Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1774 (3.5.1960)
- Date
- 1960-05-03
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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O (Q .5 _ t! « C t, d> —t oí n h o> < V FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Año XXI. BUENOS AIRES. MARTES 3 DE MAYO DE 1960 No. 1774 EL EJEMPLAR en toda la República 3.- Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 i*j. T. E. 83 . 2613 Die Geschichte, die vergangene und zeitgenössische geht ihre verschlungenen Wege. Wir lernen sie aus der Ueberlieferung, den historischen Büchern, den verschiedenen Quellen kennen. Die laufenden Ereignisse dringen zu uns meist in ihrer offiziellen Version. Wir kennen ihre Träger dem Namen und ihrem Wirken Dach. Doch manchmal geschieht es, dass diese Namen der unpersönlichen Sphäre entrückt werden und wir hinter dem Klang und Begriff den lebenden Menschen erblicken und das Fluidum verspüren, das von ihm ausgeht, und die unmittelbare Berührung mit der Persönlichkeit bietet so manche Ueberraschung. Ueberraschend klingt auch die Erzählung des Zahal- Oberrabbiners Raw Schlomo Goren über seine persönliche Begegnung und sein Gespräch mit Gamal Abdel Nasser. Arie Eshel in den UN Vereinte Nationen. — Arie Eshel, der während der letzten zwei Jahre israelischer Botschafter in Uruguay war, trat jetzt sein Amt als Vizechef der israelischen Delegation vor den UN an. Eshel, der in Deutschland geboren wurde, befand sich seit der Staatsgründung in Israel. Er war u. a. auch Generalkonsul in Wien und stand zwei Jahre an der Spitze der Abteilung für osteuropäische Fragen def» Aussenministeriums. Seine Frau ist unter ihrem eigenen Namen, Dr. Tamar Shoham Sharon, in den UN bekannt, denn seit drei Jahren ist sie Mitglied der israelischen Delegation und vertritt Israel in der Kommission für den Status der Frau. (ITA) Bis heute wartet Raw Goren vergeblich auf sein gemeinsames Foto mit Nasser und dessen damaligen Befehlshaber. Aber Nasser ist dem Raw gegenüber nicht wortbrüchig — auf die Bitte des Raw, ihm auch eine Kopie dieses Bildes zum Andenken zu überlassen, erwiderte Nasser: „Sie werden ein Bild erhalten, aber nicht früher, als der Friede zwischen Arabern und Juden geschlossen ist...“ Doch erzählen wir die Begebenheit von Anfang an, so wie sie sich zugetragen hat: Es war zur Zeit der blutigen Kämpfe in Faludscha, an denen israelischerseits auch eine religiöse Truppeneinheit teilnahm. 86 Mann dieser Einheit fielen in den Kämpfen, ihre Leichen blieben auf feindlichem Gebiet, und es gab keine Möglichkeit, sie auf israelisches Territorium zu befördern. Diese heilige Mission nahm Raw Schlomo Goren, der Oberrabbiner der Zahal, auf sich, der sich auf Feindesgebiet begab, um die Erlaubnis zur Auflesung der Gebeine der gefallenen jüdischen Soldaten zu erwirken, und sie auf vaterländischen Boden, nach dem Ritus der Religion zu bestatten der diese Helden in ihrem kurzen Leben treu ergeben waren. Sobald die jüdische Abordnung die Erlaubnis zum Betreten feindlichen Bodens erhielt, machte sie sich auf den Weg. Sie wurde von einem jungen lebhaften und freundlichen Offizier empfangen, der die Hand des Oberrabiners mit Wärme drückte und sich vorstellte: „Ich bin Gamal Abdel Nasser”. Mit diesen Worten bat er die Israelis, den Wagen zu besteigen, an dessen Lenkrad er selbst sass. Die Fahrt dauerte sehr lange und ging immerfort im Zickzack. Als der Raw vom Wagen- . Eisenhower