der Jude, der Eichmann am besten kennt. Brand hat seinerzeit in Budapest als Nachfolger von Dr. Katzner die Verhandlungen mit Eichmann und anderen Nazis über die Freigabe von Juden gegen Kriegsmaterial geführt. Brand erklärte nach einem kurzen Besuch in Deutschland, dass nach den Verhaftungen von Eichmann, Krumey u. a., weitere Verhaftungen von Nazis bevorstünden. Brand äusserte auch die Meinung, dass Martin Bormann noch in Südamerika lebe. Er behauptete, dass heute Irland eines der Zentren des Neofaschismus ist. 1 Gegen diese Behauptung wandte sich ein Sprecher der Regierung in Dublin. Er sagte, das diese Mitteilung Brands jeglicher konkreter Grundlagen entbehre. Irland sei ein so kleines Land, dass man sehr schnell hätte feststellen können, wenn sich eine solche Bewegung dort unterirdisch betätigen würde. Ein Sprecher der deutsche» Botschaft in Dublin bezei ebnete die Behauptung Brands als unglaubwürdig. Es gäbe dort keine geheime Bewegung von Deutschen, die in Irland leben. — Registro de la Propiedad Intelectual N? 624.079 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA —- Corrientes 3114

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