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Jüdische Wochenschau · 1960-05-13 · 1777 (13.5.1960) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1777 (13.5.1960)
Date
1960-05-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Año XXI. — No. 1777 — 3 ISRAELITA SEMANA Viernes 13 de Mayo de 1960 Vater aller jüdischen Kinder „Dem Vater aller jüdischen Kinder...“ das stand in einer Bonbonniere, welche jüdische Kinder in Neve Hadassa Herrn Otto Frank, dem Vater von Anne Frank, überreichten. Ihre grössten Kostbarkeiten hatten die die Kinder in diese Schach tel gepackt; einen bemalten Stein, ein k'dnes Zelluloid- Piippchen ein silbernes Filigran - Körbchen. Kinder aus den vier Erdteilen: Asien Afrika, Amerika, Europa, überbrachten Otto Frank der jetzt das Land Israel zum ersten Male bereiste ihre Grüsse dar. Zwei Töchter hat Otto Frank verloren, aber durch das Tagebuch seiner jüngsten Anne, hat der heute 71-Jährige zahllose Kinder bekommen. Es ist fast wie im biblischen Gleichnis von Hiob. In einem Meer von Hass ist ihm das Liebste auf Erden untergegangen, aber eine grosse Woge der Liebe trägt ihn heute, wo immer er sich zeigt, vor allem aber im jüdischen Lande, im Staat Israel. Schon an Bord der „Theodor Herzl“, so erzählt mir Otto Frank beim Abendessen im „Eden“-Hotel in Jerusalem, hatte er das Gefühl einer ganz besonderen Atmospäre die eben Israel heisst. Soviel man auch über das Land gelesen und in Vorträgen gehört hat, der lebendige Kontakt mit dem Judenland und seinem Volks ist durch nichts zu ersetzen. Otto Frank und seine zweite Frau, eine Wienerin, die ebenfalls in Holland verborgen war und den Leidensweg nach der Hölle von Auschwitz antreten musste, sind ganz „privat“ im Lande. Aber die Jugendalija hat sie sozusagen mit Beschlag belegt, und der rührige Sekretär Weis von der Jugendalija fährt nun mit den Franks durchs Land, insbesondere natürlich zu den Zentren, die mit dem Namen Anne Frank verbunden sind. Acht Anne Frank-Häuser gibt es im Lande, in Kibeuzim und Jugend-Zentren von SCHALOM BEN-CHORIN und vier weitere Anne- Frank-Häuser sind im Bau begriffen. Das ist eine Sonderaktion der „Hadassa“, welche den beispiellosen Erfolg des „Tagebuch der Anne Frank“ so für die Jugend Israels produktiviert. Und natürlich muss Vater Frank diese Häuser, über denen der Geist Annes schwebt, kennenlernen. Frank hat gerade die Israel Goldstein - Jugendfarm besucht. Dort schloss sich ihm ein Junge aus Griechenland an der in seinen besten Schabbat-Kleidern erschienen war. Der Junge, dessen Eltern geschieden sind und der kein Elternhaus hat, erklärte, dass Annes Vater auch sein Vater ist... Das ist einer von Tausenden. Otto Frank erzählt davon, dass er und seine Frau tagtäglich in ihrem neuen Heim in Basel Briefe von jungen Mädchen und Burschen aus aller Welt zu beantworten haben. Aus Amerika und Deutschland, aus Italien und Griechenland, aus Oesterreich und Finnland kommen die Briefe, die oft s?hr kindlich adressiert sind: „An den Vater von Anne Frank in der Schweiz“, und die Post weiss, dass alle diese Briefe an das stille Haus in der Herbstgasse in Basel weiterzuleiten sind. 107 Mädchen einer Töchterschule in Italien erbitten zum Beispiel Bilder von Anne Frank für jedes Klassenzimmer. In Berlin gibt es ein Anne Frank-Jugendheim in Kassel, Nürnberg (!) und Düsseldorf ebenfalls. Aber Vater Frank kann sich nur selten dazu bringen, die Grenze in Basel zu überschreiten und nach Deutschland herüber zu wechseln. Nur als der belgische Dominikanerpater Pire, Träger des Friedens - Nobelpreises sein Anne Frank-Flüchtlingsdorf bei Wuppertal einweihte, da kam auch V: Otto Frank nach Deutscn- EIN BRIEFMARKEN - KRIEG Ein neuer Briefmarkenkrieg ist ausgebrochen Man kann ihn nur begrüssen; denn er ist ein prachtvoller Ersatz für einen richtigen Krieg, der angesichts der vielen Besuche höchststehender Persönlichkeiten vielleicht doch nicht stattfinden