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Jüdische Wochenschau · 1960-04-26 · 1772 (26.4.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1772 (26.4.1960)
Date
1960-04-26
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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o 03 Ms FRANQUEO PAGADO Concesión 908 gS is O cn ß Un«D < u TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Ano XXI. I,eo baeck Institut Bros|t**y 1239 ‘■itr.VA 1ÍOHK BUENOS AIRES, MARTES 26 DE ABRIL DE 1960 No. 1772 EL EJEMPLAR en toda la República Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? T. E. 83 . 2613 Kampf gegen Jugend-Kriminalität Der vom Fürsorgeministerium abhängige Ausschuss für Erziehungsanstalten und Jugendheime in Israel hat unlängst ein Entwicklungsprogramm bestätigt, das die Förderung und den 'Ausbau solcher Heime für die nächsten fünf Jahre regeln soll. U. a. wird vorgesehen, dass die Erziehungsanstalt „Messilot“ im Laufe dieses Budgetjahres in die Gegend von Jerusalem überführt und ihre Aufnahmekapazität auf 60 Jugendliche ausgedehnt werden soll. Die Anstalt „Ogen“ (zur Zeit bei Herzlia) wird im Jahre 1960/61 in ein landwirtschaftliches Gebiet überführt und soll Platz für die Aufnahme von 80 Jugendlichen bieten. Ein Teil von ihnen wird hinter Schloss und Riegel bleiben, nicht nur in Werkstätten in der Anstalt, > sondern auch bei landwirtschaftlichen Arbeiten auf den Feldern beschäftigt werden. . Für die Ueberführung und und Erweiterung dieser bei- Anstalten in den nächsten zwei Jahren ist ein Budget von über 1,25 Millionen IL vorgesehen. Weiter soll die Aufnahmekapazität der geschlossenen Erziehungsanstalt „Schaarej Nikanor“ bei Tel Aviv verdoppelt •werden, und eine ähnliche Anstalt für 30 Jugendliche wird im Norden des Landes . entstehen. Diese Entwicklungspläne basieren auf einer genauen Untersuchung über die Jugendkriminalität im Lande, sowie auf der Zahl von Gerichtsanweisungen über die Einlieferung von Jugendlichen in Besserungs- und Erziehungsanstalten. Obwohl die Zahl der Jugendlichen (zwischen sc?hs und 16 Jahren), die -¿¡©n der Polizei weger kriminellen Delikten verschiedenster Art im vergangenen Jahr festgenommen wurden, bisher nur ca ein Prozent der Jugendlichen derselben Altersgruppen darstellt, kann nicht geleugnet werden, dass die Polizei in der letzten Zeit sich einer heranwachsenden Generation von Berufs-Verbrechern gegenüber fand. Diese Feststellung ist in dem letzten Jahresbericht der Polizei enthalten, der sich auf Ziffern für das Jahr 1958 stützt. Der Be- -- Unterricht in Demokratie Montevideo. — Das Re. gierungsblatt ,,E1 Debate” verweist auf die bevorstehende Konferenz von Diplomaten der VAR, die in Montevideo tagen wird. Die Zeitung bezeichnet diese Gelegenheit als günstig für die arabischen Diplomaten, um die volle Ausübung de. bürgerlichen Freiheiten, di!? für das uruguayische ' Volk charakteristisch ist, an Ort und Stelle 'studieren zu können. iTTA) rieht stellt u. a. fest, dass die Zahl der jugendlichen Verbrecher gegenüber dem Vorjahre um über 30 Prozent gestiegen ist. Im Laufe des Jahres 1958 wurden so von der Polizei insgesamt 7479 Jugendliche wegen krimineller Vergehen festgenommen, darunter 612 Mädchen. Ein anderer Bericht, der vom Leiter des Probationsdienstes für die Jugend redigiert wurde, stellt ebenfalls fest, dass die Zahl der jugendlichen Verbrecher ständig im Steigen begriffen ist und jetzt 1,03 Prozent der Jugendlichen bis zu 16 Jahren ausmacht. Derselbe Bericht weist mit besonderer Besorgnis auch auf die Tatsache hin, dass die Jugend-Kriminalität mehr unter den jugendlichen Olim als unter den