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Jüdische Wochenschau · 1960-05-17 · 1778 (17.5.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1778 (17.5.1960)
Date
1960-05-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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■ ■ PUEYRREDON 2190 — 1? isq. fa Jknuvt&Jsá&eüía Año XXI. BUENOS AIRES, MARTES 17 DE MAYO DE I960 No. 1778 Die Wahrheit ist unerwünscht von MILTON FRIEDMAN Der Massenmord von 6 Millionen Juden durch die Nazis ist ein „ungeeignetes, unzeitgenmsses und zu trauriges”. Temas für Amerikas Schuljugend. Dies ist die Ansicht vieler Erzieher, die öffentliche und katholische Lehranstalten repräsentieren. Einige Erzieher äusserten auf Befragen, sie hätten vor Jahren genug Schwierigkeiten gehabt, die sogenannten „Lustigen Bücher“ zu unterdrücken in denen gezeigt wurde, wie Nazis ihre Opfer folterten. Diese „Dummheiten”, so meinten sie würden bei Kindern im Entwieklungs - Altser .sadistisch-masochistische Impulse erwecken”. So sei schliesslich eine Norm gefunden worden und alle diese Bücher, in denen über Grausamkeiten wie die der Gestapo und KZ-Aufseher zu lesen war, für die Schuljugend wurden verboten. sehen, so sagen die Erzieher. Einige verwiesen darauf, dass das heutige Westdeutschland ein militärischer Bundesgenosse Amerikas gegen den Kommunismus ist, weshalb es „unerwünscht” sei, der Jugend ein „negatives” Bild von einem Land zu vermitteln das sie als Angehörige der USA-Armee eines Tages vielleicht verteidigen müssten. In den letzten Monaten wurden jugendliche Neonazibanden unter den amerikanischen Studenten festgestellt. Die Polizei nahm Verhaftungen in Kansas City, Jacksonville und anderen Orten vor. Die Schulbehörden nannten diese Jugendlichen „überdurchschnittlich intelligent” aber „psychologisch krank”. Ein Erzieher vertrat die Ansicht, die Geschichte der Nazigreuel könnte die umgekehrte Reaktion statt der von den jüdischen Gruppen gewünschten, weil einige missgeleitete Jugendliche nicht projüdisch werden sondern die Nazis als „Uebermenschen” bewundern würden. Rabbi W. B. Silverman, aus Nashville, Tennessy, bemerkte kürzlich, die Krise der Neger Integration habe einen „latenten Antisemitismus” zur Folge gehabt, denn „der Judenhass” ist eine Folge historischer und soziologischer Strömungen und die Angriffe auf die Neger erzeugen Antisemitismus...” Die amerikanischen Geschichtsbücher berichten nicht die reine Wahrheit über Hitler. Oft steht zu lesen, dass Hitler ein demoralisiertes Volk aufrichtete und den Deutschen „den „Stolz auf ihr Land” wiedergab. Man sieht hübsche Bilder von Nazis in feschen Uniformen, eindrucksvolle Massen-Demonstrationen, u. Es wäre „ungesund”, diese Nazigeschichten neu aufzuti- | hervorrufen WIE ICH ES SEHE Mittelpunkte der Diskussion Vernebelte Gipfel Das mysteriöse amerikanische Flugzeug, das über Russland abgesGhossen wurde, diente als Einleitung zum Abschluss der sowjetischen Vorbereitungen der Gipfelkonferenz und zugleich zur Steigerung des psychologischwere Schlag, den Krutschew zur Eroberung der Weltmeinung führt. Man kann nicht sagen, dass der Russe bisher erfolglos operiert hat. Der Sputnik war durchaus nicht nur ein wissenschaftlich-technischer Triumph, sondern der erste schwere Schlag, den Krutschew gegen eine ablehnende Weltmeinung führen konnte. Das unerschütterliche Vertrauen, das die westlichen Völker zu den Amerikanern, ihren technischen Möglichkeiten und unbegrenzten finanziellen Quellen hatten, wurde ernstlich erschüttert. Und so folgte eine ganze Serie von russischen Demonstrationen, die sämtlich auf objektiven i Fakten beruhten. Denn den