Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1775 (6.5.1960)
- Date
- 1960-05-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE WOCUEOTl) PUEYHREDON 2190 — l9 i*q. Año XXI. JfcJeWUZJt£i^\OJZÜlCi BUENOS AIRES VIERNES 6 DE MAYO DE 1960 T. E. 8 3 2 6 1 2 No. 1775 Truppenparade in Haifa Glückwünsche Dr. Frondizis Der Präsident Argentiniens, Dr. Arturo Frondizi, sandte seinem israelischen Kollegen, Dr. Jizchak Ben Zwi, anlässlich des 12. Jahrestages der Staatsgründung Israels, ein GHickwünsehkabel. Aussenminister Dr. Taboada kabelte Glückwünsche an den Aussenminister von Israel, Frau Golda Meir. (ITA) Banco Hipotecario de Israel México, D. F. — La "Jaysour Investment Corporation" nueva sociedad a la que está afiliado el recién creado Banco Hipotecario de Tel Aviv, cuyo iniciador ha sido el ilustre dirigente sionista general de México Elias Sourasky, acaba de pagar un diez por ciento de dividendos, por concepto de los primeros seis meses de inversión, a los accionistas que se reunieron aquí a principios del mes de abril. El Banco Hipotecario se propone otorgar en Israel préstamos para la adquisición de casas habitaciones y facilitar con ello el árduo problema que encaran miles de ciudadanos israelíes y nuevos olim. El banco fué estrenado el 3 de octubre último, y durante el primer semestre de actividades ya otorgó prdslamos por valor de un millón y medio de dólares. Según su convenio con el Gobierno israelí, el banco debe invertir durante el primer año 3 millones de dólares. Pero el Sr. Sourasky, experimentado y célebre banquero y hombre de finanzas, está seguro de que la inversión será mayor todavía. Desde hace diez años, el mismo Sr. Sourasky y un grupo de inversionistas habían propuesto la idea del banco al Gobierno israelí, pero en aquel entonces no se les hizo caso. H. KIRSCH Neue Hyopthekenbank Iniels Mexiko, D. F. — Die ,,Jasour Investment Corporation”, eine neue Gesellschaft, der die kürzlich in Tel Aviv gegründete Hypothekenbank angeschlossen ist, deren Initiator der bekannte Führer der Allgemeinen Zionisten Mexikos, Elias Sourasky ist, hat jetzt für die ersten sechs Monate den Aktionären 10 Prozent Dividende auf ihre Anlagen ausgezahlt. Die Versammlung der Aktionäre fand Anfang April hier statt. Die Hypothekenbank plant, in Israel Anleihen für den Erwerb von Wohnhäusern zu erteilen und hierdurch das brennende Problem zu erleichtern, dem sich tausende israelische Bürger und Neueinwanderer gegenübersehen. Die Bank wurde am vergangenen 3. Oktober eröffnet und hat im ersten Halbjahr ihrer Betätigung schon Kredite im Wert von anderthalb MiL, lionen Dollar gewährt. Nach einem Abkommen mit der israelischen Regierung muss die Bank im ersten- Jahr 3 Millionen Dollar investieren. Aber Sourasky, ein erfahrener und bekannter Bankier und Finanz-, mann, ist sicher, dass die Investition noch viel grossen sein wird. Schon vor zehn Jahren hatte Sourasky selbst und eine Gruppe von Kapitalisten der israelischen Regierung die Idee der Bank vorgeschlagen, der jedoch damals nicht stattgegeben wurde. . H. KIRSCH Haifa. — Das Verteidigungsheer Israels zeigte voll Stolz neue Waffen bei einer eindrucksvollen Parade, die sich durch die Strassen von Haifa bewegte. Sie bildete den Höebpunkt der Feiern des 12. Jahrestages der Proklamierung der Unabhängigkeit Israels und der Einleitung des dem Andenken Herzls gewidmeten Jahr, der vor 100 Jahren geboren wurde und der Gründer der zionistischen Bewegung war. Neben der israelischen ( Fahne wehte die