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Jüdische Wochenschau · 1960-04-29 · 1773 (29.4.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1773 (29.4.1960)
Date
1960-04-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 — 1? i*q. Lx Jenuxna^Xs^LCd^liia T. E. 83-2613 Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 29 DE ABRIL DE 1960 No. 1773 A? 12. Jahrestag Das ist der Stern der Erlösun Das ist Israel! Geboren aus der Sehnsucht eines um sein Leben und um sein Recht kämpfenden Volkes in einer schweren Stunde weltweiten Geschehens. Geboren im Kampf gegen eine feindliche Uebermacht, der es zu trotzen vermochte. Geboren in einem Augenblick der Zerstörung, der Zertrümmerung, des Niedergangs, der mutwilligen Vernichtung aller staatlichen Institutionen oder ihrer bescheidenen Ansätze durch eine verblendete irregeleitete, untreue Mandatsmacht, attackiert von allen Seiten durch die Armeen von sieben arabischen Ländern, ohne Waffen, ohne Vorräte, ohne Lebensmittel, ohne Geld, ohije eine Armee, ohne einen staatlichen Apparat, ohne Flugzeuge, mit einem Worte: ohne jede Möglichkeit einer aussichtsreichen Verteidigung. So stand der neue Staat in den ersten Tagen seiner Existenz, allein, abgeriegelt von der Welt, auf sich gestellt, kämpfte mit dem Mut und der Zuversicht, mit der Kraft, die nur der Glauben verleiht, und siegte. Das ist Israel. Es war ein schwerer Kampf. Wir alle sind gewöhnt, und auch Israel hat sich damit afcgefunden, in diesem Sieg ein Wunder zu erblicken. Wenn man so von JEHUDA GOTTHEIMER will, kann man hierin ein Zeich n des Himmels sahen. Aber das Wunder der Staatwerdung Israels ist diesseitiger Natur, hat seinen Ursprung in der Glaubensstärke, in der Willenskraft, in der Opferbereitschaft und in der Begeisterung für die Freiheit. Als das jüdische Volk sich anschickte, den Kampf um Zion und seine Wiedererrichtung zu beginnen, verstand es, dass dies sein Kampf um die Freiheit sein werde. Zionismus, jene Bewegung, die zur Staatwerdunr Israels führte, ist die Freiheitsbewegung des jüdischen Volkes in unserer Zeit. Die Sehnsucht nach Freiheit und die Freiheit selbst sind bewegende Kräfte in unser »r Geschichte, die gleichzeitig ihren Niederschlag in unserer religiösnationalen Kultur gefunden haben. Das wahre Wunder Israels ist der neue Jude. Als die Biluim aufbrachen, um ein neues Leben im alten ¡Lande der Väter zu beginnen, als sie in den achtziger ¡Jahren des vorigen Jahrhunderts die russischen Hochschulen und den Wohlstand der bürgerlichen Existenz ihrer Elternhäuser verliessen, da schwebte ihnen bereits ein anderes als das bis- INICIARAN EL AÑO DE HEZI. Jerusalem. — Izar la bandera de Herzl engalanada con el león de Judá y siete estrellas doradas; descubrir la lápida permanente sobre el sepulcro de Herzl en Jerusalem; conceder a la colonia de Herzlía la condición de una ciudad, y realizar cincuenta actos públicos en todos los confines de Israel; esos hechos constituyen solamente una parte de las festividades con que se iniciará el Año de Herzl a partir del mes de Iyar. Las celebraciones, que se efectuarán desde el 10 de Iyar, se prolongarán hasta el 20 de Tamuz, aniversario de la muerte de Herzl. En esa fecha, o tal vez algunos días antes, se llevará a cabo una concentración mundial de juventudes, en cuyo magno acto hablará el Primer Ministro Ben Gurión. El plan del Año Herzl ha sido elaborado por una comisión especial integrada por representantes del Gobierno de Israel y del Ejecutivo de la Agencia Judía. Uno de los mayores actos en la Diáspora será la solemne asamblea que se llevará a efecto en el casino de Basilea, Suiza, donde tuviera lugar un día el Primer Congreso Sionista. SCHLOMO S. TANGER Der Auftakt zum Herzl-Jahr Jerusalem. — Das Hissen der mit dem Löwen von Juda und sieben goldenen Sternen geschmückten Herzl- Fahne, die Enthüllung des Gedenksteins auf dem Grabe Herzls in Jerusalem, die Erhebung der Kolonie Herzlia zum Status einer Stadt und die Abhaltung von fünfzig öffentlichen Feiern in allen Teilen Israels werden nur einen Teil der Festlichkeiten darstellen, mit dem das'Herzl-Jahr zu Beginn des Monats Ijar eingeleitet werden wird. Die Feiern, die vom 10. Ijar ab stattfinden sollen, werden sich bis zum 20. Tamus, dem Todestage Herzls, ’ hinziehen. An diesem Tage, oder vielleicht auch einige Tage früher, ist ein Weltttreffen der Jugend geplant, auf dem Ministerpräsident Ben Gurion das Wort ergreifen wird. Das Projekt des Herd-Jahres ist von einer aus Vertretern der Regierung Israels und der Exekutive der .lewisii Agency zusammengesetzten Sonderkom- •nnssion nusgearbeitet worden. Eine der grössten Veranstaltungen in der Diaspora wird die feierliche Versammlung sein, die im Kasino von Basel, in der Schweiz, tagen wird, wo einmal der erste Zionisteñ- Kon-grv.