Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1778 (17.5.1960)
- Date
- 1960-05-17
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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/ teo taeck Institut »roadway 123^ "rRVA YCjRK ~»k,UtU, O OQ 0 " « -3 FRANQUEO PAGADO Concesión 908 . c ® ä O) fl Oh« < O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES, MARTES 17 DE MAYO DE 1960 No. 1778 EL EJEMPLAR en toda la República Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? T. E. 83. . 2613 3.- Marokkos Juden und Israel New York. — UN-Generalsekretär Hammarskjöld hat sich in aller Stille au die Regierung von Marokko gewandt, um die Aufhebung des postalischen Boykotts gegen Israel zu erreichen. Sein Ersuchen basiert auf rein humanitären Gründen. Es leben heute rund 200.000 Juden in Marokko und fast 100.000 marokkanische Juden in Israel. In einigen jüdischen Familien wohnen die Eltern in dem einen, die Kinder in dem anderen Land, und der Beschluss der marokkanischen Regierung hindert sie an der Aufrechterhaltung direkter Verbindungen. Die Alten sterben in Marokko, und die Kinder in Israel können nicht benachrichtigt werden. Hammarskjöld forderte die marokkanischen Behörden auf, diesem Zustand ein Ende zu machen. Sein Ersuchen ist abgeschlagen worden. Die diplomatischen Vertreter der USA haben beobachtet, dass sich die Lage der Juden in Marokko immer mehr verschlechtert. Sie beurteilen ihre Zukunftsaussichten sehr pessimistisch, da die Feindseligkeit der Regierung gegenüber der jüdischen Bevölkerung im Wachsen begriffen ist Die marokkanischen Juden stossen bei den staatlichen Behörden auf Misstrauen und Schikanen. Die Parteien und die Presse wetteifern in antizionistischen Manifestationen und ziehen nicht mehr wie früher einen Trennugsstrich zwischen Zionismus und den Juden Marokkos. Obwohl die Juden heute nicht mehr als 2 Prozent der Bevölkerung ausmachen, leiden sie unter einer zunehmenden wirtschaftlichen Diskriminierung. Sie werden mit jedem Tage deprimierter und haben das Gefühl, unerwünscht zu sein. Zudem hat die marokkanische Regierung praktisch die Auswanderung nach Israel verboten. Die Juden können unter dem blossen Verdacht, nach Israel auswandern wollen, verhaftet werden. Daher sitzen die 200 000 Juden Marokkos in einer Falle, die auswegslos scheint. Boris Smolar Die Oelleitung von Hassi Massaoud in der Sahara zum algerischen Hafen Bougie ist in Dienst gestellt worden. Durch die neue Oelleitung sollen zunächst jährlich fünf und später zehn Millionen Kubikmeter Erdöl fliessen. In Frankreich wird jetzt mit einer Senkung des Benzinpreises gerechnet der wohl der höchste in Westeuropa ist. Ministerpräsident Debre versprach bei dieser Gelegenheit den Algeriern, dass ihr Land ..in politischer, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht zu einem Mustergebiet“ werden würde. Für die Menschen südlich und nördlich des Mittelmeers könnte es nur das gleiche Schicksal unter der gleichen staatlichen Hoheit geben. Nur Frankreich sei in der Lage, den Algieriern die Freiheit zu garantieren. Das Tor der Schatzkammer in der grössten Wüste der Welt ist damit aufgestossen. In stetem Fluss wird nun der zähe schwärzliche Lebenssaft der modernen Wirtschaft durch die 664 Kilometer lange 'Leitung von Hassi Messaoud im Herzen der Sahara zum Meer strömen. Doch das ist nur der erste Teil des Traums vom Reich- Die „Deutsche Korrespondenz“, Bonn, meldet: Die Situation deutscher Staatsangehöriger jüdischen Glaubens in der Sowjetzone Deutschlands muss als nichts weniger als rosig