blau-weisse Fahne mit sieben goldenen Sternen, die Dr. Herzl auf dem ersten Zionisten-Kongress in Basel vorgeschlagen hatte. Ueber 250.000 Zuche fand in Washington eine der üblichen Pressekonferen- ,zen statt, auf der ein Bericht des USA-Präsidenten zur Lage gegeben wird. Nach gutem demokratischen Brauch dürfen auch Fragen gestellt •werden. Von dieser Möglichkeit hatte ein Journalist Gebrauch gemacht und den Präsidenten um Auskunft darüber gebeten, ob die Vereinigten Staaten neue Schritte unternehmen würden, um die Aegypter zur Beachtung der internationalen Bestimmungen über die Durchfahrt des Suezkanals zu veranlassen. Eisenhower hatte geantwortet, er wisse nicht, was die Vereinigten Staaten von Nordamerika unternehmen könnten, um einen Druck auf die Vereinigte Arabische Republik (VAR) auszuüben, damit sie die israelischen Schiffahrtsrechte im Suezschauer säumten die Strassen der Stadt, um den Aufmarsch zu sehen. Sie bewunderten die Düsenjäger und andere Flugzeuge - Modelle, die mit ohrenbetäubendem Lärm über die Menge hinwegbrausten. Die Heeresein- Kanal respektiere, es sei denn, die USA würden Gewalt anwenden. In diesem Zusammenhang erinnerte Präsident Eisenhower selbst an sein, im Jahre 1957 gegebenes Versprechen, die israelischen Forderungen auf freie Durchfahrt 'des Kanals zu unterstützen. Er wies weiter darauf hin, dass Nasser immer wieder zur Rechtfertigung seiner Politik einen bestehenden Kriegszustand zwischen Aegypten und Israel behauptet, um damit sein Verhalten zu entschuldigen, durch welches kein Beitrag zur Erleichterung der Situation geleistet werde. Als er diese Lage dann kommentierte, hob Eisenhower hervor, er wisse nicht, was er tun solle, es sei denn, man wende Gewalt an. Er fügte hinzu: „Das aber wollen wir nicht, denn auf diese Weise heiten defilierten auch majestätisch längs der Küste des Mittelmeeres. Staatspräsident Ben Zwi, Premierminister Ben Gurion, Generalstabschef Brigadier Chaim 'Laskow, Dr. Naehum Goldmann, der Präsident der wallen wir nicht die internationalen Differenzen lösen.” — Offenbar befriedigte diese Antwort den Präsidenten selbst nicht. Denn er meinte ergänzend, dass die USA alles getan haben würden, um eine Lösung der Frage der israelischen Rechte zur freien Durchfahrt des Suezkanals herbeizuführen. Nach seiner Meinung müssten jetzt andere Nationen dasselbe tun. (!) Mehr könne er zu diesem Problem auch nicht sagen, denn alles, was zu sagen sei, ist in dieser Angelegenheit bereits ausgesprochen worden... — Diese wenigen Bemerkungen, die der Präsident der grössten Demokratie unserer Zeit, nach amerikanischer Auffassung des mächtigsten Staates der Gegenwart, zu einer aktuellen politischen Frage gemacht hat, die durchaus einen internationalen Charakter trägt, wären Veranlassung genug, nicht einen vereinzelten Leitartikel zu schreiben oder Protest zu erheben sondern in einem amerikanischen SCHWARZBUCH die Tragik und Fehler der gesamten amerikanischen Aussenpolitik ir den Jahren nach dem deutschen Zusammenbruch 1945 zu beschreiben. Beinahe auf den Tag genau war es vor fünfzehn Jahren, als die amerikanischen Truppen unter dem Jubel der ganzen Welt die Deutschen zur bedingungslosen Kapitulation zwangen und das Banner der Freiheit aufrichteten, das nunmehr nach den Proklamationen Roosevelts und den Vorstellungen aller gerecht denkenden und empfindenden Menschen für alle Zeiten als Symbol einer neu zu errichtenden Gesellschaft wehen sollte. Was haben die Amerikaner im Besitz einer beinahe unbeschränkten Macht