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Jüdische Wochenschau · 1960-04-29 · 1773 (29.4.1960) · p. Seite 13

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1773 (29.4.1960)
Date
1960-04-29
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German, Spanish
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Año XXI. — No. 1773 — 13 de Abril Viernes, Der erste Bewässerungs - Plan DER JUDENSTAAT Briefe voller Enthusiasmus für Zionismus und ■Cretz Israel, Plänei Kalkulationen, Mappen und Skizzen, Projekte für Wasser, Bewässerung und Elektrizität die von dem französisch-schweizerischen Ingenieur, Max Bourcart, entworfen worden sind, befinden sich in einer besonderen Aktenmappe in Herzls Privatarchiven, welche jetzt im Zionistischen Zentralarchiv auf bewahrt sind. Walter Clay Lowdermilk und Simcha Blass würden über diese Pläne heute lächeln, aber es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass sie sich durch Vision, unbedingten Glauben und Kühnheit auszeichnen, wenn man sich die damalige Zeit vor Augen hält, die Zeit um die Wende des Jahrhunderts. Ein Plan für einen Kanal, als eine Alternative zum Suezkanal, von Haifa bis zum Jordantal und bis herunter zum Toten Meer und zur Arawah, wurde bereits 1880 von verschiedenen Engländern vorgeschlagen, aber der Plan Bourcarts kam der Wirklichkeit am nächsten; er basierte auf genauen Messungen, die ein Ingenieur der das Land besuchte, aufgenommen hatte. Bourcart kam zum Zionismus als ein zum Judentum durch die Bibel und den Zionismus Bekehrter: es waren die Verse 6—11 in Kapitel 47 des Buches Ezekiel, die ihn anfsuerten.Aus den Worten des Propheten schloss Bourcart, dass der Meeresspiegel des Toten Meeres um etwa 100 Meter gehoben werden könnte, wie er in der Vergangenheit war. Dies könnte durchgeführt werden indem man ihm grosse Mengen Wasser von Flüssen und einem Kanal zuführt, der es mit dem Mittelmeer verbindet, indem man das Tote Meer lebendig gestaltet und die umgebende Landschaft in einen Sommerkurort verwandelt. Eine Vorstellung davon, wie sehr Bourcart durch eine derartige Aussicht gepackt wurde kann aus seinem Brief an Herzl entnommen werden: ■ „Da letzteres (das Tote Meer) um 394 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, so ergibt sich eine Fallhöhe, die mit Reaktionsturbinen ganz kolossale Kräfte erzeugen würde. Diese Kraft in elektrische umgewandelt, könnte Wasser vom Tiberiassee nach Jerusalem hinaufheben, die Städte beleuchten, Kraft für elektrische Strassenbahnwagen und allerhand Industrien abgeben. Das Tote Meer würde so grösser, die Qualität des Wassers verbessert, sodass Fische darin leben könnten, und die Abwasser von Jerusalem könnten durch den •Kidron weggeleitet werden oder 'lonst zu Bewässerungszwecken Verwendung finden. “ Mit einer solchen Kraft, und Bewässerungsmöglichkeiten wird Erez Israel schnell ein Paradies werden meint Bourcart. Er versuche in diesem Zusammenhang einige technische Daten zu sammeln und im Zusammenhang mit dieser Idee zu verwerten. WASSER VOM LIBANON Die Mengen Wasser, die Vom Mittelmeer abgeleitet werden, würden entsprechend der Verdunstung im Wrten Meer variieren, um von JOSEF WENKERT ein Ueberfluten zu vermeiden. Der Kanal muss von Jaffa an bis zur Umgebung von Jericho angelegt werden und zusätzliche Wassermengen sind vom Litani durch einen Kanal, der ihn mit dem Hasbani verbindet, zu nehmen. In zwei anderen Briefen, aus dem Jahre 1899, teilt Bourcart mit, dass er Daten sammelt, Spezialisten konsultiert, neue Stellen von Wasserfällen sucht und die zu erzeugende Energie errechnet. Er zitiert die Meinung seines Schwagers, gleichfalls ein Ingenieur und ,,ein grosser Zionsfreund“, dass der Kanal vom Mittelmc :r zwischen Haifa und Kerek führen sollte, südlich von Kinnereth, sodass seine Länge um 50—75 km