gekennzeichnet werden. Das ergeben folgende Tatsachen: Die Zahl der Juden betrug 1945 in der Scwjetzone und in Ost-Berlin 8100, dagegen 1960 nur noch 1600. Zahlreiche deutsche Juden flüchteten aus der Zone, darunter auch Prominente wie Julius Meyer (ehemaliger Volkskammer-Abgeordneter), Dr. Leo Zuckermann (ehemaliger Staatssekretär), die Vorsitzenden der jüdischen Ge- Ankunft eines Botschafters Mexiko City. — Der neue israelische Botschafter in Mexiko, Mordechai Schneerson, traf vor einigen Tagen hier ein, um sein Amt anzutreten. Er wurde im Flughafen von Vertretern des Aussenministeriums und Repräsentanten der mexikanischen jüdischen Kollektivität ernpfanegn. Schneerson, der vor einigen Jahren Botschaftsrat der israelischen Botschaft in Buenos Aires war. hali : zuletzt den Posten iv-s Ersten Sekretärs der )srael-B>h»chaft in :nne. (ITA) tum unter Sand und Steinen. Was zunächst eher nach Phantasterei klang hat, sich inzwischen bestätigt; in der Sahara liegen riesige Oelvorräte. Allein für den ' von Frankreich kontrollierten Teil der Wüste werden die bisher bekannten Vorräte auf rund 700 Millionen Tonnen veranschlagt. Wieviel in Libyen liegen, ist noch unbekannt; die Ergebnisse der ersten Bohrungen dort lassen jedoch vermuten, dass die Vorkommen ertragreicher sind als die ergiebigsten Quellen des Nahen Ostens. Für Westeuropa haben das Erdöl und das Erdgas aus der Wüste Nordafrikas grosse Bedeutung Vorbei ist es mit der Abhängigkeit vom Nahost-Oel, von der politischen Ruhe in den arabischen Ländern und von der freien Benutzung des Suezkanals. Frankreichs Sahara- Minister J. Soustelle versprach bereits für das Jahr 1961 etwa 18 bis 22 Millionen Tonnen Oel, für 1965 sogar eine Jahresproduktion von 50 Millionen Tonnen. Bis dahin wird auch Erdgas in grossen Mengen aus der Sahara nach Europa gelangen — entweder durch eine Leitung unter dem Mittelmeer hindurch oder an Bord von Super-Gastankem. meinden von Leipzig, Dresden und Erfurt, sowie Professor Dr. Kantorowicz. Heute gibt es in folgenden mitteldeutschen Städten jüdische Gemeinden: Ost-Berlin, Dresden, Erfurt, Halle, Chemnitz, Leipzig, Magdeburg, Plauen und Schwerin. Die grösste jüdische Gemeinde befindet sich in Ost- Berlin; ihre Mitgliederzahl liegt bei 800. Diese Gruppe steht unter Aufsicht des der SED angehörenden Gemein-! devorsitzenden Bendit. In allen jüdischen Gemeinden haben sich die SED und SSD dadurch Vertrauensmänner gesichert, dass sie Juden mit kommunistischer Vergangenheit oder jetziger SED-Mitgliedschaft in verantwortliche Positionen der Gemeinden brachten. Den Gemeinden ist untersagt, sich zionistisch zu betätigen, das heisst, mit einer dem Staat Israel gegenüber positiven Einstellung. Verbindungen nach Israel, sowie zu zionistischen Juden auf der Welt sind verboten. Verstösse sind mit Zuchthaus bedroht. Ferner ist den jüdischen Gemeinden verboten, so religiös aktiv zu sein, dass es den Interessen des Regimes zuwiderläuft oder gar den Bestand des Regimes gefährdet. — Das Regime weigert sich; -■ den»,Müden eine Entsehä^gunft^für. ihre malevie^len“T'V6i^vi«te’ zu zahlen, die sie während des Dritten Reiches erlitten haben. Bekenntnistreuo Juden werden in ihrer beruflichen Entwicklung gehindert. Den Anstoss zu allem gab Konrad Kilian, ein besessener Geologe. Man lächle ihn noch 1936 aus. Erst 1949 begann offiziell die von Kilian immer wieder verlangte Suche nach Oel. 1951 wurde die Oelhäufigkeit des bisher als „tot“ geltenden Gebietes wissenschaftlich nachgewiesen. 