Kindern von „Vatikim” Fuss gefasst hat. Die Erweiterung der Erziehungsanstalten und ihr Ausbau ist deshalb eine bedauernswerte aber dringend notwendige Aufgabe. Noch heute ist es nicht möglich, Jugendliche, die auf Abwege geraten sind, unter Aufsicht zu stellen oder in eine Besserungsanstalt zu überführen, wenn sie sich nicht schon wirklich ernste Vergehen zuschulden kommen Hessen. So findet man seit einiger Zeit immer mehr Jugendliche unter 16 Jahren unter den Verkäufern von Kinokarten zu Wucherpreisen, besonders in Tel Aviv Die Polizei weiss das, kann jedoch kaum etwas dagegen unternehmen, da in den Heimen und Anstalten kein Platz für diese Jugend ist und die Probationsoffiziere ohnehin mit Arbeit überhäuft sind und sich um viel ernstere Fälle zu kümmern haben. Die Polizei ist ernstlich bemüht, nicht nur jugendliche Verbrecher vor Gericht zu bringen, sondern auch einer weiteren Ausdehnung der Jugend - Kriminalität vorzubeugen. So wurden von ihr sowohl in Jerusalem als auch in Tel Aviv Sonderabteilungen gebildet, die sich ausschliesslich mit Jugendlichen befassen, und im allgemeinen bemüht sich die Polizei - Leitung energisch und * durchgreifender als bisher vorzugehen. Die ideale Lösung wäre es natürlich, eine Aktion zu unternehmen um das Uebel der Jugend - Kriminalität gänzlich auszurotten und durch Präventivmassnahmen die ansteigende Kurve von Verbrechen von Jugendlichen wieder abzudrücken. Die Möglichkeiten in dieser Hinsicht sind jedoch äusserst beschränkt. Das Ansteigen der Jugendkriminalität ist kein rein israelisches Phänomen, sondern eine ähnliche Entwicklung wird aus allen Teilen der Welt gemeldet. Aus den USA, wo die Zahl der jugendlichen Verbrecher in den Städten bis zu 3 Prozent der Jugendlichen ausmacht, in England wo Jugendliche zu den Anstiftern der Rassenkonflikte in 'London gehörten, in der USSR wo Söhne und Töchter von führenden Persönlichkeiten zu Verbrechern wurden, und vielen anderen Ländern. Das Uebel hat in Israel verschiedene Aspekte und Ursachen und ist deshalb besonders schwer auszurotten. Einerseits findet man unter den jugendlichen Verbrechern Kinder aus ärmeren Kreisen und Olim-Dörfern, die aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen zu Verbrechern werden. Andererseits jedoch nimmt die Jugendkriminalität auch stark unter den „Bnel Towim‘, unter der „jeunesse dorée“, ständig zu. und ge¬ Israel leiht technische Hilfe Jerusalem: — Eine zahlreiche Delegation von Akkerbau-Experten traf kürzlich aus Indien hier ein, um die landwirtschaftlichen Methoden Israels kennenzu lernen. Ihr folgte einige Tage später eine Studienmission aus Senegal, der jüngsten afrikanischen Republik im französischen Staatenverband. Israelische Fachleute haben in rund 20 asiatischen und afrikanischen Ländern gearbeitet, und israelische Gesellschaften sind in afro-asiatischen Staaten mit lokalen Firmen in Partnerschaft getreten. In dem Masse, in dem die Völker Afrikas ihre Unabhängigkeit erlangen, steigt das Verlangen nach technischer Hilfe aus Israel. Die jungen Nationen geben sich Rechenschaft, dass Israels Erfahrungen auf allen Gebieten des Aufbaus ihnen als Vorbild für die Entwicklung dienen können. Allerdings stellte ein israelischer Beobachter die Frage, cb sich Israel nicht „zu sehr ausgebe ‘ bei seinem Bemühen, Asien und Afrika technische Unterstützung zu leihen. Die israelischen Beamten geben hierauf eine negative Antwort. Sie verweisen darauf, dass die afrikanischen Länder, denen Israel hilft, nur 15 % der Flächenausdehnung des Schwarzen Kontinents ausmachen Sie betonen, die steigende Nachfrage nach israelischen Experten zeige, dass Israel