Sputnik konnte niemand als einen simplen Propaganda- Trick abtun, zumal auch die amerikanischen und englischen Sendestationen die Angaben Moskaus bestätigten. Das amerikanische Spionage-Flugzeug kam den Russen wie gerufen. Ausgerechnet in diesem Augenblick der Vorbereitung einer lang erkämpfen und ersehnten Gipfel-Konförenz musste sich der Amerikaner fangen lassen. Im Bewusstsein einer wahrscheinlich auch vorhandenen Stärke, die zu zeigen aber keinesfalls besonders intelligent sein dürfte, haben die Amerikaner zugegeben, dass es sich um ihr Flugzeug handelt, das möglicherweise Erkundungsflüge ausführte.. Hätten die Russen sich beim gleichen Unterfangen schnappen lassen die Reaktion der westlichen Welt wäre nicht geringer gewesen. Auch ihre Presse hätte diesen Fall weidlich ausgenutzf, auch ihre Politiker hätten gegen die russische Dreistigkeit ge- Laerm um VAR-Delegation Rio de Janeiro. — Die aus dreizehn Mitgliedern bestehende Delegation der VAR, an deren Spitze Hussein Zulficar Sabri steht, wurde bei ihrer Ankunft von einer lärmenden Demonstration der in Brasilien lebenden Libanesen empfangen, deren Zahl sich auf rund 25.000 beläuft. Khatar Reehuan, der Präsident der Libanesischen Liga in Brasilien, forderte in einem besonderen Manifest seine Mitbürger auf, Sabri zu boykottieren, und erinnerte an die Verbrechen, die von den Agenten der VAR im Libanon verübt wurden. In einem Interview, dass Reehuan einem Redakteur der grössten brasilianischen Zeitung „O Globo” gab, wie auch bei anderen Gelegenheiten, bezichtigte er Nasser, die arabischen Länder dominieren zu wollen und beschuldigte Sabri, er sei bemiint Unfrieden zwischen den lateinam er i 1; a t : isthon arabischer, Kollektivitäten zu säen. (ITA) von JEHUDA GOTTHEIMER wettert und bedauert, das; sich die Kommunisten zc solcher Handlung hergeben während sie sich gleichzeitig als Friedensapostel zum Gipfeltreffen aufspielen. Nun ist es aber — objektiv — umgekehrt geworden. Die westliche Regie war reichlich ungeschickt. Die Gipfel sind ein wenig umnebelt. Man braucht aber nicht damit zu rechnen, dass dieser oder ähnliche Zwischenfälle eine ernste Rolle spielen werden. Die Diplomatie entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu einer ganz offiziell organisierten und staatlicn anerkannten Spionage. Die Erfahrungen, die auf diesem Gebiet in aller Welt gemacht wurden, sprechen für sich. Und die Russen sind immer Meisterdiplomaten gewesen ... Man darf damit rechnen, dass trotz dieser und späterer „Zwischenfälle” der kalte Krieg in neuer Form weiterdauem wird. Zu einem offenen Konflikt wird es nicht kommen. Jedenfalls werden die Russen alles tun, um einen Krieg zu vermeiden, nicht etwa deshalb, weil sie Pazifisten wären, sondern aus dem einfachen Grunde, dass sie ohne jeglichen Krieg viel weiterkommen werden. Dazu verhelfen ihnen mit Sicherheit die nie endenden Fehler der westlichen Grossmächte. II. Weissbuch führt Klage ln dem Weissbuch de westdentsehen Bundesregh nuig über „Die antisemit sehen und nazistischen Vor Kille”, die sich in der Zei vom 25. Dezember 1959 bi zum 28. Januar I960 inner dergl. Alle Geschichtsbücher nennen Hitler einen Diktator. „Euer Land und die Welt”, ein beliebtes Schulbuch beschreibt ausführlich die Verdienste der Nazis um Erziehung, Wissenschaft und Künste, aber es erwähnt mit keinem Wort die Juden oder den Antisemitismus. Ein Lehrbuch für Universitäten, „Die Entstehung des modernen Amerikas”, berichtet, das Hakenkreuz habe Deutschland „wieder Stolz und Aufschwung” gegeben.” Unter Hitler, so heisst es, t.wurde Deutschland zu einem geeinten, arbeitsfreudigen Volk. Die Deutschen gewannen