® abgehalte-n worden ist, ÜCHLOIviO TANGER her gewohnte menschliche Ideal eines neuen Juden vor. Die Wegbereiter und Schöpfer der zionistischen Bewegung sprachen und träumten vom neuen Menschen, von den Makkabäern, die wieder auferstehen sollen und werden. Allen, die als Chaluzim, als Pioniere, als die ersten Arbeiter und Bauern ins Land zogen, stand ein anderes, neues Ideal vor Augen. Sie waren doch nicht immer Bauern oder Arbeiter gewesen, sie waren Intellektuelle oder Kaufleute, die bis dahin ein klein- oder grossbürgerliches Leben geführt hatten, wie es damals von allen anderen Juden in Europa gelebt worden ist. Dort im eigenen Lande sollte der Jude nicht wieder seinen Rücken krümmen müssen, ein Freier sollte er unter Freien sein, die Schlacken der Galut sollten von ihm abfallen. Ein gesundes, normales 'Leben sollte jeder einzelne Jude und sollte vor allem das Volk führen können. Das wollten die Helden und Vorkämpfer des Aufbaus, das erstrebte ein Mann von der einmaligen menschlichen Grösse eines Joseph Trumpeldor, das wollten seine Chawerim und alle, deren Namen wir kennen und die ungenannt blieben die vor und die nach ihm beseelt von diesem Ideal ins Land kamen, und die unter den furchtbarsten Entbehrungen und Gefahren den Grundstein zum späteren Stsat Israel gelegt haben. Das predigte der Prophet der Arbeit, jene wunderbare Erscheinung eines A. D. Gordon, der durch sein Beispiel, durch die Lauterkeit seiner Persönlichkeit und die echte jüdische Menschlichkeit wirkte und dessen Einfluss noch heute lebendig blieb. In der Sprache der soziologischen Wissenschaft bedeutete dies alles den Aufbau einer neuen, einer besseren, einer gerechteren Gesellschaftsordnung, bedeutete dies die Umkehrung der bis dahin ungesunden und nicht normalen Berufspyramide des jüdischen Volkes. Man sollte niemals vergessen, dass es nicht allein darum ging, den Juden die Heimat wiederzugeben, deren Verlust der Ausgangspunkt ihrer vieltausendjährigen Leiden geworden war. Vielleicht hat niemand klarer und kürzer dieses Verlangen und Bestreben zum Ausdruck gebracht als Felix Salten, der seinen Palästina- Roman „Neue Menschen auf alter Erde”’ nannte. Das Wunder der Neuwerdung des jüdischen Menschen vollzog sich allmählich auf dem heiligen Boden Israels. In einem stillen bewundernswerten Heldentum wuchs der jüdische Bauer, der jüdische Arbeiter, die jüdische Gesellschaft. Einsam und vereinsamt erschlossen die Siedlungen, verstreut über das ganze Land, den brachliegenden Boden, erweckten sie das Land und damit das Volk zu neuer Blüte. im Glanze staatlicher Souveränität werden oftmals die ersten Erbauer unserer Zukunft und unserer Gegenwart vergessen. Vielleicht gedenkt man noch der ersten Schomrim, der Wächter, die von feindlichen Kugeln durchlöchert wurden oder die von räuberischer Hand dahingestreckt worden sind. Wie viele der Pioniere, Männer wie Frauen, gaben ihr Leben dahin weil sie in die malariaverseuchten Gebiete gegangen waren, um neuen Boden für neue Menscnen zu bereiten. Wie viele dieser ersten starben in Not und Elend, weil die Entsagungen, die sie freiwillig auf sich genommen hatten, ihre Kräfte überschritten... Die Jahre des Anfangs waren so schwer, weil die Masse des jüdischen Volkes, weil die Notabein und die Reichen nicht die Grösse und nicht die Bedeutung des begonnenen Werkes begriffen hatten. Trumpeldor und die Seinen, um nur das berühmteste Beispiel zu erwähnen, mussten ihre jungen Leben lassen, weil nicht die Mittel vorhanden gewesen sind, für ihre ausreichende Verteidigung zu sorgen. Vergeblich riefen die überragenden Führer des Zionismus das jüdische Volk auf, des Staates Israel wenigstens durch materielle Opfer die zarte Pflanze des anfänglichen Aufbaus zu stützen und zu hüten. Weizmann zog verzweifelt durch die Welt, um die Gelder zur Festigung und zur Erweiterung des kolonisatorischen Werkes aufzubringen. Heute wissen wir alle, dass tausende Juden aus der europäischen Katastrophe hätten gerettet werden können, wären wir