Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1960-04-29 · 1773 (29.4.1960) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1773 (29.4.1960)
Date
1960-04-29
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9616703-9611224-9611468--0362-9611484
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

O BQ o .9 O) c Uhl < U FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 29 DE ABRIL DE 1960 No. 1773 EL EJEMPLAR» en loda la República j| » Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? i*q. T. E. 83 - 2613 s Wirtschaft im 1?. Jahr seiner Unabhänaiokeit Die wichtigste Erscheinung in Israels Wirtschaf tseutwicklung im abgelaufenen Jahr war das Ansteigen des Exportes von 140 Millionen Dollar in 195S auf 179 Millionen in 1959, d. h. um 28 Prozent. Da Israels Wirtschaft durch einen grossen Dollarmangel gekennzeichnet wird, muss deshalb jeder Fortschritt in der Richtung auf die erwünschte „wirtschaftliche Unabhängigkeit“ als feusserst bedeutungsvoll betrachtet werden. Alles in allem hat sich der Export in den Jahren 1949 — 1959 versechsfacht. Demgegenüber stiegen die Importe nur um 70 Prozent, von 250 Millionen Dollar auf 438 Millionen. Während 1949, dem ersten wirtschaftlichen Friedensjahr, die Exporte nur ca. ein Neuntel des Wertes der importierten Güter ausmachten, betrugen sie 1959 über zwei Fünftel. Der grösste Anstieg der Exporte war bei Industriegütern zu verzeichnen: diese, einschliesslich Diamanten betrugen 82 Millionen Dollar 1958, stiegen aber im folgenden Jahr um 50 Prozent. Die industriellen Exporte im gan :en verzwölffachten sich in den ersten elf Jahren (über 1.000 Prozent) und nahmen, ausschliesslich Diamanten, um 55 Prozent zu. Darin sind 14 neue wichtige Zweige inbegriffen, wobei fast 2,5 Millionen Dollar von Kupferzement besondere Erwähnung verdienen, eine halbe Million von Kaffeepulver .d eine gleiche Summe von Chemikalien und ähnlichen Produkten. Der israelische Export erreicht jetzt auch neue Bestimmungsorte. England und USA stehen nach -wie vor an der Spitze der Liste, doch nimmt Westdeutschland nun den dritten Platz ein. Israel exportierte dorthin 17 Millionen Dollar von Gütern gegenüber 4 Millionen in 1956. Auch die Exporte nach der Schweiz stiegen von 4 Millionen auf 10 Millionen, und dieses Land steht jetzt an vierter Stelle. Als nächste kommen Belgien, Türkei, Holland. Jugoslawien, Hongkong, Italien und Frankreich. In Afrika muss besonders Ghana erwähnt werden, wohin vor vier Jahren noch keine Exporte erfolgten, dieses Jahr aber Güter im Werte von 1,5 Millionen Dollar. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch mit anderen Ländern in Europa. Der Export nach neuen Märkten wird durch die Errichtung neuer Transportlinien und spezieller Exportgesellsehaften erleichtert. Der Fortschritt im Export kann nicht nur aus dem Gesamtvolumen sondern auch von MOSHE GILBOA lungsbilanz, welche Einkommen aus Dienstleistungen wie Transport, Versicherungen und Zinsen einschliesst. Alles in allem betrug der Import von Gütern und Dienstleistungen 587 Millionen Dollar, ein kleinerer Anstieg als in früheren Jahren, während die entsprechenden Zahlen für den Export fast aus dem Realwert ersehen ¡300 Millionen erreichten, werden. Vorher wurde nur ¡doppelt so viel mit 1955/56 etwa die Hälfte gegen harte und sieben Mal so viel wie Währungen exportiert; 1959 ' 1949. Das Verhältnis von neuer Exportzweig ins Ausland verschifft. Einheimische Produkte ersetzen Imfortbutter, Kaäse und Fleisch. Auch die industrielle Produktion stieg in ähnlichem Umfang, und rund 40 % des Anstiegs wurden exportiert. Der „added value“ der Industrieprodukte betrug IL 750 Millionen, d. h. dreimal mehr als 1949. Ein Teil des Anstiegs in der Produktion ist ohne Zweifel der Bevöl- Israels Jugend-Israels Stolz 1 SIE TRAEGT UNSERES VOLKES ZUKUNFT waren es drei Viertel. Auch im Clearing verdienen wir heute bedeutend mehr. Der „zusätzliche Wert“ des Exports steigt ebenfalls ständig; mit anderen Worten: die Ausgaben in fremder Währung, welche wir für die Herstellung der Exportgüter benötigen, ist merklich kleiner als früher. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch in der Zah¬ Frankreichs Stauer solidarisch Paris. — Der einflussreiche Verband französischer Hafenarbeiter, der der Föderation christlicher Gewerkschaften angeschlossen ist, sandte den Stauern von New York seine Glückwünsche anlässlich des Boykotts, den diese im Hafen von New York gegen das ägyptische Schiffe „Cleopatra“ durchführen. Pierre Foray, der Sekretär des Syndikats, gab den Text des Kabels bekannt. Darin werden die newyorker Arbeiter für ihren „Mut“ gelobt und aufgefordert, „ihre Aktion zu Gunsten der Freiheit aller fortzusetzen“. Foray erklärte, die französischen Arbeiter könnten den Boyk'Vt gegen die Schiffahrt der VAR, weil diese die mit ts -;el Handel treibenden Schiffe auf die schwarze Liste gesetzt hat, nur moralisch unterstützen, da sich gegenwärtig VAR-Schiff in einem französischen H»befinde '¡TA) sichtbarem und unsichtba- rem Export zu sichtbarem und unsichtbarem Import verbesserte sich von 1:7 in 1949 zu 1:2 in 1959. Der Aussenhandel pro Kopf der Bevölkerung betrug 300 Dollar für Importe und Exporte von Gütern und fast 430 Dollar für internationale Zahlungen. INTERNE BILANZ Das 12. Jahr der Unabhängigkeit wurde durch einen stärkeren Anstieg der Produktion als bisher gekennzeichnet. Das Brutto- Nationalprodukt betrug rund 4 Milliarden Israel- Pfunde; ein Neuntel über dem vorhergehenden Jahr. Der Aufstieg verteilte sich auf beinahe alle Zweige der Wirtschaft. In der Landwirtschaft stieg die Produktion um ein Sechstel, besonders in Baumwolle, Zukkerriiben, Milchprodukten, Hühnern, welche die einheimischen Bedürfnisse deckte und auch neue Exportmärkte eroberte. Fast 300 Millionen Eier wurden als völlig kerungszunahme zuzuschreiben, doch ist er auch in der per capite Produktion festzustellen. Während das Brutto-Nationalprodukt 1949 per capite IL 1,200 betrug, wird es 1959/60 (in Preisen von 1959) IL 2.000.— betragen. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter beläuft sich dieses Jahr auf rund 750.000 bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 2.100.000. Trotz der vergrösserten Bevölkerung und damit der Arbeiterreserve herrscht auf dem Arbeitsmarkt grosse Stabilität. Rund 5 % sind ohne Arbeit, doch schliesst diese Zahl Leute ein, welche erst vor kurzem im Lande angekommen sind und keine hebräischen Kenntnisse, Fertig- Wohnung besitzen, oder solche, welche zuerst ihre Landwirtschafien aufbauen müssen, bevor sie eine feste Beschäftigung aiinehmen können. Eine grosse Zahl der Arbeiter befindet sich in Entwicklungsgegenden, un Negev.in Galiläa und Jerusalem, in Elath, Beer Sheba, Demc.ia und Nazareth, wo neue Unternehmen errichtet wurden, um ständige Beschäftigung zu bieten. Etwa IL 900 Millionen der uns zur Verfügung stehenden Mittel werden 1949 in festen Kapitalgütern investiert, die gleiche Zahl wie 1958. Investierungen in Dienstleistungen waren etwas geringer, doch jene in der Industrie stiegen um '25 % Der Grund dafür liegt darin, dass die Entwicklung in vi-len Zweigen d?r Landwirtschaft einen Sättigungspunkt erreicht hat und bei Orangenplantagen eine Verkleinerung der Expansion nötig ist, um ein Ueberschwemmen des Marktes zu verhindern. Auf der anderen leite erwartet man die hauptsächliche zukünftige Entwicklung in der Industrialisierung. Die Ausbeutung der Mineralien in Israel und ganz besonders auch unsere Kenntnisse> zusammen mit grösseren Investierungen in Wissenschaft und Spezialisierung, sind auf lange Sicht die Aktiven der israelischen