ihren Stolz wieder, die Industrie blühte, und bedeutende öffentliche Bauten wurden ausgeführt”’ In „Das ist A .lerikas Geschichte” liest der Schüler, dass „die Deutschen unter Hitler wieder ihre Zukunftshoffnung zurückgewannen und ihr Volksstolz gestärkt wurde.” In einem Kommentai über hiesige Geschichtsbücher äu. sserte die „Washington- Post”, > sie behandelten nur in dem Masse den Nazismus „sanft”, wie sie über alles nicht offen genug berichteten. Unter den hübschen Bildern, die viele gut ausgestattete Geschichtsbücher zieren, könne der erwachsene Leser eine aufmunternde Auffassung geschichtlicher Ereignisse finden, eine Vorliebe für beruhigende Darstellun- < gen und. eine betonte Zurückhaltung, mehr als absolut notwendig über die Konzentrationslager und Gaskammern zu sagen, welche vor erst fünfzehn Jahren ihre Opfer forderten. halb der Bundesrepublik abgespielt haben, wird auch über die Propaganda-Kampagne Klage geführt, die von den Kommunisten veranstaltet worden ist. Der einzige Zweck dieser Hetze sei, die „Bundesrepublik als faschistisch, militaristisch und revanchistisch vor der Weltöffentlichkeit zu diffamieren.” Die Bundesrepublik solle, so heisst es dann im Weissbuch weiter, bei ihren westlichen Partnern und östlichen Nachbarn als Friedensstörer hingest eilt werden; Diese kommunistische Kampagne wird dann als ein Teil der Vorbereitungen der jetzt vernebelten Gipfelkonferenz angeprangert, womit nach den gemachten Erfahrungen beinahe ins Schwarze getroffen wurde. Das Spannungsverhältnis Ost-West wird durch Propaganda-Kampagnen nicht entschärft werden. Mit einer Schwarz-Weiss- Malerei wird man dem wirklichen Sachverhalt nicht gerecht werden können. So einfach ist es nicht, an die Wurzeln der gesellschaftlichen und politischen Uebelstände unserer Zeit vorzudringen, dass man einfach die Verantwortung der anderen Seite zuschieben könnte. So unschuldig ist weder der Westen im allgemeinen noch die Bundesrepublik, mn nun alle Vorv. ürfe der Perspectivas de la Economía Jerusalem. — Israel puede lograr la independencia. económica para 1968, dadas ciertas condiciones, dijo Pinjas Sapir, ministro de industria. Dijo que estas condiciones son la tranquilidad en las fronteras, y una inmigración adicional de por lo menos 60.000 inmigrantes por año durante los próximos ocho años. El señor Sapir expresó su optimismo en base a las actuales inversiones de capital, que llegan en gran cantidad al país. Sapir, acaba de volver de un viaje a los Estados Unidos y Europa, donde trató de aumentar las inversiones privadas en Israel. Mostró que el capital llegado en los primeros 4 meses de 1960, ya sea fondos en sociedad con empresas israelíes, o como capital de nuevas empresas a establecerse en el país, ha duplicado las cifras de los meses correspondientes a 1959. Vaticinó que en los próximos 4 años serán invertidos en Israel 500.000.000 LI por el capital privado del exierior. "Tenemos mercados ilimitados para nuestros productos en los Estados Usidos y en Europa, si podemos cumplir las exigencias respecto a la calidad." — SCHLOMO S. TANGER Aussichten der Wirtschaft Jerusalem. — Israel kann unter gewissen Bedingungen bis zum Jahre 1968 die wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangen, erklärte IndustrieministerPinchas Sapir. Er gab als diese Bedingungen die Ruhe an den Grenzen an, sowie eine zusätzliche Einwanderung von zumindest 60.000 Immigranten jährlich im Laufe der nächsten acht Jahre. Sapir zeigte sich optimistisch aufgrund der gegenwärtigen Anlagen von Kapitalien, die dem Land in grosser Menge zufliessen. Der Industriamisister kehrte gerade von einer Reise nach den