sich in Afrika und Asien bewährt hat, denn technische Hilfe sei ein wertvoller Exportartikel der meisten modernen Staaten und steRt auch für Israel vom ökonomischen Standpunkt aus einen wichtigen Aktivposten dar. Das Problem an sich hat zwei Seiten, eine politische und eine materielle. Es hat sich herausgestellt, dass es der Realistik entbehrt, Afrika als eine politische Einheit zu betrachten. Selbst wenn man von den arabischen Ländern in Nordafrika und der „weissen Enklave“ an der Südspitze des Kontinents absieht, so wird man feststellen, dass die Hauptmasse dieses Erdteils in viele neue Nationen mit verschiedenen, oft gegensätzlichen Interessen und Bestrebungen gespalten ist. Pan-Afrika bedeutet noch immer eher ein Ideal und ein Ziel als eine Wirklichkeit. Israel muss dieser Lage Rechnung tragen. Es muss sich gleicherweise freundschaftlich zu Ländern stellen, die untereinander keine allzu freundschaftlichen Beziehungen unterhalten. Sc pflegt Israel z. B. die Freundschaft mit Aethiopien und ist auch bemüht, mit dem benachbarten Somalia in gute, Beziehungen zu treten. Zwischen Aethiopien und Somalia bestehen jedoch Grenzstreitigkeiten, und wenn Israel mit beiden Ländern gut Freund sein will, so muss es vorsichtig sein, um . nicht in. diesen Zwist verwickelt zu werden - Die _■ Beziehungen zwischen Israel und Ghana sind äusserst enge. Ghana betrachtet sich als führendes Land im Kampf um die afrikanische Unabhängigkeit. Doch im Osten ersteht ein selbständiges Kenya und im Westen ein souveränes Nigeria, die beide die Führerschaft für sich beanspruchen. Auch in diesem Falle wird Israel bemüht sein müssen, die Freundschaft mit keinem dieser drei Länder zu gefährden. In materieller Hinsicht sind die Schwierigkeiten geringer, denn obwohl das sieh Israel eröffnende Feld praktisch unbegrenzt ist, so verfügt es über genügend Experten und vorläufig auch über hinreichende Mittel zur Gründung gemischter Unternehmen. Es wäre jedoch angezeigt, für die Gewährung von techni- | scher Hilfe einen Plan auszuarbeiten und zum Studium nach Israel einzuladen, anstatt israelische Fachleute in die einzelnen Länder zu entsenden. Dies wäre zweifellos sogar nützlicher für diese Völker, denn der Instrukteur aus dem Ausland kommt und geht, während ihre eigenen Leute, nachdem sie im Ausland geschult worden sind, im Lande verbleiben. Auch sollte Israel bedenken, dass sein. Bestand an wissensehaftli-i chem und technischem Men-f sc-henmaterial nicht unerschöpflich ist und wirksamer; ausgenutzt werden kann, um afrikanische Sachverständige in' Israel zu schulen als technischen Rat an Ort und Stelle zu erteilen. „Cleopatra” wird boykottiert New York. — Der Internationale Verband des Schiffspersonals erklärte, er sei gezwungen worden, den Boykott gegen das ägyptische Schiff „Cleopatra” durchzuführen, weil die USA-Regierung „untätig” zusehe, wie USA-Schiffe von der VAR auf die sch -arze Liste gesetzt worden sind. Paul Hall, der Präsident der Gewerkschaft überseeischer Schiffs;, rbcitfr, gab bekannt, Streikposten seien erst aufgestellt worden, nachdem andere Schritte zur Erleichterung der Lage von USA- Sehiffen und ihrer Bemannungen gescheitert waren. Auf die Erklärung des State Department, die Streikposten würden die auswärtigen Beziehungen der Regierung erschweren und möglicherweise zu Repressa-" lien gegen USA-Schiffe führen, entgegnete Hall: „Ausser einem Protest gegen den Boykott hat die USA- Regierung nichts getan, um das Sternenbanner im internationalen Handel zu schützen.” Die Lage ist schon seit einem Monat gespannt, als die Mannschaften dreier , durch Vermittlung der Gewerkschaft