getan, um ihre ihnen damals zufallende,. vielleicht einmalige historische ■ Sendung zu erfüllen? Was ist geschehen, dass nur 15 Jahre später der Zionistischen Weltorganisation, und Frau Vera Weizmann, die Witwe des ersten Staatspräsidenten Israels, nahmen die Parade ab. Siebzig Omnibusse und drei Sonderzüge brachten tausende Touristen aus Tel Aviv und Jerusalem. An dem Aufmarsch beteiligten sich Tankeinheiten, und man sah leichte Tanks französischer Herkunft, denen 40 schwere Super-Shermans und Raupentanks folgten. Quadrillen von Super- Mystere- und Vautours- Flugzeugen überflogen die1 Truppen, ebenso wie ältere! Düsenjäger-Modelle, Propeller-Apparate und Hubschrauber-Formationen. Die Marine-Parade wurde durch eine Salve von 21 Kanonenschüssen des Zerstörers „Elat” 'eingeleitet. Hierauf setzten sich drei Zerstörer in Bewegung, die einer hinter dem andern vorbeirauschten. Hinter ihnen fuhr das Unterseeboot „Tanin”, welches sich parallel zur Truppen - Parade bewegte. Dieses U-Boot wurde zum ersten Mal öffentlich gezeigt, seit es kürzlich in England gekauft worden ist. Rund um die „Tanin” schwärmten Torpedoboote, auf die Israel immer ¡mehr vertraut; sie zogen Kreise, und wirbelten mit ihren blitzschnellen Manövern Wolken von Schaum auf. Die ausländischen Beobachter kommentierten die Zurschaustellung der neuen Waffen. (ITA) I Präsident dieses wunderbaren, mächtigen, freiheitlichen Landes resignierend in einer Frage der internationalen Politik, deren ’Lösung für alle Nationen aus vielen Gründen wichtig und wünschenswert wäre, erklären muss, er wisse nicht, was er tun solle, er könne nur Gewalt anwenden, was er nicht wolle, und die anderen sollten jetzt das Wort ergreifen? Noch jämmerlicher kann man doch sein eigenes Versagen nicht eingestehen. Diese traurige Wahrheit wird nur notdürftig durch die Beteuerung vertuscht, dass die USA alles getan haben würden, was möglich war. Aber haben sie denn wirklich alles getan? Haben sie wirklich alle Schritte unternommen, die erforderlich erscheinen? Haben sie sich wirklich ernstlich bemüht, eine Entscheidung herbeizuführen, die nicht Israel etwa einseitig begünstigen sollte, sondern weit mehr als einem Lande zum Vorteil gereicht haben würde? Haben sie dem Recht zu Anerkennung verholfen? Haben sie sich darum bemüht, den ägyptischen Rebellen zur Respektierung der internationalen Abmachungen zu bewegen? Dürften sie, selbst wenn sie das alles getan haben würden, auf halbem Wege stehen bleiben und nunmehr ratlos verzagen, weil die bisherigen Bemühungen ohne Erfolg geblieben sind? — Diese und andere Fragen verlangen eine Antwort. Eisenhower sagte selbst,1 dass die USA im Jahre 1957 dem Staat Israel gegenüber eine Verpflichtung eingegangen wären, die freie Kanaldurchfahrt zu garantieren. Warum wird diese Garantie gegenstandslos, weil jetzt nach der Meinung Eisenhowers nur noch die Gewaltanwendung als Möglichkeit übrig bleibe, um die Aegypter zur Raison zu bringen. Es ist sehr schwer zu glauben, dasä die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die dem russischen Koloss bisher erfolgreich Widerstand leisteten, und seine Expansions - Gelüste einzuschränken wussten, nicht imstande sein sollten eine Macht wie Aegypten in die Schranken zu rufen, auch ohne sofort zum Schwert zu greifen. Was haben sich die Amerikaner dabei gedacht, als sie im Jahre 1957 Israel die Garantie gegeben haben, von der Eisenhower jetzt spricht? War das damals nur so hingesagt worden? Man muss wohl annehmen, dass Eisenhower sehr