zum Suezkonflikt Washington. — Präsident Eisenhower erklärte in einer Pressekonferenz, er wisse nicht, was die USA tun könnten, um die VAR zur Respektierung von Israels Schiffahrts-Rechten im Suezkanal zu zwingen, ohne zur Gewalt zu greifen, was er persönlich ablehne. Er erinnerte an seine im Jahre 1957 gemachte Erklärung zu Gunsten der israelischen Rechte in Suez. Der Präsident der VAR, Nasser, habe das Vorhandensein eines Kriegszustandes als Entschuldigung angeführt, weswegen er nichts unternehmen könne, um einen Ausweg aus der „Sackgasse“ im Kanalkonflikt zu finden. Hier betonte Eisenhower, seiner Meinung nach bliebe den USA nur übrig, gewaltsam einzuschreiten, und, so bemerkte er. „wir wollen die internationalen Differenzen nicht auf diese Art und Weise lösen.“ Eisenhower versicherte, die Vereinigten Staaten hätten alles getan, was in ihrer Macht liege, um zu einer Verständigung in dem Konflikt der ungehinderten Durchfahrt israelischer Schiffe durch den Suezkanal zu gelangen. Er glaube, andere Regierungen sollten das gleiche tun, und er wisse nicht, was die USA noch sagen könnten, da schon alles gesagt worden sei. Der Präsident machte diese Aeusserungen in Beantwortung der Frage, ob die USA neue Massnahmen im Streit um den Suezkanal ar.zuwenden beabsichtigen. (ITA) lenker Nasser die Ursache dieser seltsamen Fahrweise erfahren wollte, erklärte ihm dieser: „Wir fahren jetzt durch miniertes Gebiet in dem sich kein Mensch richtig auskennt“. Auf den Einwand Raw Gorens es wäre in einem solchen Falle ja gerade das geringste Risiko eine schnurgerade Linie zu verfolgen, weil man im Zickzack gleichsam das Feld durchpflüge, gab Nasser zurück: „Bei den Unseren ist es Usus, so zu fahren, und ich liebe es nicht, gegen den Brauch zu verstossen.“ Raw Goren erzählt: „Als wir das ägyptische Gebiet betraten, begrüsste uns eine sudanesische Ehrenwache, die den ganzen Weg bis zu dem Gebäude säumte, in dem der sudanesische Brigadier und Befehlshaber feierliche Empfänge zu veranstalten pflegte. Dreieinhalb Stunden dauerte die Unterredung zwischen uns deren Spiritus movens Nasser war. Schon damals fiel es mir auf, dass der Brigadier kein Thema anschnitt, bevor er sich nicht darüber mit Nasser beraten hatte und seine Zustimmung erhielt. Von Mal zu Mal gingen sie in ihrem Meinungsaustausch ins Arabische über und aus den Gesprächsfetzen, die ich verstand, ersah ich genau: Nasser spielte schon damals viel mehr als die Rolle eines gewöhnlichen Informationsoffiziers. .. Während des ganzen Gesprächs zeigte er sich als ein Mann von geistiger Regsamkeit, Aufgeschlossenheit und Scharfsinn. Und als ich meinerseits einwarf, es wäre für das arabische Heer besser wenn es sich ergäbe, da es auswegslos eingekreist sei und der Hunger es schliesslich ohnehin dazu zwingen werde, antwortete er schlagfertig: ,Was die Versorgung anbetrifft, so brauchen wir uns keinen Befürchtungen hinzugeben.Unsere Vorräte langen noch für mindestens zehn Jahre“. Und um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, ging er in die Vorratskammer und kam von dort mit vollen Händen zurück.Was er mit sich brachte, war vom Schönsten und Besten, es fehlte nichts, angefangen von feiner Schokolade, teuren Zigaretten bis zu Sardinenbüchsen... „Ich zweifle nicht daran“, sagte Raw Goren, „dass für euch. Offiziere alles da ist. Aber das beweist noch lange nicht dass die Soldaten im Feld zu Genüge versorgt sind“. Damit endete das