wird. Ueber Briefmarkenkrieg ist öfter geschrieben worden. Der berühmteste Fall ist der zwischen Grossbritannien und Argentinien wegen einer argentinischen Briefmarke, auf der die Falklandinseln als Teil Argentiniens eingezeächnet sind, was durchaus nicht der Auffassung Englands entspricht. Der neueste Briefmarkenkrieg ist zwischen dem grossen Russland und dem kleinen Griechenland in Gang und das ging fclgendermassen vor sich: Emanuel Glezos ist ein bekannter griechischer Kommunist und war Chefredakteur des ,,Awgi“, eines Organes der EDA, die eine ge- ♦ : ♦ ♦ Directorio 5555 ♦ T. E. 68.1017/18 y 1264 CATECA S. A. Buenos Aires* ♦ ♦ ♦ ♦ SUAVANDAR ♦ el calzado legítimo de espuma de goma . X AUTO - REPARATUR . WERKSTATT | „BENO* SENO HUTSCHNECKER Arda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. EL 51 2205 tarnte Zusammenfassung der griechischen Kommunisten sten ist. Da die griechische Regierung das natürlich wusste, hat sie Glez-os den Prozess gemacht. Die Anklage wegen Beihilfe zur Spionage stand aber auf sehr schwachen Füssen und die Prozessführung gab sich allerhand Blössen. Trotzdem wurde Glezos in dem aufsehenerregenden Prozess zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Kommunisten der ganzen Welt Hessen jetzt ein Trommelfeuer gegen die griechische Regierung wegen der nach ihrer Meinung zu Unrecht erfolgten Verurteilung los und forderten die Freilassung ihres Kameraden. Nun hat aber Glezos ein unzweifelhaftes Verdienst, was ihn auch in den Augen der nichtkommunistischen Welt sympathisch macht. Während der deutschen Besetzung Griechenlands hat er als halbwüchsiger Bursche die Hakenkreuzfahne von der Akropolis heruntergeholt. Das war keine leicnte Sache sondern eine gefährliche, verwegene Tat. Jetzt hat sich der grosse | Bruder im Norden in die Sa-; che eingeschaltet und fordert die Freilassung des Genossen auf seine Art. Die . sowjetische Postverwaltung hat eine 40-Kopeken-Briefmarke herausgegeben, die vor der Akropolis als Hintergrund, das Bild des Griechen Glezos zeigt und in einer Umschrift seine Freilassung fordert. Die Akropolis ist hier nicht als griechisches Symbol, sondern als Stätte der mutigen Tat des Verurteilten gewählt. Die griechische Regierung hat natürlich sofort scharfen Protest gegen die russische Briefmarke erhoben. Sie betrachtet dies als „einen unfreundlichen Akt“ und eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten ihres Landes“. Dr. Julius Kaufmann Israel - Karken hi «Töntet teiwihl; n. m. Y1ERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTET’ MUM¬ MEN - MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) -' VOLL. 8TAEMDIGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE ‘ SERIE VORHANDEN — VERTNAURNSWUERDIGE BERATUNG Alfonso MORITZSON Guanacache 2351, dep, 2 ««. CABILDO * ....viivrmwivnmmmi land, und er. der Jude, liess sieh zusammen mit dem katholischen Priester und dem evangelischen Bischof D. Dibelius auf nehmen... Dieses Bild ist ein verheissungsvolles Zeichen, fast eine späte Variation von Lessings Parabel von den Drei Ringen. Otto Franks Hauptinteresse aber gehört heute dem Anne Frank Internationalen Jugendzentrum in Amsterdam, das die Anne Frank- Stiftung in und um das Haus errichtet, in welchem die Familie Frank verborgen war und in welchem das berühmte Tagebuch geschrieben wurde, das heute in 31 verschiedenen Ausgaben und Sprachen vorliegt, darunter natürlich zunächst im holländischen Original, in englischer, französischer, deutscher Uebersetzung,aber auch in japanischer Sprache, in Spanisch und Katalanisch, und nicht zu vergessen, in hebräischer und jiddischer Uebersetzung. Otto Frank hat eine vollständige Sammlung dieser Editionen angelegt. In Jerusalem versprach er dem Vorsitzenden von „Jad Waschern”, Dr. Kubovy. alle Duplikate dieser Sammlung für das jerusalemer Dokumentations-Zentrum in welchem übrigens das heute so bekannte Buch von Ernst