wohl wusste, was er sagte. Schliesslich handelte es sich nicht um ein leeres Freundschaftsversprechen, sondern um eine internationale Verpflichtung, die von den Amerikanern auch nur deswegen übernommen wurde, weil dies im Interesse der Aufrechterhaltung des Weltfriedens gelegen hat. Tatenlos haben die Amerikaner im Jahre 1956 zugesehen, als die Aegypter gewaltige Mengen russischer Waffen anhäuften, um ,,die nächste Runde gegen Israel” zu beginnen, von der Nasser in vielen Reden gesprochen hatte. Tatenlos blieben die hohen Politiker in Washington gegenüber den zahllosen arabischen Drohungen, die in einer ununterbrochenen Hetzkampagne gegen den jungem jüdischen Staat geschleudert wötden sind. Tatenlos blieben sie auch, als die Waffen aus .den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang nach Aegypten in einem immer grösser werden Strom gelangten, die bei dem grossen Schlag Verwendung finden sollten, den Nasser gegen Israel vorbereitete. Als dann Israel nicht wartete, bis Nasser angriff, sondern vorher zu seiner Verteidigung die Sinai-Halbinsel besetzte, das Widerstandsnest Gaza ausräumte und nur sieben Kilometer vor dem Suezkanal Halt machte da erwachten die amerikanischen Politiker der „neuen Dulles-Linie” einer perfektionierten Katastrophen- Politik unsanft aus ihren Kombinationen, die in den Wolken lagen und bereits zum Verlust weiter Einflussgebiete für den Westen geführt hatten, und reagierten ... gegen ihre eigenen Verbündeten, gegen Israel, gegen die Franzosen und gegen die Engländer, die sich — leider — im letzten Augenblick eingeschaltet hat (Schluss auf Seite 2) Arabische Repressalie ’London — Die syrischen Hafenarbeiter weigerten sich, drei nordamerikanische Frachter in Lattakia auszuladen und zwei Tanker in Banyas mit Petroleum zu füllen. Dieser Streik stellt eine Repressalie wegen des Boykotts dar, den die beiden grossen USA-Syndikate gegen die „Cleopatra“ durchführen — (ITA) Pressestimmen aus England London. — Die „Times” warnt in einem Leitartikel, dass die Suezkrise in eine „gefährliche Phase” getreten ist, unter deren Folgen sowohl die USA wie die arabischen Staaten leiden können. Der Boykott arabischer Schiffe durch USA-Syndikate und der arabische Boykott der amerikanischen Schiffahrt, so schreibt das Blatt, schädigen beide Teile. Es wird hervorgehoben, dass solange Israel allein durch den Boynott betroffen war, man ihm „geraten habe, Geduld zu haben und auf Hammarskjold zu vertrauen. Jetzt habe die Störung internationale Ausmasse angenommen, und Israel könne erwarten, dass etwas geschehen wird.” . „. , - . , . Der „Daily Telegraph” bezeichnet den arabischen Boykott der israelischen Schiffahrt als „Wahnsinn” und meint, „wenn der Streit mit ihrem amerikanischen Brotgeber den Arabern diesen Wahnwitz zu spüren gibt, dann könne etwas Gutes dabei herauskommen. Doch ist es wahrscheinlich, das bei Fortsetzung des Boykotts von USA-Schiffen Krutschew auf dem Plan erscheinen und den Aegyptern anbieten dürfte, ihnen das Getreide-zu liefern das sie sich auszuladen weigern.” Das Blatt fügt hinzu, wenn man im Jahre 1956 Englähdern und Franzosen nicht in den Arm gefallen wäre, der Süezkanal heute allen Nationen offen stünde. Die USA werden aufgefordert, ihre Politik gegen-, über Nasser pnd der VAR zu revidieren, wobei ,„sie mit dem Verständnis und der Sympathie Englands rechnen dürfen, das wisse, was Erpressung heisst.” _ WIE ICH ES SEHE j| Er weiss sich nicht zu helfen] v . __ von JEHUDA GOTTHEIMER IiT der vergangenen Wo-