abgekürzt wird. Das Gefälle würde geringer sein, aber aber es wäre möglich, mehr Wasser zuzuführen, von dem ein Teil in 100 km-Lauf des Jordan verdunsten würde. Der Ueberschuss von Meerwasser würde in einer fast horizontalen Rühre nach Jericho fliessen, von wo aus es in den Jordan käme und den Meeresspiegel vor Absinken bewahren würde. Am 22. November 1899 sandte Bourcart seinen ersten Bericht von diesem Lande, mit sehr genauen Einzelheiten über das Resultat seiner Forschung bezüglich des Meeresspiegels und der Wassermengen des Litani und Hasbani. „Zwischen den zwei kleinen Seen verhält sich alles wie angenommen. Anlagen sind sehr leicht einzurichten.“ Er übersah nicht die Gegebenheiten die mit seinem ¡Zweck nicht in Zusammenjhang standen und beschrieb nicht ohne eine Spur von Mitleid das Leben in und um Tiberias, wie er es sah. ..In Ihrem Roman .Altnculand' (Herzl hat Bourcarts Angaben im Roman verwendet) könnten Sie ohne Risiko von Tiberias als der künftig sanatorisch - klimatisch best gelegene Stadt sprechen.“ Auch die Huleh- 3(impfe entgehen nicht seiner Aufmerksamkeit, denn er schreibt von Studien über die Möglichkeit, das Bett des Jordans zu vertiefen und dadurch den See zu drainieren, um das Klima gesünder zu gestalten und grosse Strecken Landes in guten pflügbaren Boden zu verwandeln. ALLGEMEINER PLAN Bourcart verliess Eretz Israel im Juni 1900. Er stellte im Februar 1901 einen endgültigen Plan auf, wahrscheinlich auf Herzls NACHRICHTEN AUS ISRAEL GERSTENANBAU FUER BRAUEREIEN In dieser Saison wurde zum ersten Mal der Versuch unternommen, Gerste im kommerziellen Masstab für die Biererzeugung anzubauen: es wurden insgesamt 10.000 Dunam Gerste auf 25 Feldern, in verschiedenen Teilen des Landes gesät. Man rechnet mit einem Ertrag von 200 Kilogramm pro Dunam, d. h. mit einer Ernte von insgesamt 2000 Tarnen Gerste: der Jahresbedarf der Brauereien beträgt 6000 Tonnen. Die jährlich für die Biererzeugung eingeführte Gerste kostet etwa eine halbe Millionen Dollar. Man rechnet damit dass bereits im nächsten Jahre der Gesamtbedarf an Brauereigerste lokal gedeckt werden kann, wenn 25.000 Dunam Gerste gesät werden. I | MILCHPRODUKTION Im Jahre 5719 wurden insgesamt 259.500.000 Liter Milch produziert, hiervon 250 Vz Millionen Liter im jüdischen und 9 Millionen im nichtj iidischen Wirtschaftsektor, gegenüber 216.500.000 Liter im Jahre 5718. ERHOEHUNG DES GRUNDWASSER¬ SPIEGELS Die Gesellschaft „Mekorot“ wird dieses Jahr etwa 5 Milliorten Kubikmeter Wasser aus ihren Quellen im Bezirk Chedera und Schomrom den Siedlungen im Emek Chefer zukommen lassen, um dort den Spiegel des Grundwassers zu erhöhen. Infolge von übermässigem Schöpfen ist das Wasser in einer Reihe von Brunnen im Emek Chefer brackig geworden. „Mekorot" wird in nächster Zeit im Emek Chefer die Bohrungen von zwei Brunnen vornehmen und durch diese Wasser Zuströmen lassen, um so das Grundwasser zu vermehren. NEUES RESERVOIR Vor kurzem wurde ein 1.500.000 Kubikmeter Was- ~er fassendes Reservoir eingeweiht, das Quellwasser und W asser von Ueberschwemmungen aufspeichern soll. Beim Graben des Reservoirs (auf dem Boden von Kfar Jecheske), das eine Fläche von 400 Dunam hat, und beim Legen der Bewässerungsröhren, sind fast 400.000 TL investiert worden. W ASSERBUDGET VON "MEKOROT“ Das Entwicklungs - Programm von „Mekorot“ für das Finanzjahr 1960/61 konzentriert sich auf die Landeswasserleitung, Im diesjährigen Voranschlag zur Entwicklung der Wasservorkommen in Israeï^der dem Finanzministerium zur Bestätigung vorgelegt wurde und sich auf 64 Millionen IL beläuft, sind 27 Millionen für Arbeiten an der Landeswasserleitung bestimmt. Der Zw-eck dieses Werkes ist, Jordanwasser den Gebieten im Negew zuzuführen, die für die Landwirtschaft geeignet, jedoch arm an Niederschlägen sind. Der Plan sieht die Zuleitung von 350.000.000 Kubikmeter Wasser vor und soll in drei Stadien durchgeführt werden. GESTEIGERTER UMSATZ In den ersten neun Monaten des Jahres 1959 ist die industrielle Produktion um 10 % und die Zahl der Arbeitstage um 6% gestiegen; der Gesamtlohn der Industriearbeiter hat sich t*m 11 % erhöht. Wunsch. Man bezeichnete ihn als „Generalprojekt der Wasserkrafts- und Bewässerungsanlagen Palästinas.