Wirtschaft. In einem soeben veröffentlichten Fünf jahresplan sieht die Regierung die Investierung von 120 Millionen in der Industrie vor, welche i das Bruttoprodukt der Industrie um eine ähnliche Summe vergrössern und 50.000 weiteren Arbeitern Beschäftigung bieten wird. Die Investierungen wurden dieses Jahr in einem grösseren Masse als bisher durch internes Sparen finanziert, und rund 110 Millionen Pfund Wertpapiere wurden plaziert. Dieser Fortschritt im Sparen ist bedeutungsvoll, wenn auch noch nicht genügend. Die Regierung hat kürzlich wichtige Schritte unternommen, um die einheimische Spartätigkeit zu ermutigen, indem sie dieser bedeutende Steuerermässigungen gewährt. Auch in die wissenschaftliche Entwicklung wird „investiert“. Das Weizmann- Institut hat seine Forschungstätigkeit erweitert, und einige seiner Wissenschaftler haben internatio- 'nale Anerkennung errungen. Ein Atomreaktor ist im Bau begriffen, um die friedliche Verwendung von Atomenergie zu fördern. Das Genie eines einheimischen Ingenieurs auf dem Gebiet der Meerwasser-Entsalzung hat grosses Aufsehen erregt, eine bekannte amerikanische Firma hat seine Erfindung gegen einen 15%igen Anteil in der neuen Gesellschaft, welche die Anlagen betreiben soll, gekauft. Die Hebräische Universität vergrössert sich weiter, und die Zahl der Studierenden beträgt nun 6.000. Eine ähnliche Entwicklung findet auch im Technikum statt. Die Regierung ermutigt die Arbeit anderer Institutionen auf praktischen Forschungsgebieten, wie z. B. dem Institut für Fasern und Holzprodukte, welche dieses Jahr einen internationalen Preis für einige seiner Erfindungen erhalten hat. Israels Errungenschaften auf dem Gebiet der Technik zogen -en Export nach den Ländern Afrikas und Asiens nach sich. Verschiedene Unternehmungen werden von Israelis in der Türkei, Ghana, Burma, Nigeria und Liberia aufgebaut und israelische Fachleute wirken dort als Lehrer und Instruktoren. ' LIBERALISIERUNG UND STABILISIERUNG Die Preise in Israel waren noch nie so stabil wie augenblicklich. Der Index stieg nur um ein Prozent, und der Zahlungsmittel- Umlauf nahm nicht in einem solchen Umfange zu, um einen Bericht der Bank von Israel an die Regierung zu rechtfertigen. Das Realeinkommen, besonders unter den freien und wissenschaftlichen Berufen, welches einer Ermutigung bedurlte, sowie das der ärmeren Arbeiterschichten und der teilweise Beschäftigten stieg ebenfalls merklich. In einigen Zweigen der Wirtschaft brachte steigende Produktion sinkende Kosten mit sich. Diese Entwicklung war mit einer beträchtlichen Liberalisierung der Wirtschaft verknüpft, sowohl in den externen wie internen Wirtschaftsbeziehungen. Die meisten Rohmaterialimporte wurden liberalisiert,Preiskontrolle zum grossen Teil aufgehoben und die Rationalisierung der letzten zehn Nahrungsmittel beseitigt. Die Volkswirtschaft befindet Uh nun in einem Star dium freier Entwicklung, im Rahmen eines flexiblen Planes, um innerhalb der nächsten zehn Jahre die wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen unter den jetzt vorherrschenden demokratischen Bedingungen. Natürlich dürstet das Land nach zusätzlicher Einwanderung, auch -wenn d'ese verdoppelte Anstrengungen und eine Verschiebung des Zeitpunktes der wirtschaftlichen Unabhängigkeit nach sich ziehen würde. Auch dieses Jahr wird Israel damit fortfahren, Häuser zu bauen, Land vorzuberei'en, Wasserrohren aus dem Norden in den Negev zu legen, um so für die Aufnahme von weiterer' hunderttausenden Juden aus aller Welt bereit zu sein. Die jetzige Bevölkerung trägt eine Steuerbürde von 25 % und ist entschlossen, die Sicherheit des Staates zu stärken: und ihn in ein nationales Instrument der gesamtem Judenheit zu verwandeln. Registro de la Propiedad Intelectual N? 624.07# Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.