1945 fand man das erste Erdgasvorkommen zwei Jahre später bei Edjele, dicht an der libyschen Grenze, Erdöl. Noch im gleichen Jahr wurde bei Hassi Messaud, 640 Kilometer südlich von Algier, das grösste bisher bekannte Oelvorkommen entdeckt. Bis heute sind in der Umgebung von Has. i Messaoud 450 Millionen Tonnen, bei Edjele 30 •bte 35 Millionen Tonnen, und bei Zarzaitine weiter westlich 75 Millionen Tonnen naehgew'iesen. Die Erdgasvorkommen — die wuchtigsten liegen bei Hassi R'Mel — Werden auf 2000 Milliarden Kubikmeter ►geschätzt. Davon ist etwa die Hälfte wirtschaftlich nutzbar zu machen. Damit ist aber wahrscheinlich nur ein Teil des grossen Schatzes bekannt. Suehtruppen durchziehen unlässig die Sahara. Jahr für Jahr werden von Frankreich und den interessierten internationalen Oelgesellschaften riesige Summen in das Unternehmen Sahara-Oel gepumpt. Die französische Regierung allein hat für dieses Jahr die Ausga'be von 43 Milliarden Francs (183 Mill. IL) für die Erdölsuche, 113 Milliarden Francs (480 Mill. IL) für den Ausbau der schon erschlossenen Vorkommen und 51 Millionen Francs (217.130 IL) für den Bau von Oelleitungen vorgesehen. Sahara-Minister Soustelle hat offen zugegeben, dass die Oelgewinuung für Frankreich auf Jahre hinaus ein Verlustgeschäft sein wird. Erst ab 1965 sei mit einem Ueberschuss zu rechnen. Frankreich hofft, dann nicht nur seinen eigenen Oelbedarf zu decken, und 340 Millionen Dollar an Devicerl einzusparen, sondern auch noch exportieren zu k<l ne . Schon jetzt werden ausländische Experten in die Sahara eingeladen, um sie von den Zukuüftsaussichten zu überzeugen. I ¡“Hl I 1 Für Frankreich ist die Sahara ein Unterpfand des Grossmacht - Ruhmes und der wichtigste Grund für das zähe Festhalten an Algerien. Ohne den Besitz Algeriens kann es die Schätze der Wüste nicht nutzen. Mit steigender Besorgnis blickt man aber auch auf das benachbarte Libyen, wo in den letzten Monaten etwa 300 Kilometer südlich von Bengasi zwei äusserst ergiebige Quollen mit einer Tagesproduktion von 17.500 bzw. 15.000 Fass erschlossen wurden. Das Oel aus Libyen ist mit keiner politischen Hypothek belastet. Ausserdem liegt es näher an der Küste als das Oel aus der Sahara. Schon arbeitet eine amerikanische Firma an Plänen für ei ’ Pipeline von der Fundstelle bei Bir Zeltan in der libyschen Wüste zur nur 100 Kilometer entfernten Mittelrreerküste an der Grossen Syrte. Damit kan ■ weder die jetzt fertiggestellte Leitung Hassi Messaoud — Bougie noch die mit 767 Kilometern noch etwas längere, schon im Bau befindliche zweite französische Leitung von Edjele nach La Skhira, auf tunesischem Gebiet am Golf von Gabes gelegen, konkurrieren.Amerikanische Experten schätzen, dass das libysche Oel des kürzeren Transportweges wegen um 50 Prozent billiger verkauft werden kann, als das Oel aus der französischen Sahara. Das Oelfieber hat inzwischen auch die Vereinigte Arabische Republik und Spanien angesteckt. Beide Staaten hoffen auf Funde in den von ihnen beherrschten Teilen der Wüste. In Aegypten sind «ahe der libyi 'hen Grenze die Suchtrupps schon unterwegs, Spanien hat für seinen an der Atlantikküste gelegenen Sahara-Besitz grosszügig die Vergabe von Bohr- Konzessionen angekündigt. Noch ist die Erschliessung der grossen Wüste erst im Anfangsstadium — trotz der Tausende von Kilometern Asphaltstrassen, die bisher von den Franzosen gebaut wurden, trotz der modernen Stadt mit 5000 Einwohnern, die am einstigen Wasserloch von Hassi Messaoud entstand, trotz der 100 Flugplätze und der Berufsschule, die in der Wüste gebaut wurden. Doch schon zeichnen sich im Nahen Osten die