gecharterten Schiffe in ägyptischen Häfen beschimpft und praktisch als Gefangene behandelt wurden. Es besteht die Möglichkeit, dass die „Cleopatro” den Hafen von New York verlassen muss, nachdem des Bundesgericht zum zweiten Mal abgelehnt hat, die Entfernung der Streikposte i anzuordnen, weil der von dem Syndikat erhängte Streik „Sache der Gewerkschaft sei und keinen politischen Charakter trage.” (ITA) rade hier versagen Vorbeugungsmittel fast gänzlich. Mindestens so wichtig wie die Vorbeugungsaktion ist die Strafaktion, die den Verbrechen zu folgen hat. Hier gibt es für die Jugendlichen dieselben Probleme wie bei erwachsenen Verbrechern, aber im Falle der Jugendlichen haben die bestehenden Mängel ernstere Folgen. Einerseits sind die zuständigen Gerichte mit Fällen so überlastet, dass meistens viele Monate vergehen, bevor ein Jugendlicher, der — auf frischer Tat ertappt — reuig und bereit war, klein beizugeben, zur Verantwortung gezogen wird. Ferner fehlt es an Probationsoffizieren, die verurteilte Jugendliche nach Absolvierung ihrer Strafe (oder bei Straferlass) betreuen können. Auch hat man dem Jugendlichen, den manchmal nur ein Mangel an Idealen oder sogar ein Mangel an Beschäftigung und Gesellschaft zum Verbrecher-Unwesen getrieben hat, keinen anderen Rahmen zu bieten, in dem er seiner Energie und Phantasie andere Wege bahnen könnte. Sowohl die Gadna als auch die verschiedenen Jugend- Verbände bieten solchen Jugendlichen keine Ausweichmöglichkeit, und wenn einige rückständige oder auf Abwege geratene Jugendliche in gewissen Nachal- Gruppen unterkamen (mit einem fast hundertprozentigen Erfolg bei ihrer Rehabilitierung), so liegt auch hier keine Allgemeinlösung vor. Es ist deshalb zu begrüssen, dass der neue Entwicklungs-Plan des Fürsorge-Ministeriums gerade in dieser Hinsicht versucht, Remedur zu schaffen und neue Wege Zu ebnen, um der vorbestraften Jugend den Uebergang zu einem produktiven und ehrlichen Leben nach Absolvierung der Strafe zu ermöglichen. So sollen zwei Jugendherbergen für je 40 Jugendliche geschaffen werden, in denen jugendliche Delinquenten der letzten Monate ihrer Strafperiode absolvieren werden und eirie besondere Vorbereitung für ihre Rückkehr zur freien Gesellschaft erhalten. Auch sollen in allen Erziehungsanstalten besondere Abteilungen gebildet werden, in denen die Jugendlichen vor ihrer Entlassung berufliche Ausbildung sowie allgemeine Schulbildung erhalten werden. Die Jugend-Kriminalität in Israel hat heute noch nicht das Ausmass angenommen, das dieses Unwesen in anderen fortgeschritteneren Ländern erreicht hat. Das schnelle Ansteigen der Zahl von jugendlichen Verbrechern in den letzten zwei Jahren hat jedoch, mit Recht, Polizei und Fürsorge-Ministerium veranlasst, mit aller Schärfe einzugreifen, um das Uebel soweit wie möglich einzudämmen, und auf alle Fälle zu versuchen, den Jugendlichen, die einmal auf Abwege geraten sind, erneut den Rückweg zu einem ehrlichen Leben zu weisen. Generalkonsul Israels in Zürich Zürich. — Der stellvertre. tende Leiter der Informationsabteilung im israelischen Aussenministerium, Dr. Uri Naor, wurde zum Generalkonsul in Zürich ernannt. Dr. Naor, der bis zum Jahre 193G die zionistische Zeitschrift „Selbstwehr” in Prag redigierte, gehört .dem israelischen Aussendienst seit der Staatsgründung im Jah. re 1948 an, u. a. als Presse, attaché an der Gesandtschaft In Prag und als erster Leiter der Informationsabteilung der Israel-Mission in in Köln. (AWZ) Registro de la Propiedad Intelectual N? 624079 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 31M

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