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Jüdische Wochenschau · 1960-05-24 · 1780 (24.5.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1780 (24.5.1960)
Date
1960-05-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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Ein Bericht aus Washington Jjx JfewXM&J&XüMiia PUEYRREDON 2190 — 1? izq. BUENOS AIRES, MARTES 24 DE MAYO DE I960 . Deberás Plantar un Arbol Jerusalem. — En cooperación con la Corporación Gubernamental de Turismo de Israel, acaba de poner práctica la Oficina Central del Keren Kayemel una novedosa iniciativa, basada en el precepto bíblico de de que lo primero que debe uno hacer al llegar a la Tierra Santa es plantar un árbol. Aplicando este principio a las condiciones actuales, se pensó en brindar oportunidad a les turistas de plantar con sus propias manos un árbol en los bosques del KKL. Cumplido el acto recibirá cada turista, como recuerdo, un distintivo artísticamente ejecutado. En una conferencia de prensa, realizada tn la forre de observación de incendios en el bosque de Biria por la Corporación de Turismo y el Keren Kayemel, expresaron los periodistas su aprecio z. la iniciativa, a la que consideraron un excelente medio para propagar en la Diáspora la idea de plantar árboles en Israel y para vincular más estrechamente a los judíos del G-a- VON DER ANTISEMI¬ TISCHEN FRONT Das Anwachsen der neonazistischen Jugendgruppen in den USA wird zu einem ernsten Problem für die jüdischen Organisationen, die sich mit der Bekämpfung des Antiemitismus beschäftigen. Einige dieser Gruppen scheinen direkt an der Schändung von Synagogen, dem Schmieren von Hakenkreuzen und anderen Akten gegen die Juden beteiligt zu sein. Jüdische Gemeinden, die sich mit der Frage der Abwehr jugendlicher Neonavon BORIS SMOLäR Jugendgruppen aufgestellt und den Gemeinden nahegelegt, antisemitische Ausschreitungen nicht der Oeffentlichkeit bekanntzugeben, um keine unangebrachten Befürchtungen zu erwecken oder auch antisoziale Elemente unter der Jugend zur Bildung ähnlicher Gruppen zu ermuntern. Das American Jewish Commitee fordert ferner die Gemeinden auf, freiwillige Mitarbeiter-Comites zu gründen, um die Psychologie der zi-Banden befassen müssen, jugendlichen Attentäter und das Milieu, aus dem sie stammen, zu studieren. Gleichzeitig bietet es den Gemeinden seine Hilfe an, um Pläne zur sofortigen Unterdrückung suchen Rat bei den grösseren jüdischen Organisationen in New York, wie sie sich zu verhalten haben. Das American Jewish Committee hat eine Liste der bestehenden neonazistischen Die Meinungen des American Jewish Committee und der Antidiffamierungs-Liga der Bne Brit scheinen allerdings zu divergieren, was die Methoden angeht, die Tätigkeit des sogenannten Führers der „Amerikanischen Nazi-Partei” George ’Lincoln Rockwell, zu bekämpfen. Das A.J.C. vertritt die Auffassung, man sollte Rockwells antisemitische „Freiluft - Versammlungen” in Washington ingnorieren, weil sie sonst Menschenmengen anziehen würden und dies nur Rockwells Wunsch nach Reklame entgegenkommen dürfte. Diese Ansicht wird von dem Jüdischen Gemeinderat für Gross-Wa- und einer Gegenaktion auf i shington geteilt. Die Antilange Sicht aufzustellen. ' diffamierungs-Liga plädiert WIE ICH ES SEHE In schwierigen ‘. von JEHUDA GOTTHEIMER In letzter Zeit wurde viel über die Möglichkeit gesprochen, dass sich die sowjetische Zielsetzung ändern und den westlichen Vorstellungen anpassen würde. Seitdem der amerikanisene Vizepräsident Nixon in Russland und Polen gewesen ist, wuchs diese Möglichkeit einer Annäherung zwischen den Blökken zu einer greifbar nahen Wahrscheinlichkeit, die in der ersten Gipfelkonferenz konkretisiert werden sollte. Es ist ganz anders gekommen. Der britische Premierminister McMillan hat das Verdienst für sich in Anspruch genommen, die auseinandernern einer Lösung näherzubringen. Man erfand hierfür das neue Wort Gipfelkonferenz, das — einer magischen Zauberformel nicht unähnlich — nun das Wunder vollbringen sollte, den kalten Krieg zu beenden, dem Rüstungswettlauf Einhalt zu gebieten und die Vorbereitungen für eine Anbahnung normaler Verhältnisse zu schaffen, die zu einem späteren, gewiss noch weiten Zeitpunkt die Grundlagen für einen dauernden Frieden bieten könnten. Das war der Plan. Im Zeichen dieser neuen Linie fuhr Nixon nach der Sowjetunion und entdeckte stens und des Ostens durch eine neue politische Linie der Völkerverständigung wieder zusammenzuführen. Niemand