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Jüdische Wochenschau · 1960-04-26 · 1772 (26.4.1960) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1772 (26.4.1960)
Date
1960-04-26
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Martes, 26 de Abril de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1772 - 7 NACHRICHTEN AUS ISRAEL ROHOEL Im Jahre 1959 wurden auf dem Oelfeld voa Cheletz 126.000 Tonnen Rohöl ¿"fördert, am 46 Prozent mehr als im Jahre zuvor. Die inländische Erdölproduktion konnte im Jahre 1959 10 Prozent des Bedarfes von Israel decken. PHOSPHATE Zum ersten Mal hat der Export von Phosphaten aen inländischen Verbrauch überschritte»; in Israel sind 1959 insgesamt 90.000 Tonnen abgesetzt worden, während der Export 97.000 Tonnen betrug. Man rechnet mit einem steilen Anstieg des Export«. AUTOREIFEN. PRODUKTION In beiden Betrieben zur Erzeugung von Autoreifen — „Alliance” in Chedera und „Schimscbon” in Petach Tikwa — war 1959 eine beträchtliche Steigerung der Prodult tion und der Vermarktung zu verzeichnen. Im ersteren stieg die Produktion von 3.900 Tonnen 1958 auf 4.800 Tonnen 1959, das heisst um 23 Prozent, und im zweiten von 3.450 auf 4.215 Tonnen, also ebenfalls um fast genau denselben Prozentsatz. Sowohl ,,Alliance” als auch ,,Schimschon” haben im Vorjahr mehr als die Hälfte ihrer Produktion exportiert. Der Wert der von „Alliance” 1959 ausgeführten Reifen belief sich auf 3.550.000 Dollar gegenüber 2.880.000 Dollar ein Jahr vorher, also eine Steigerung um wiederum 23 Prozent. Bei „Schimschon” betrug die Exportsteigerung i0 Prozent': von 2.500 Dollar 1958 auf 3,023.000 im Jahr« 1959. ERV/EITERUNG EINES HAFENS Ausgedehnte Erweiterung*- arbeiten im Hafen von Elat stehen vor dem Abschluss. Sobald sie zu" Ende sind, wird der Hafen von Elat den ständig steigenden Anforderungen völlig entsprechen können. Die neue Tankstat:on Ermöglicht es Scm.ffen aller Art, Treibstoff zu fassen. Im Hafen wurde ferner eise Anlage zum Filtrieren von Wasser errichtet, um sicherzu stellen, dass fremde Schiffe genug Trinswisser bekommen. Nach Be mdigtrng des Baues eine? neue* Hafenmagazins mit einer Fläche von 1.000 Quadratmeter wird bei der Einlagerung von Gütern eine merkliche Erleichterung zu spüren »ein. KOLONISATIONS¬ BUDGET Das Kolonisations-Budget der Jewish Agency für 1960/61, das aus den Einnahmen des Keren Haj-essod gespeist wird, sieht vor allem eine Vermehrung der Produktionsmittel vor, um die Entwicklung der neuen Siedlungen zu fördern. In den Richtlinien, die für die Vorbereitung des Budgets herausgegeben wurden, faiess $s, . dass die,. Zucht von Milchkühen nur in jenen .. .Siedlungen erweitert werden soll, welche jüngst ausdrücklich als „Milchwirtschaften“ bezeichnet worden .sind. Mastvieh soll »ur dort gezüchtet werden, wo hierfür natürliche günstige Bedingungen bestehen, wie reichliche Naturweide. Aa dem Budget für Hühnerzucht sollen nur Siedlungen Zwanzig Jahre Wochenschau HEUTE vor zwanzig Jahren ist die erste Nummer der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU erschienen. Sie sollte eine Brücke zwischen den einzelnen jüdischen Gemeinschaften bilden, zwischen den Kontinenten und zwischen unseren Hoffnungen und Erwartungen. Zwanzig Jahre voller weltbewegender Ereignisse sind vergangen. Unser Volk hat die grösste Tragödie seiner Geschichte erlebt, und unsere Generation wurde Zeugin der Wieder-Staatwerdung Israels. Uns