Gespräch, und da war es. dass der Brigadier zusammen mit Abdel Nasser und dem israelischen Raw sieh fotografieren liess... „Das offizielle Gespräch“, setzt der Raw seine Erzählung fort, ging weit über den Rahmen meiner Aufgabe hinaus und streifte die verschiedensten Probleme und als ich endlich das Haus des Brigadier verliess, begleitete mich Nasser auf meinem Weg nach jener Grabstätte, wo die gefallenen jüdischen Soldaten beerdigt waren. Lange stand ich schweigend vor dem Grabe der 86. Dann bat ich um Erlaubnis, das Gebet verrichten zu dürfen. Und während voller zwanzig Minuten, da ich betete, standen die ägyptischen Soldaten schweigend, das Gewehr an der Schulter da. Ich weiss nicht, ob dies auf Geheiss Nassers geschah, aus Furcht vor dem, was den Aegyptern noch in den Kämpfen mit uns bevorstehen könnte, oder aus aufrichtiger Ehrfurcht vor der Weise der Religion. Aber während des ganzen Gesprächs mit mir, zeigte Major Nasser den besten Willen zum Entgegenkommen und Verständnis für alles, was die Religion und den Glauben betraf. Als ich ihm nach seiner Meinung über die Kampfmoral unserer Soldaten befragte, antwortete er mir im Tone hoher Bewunderung: „Sie kämpften bis zur letzten Kugel. Kein einziger wollte sich ergeben. Lieber wollten sie den Tod lieber wollten sie fallen, als die Waffen strecken“. Nach diesen Worten unterbrach sich Nasser und versank für einen kurzen Augenblick in Gedanken. Dann sagte er: „Es gibt eine Sache, über die wir uns bis heute nicht im klaren sind. Alle die gefallenen Soldaten waren mit einem kleinen viereckigen Kästchen ausgerüstet, deren militärischen Zweck wir nicht begreifen können. Vielleicht wollen Sie uns darüber Auskunft geben, was es damit für eine Bewandtnis hat?” „Ich verstand sofort“, spinnt der Raw den Faden der Erzählung weiter, dass es sich um die Tefilim handelte. Also erklärte ich Nasser ihre traditionelle und religiöse Bedeutung und wies auch darauf hin, dass die Gefallenen einer religiösen Einheit angehört hatten. „Jetzt weiss ich“, sagte Nasser, „woher sie den Mut, die Todesverachtung, den Heroismus schöpfen, den sie in ihrem letztem Kampf bewiesen haben.“ Und noch zu einer Erklärung hatte sich der damalige Nasser, durch die Eingebung des Augenblicks wahrscheinlich hinreissen lassen, die ganz besonders hervorzuheben ist und so schlecht zu dem Bild passt, das wir von ihrr, aus seinen offiziellen Stellungnahmen als Staatspräsident und arabischer Führer haben. Er sagte zu Raw Schlomo Goren: „Wir haben keine territorialen und keine politischen Forderungen an Irsael.. Wir wissen nicht, wozu wir hier sind (in Faludscha-Gebiet), oder zu welchem Zweck wir Heftige Debatte im USA-Senat Washington. — Nach heftiger Debatte nahm der Senat eine Aenderung zum Auslandshilfe-Gesetz an, das den Präsidenten ermächtiget, den Ländern diese Hilfe zu entziehen, die die freie Schiffahrt in internationalen Wasserslrassen behindern. Senator Paul Douglas, der den Antrag einbrachte, erklärte, der Zusatz richte sich gegen d e /AK, die fortgesetzt die israelischen Schiffe und Frachten boykottiert. Senator J. W. Fulbright, Präsident der Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten, bekämpfte den Vorschlag. Die Berichtigung, so führte er aus, bezwecke nicht das Wohl der USA, sondern gehe von einer im Lande existierenden Gruppe aus, die versuche, „den israelisch-arabischen Streit in unsere häusliche Politik zu tragen.” Unter Hinweis auf den Boykott