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Jüdische Wochenschau · 1960-05-13 · 1777 (13.5.1960) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1777 (13.5.1960)
Date
1960-05-13
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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9 +* ta fc c u s © ♦« o » c U h 0) < O FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Ano XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 13 DE MAYO DE 1960 No. 1777 EL EJEMPLAR en toda la República Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 izq. T. E. 83 . 2613 Sie wollen niehts wissen Ton HERBERT FREEDEN Der Frankfurter Rundfunkreporter Horst Siebekke fuhr vor einiger Zeit nach Niedersachsen, um einen Bericht über die Geschichte des Konzentrationlagers Bergen-Belsen zusammenzustellen. Was ihm dabei passierte, ist eine eigene Geschichte. In Bergen suchte er den Bezirksvorsteher auf, der ihm erklärte, dass die Zahl der Toten weit übertrieben wäre: er selbst nähme, an, dass nur rund 40 Prozent der angegebenen Zahl der Opfer bestätigt werden könnten. Im übrigen, so fuhr er fort, habe es sich bei dem KZ Bergen-Belsen nicht um ein Vernichtungslager gehandelt, da dort keine Gasöfen bestanden. Auf die Frage des Reporters, ob Massentotschlag nicht unter Vernichtung falle, erhielt er keine Antwort. In Bergen, so berichtet Siebecke.' vertritt man den Standpunkt, erst nach Einmarsch der Engländer könne wirklich von Opfern ge- Ben Gurion empfing Black Jerusalem. — Eugene Black, der Präsident der Weltbank, wurde von Ministerpräsident Ben Gurion und Aussenminister Golda Meir in getrennten Audienzen empfangen. Wie man annimmt, bewegten sich die Unterhaltungen um die Lage im Mittelosten. (ITA) sprachen werden. Massen seien erst gestorben, als die britischen Truppen Häftlinge mit Lebensmitteln aus mitgebrachten Care-Paketen totgefüttert hätten. Gleichzeitig wird jedoch in Bergen abgestritten, dass die Häftlinge im benachbarten KZ jemals Hunger leiden mussten. ■ Unser Freund, der Hamburger Senatsdirektor Erich Liith, beobachtete anlässlich einer Fahrt, die er mit Schülern nach Bergen-Belsen unternahm, folgenden Vorgang: Ein Autobus mit jüdischen Ueberlebenden des Massakers kam in das Städtchen Bergen gefahren. Die Autobuspassagiere betraten eine Gaststätte, um dort zu essen. Nachdem das Gastwirte-Ehepaar erfuhr, dass es sich um Juden handelte, weigerte es sich, der Reisegesellschaft Essen auszugeben. Hamburger Studenten, die sich nach dem von Prof. Heuss im Jahre 1952 eingeweihten Mahnmal auf dam KZ-Gelände in einer anderen Gaststätte erkundigten, erhielten zur Antwort: „Ach, Sie wollen zum Judenstein?” Kurz darauf schlug ein Blitz in das Mahnmal. Kommentar der Bergener Bürger: „Das ist ein Gottesurteil. Gott liebt das Mahnmal nicht.” Ein im Stadtparlament sitzender SPD-Funktionär weigerte sich, Siebecke ein Rundfunkinterview zu geben. Seine|Erklärung: „Wenn ich die Wahrheit sage, kann ich mich im Stadtparlament nicht mehr sehen lassen.” Der Bezirksvorsteher las dem Frankfurter Reporter zur Erklärung seiner eigenen ablehnenden Haltung eine Verfügung des niedersächischen Finanzministeriums vor, nach der Auskünfte an Journalisten über das KZ verboten sind, da dies „der Demokratie schade”. Gleichzeitig jedoch bemerkte der Bezirksvorsteher, die Anlage von Massengräbern auf dem Gelände des KZ sei nur erfolgt, um die tatsächliche, viel niedrigere Zahl der Opfer zu vertuschen. Hätten die Engländer damals den Deutschen gestattet, einen Friedhof anzulegen — sagte der Vertreter der Bergener Bürger — so wäre die Anlage und Pflege von Einzelgräbern möglich gewesen. Da die Briten jedoch den Deutschen die Verantwortung für das Gebiet des KZ nicht übertragen haben so sei man heute nicht sonderlich daran interessiert, die Pflege zu übernehmen. Stehen nun die biederen Bürger Bergens etwa isoliert da? Oder könnte es sein, dass sie lediglich