besser vorbereitet, wäre das Siedlungswerk umfangreicher gewesen, hätten grössere Fonds zur Verfügung gestanden, die dann den nazistischen Judenhassern in die Hand fielen. Hier liegt eine schreckliche Lehre die uns die Geschichte unserer jüngsten Vergangenheit erteilt hat. Unausweichbar erhebt sich gerade in diesen Tagen der Freude über die Wiedergeburt des jüdischen Staates die Frage, ob das jüdische Volk die Grösse dieser Stunde, die Erhabenheit und die Einmaligkeit des Geschehens verstanden hat. Dass der Staat Israel nicht nur für die 600.000 Juden geschaffen worden ist, die zur Zeit seiner Gründung dort lebten, hat die Entwicklung der ersten zwölf Jahre seiner Existenz bewiesen. Denn heute zählt Israel eine Bevölkerung von über zwei Millio- . (Schluss auf Seite 2) Reorganisierung der Armee Jerusalem. — Die Organisation und Taktik der Israel- Armee werden jetzt modernisiert, um sie instand zu setzen, den von der VAR eingeführten taktischen Methoden der Sowjets zu begegnen, wie Brigadier Jizchak Rabin, der israelische Operationschef jetzt mitteilte. Rabin machte diese Enthüllung im Hauptquartier. Gleichzeitig warnte er davor, sich einen „falschen Begriff“ von der potentiellen Gefahr für die israelische Sicherheit aufgrund der Ruhe an den Grenzen des Landes zu bilden. Er fügte hinzu, „die Vertiefung der militärischen Stärke innerhalb der arabischen Länder stelle eine eminente Gefahr dar und stehe in keiner Beziehung zu der Ruhe an den Grenzen.“ Aus diesem Grunde, so ' führte er aus, müssen die i Programme für die Ausbilj düng der israelischen Soldaj ten im laufenden Jahr dar- | auf gerichtet sein, sich den j neuen Bedingungen anzupassen, die daraus resultieren, dass die VAR die Schulung ihrer Truppen der sowjetischen Doktrin angepasst hat. Brigadier Rabin berichtete, die VAR habe tausende hohe Militärs in die Länder des sowjetischen Blocks geschickt, wo sie ausgebildet worden sind, während sich hunderte sowjetische Techniker gegenwärtig als Instrukteure in Aegypten und Syrien befinden. Daher müsse das Augenmerk der isaelischen Verteidigungs-Streitmachit darauf hinzielen, den Status quo aufrecht zu erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse das israeli- Gedenkfeiern für die Opfer Paris. — Der 17. Jahrestag des Aufstandes im Ghetto von Warschau wurde durch Gedenkfeiern begangen, die von dem Verband jüdischer Föderationen Frankreichs, dem Bund und anderen nicht-kommunistischen Gruppen veranstaltet wurden. Bei einer dieser Trauerfeiern, der 800 Personen beiwohnten, ergriff der Jesuitenpater Riquet das Wort, der als Deportierter in einem Konzentrationslager Kontakt mit den jüdischen Ghettokämpfern hatte. Stockholm. — Der 6 Millionen jüdischer Märtyrer und des 17. Jahrestages der Erhebung des Warschauer Ghetto wurde in einer Trauerfeier gedacht welche die jüdischen Organisationen von Stockholm veranstalteten. Gimnar Josephson, der Präsident der hiesigen Jüdischen Gemeinde und andere führende Juden sprachen zu der Menge. Kantor Rosenblueth saug das El Mole Rachnmim (ITA) sehe Verteidigungsheer so ausgebildet werden, dass es einen Angriff bremsen kann, und wenn dieser Plan scheitern sollte, dass es imstande ist, jedwedem Angreifer einen vernichtenden Schlag beizubringen. Wenn sich Israel heute anscheinend bemühei seine Angriffswaffen, wie die Luftflotte, seine Tank- und Fallschirmtruppen zu verstärken, so geschähe dies aus Gründen der Abschreckung dieser Waffen, welche die einzigen sind, die den Feind davon abhalten können, eine Aggression zu unternehmen. Als den entscheidenden Faktor, der eine Erschütterung des Status quo im Mittelosten anstrebt, nannte Rabin Nasser, denn dieser wolle mit seinem „positiven Neutralismus“ sagen, dass er die Westmächte aus dem Mittelosten zu vertreiben beabsichtigt. Mit dieser Parole verfolge Nasser sein Ziel der Beherrschung anderer arabischer Länder, so betonte Rabin. Er gab eine Uebersicht über die letzten Ereignisse und stellte fest, dass seit der Empörung Kassems gegen Nasser der Kampfruf des Diktators der VAR an Durchschlagskraft verloren und sein Bestreben, sich zum Führer der arabischen Welt aufzuschwingen, einen Rückschlag erlitten hat. Die Vereinigte Arabische Republik stehe nicht mehr auf so festem Grunde, und in Syrien müsse sich Nasser heute hauptsächlich auf die Armee und die Geheimpolizei stützen. (ITA)

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