“ Darin notierte Bourcart, dass der Plan notwendigerweise unvollständig sei, da er zu kurze Zeit im Lande war, um es im zu ermöglichen, Wassermessungen zu den verschiedenen Jahreszeiten vorzunehmen. Jerusalem nimmt den ersten Platz in diesem Plan ein, der sich damit befasst, das W asserproblem der heiligen Stadt zu lösen durch Verbindung der dreifachen Quelle nahe Rahels Grab mit Jan Teichen Salomons. Aber der Plan eines Kanals vom Mittelmeer zum Toten Meer erscheint Bourcart nicht länger durchführbar, da er fürchtet, dass es die Turbinen schäd.gen könnte und eine grosse Gefahr in sich birgt wegen der enorm grossen Quantität von Salz, die ihren Weg in das Tote Meer finden würden. BEREICHERUNG DES JORDANS Als eine Alternative entwickelte Bourcart den Gedanken, den Jordan zu bereichern, besonders mit Wasser vom Litani; er schlägt die Konstruktion eines lo km langen Tunnels b ai El Khayyam vor, um die Wasser des Litani in den Hasbani zu leiten. Dann führt er kleinere Wasser- und Kraftquellen an, die auszubeuten wären — der Yarmuk und sein Gefälle in den Jordan, der .Talud im Beisan-Tal und Wadi Far der Lauf des Jordans zum Toten Meer. Aus seinem Studium der Karte scheint es ihm, dass, wenn man von den Flusswindungen Gebrauch macht, eine grosse Strömung an gewissen Stellen entstehen könnte. Dann geht Bourcart dazu über, den Wasserstrom zu berechnen und die zu erzeugende Kraft, wobei er sich auf die Messungen im November 1899 stützt. Er kommt zu einer Schätzung von 200.000 PS, mit Hilfe einiger Wasserfälle entlang des Jordan und er notiert sogar den Ort. Wenn die anderen Flüsse ausgenutzt sind, so ergebe das 400.000 PS., und es könnte wie er hinzuf —-:- I »KR JÜDENST VERSUCH IEUNEN LÖSUNG DER JiEME THEODOR HERZL < *«■'.!<>!< nr.u i;f.i tt í (. UäiVJfj aM WÍVN IPs. . « Mb Di \Mi t s * crHí.A.í.-íqís^'inuNíü.cy,; VUS. [S ItIUlKi.i •> Herzls Kampfschrift, die das Schicksal des jüdischen Volkes gegen alle Anstrengungen der Assimilanien änderte fügt, noch mehr erwartet werden. Der Zusatz von Wasser würde, zu einer Vertiefung des Jordanbettes beitragen, das dann auch zu Transportzwecken benutzt werden könnte und würde einen gesunden Einfluss auf die Feuchtigkeit und die Taumengen im ganzen Tal ausüben. Auch der Yarkon erscheint bei den Plänen. HERZLS UNTERSTUET- ZUNG Herzls Unterstützung des Bourcart-Planes war keb neswegs ein Zufall. In den letzten drei bis vier Jahren seines Lebens verfolgte er die Entwicklung von allem, was mit Eretz Israel zusammenhing, sehr genau. Die weitreichenden Entwicklungspläne in „Altneuland“ waren für Herzl ein Programm für die nächste Zukunft, noch zu seinen Lebzeiten. Er schrieb: „Viele (der Pläne) sind heute verwirklicht. Manche mussten wir aufgeben; andere wurden noch grossartiger ausgeführt, als wir gehofft hatten. Ich behaupte nicht, dass wir noch nicht Dagewesenes geleistet haben. Die amerikanischen, englischen, deutschen und französischen Ingenieure haben das alles schon vor uns gemacht. Aber im Orient waren wir doch die ersten Boten dieser Kultur.“ Campaña Unida pro Israel ^vwwvwwvwvwwvwwwwwwwvwwwv%vw%ww\vwv Einhsitskampagne I960: Zahlt schnell ZAHLT GUT ANNAHMESTELLEN: CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAEL s Comité Centroeuropeo Sarmiento 2376, 39 T. E. 47-3820 — und Sekretariate aller angeschlossenen Organisationen u. Gemeinden MNM

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