Vereinigten Staaten und Europa zurück, wo er die privaten Investitionen in Israel zu erhöhen versuchte. Er wies darauf hin, dass das Kapital, welches in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres angelegt wurde, sei es als Fonds in Sozietät mit israelischen Unternehmungen oder als Kapital zur Gründung neuer Unternehmen im Lande, die den gleichen Monaten entsprechenden Ziffern für 1959 verdoppelt hat. Des Minister sagte voraus, dass in den kommenden vier Jahren 500 Millionen IL von dem Privatkapital im Ausland investiert werden würden. „Wir besitzen unbegrenzte Märkte für unsere Produkte in den Vereinigten Staaten und Europa”, fügte er hinzu, „wenn wir die Ansprüche befriedigen können, die an die Qualität gestellt werden.” SCHLOMO S. TANGER Gegner einfach abzuschütteln und damit erledigen zu wollen, dass man sagt hier handele es sich um ein kommunistisches Manövei. Nehmen wir nur den im Weissbuch behandelten Fall der antisemitischen Aktionen. Was ist daran kommunistische Propaganda? Es ist nicht wahr, dass eine antisemitische Flutwelle über die Bundesrepublik hinwegfegte? Niemand wird das bestreiten können, zumal sich das Weissbuch ausführlich mit den Vorfällen beschäftigt. In welchem Fall ist bewiesen worden, dass kommunistische Agenten oder Provokateure diese Schmierereien begangen haben? — Die Fakten bleiben Fakten, auch wenn sie von-dei kommunistischen Propaganda ausgenutzt, übertrieben und modelliert werden. Aber weil die Kommunisten sich propagandistischer Methoden bedienen, hören die Tatsachen nicht auf, Tatsachen zu sein. Das Weissbuch wehrt sich gegen den Vorwurf, die Bundesrepublik sei „revanchistisch”. . Offensichtlich wird mit diesem scheusslichen Wort gemeint, dass der Revanche-Gedanke lebendig gehalten oder entfacht werde, um eines Tages die Verluste des zweiten oder gar der beiden Weltkriege auszugleichen. Nicht die Kommunisten haben gegenüber diesen Argumenten auf folgende Erscheinungen hingewiesen: „Zur Verhetzung der Bevölkerung in der Bundesrepublik bediente man sich freilich auch des antisowjetischen Ressentiments ehemaliger Nationalsozialisten und der Millionenzahl jener Flüchtlinge und Heimatvertriebenen, die unter den Parolen vom „Selbstbestimmungsrecht der Völker”, dem Recht auf Heimat „und unter OstlSndspekulationen sich als Vortrupp der Stärke-Politik missbrauchen Iiessen”. — Diese Meinungsäusserung wurde in der Zeitschrift für Geopolitik in -Gemeinschaft und - Politik, XXXI. Jahrgang, Januarheft veröffentlicht. Man kann also nicht sagen, dass der Vorwurf der Pflege des Revanehegedankens nur von kommunistischer Seite erfolgen würde. III. Gen Ostland reiten... In der Tat liegen die Dinge nicht so einfach, wie man dies uns plötzlich wissen machen möchte. Es ist kein Zweifel, dass die antisemitische Frage mit den faschistischen und revanchistischen Plänen, Gedankengängen und Reden in Verbindung gebracht worden sind. Denn die Hassbewegungen entspringen alle der gleichen Quelle und wachsen auf dem (Schluss auf Seite 2) Ben Gurion und de Gaulle Paris. — Die französische Regierung hat offiziell mitgeteilt, dass Ben Gurion am 14. Juni in Paris erwartet wird, um dem Präsidenten’ de Gaulle einen Besuch abzustatten. An diesem Tage werden beide Staatsmänner gemeinsam zu Mittag essen. Ben Gurion wird bis zum 17. Juni in Frankreich bleiben. Während seines Auf-, enthaltes wird Israels Premierminister auch mit Debré und Aussenminister Couve de Murville Zusammentreffen. Das übrige Programm wurde noeh nicht bekannt gegeben. Von Frankreich aus wird Ben Gurion Belgien und Holland besuchen. — (ITA)

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