ersten Auswirkungen ab. Die arabischen Staaten beschlossen vor kurzem, die in Algerien tätigen Oelgesellschaften zu boykottieren. Man fürchtet in Er-Riad und Bagdad, auf Bahrein und in Kuweit für die Zukunft. Das zunehmende Interesse der internationalen Oelwirtschaft an Nordafrika hat bereits zu einem Sivken der Zuwachsrate der Oelförderung im Nahen Osten geführt Amerikanische Fachleute schätzen, dass die arabischen Länder von 1961 an jährlich Einnahmeeinbussen von 80 Millionen Dollar und mehr werden hinnehmen .müssen. Die grösste Hoffnung der Amber bleibt unter diesen Umständen, dass ihr Erdöl einen grösseren Prozentsatz Schweröl enthält, als das in der Sahara geförderte. Und Schweröl wird von der chemischen Industrie der Welt in zunehmendem Masse verbraucht. Heuss besuchte den Jad Waschern Jerusalem. — Der frühere westdeutsche Bundespräsident Theodor Heuss besuchte den Jad Waschern, wo alle Dokumente gesammelt werden, die der Erinnerung an die Opfer des Nazismus dienen und über die Vernichtungsmethoden des Hitleregimes unterrichten. Der Jad Waschern liefert an die Gerichte in Deutschland und anderen Ländern Bewcismaterial und Zeugen für die gegen nazistische Kriegsvercher angestrengte Prozesse. Rückerstattung Bonn. — Der 2. Senat des Obersten Rückerstattungsgerichts in Herford hat seit 1950 im Gebiet der früheren Besatzungszone 1300 Anträge von NS-Geschädigten auf Rückerstattung von Vermögenswerten entschieden. Noch 228 Anträge warten auf Erledigung. (AWZ) Herzl-Haus in Wien Jerusalem. — Die Jewish Agency teilte mit, dass Dr. Naehum Goldmann am 18. Mai in Wrien das Herzl-Haus einweihen wird. In ihm werden die Institutionen der jüdischen Gemeinde von Wien und die zionistische Organisation ihren Sitz nehmen. (ITA) Revision eingelegt Bonn. — In dem kürzlich vor dem westberliner Schwurgericht verhandelten Prozess wegen Massenerschiessungen russischer Juden und Kriegsgefangener in der Ukraine haben der Staatsanwalt und die beiden Angeklagten Revision eingelegt. Das berliner Gericht hatte den früheren Kriminalobersekreär Fritz Knop zu 7 Jahren und den früheren Kriminalrat Alois Hiilsdünker zu ZV2 Jahren Zuchthaus verurteilt. (AWZ) Reglstio üc* ia Propiedad Intelectual Nü 624.070 Impreso en i® Imprenta POLIGLOTA — Corneales 3114 Tagung der ICEM in Neapel Rom. — Die ICEM, das internationale Comité für Einwanderer-Schutz, tagt in Neapel. Der demokratische USA-Parlamentarier Francis Walter wurde zum Präsidenten der Versammlung gewählt. Der israelische Delegierte Eran Laor wurde durch Akklamation zum Berichterstatter bestimmt. Sein Name wurde von der griechischen Delegation vorgeschlagen, die auf seine Verdienste als Schriftsteller und seine aktive Teilnahme an dem Hilfswerk für die Flüchtlinge verwies. Der griechische Vorschlag wurde vom brasilianischen Delegierten, vor allem jedoch von der französischen Delegation befürwortet, die die Verdienste Israels bei der Absorbierung von Einwanderern hervorhob. Laor würdigte in seinen Dankesworten die grosse Hilfe, die das Volk von Italien und seine Behörden „während des Krieges und nach Beendigung der Feindseligkeiten den Flüchtlingen angedeihen Hessen, sowohl den Hunderttausenden von DP’s, die Italien passierten, als auch jenen, die sich in Neapel nach Israel einschifften.” Hundert Delegierte, unter denen sieh auch der israelische Abgesandte.befand, .wurden in Privataudienz von Papst Johann XXIII. empfangen, der das Werk der ICEM pries. Aussenminister Antonio Segni veranstaltete ein offizielles Bankett für die Delegierten. — (ITA) JUDEN IN DER OSTZONE