war es nach den Jahren der Erniedrigung und der Trauer, über die w-ir getreulich berichtet haben, vergönnt, auch die Stunde der Renaissance, der Neuwerdung Israels zu melden, jene Stunde, für die ungezählte Geschlechter unseres Volkes gekämpft haben und für deren Verwirklichung wir selbst uns mit unserem Herzen und Wissen, mit unserer Arbeit und mit unserer Feder eingesetzt haben. ★ A LS die JUEDISCHE WOCHENSCHAU in den Jahren des Unterganges und der Verzweiflung ihre Stimme erhob, nicht zu verzweifeln und an die Schicksalswende zu glauben, ais sie dazu aufforderte, unsere eigenen Kräfte dafür einzusetzen, damit dieser Wandel vollzogen werde, und als schliesslich die Wochenschau immer wieder schrieb und kündete, dass es auch auf uns ankäme, ob der Traum der Jahrtausende Wahrheit und Wirklichkeit werde, da brachten viele nicht die Kraft auf, uns zu folgen, unseren Worten zu vertrauen und unsere Parolen zu unterstützen. Wer sich der Mühe unterziehen wollte, noch einmal vor seinem geistigen Auge die Geschichte der letzten zwanzig narten Jahre in ihren Einzelheiten erstehen zu lassen, der wird erstaunt sein, wie sich der von uns geführte Kampf in der politischen Welt abgespielt hat, und welchen Einfluss wir selbst hierauf nehmen konnten. — ★ RASCHER als man annehmen konnte, hat sich die JUE¬ DISCHE WOCHENSCHAU ihren Platz im Rahmen der argentinischen und der jüdischen Presse und Gesellschaft in Argentinien erkämpft. Dies war besonders bei der jüdischen Presse nicht immer leicht, die aus verständlichen Gründen anfangs eine starke Animosität gegen eine deutschgeschriebene Zeitung zeigte. Unsere Zeitung sollte auch eine Brücke sein von einem jüdischen Sektor zum anderen, von einer Kollektivität zur anderen, von einer Gruppe zur anderen, und — um es in einer alten und überholten Terminologie zu sagen —, vom Ost zum Westjudentum. Auf diesem Wege hat die Wochenschau besonders erfolgreich gearbeitet. Wenn heute die Gegensätze hier längst nicht mehr so scharf sind wie früher, so ist das im wesentlichen auf die Tätigkeit der Wochenschau, zurückzuführen, die sieh gegen alle diese Widerstände durchgesetzt hat. So haben wir — wie wir Grund haben anzunehmen, — entscheidend dazu beigetrageu, aus der Vielheit der in Argentinien lebenden Gruppen von Juden eine Einheit zu formen, die langsam festere .Gestalt annimmt und in deren Gesamtheit auch unser Sektor- und seine tragenden Menschen ihren Platz erhalten werden. — ★ r\IE grossen politischen Zusammenhänge des Zeitg-eschehens darzustellen, war eine der vornehmsten und wichtigsten Aufgaben, die sich die JUEDISCHE WO¬ CHENSCHAU gestellt hat. In den Leitartikeln, die in jeder Nummer, also zweimal wöchentlich von Jehuda Gottheimer geschrieben werden, spiegeln sich alle für das jüdische Leben in der Welt wichtigen Ereignisse wider. Tausenden gaben die Artikel Trost und Hoffnung in schweren Tagen, Erbauung und Aufrichtung in den Zsiten der Wende, immer aber die Möglichkeit einer umfassenden Information und Orientierung. ★ IM politischen Kampf um die Gestaltung eines neuen, * aufzubauenden Lebens in einem neuen Lande und beim Ringen um eine bessere Zukunft bleiben Reibungen nicht aus, schon deswegen weil es unmöglich ist, allen gerecht zu werden. Die JUEDISCHE WOCHENSCHAU ist zufrieden, dass es solche Auseinandersetzungen gegeben hat, durch die neue Initiativen gegeben worden sind und eine Stagnation vermieden wurde. Sie