die Meinung des Durchschnittsdeutschen äussern, ohne Rücksicht auf die physische und geographische Nähe des KZ’s? Was denkt der Bundesnormalbürger über das „Dritte Reich”,den Nazismus, die Juden? Diese Frage wird jedes Jahr von den Meinungsforschern des demoskopischen Instituts Allensbach an eine repräsentative Auswahl einiger tausend Bürger der Bundesrepublik aller Bildungs-, Finanz- und Gesellschaftsschichten gestellt. Die letzten in Buchform vorliegenden Befragungsergebnisse geben Aufschluss über Mentalität und Einstellung zu diesem Komplex. Hier sind ein paar Beispiele: ' Auf die Frage: „Würden Sie sagen, es sei für Deutschland besser, keine Juden im Land zu haben?”, antworteten 26 Prozent der Befragten mit Ja. Verneinend äusserten sich 24 Prozent, unentschieden waren 17 Prozent, und gleichgültig war es den restlichen 33 Prozent. Auf die Frage, ob man eine Schule nach dem Widerstandskämpfer Stauffenberg benennen sollte, sprachen sich 49 Prozent der Befragten dagegen aus, 18 Prozent waren dafür und 33 Prozent unentschieden. Am bezeichnendsten ist vielleicht folgendes Ergebnis: A ' Prozent der Befragten vertraten den Standpunkt, Hitler wäre ohne den Krieg einer der grössten Staatsmänner gewesen. 36 Prozent waren gegenteiliger Ansicht, der Resi gab unbestimmte Antworten. Es scheint demnach, dass der Bergener Bezirksvörsteher und seine Bürger nicht a.lein dastehen, wenn es um Offenen und brutalen Antisertiitismus geht. Vir der Gipfelkonferenz New York. — Es ist fast sicher, dass auf der Gipfelkonferenz, die in wenigen Tagen in Paris eröffnet werden soll, der arabisch-israelische Konflikt nicht zur Sprache kommen wird. Washington und London scheinen wenig geneigt, in ihren Unterhaltungen mit Krutschew die Lage im Mittelosten aufs Tapet zu bringen. Sollte die erste Sitzung allerdings eine Reihe von Konferenzen auf höchstem Niveau einleiten, die im Jahre 1960 abgehalten werden, so kann der Nahe Osten möglicherweise auf die Tagesordnung' eines späteren Treffens gesetzt werden. Bei seinem Besuch im Marz in Washington und London hat Ben Gurion sowohl Eisenhower wie auch Mac Millan ersucht, die Mittelost-Frage auf der Konferenz anzuschneiden, weil er glaubte, derartige Verhandlungen könnten zu Gunsten des Weltfriedens, den Krutschew ständig predigt, zu einem Beschluss über die Waffenembargos für diese Zone führen. Das gleiche beabsichtigte Ben Gurion, Krutschew vorzuschlagen, der der hauptsächlichste Waffenlieferant an die arabischen Länder ist und den er um eine Unterredung ersucht hatte. Da jedoch Krutschew die Gedanken Ben Gurions kennt und sie ihn nicht interessieren, beantwortete er dessen Vorschlag nicht und vertröstete ihn schliesslich auf eine spätere Gelegenheit. Die Sowjets scheinen die Position einzunehmen, dass keine Diskussion vonnöten sei, weil im Mittelosten keine Kernwaffen vorhanden sind und Krutschew nur von einer atomaren Abrüstung spricht. Was die gewöhnlichen Waffen wie Tanks, Kanonen und Bomben angeht, so gefällt sich Krutschew weiter als Partner im Spiel der Konkurrenten um die Koexistenz, und ganz besonders im Vorderem Orient, wo er entschlossen den sowjetischen Einfluss zu stärken!>emüht ist, indem er die arabischen Länder in. ihrem Widerstand gegen Israel unterstützt. Daher versprechen sich die* Beobachter in Washington keinen Vorteil von einer Unterhaltung mit Krutschew über den Mittehwr iuun auf derkommenden Gipfelkonferenz. falls diese "/astandekoniint. " - - Boris Smolar Kein arabischer dig zusammenbrach und der Bahnkörper der Belastung nicht gewachsen war; Jetzt ist man wieder zur alten Idee zurückgekehrt: Es sollen flache Schiffe gebaut werden, die genügend Erz herbeischaffen. Unter diesen Umständen begrüssen alle mit der Wirtschaft in Aegypten verbundenen Ausländer die Entscheidung Nassers, die Leitung der wichtigsten Industriebetriebe Ausländern anzuvertrauen. Andererseits sei es nicht