konnte damit rechnen, dass dieser kühne Versuch sofort gelingen werde. Immerhin zeigten sowohl die Amerikaner wie die Russen ein echtes Interesse daran, die bestehenden Probleme, die Gegensätze und die Streitfragen durch direkte Aussprachen zwischen den entscheidenden Staatsmänklaffenden Welten des We-, ein anderes Russland als das, von dem man sonst immer gesprochen hat. Zu seiner und der westlichen Welt völliger Ueberraschung wurde der amerikanische Vizepräsident in Polen sogar mit einer betonten Herzlichkeit empfangen, die zeigte, dass manche alten Vorurteile wohl doch einer gründlichen Revision unterzogen werden müssten. Jedenfalls sei heute kein Platz für die Annahme, dass die Gegensätze unüberbrückbar sind. Ein Friedensschimmer erschien am fernen Horizont, der stärker und deutlicher sichtbar wurde, als Krutschew den Nixon-Besuch erwiderte und von den Amerikanern mit freundschaftlicher Genugtuung aufgenommen worden war. Die Motive, von denen die grossen Staatsmänner unserer Zeit bewegt wurden, mit Besuchen und Gegenbesuchen eine neue, eine bessere Atmosphäre zu schaffen, mögen verschiedenartiger Natur gewesen sein. Man muss sie analysieren, um zu klaren Ergebnissen zu kommen, die in diesen schwierigen Augenblicken der Weltpoltik von grosser Wichtigkeit sein dürften. Die Be-' weggründe der Politiker be- Goldmann bei Adenauer Bonn. — Dr. Nachum Goldmann traf in der vergangenen Woche mit Bundeskanzler Dr. Adenauer und dem Präsidenten Heinrich Lüebke zusammen, um über die Wiedergutmachungs - Gesetze zu verhandeln. Auch mit Aussenminister Dr. Heinrich Brentano, Justizminister Fritz Schaeffer und Dr. Erich Ollenhauer, dem Führer der Sozialdemokraten, hatte Dr. Goldmann Besprechungen, (ITA) ruhen gewiss auf tiefgründigen Betrachtungen; sie sollen später erläutert werden, denn sie stellen einen komplizierten Reflex eines verworrenen und in voller Entwicklung befindlichen Prozesses dar. Sie sind so unklar wie die Kräfte, deren Exponenten diese Männer" sind. Eindeutig und unbezweifelbar traten dagegen die Hoffnungen aller Menschen und Völker hervor, die aus vollem Herzen eine Entwicklung begrüsst haben, die eine neue Weltordnung, ein Leben in Sicherheit und in Frieden herbeisehnen und nun die Möglichkeit erblickten, durch gegenseitige Annäherung und Aussprache zu diesem so einfachen und schönen, und doch offenbar so fernen Ziel eines gerechten und friedlichen Zusammenlebens aller Nationen zu gelangen. Wenn die Staatsmänner wirklich der Stim,me ihrer Völker und den Hoffnungen der Menschheit gerecht werden wollten, dann bliebe nur der Weg, durch kleine oder grosse Konferenzen die Fundamente einer Welt frei von Angst und Not, von Gefahr und Tyrannei zu errichten, für die auf allen Schlachtfeldern eine Jugend verblutete, die an eine bessere und geläuterte Zukunft geglaubt hat. Ein schreckliches Schauspiel erlebten wir in Paris, wo sich die grossen Vier, getroffen hatten, um die Erbingegen, dass jeder Antisemit, der die Ausrottung der Juden fordert, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln als Feind der Gesellschaft angeprangert werden müsse. VON DER DIPLOMA¬ TISCHEN FRONT Welche Politik sollen die USA im Jahre 1960 im arabisch - israelischen Konflikt befolgen? Soll das State Department seine gegenwärtige „Neutralität” fortsetzen oder gewisse Aenderungen vornehmen? Sollen die USA ein internationales Waffenembargo für die arabischen Staaten und Israel fordern? Sollen sie auf eine Regelung des arabischen Flüchtlingsproblems durch die UN dringen? — Die Gesellschaft für Aussenpolitik sammelt jetzt Meinungen über diese Fragen -n Wege einer „Abstimmung”. Diejenigen, die den Fragebogen erhalten, werden von dieser Gesellschaft darauf verwiesen, dass offene Feindseligkeiten zwischen Arabern und Israelis in nächster Zukunft nicht zu erwarten sein dürften, obwohl keine der dem arabisch-israelischen Zwist zugrundeliegenden Streitfragen gelöst worden ist. Die Aussichten auf eine Verständigung sind nach Ansicht dieses Verbandes nicht grösser als sie es vor 12 Jahren walut con la Mediná. SCHLOMO S. TANGER Du sollst einen Baum pflanzen Jerusalem. — In Zusammenarbeit mit der staatlichen Gesellschaft für Fremdenverkehr in Israel hat das Zentralbüro des Keren Kajemet jetzt eine neuartige Initiative ergriffen, die sich auf das Gebot der Bibel stützt, dass ein jeder, der im Heiligen Lande ankommt, als erstes einen Baum pflanzen soll. In Anwendung dieses Prinzips auf die heutigen Bedingungen hat man daran gedacht, den