Schnabel „Anne Frank,Spur eines Kindes“ noch unbekannt war. Dr. Kubovy übei’reichte Herrn Frank eine Photographie des diplomatischen Korps in Buenos Aires, wo Dr. Kubovy als israelischer Botschafter wirkte. Die Diplomaten wohnten der jiddischen Aufführung des „Tagebuch der Anne Frank“ bei. Gleichzeitig wurde das Stück auch deutsch und natürlich spanisch in Buenos Aires gespielt, aber die jiddische Aufführung war die ergreifendste. Otto Frank hat freilich selbst niemals eine Aufführung dieses berühmtesten Zeitstückes der Gegenwart, das sein eigenes Schicksal schildert, gesehen und auch den Film nicht besucht. Das „Tagebuch der Anne Frank“ hat Millionen Men¬ LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE Ba. Aires - PUEYRREDON 2190, 1’ izq. — T. E. 83-26K 13. Mai 1960 16. Iy«r 5720 sehen erschüttert. Das Drama und der Film noch mehr. Anne Frank wurde zum Symool einer Zeit. Manchmal geht die Symbolik seltsame Wege. In Deutschland wurde eine gesetzlich nicht legitime (das verbietende Gesetz stammt noch aus der... Nazizeit) Sammlung für eine Anne Frank-Juger.dherberge durengeführt, die in Bergen-Belsen errichtet werden sollte. Aber das konnte Vater Frank nicht gutheissen. Aus dem Orte der Schrecken und Leiden, des zahllosen Todes, soll keine Jugendherberge aut den Namen Annes errichtet werden. Jugend muss sich frei und heiter geben dürfen — aber nicht auf Massengräbern. In Deutschland, aber auch in Israel gibt es Kreise die eine Anne Frank-Marke planen und die Postbehörden dafür gewinnen wollen. Otto Frank steht diesen Manifestationen, in denen sich oft echte Liebe und Geschäftigkeit seltsam mischen, manchmal ein wenig ratlos gegenüber... Momentan ist Otto Frank mit der Vorbereitung dei; deutschen Ausgabe der Märchen und Aufsätze Annes beschäftigt.Im holländischen Original, in englischer, italienischer und japanischer Uebersetzung sind diese Schriften bereits erschienen. Hoffentlich sehen wir in Israel auch bald eine hebärische Ausgabe, denn hier erzählt ein Kind, ein jüdisches Kind, und wem sollte es erzählen, wenn nicht gerade auch jüdischen Kindern im jüdischen Lande. Ctto Frank hat in den letzten Jahren, die halbe Welt bereist: Europa und Amerika. Wo ist er eigentlich heute heimisch? Seine Vaterstadt Frankfurt ist ihm fremd geworden. In Basel hat er im Kreise seiner Geschwister ein ruhiges Heim gefunden. In Amsterdam hat er viele Freunde unter Holländern und Juden, und er fühlt sich innerlich ganz Israel stellt in New York aus New York. — 1si<;l_ eröffnete auf der r„e>vyorker Weltausstellung seinen Pavillon, nachdem dieser von Vizepräsident Nixon besucht worden war, der sich von der gezeigten israelischen Produkten äussc-rst oc-enndruckt erklärte. Bürger meister Rooert V. zgiier weihte cne zefmräg'ge Ausstellung ein und startete ebenfalls dem j=i ae lischen Pavillon e ncr offiziellen Besuch ab. (IT zugehörig zu der liberal-jüdischen Gemeinde von Räz-. bi Soetendorp. Aber die Fahrt nach Israel ist fast , wie eine Heimkehr geworden: der Vater der jüdischen Kinder sprach sofort — wenn er auch kein Hebräisch kann — die Sprache des Herzens mit ihnen. Ihr guter Freund an kalten Tagen! Der Carltori- Mantel Klassische Mäntel uncl sportliche Mäntel ZU VIELEN FORMEN UtfD QUALITAETEN Geradezu ideal für die Uebergangszeit ist der „AQUA- TIT” ein rein wollener, imprägnierter Gabardin-Mantel von Weltklasse. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu uns! <5piXÜtcft MAIPU 982 . LAVALLE 870 T. E. 31-0357 — T. E. 35-1110 Ul TUDI0JU % t t Í i Dr. Hardi Swarsensky * Asuntos Europeos exclusivamente $ Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—19 Uhr J -:::- t, Dr. Günter Frey \ Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN * VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BUEROZÈIT: 19—IS und IS—18 Uhr PUÈYRREDON 2190 ea* At. LAS HERAS - T. K. 96-191$ U $ A

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