leicht, bei der Knappheit an Arbeitskräften geeignete Ausländer zu finden. Beson- Nur etwa ein halbes Jahr hat der Traum vom eigenen „ägyptischen Volkswagen“ gedauert. Im Mai hatte Nasser angekündigt, dass Aegypten noch 1959 einen eigenen Kleinwagen bauen werde, und einige Zeit später war dieser Wagen, genannt „Ramses“, von der Bevölkerung stürmisch begrüsst in den Strassen Kairos erschienen. Die Freude dauerte jedoch nicht lange, denn nach einigen Wochen stellte sich heraus, dass die Wagen (mit Kettenatrieb und ohne Rückwärtsgang), die zwar in Aegypten gebaut, deren Einzelteile je- . gute und gesunde Projekte. Ausländische Fachleute, die Fabriken einrichten, loben den Arbeitswillen des ägyptischen Arbeiters. Weniger Erfreuliches wissen sie von Ingenieuren und leitenden Angestellten zu berichten, denen vor allem die Fähigkeit zu organisieren und funktionell zu denken abgehe. Auch beim Herzstück der neuen ägyptischen Industrie, dem von Deutschen errichteten Eisen- und Stahlwerk Heluan, gab es Pannen, so dass der zweite der beiden Hochöfen noch immer nicht angeblasen werden konnte. Wasserbohrung im Negew: Vom Wasser hängt die Existenz der Landwirtschaft ab f * WM WÉM. WM MÈÊSÊÊ WM Äs HH m&ÉÈ MM- -V : WM ' s Mié doch aus dem Ausland eingeführt wurden, dem von amerikanischen Strassenkreuzern beherrschten Verkehr nicht gewachsen waren. Der „Ramses“ ist von Kairos Strassen wieder verschwunden, und nur das Industrieministerium muss sich noch mit dem Problem beschäftigen, was aus den schon in Grossbritannien, Italien und Deutschland bestellten Teilen werden soll. Das Schicksal des „Ramses” ist nur ein Beispiel für die „Kinderkrankheiten” der Länder, die, von nationalistischer Begeisterung angefeuert, beginnen, sich zu industrialisieren. Nichts geht, schnell genug, kein Projekt ist zu anspruchsvoll und keine Maschine zu modern, um nicht in den Mammutplänen für die Wirtschaft eingesetzt zu werden. „Man möchte am liebsten den zweiten Schritt vor dem ersten tun”, kenn zeichnete ein Parlamentarier seine Beobachtungen in der Vereinigten Arabischen Republik, wo er ausserdem die orientalische Neigung bestätigt - fand, künftige Entwicklungen und Zukunftsplanuugen schon als erreicht anzüsehen.-' Unbestreitbar gibt es viele Die ägyptischen Planer hatten vorgesehen, das 900 Kilometer nilaufwärts bei Assuan gewonnene Erz auf Nilbarken zu transportieren. Als sich ergab, dass die Barken dafür nicht geeignet sind und der Wasserstand im Winter zu gering ist, sollte das Erz per Eisenbahn befördert werden. Aber es stellte sich heraus, dass die Bahnlinie auf dem Westufer verläuft. Heluan aber am Ostufer liegt und die einzige Brücke, 30 Kilometer nördlich in Kairo, einen unüberwindlichen Engpass bildet, weil dort auch die Züge von Alexandrien den Nil überqueren. Also wurde beschlossen, eine Eisenbahnbrücke über den Nil direkt beim Werk Heluan zu bauen, und der Auftrag an Ungarn gegeben. Der Brückenbau aber verzögerte sich um zwei Jahre. Da das Werk schon stand, wurde vorläufig doch über Kairo gefahren und nur ein Ofen angeblasen. Als neue Schwierigkeit kam hinzu, dass rollendes Material stän¬ Registro de ia Propled ders wichtig aber sei, dass diese Ausländer ausreichend de Befugnisse bekommen müssten, damit nicht untergeordnete Aegypter aus Eifersucht Intrigen spinnen könnten. j Besucher bei i Ben G urion Jerusalem. — Ministerpräsident Ben Gurion empfing den ehemaligen westdeutschen Bundespräsidenten Prof. Theodor Heuss, zu dessen Ehren Frau Golda Meir ein Früh, stück veranstaltete, dem die Minister und andere Persönlichkeiten beiwohnten. Beil Gurion unterhielt sich auch mit Dr. Goldmann über dessen Vor-' schlag einer Zusammenkunft auf höchstem Niveau awischen Mitgliedern der Jewish Agency und des Kabinetts. (ITA) a d Intelectual- NÇ: 624.070 Corrientes 3114 impreso en la Imprenta POLIGLOTA —

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