des ägyptischen Schiffes „Cleopatra” durch das Hafenarbeiter-Syndikat behauptete er, der Douglas- Antrag und dieser Streik seien „Teil eines Plans, der für unser konstitutionelles System verheerend ist.” „In der vielleicht schwierigsten internationalen Situation der heutigen Welt”, äusserte Fulbright, „stehen 180 Millionen Amerikaner unter dem Druck einer unverantwortlichen Gewerkschaft und einer Minorität.” Die Abstimmung ergab 40 zu 25 Stimmen für den Gesetzesentwurf. Fulbright schlug eine neue Berichtigung vor, die eine Neutralisierung der soeben angenommenen bedeuten würde, und über die in der nächsten Sitzung abgestir.-mt werden sollte. (ITA) hergeschickt wurden; wahr- , scheinlich gibt es Faktoren, die an der Entfachung des Streites zwischen unseren Völkern interessiert sind. Doch nicht weit ist der Tag da wir selbst darüber entscheiden werden, welchen Weg wir zu gehen haben. Und dann wird Frieden herrschen zwischen unserem 'und eurem Volk“ Das waren die Worte des jungen arabischen Majors, der Raw Goren im Jahre 1948 auf Feindesgebiet empfing und bei seiner heiligen Mission begleitete. Der Name dieses Majors lautet: Gamal Abdel Nasser. „In einem solchen Lichte“ beendet der Oberrabiner des Zahal seine Ausführungen, zeigte sich mir damals der heutige Regent Aegyptens. Manchmal frage ich mich voller Verwunderung, ob er sich noch heute an den Inhalt des Gespräches erinnert, das er mit mir geführt hat als er noch Offizier im Informationsdienst war und ebenso wie wir um den Frieden zwischen unseren Völkern betete...?“ Oder hat Nasser schon in jenem Moment geahnt, wie Neue Anleihe in Israel Jerusalem. — Die neue Anleihe, die von der Regierung in Höhe von 40 Millionen IL aufgelegt wurde ist von der interministe: eilen Kommission gebilligt worden. Diese Emission, welche 60 % Zinsen abwerfen" wird, ist von der Ratifizierung durch die Knesset abhängig. (ITA) 3.000 neue Kibbuznik Tel Aviv. — Im vergangenen Jahr sind 3.000 Personen in Kibbuzim verschiedener Richtungen eingetreten. Darunter befanden sich einige hundert Familien von Neueinwanderern, zahlreiche Städter und rund 1.000 junge Leute beiderlei Geschlechts. (AWZ) er die antijüdische Karte ausspielen werde und es deshalb abgelehnt, ein gemeinsames Foto mit einem jüdischen Raw in dessen Hände zu übergeben? . , Washington ist beunruhigt Washington. — Das State Department hat mit einem nicht genannten Gewerkschaftsführer informelle Unterhaltungen eingeleitet, um die Einstellung des Boykotts der newyorker Hafenarbeiter gegen das VAR- Schiff „Cleopatra“ zu erreichen, wie aus Quellen dieses Ministeriums selbst verlautete. Es wurde darauf verwiesen, dass ein einziges Schiff der VAR monatlich einen USA-Hafen anläuft, während über 30 USA-Schiffe in der gleichen Zeit in arabischen Häfen anlegen. Daher würde nach der Erklärung des State-Department viele nordamerikanische Seeleute betroffen werden, wenn die Araber besehliessen sollten, die Schiffe der USA in allen arabischen Häfen zu boykottieren. Inzwischen ist das State Department benachrichtigt worden, das die Araber sich weigern, den Handelsflugzeugen der USA bei der Landung Dienste zu leisten, falls der Boykott gegen die „Cleopatra” fortgesetzt werden sollte. Ferner sollen die Araber gedroht haben, nordamerikanische Zeitungen tind Zeitschriften zu boykottieren. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual N9 624.070 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3110