hat niemals persönliche Debatten gesucht oder eine Einzelperson angegriffen, sondern versucht, durch Kritik an unerfreulichen oder abwegigen Erscheinungsformen des gesellschaftlichen Lebens einen besseren Weg zu zeigen. Manche haben dabei in ihrem Eifer nicht verstanden, worum es ging. Anderen wiederum war die JUEDISCHE WOCHENSCHAU immer unbequem, da sie sich durch ihre Artikel oder schon durch ihre Existenz in ihrer assimilatorischen Haltung gestört fühlten. Aber all dies hat uns niemals von unserem klaren und geraden Weg abhalten können, den wir vom ersten Tage unseres Erscheinens a:: eingeschlagen haben. Diesen Weg im Dienste des jüdischen Volkes und Israels weiterzugehen, solange uns dies vergönnt ist, soll wie am ersten Tage unseres Bestehens die Aufgabe der JUEDI¬ SCHEN WOCHENSCHAU bleiben. in gebirgigen und hügeligen Gegenden sowie die sogenannten „Feldwirtschaften“ Anteil haben. Obstpflanzungen sollen nur dort erweitert werden, wo die Beschaffenheit des Bodens und die Obstsorten Rentabilität versprechen. BAUMWOLLE IM HULE- GEBIET Die Baumwollernte im Hulegebiet beträgt in diesem Jahr 400 Kilo prer Du~ nam statt 250 im Vorjahr; •insgesamt wurde Baumwolle auf 5500 Dunam .angebaut die Baumwollernte hat Beschäftigung für 75.000 Arbeitstage geboten und der Tagesverdienst betrug im Durchschnitt' 10 IL. Es ist geplant, im nächsten Jahr auf weiteren tausend Dunam Boden, der bei der Trocke legung des Hulesees gewonnen wurde, Baumwolle anzubauen. Die Baumwolle wird zum ersten Male in der in Kiriat Schmooe errichteten neuen Spinnerei, die bereits teilweise?*' in Betrieb gesetzt wurde, verarbeitet werden. Ernsi Simon: „Aufbau im Untergang“, Verlag J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen, 1959. ALs Heft 2 der Schriftreihe wissenschaftlicher Abhandlungen, des Leo Baeck- Instituis erschien Prof. Simons Darstellung über „Aufbau im Untergang”, eine Schilderung der jüdischen Erwachsenenbildung im nationalsozialistischen Deutschland als ein allgemeiner Beitrag zum geistigen Widerstand. Die wenig mehr als 100 Seiten umfassende Schrift gibt ein-anschauliches Bild der damaligen Bemühungen, durch Erziehung und Bildung der Erwachsenen einen völligen seelischen und geistigen Zur sammenbruch der deutschen Juden zu vermeiden. In meisterhafter Form schildert Simon die zu einem guten Teil von ihm selbst geleistete Arbeit und liefert damit einen Beitrag, die Einzelheiten der Zeit der Verfolgung festzuhalten. Diese besondere gelungene und für die Tätigkeit des Baeck-Instituts typische Arbeit gibt auch heute noch eine Fülle von Anregungen und ist nicht allein unter einem historischen Aspekt zu werten. Auch aus diesem Grunde sollte die Schrift Simons gelesen werden. Auf das Scfaiu'sskapitel des Buches „Theresienstadt und Jerusalem“ muss besonders aufmerksam gemacht werden, in welchem Simon zu trefflichen Erkenntnissen gelangt. Die berechtigte Rehabilitierung von Dr. Paul Eppstein war notwendig und wirkt menschlich sympathisch. (h. s.) * S. AcUer-Rudel: „Ostjuden. in. Deutschland“, Mohr, Tübingen. Dieses Buch, als erstes Heft der Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck-Instituts herausgegeben, ist bereits ausführlich von Dr. Herbert Freeden (Jerusalem) in der Jüdischen Wochenschau besprochen worden. Heute sei nur ergänzend hinzugefügt, dass der ausgezeichnete Autor, S. Adler-Rudel, di« Leitung der Jerusalemer Zentrale des. Leo Baeck-Instituts