Touristen die Möglichkeit zu bieten, mit ihren eigenen Händen in den Wäldern des KKL einen Baum zu pflanzen. Nach Erfüllung dieser Zeremonie soll ein jeder Tourist als Andenken eine künstlerisch ausgeführte Anstecknadel erhalten. In einer Pressekonferenz, die im Biria-Wald in einem Turm stattfand, von dem aus Brände beobachtet werden, und die von der Gesellschaft für Fremdenverkehr und dem Keren Kajemet einberufen wurde, gaben die Journalisten ihrer Anerkennung für diese Initiative Ausdruck. Sie äusserten, dass sie dies für ein ausgezeichnetes Mittel halten, um in der Diaspora die Idee der Pflanzung von Bäumen in Israel zu verbreiten und die Juden in der Galut enger an die Medinat Israel zu binden. SCHLOMO S. TANGER ’ ren. Es wird betont, dass die arabischen Palästina-Flüchtlinge „eine potentielle Bedrohung des Friedens” darstellen. Israel seit bereit, so heisst es, einen Teil dieser Flüchtlinge aufzunehmen und andere zu entschädigen, doch die Araber verlangen volle Befriedigung ihrer Ansprüche. Die Gesellschaft für Aussenpolitik unterstreicht auch, dass die Araber ein Angebot des UN-Generalsekretärs auf Bereitstellung von 2 Billionen Dollar zujr Arbeitsbeschaffung für die Flüchtlinge in den verschiedenen arabischen Ländern! abgelehnt hat. Interessant ist auch die Feststellung, dass trotz der Existenz der Arabischen Liga keine „arabische Einigkeit” besteht, und die Gründe hierfür werden im einzelnen auseinandergesetzt. Wartungen ihrer und aller Völker zu erfüllen. Anstelle versöhnender Ansprachen und den Ausgleich suchender Verhandlungen hörte man düstere Drohungen des russischen Premiers und beleidigende Worte, die nur als Herausforderung angesehen werden können. Der äussere Anlass für diesen tragischen Szenenwechsel war das mysteriöse amerikanische Flugzeug, das einen Erkundungsflug über russischem Gebiet durehgeführt hat und dabei von den Russen abgeschossen worden ist. Wir wollen hier nicht mit allen Einzelheiten auf die Frage eingehen, ob die russische Darstellung überhaupt zutreffend sein kann, weil es unmöglich ist, dass ein Flieger, der m so grossen Höhen „abgeschossen“ wird, heil landen kann, um dann mit verblüffenden Aussagen sein eigenes Land schwer zu belasten. Die Tatsache, dass die Amerikaner laufend solche Flüge über Russland ausgeführt haben, war den Sowjets nach den eigenen Worten Krutschews schon längst bekannt. Es ist also gar kein Grund ersichtlich, dass ausgerechnet am Vorabend der Gipfelkonferenz diese gegenseitigen Bespitzelungen und Spionage-Unternehmen plötzlich so schwerwiegend geworden waren, dass Krutschew in dieser Form intervenierte, wie. er es tatsächlich getan hat. Aus diesem Sachverhalt dürfte man schliesslich die Gewissheit gewinnen, dass der unglückliche Flieger über Sibirien nur ein willkommener Anlass gewesen ist, um den bereits vorher bestehenden Plan Krutschews, es ni ht zur Gipfelkonferenz kommen zu lassen, mit einen Anschein innerer Berechtigung zu verwirklichen. Man darf annehmen, dass -'z sich um einen Vorwand für ein politisches Manöver handelte. Na4 Irlich haben die Russen auch solche Erkundungsfliige unternommen nur hatten sie offensichtlich .icht das Pech, dabei erwischt zu werden.Krutschew selbst hat gesagt, dass seine Flieger bessere Aufnahmen machen. Die Spionage in allen Formen hat sich mit der Zeit lind mit dem Fortschritt der Technik auch verfeinert und einen Umfang angenommen, der allgemein nicht bekannt, ist, jedoch dazu angetan sein dürfte, die Welt in Erstaunen zu setzen. Oft genug erfährt man aus Zeitungen, dass irgendwo ein Diplomat als unerwünscht ein Land verlassen muss, weil man ihm Spionagetätigkeit nachweisen konnte. Dabei wissen alle, dass der Nachrichtendienst der diplomatischen Vertretungen eines ihrer wichtigen Arbeit'gebi.te ist. Nur wenn dieser Nachrichtendienst durch einen Verrat oder eine Ungeschicklichkeit bei der Sammlung der Informationen gefasst wird, spricht man von Spionage. Dass der Nachrichtendienst nicht die Aufgabe hat, die Mitteilungen der Zeitungen zu summieren und weiterzuleiten, dürfte auch klar sein. Die russische Botschaft in Uruguay soll über ein Personal von 70 Personen verfügen. Bei aller Wertschätzung der Nachbarrepublik und ihrer Bedeutung im internationalen Leben wird wohl kaum jemand verste- (Schluss auf Seite 2) SONDERNUMMER AM FREITAG, DEN 27. MAI, ZUM 150. Jahrestag des 25 de Mayo . am 20. JUBILAEÜM DER JUEDISCHEN WOCHENSCHAU * t Î I Í 606

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