übernommen bat, womit die Ar- 1 beit dieser wichtigen Institution in eine neue und wahrscheinlich entscheidende Phase getreten sein dürfte. Auf das Buch „Ostjuden in Deutschland“ sei hier noch einmal aufmerksam gemacht. Mitglieder des Instituts erhalten alle Veröffentlichungen gratis oder zu Vorzugspreisen. ♦ André Schwarz-Bart: „El último Justo“, Editorial Seix Barrai, Barcelona, 1959 Ein erschütterndes Buch jüdischen Schicksals zur Hitlerzeit, das von Fernando Acevedo ins Spanische übertragen worden ist. Dieses Buch zeichnet sich durch die politische Sicht aus, von der aus die Probleme und das Weltgeschehen betrachtet werden. Nicht ein einzelner oder ein Volk wird allein auf die Anklagebank gesetzt, dieses Buch ist rin« Warnung und ein Vorwurf für alle und ein Appell an alle, nicht anteilnahmslos das Schicksal seiner Brüder und anderer Menschen hinzu nehmen. (i) * Wilhelm F reybam „Der Weg zum Judentum“, Europäische Verlagsanstalt, — Frankfurt am Main. Auf dieses interessante Buch haben wir bereits bei einer früheren Gelegenheit aufmerksam gemacht. Es handelt sich um ein Buch, in welchem gewiss auch philosophische und religionsphilosophische Aspekte vorgetragen und berücksichtigt worden sind. Aber man darf nicht den Eindruck gewinnen. dass hier ein Mann der Theorie zu den Fragen Stellung nimmt, die jeden Juden — man möchte sagen: täglich — interessieren und die jeden gebildeten Nichtjuden ansprechen. Der Aráoz 2854 T. E. 71 9059 BALL MIT MARIO CARDY Am Sonnabend, ¿en 14. Mai, findet im Heim d r Lir unsere Mitglieder urd Freunde schon traditionel.3 Ball mit Mario Cardy und seiner beliebten Kapelle statt. Reservieren Sie re.ntzeitig Ihren Tisch (T. E. 72- 2725), um sich einen Abend bester Stimmung und Unterhaltung zu sichern! Grosser Barbetrieb, Tombola mit wertvollem Preisen und Ucberraschungen. Círculo Religiös» Israelita BET ISRAEL Buenos Aires Cord? 1345 Rabbiner Marshall Myer, von der Congregación Israelita de la República Argímtina spricht zur jüdischen Jugend Belgranos. Seine Ausführungen werden von einem Filmstreifen „Campamento Rama” begleitet. Gäste aller Altersstufen herzlicht willkommen. Mittwoch, 4. V. 60, um' 21 Uhr: Jom Ha’atzmauth-Feier im Bet Israel. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Festrede vom Dr. Hardi Swarsensky die von einem künstlerischen Beiprogramm umrahmt wird. Autor ist ein Mann der gelebten Religion oder Religiosität, seine Ausführungen sind von einem starken, aber echten Sentiment getragen. Das macht das Buch erst recht lebenswert. Wissen, Lehre, Empfinden und Begeisteren g sind die lebensnahen Elemente, aus denen der Autor seine Gedanken schöpft. (—y) Conciertos Daniel ♦ TEATRO COLON Abono a 10 Coaciertos Vespertinos Claudio Arrau Piano — 2 Conciertos Nicanor Zabaleta Arpa — 1 Concierto Tehaikowsky Piano — 1 Concierto Christian Ferras Violín — 1 Concierto Malcuzy nsk i Piano — 2 Conciertos Jaime La redo Violín — 1 Concierto D. Barenboim Piano — 1 Concierto Bemard Michelin Cello — 1 Concierto ' ABERTURA DEL ABONO VIERNES 29 *»<>♦♦♦«♦♦«♦♦«»»♦♦♦♦♦♦♦ ♦ ♦ ♦ ♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦•»» Campana llnida pta Israel Einheitskampape 1S66: Zahlt schnell ZAHLT GUT ANNAHMESTELLEN: CAMPANA UNIDA PRO ISRAEL Comité Centroeuropeo Sarmiento 2376, 3f T. E. 47-3820 — und Sekretariate aller angeschlossenen Organisationen u. Gemeinden. MMM

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