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Jüdische Wochenschau · 1960-04-22 · 1771 (22.4.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1771 (22.4.1960)
Date
1960-04-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Die Jüdische Wochenschau als solche kann nicht Partei ergreifen. sie ist nicht das Organ einer Liste, sondern muss — ihrer Grundhaltung und ihrer Aufgabe entsprechend — allen Gruppen und Parteien die Möglichkeit bieten, sich zu den Wahlen zu äussern, um ihre Prinzipien entweder in kurzen Artikeln oder in Anzeigen auseinanderzusetzen. Eine grosse Reihe von Organisationen unseres Sektors haben sich zum Zwecke der AMIA-Wahlen zu einer besonderen Liste zusammengeschlossen, um gemeinsam fiir die besonderen Aufgaben und Ziele zu kämpfen, die im einzelnen im Programm dieser Liste niedergelegt sind. Wir können uns nicht der Tatsache verschliessen, dass einige Punkte, die dort vertreten werden, auch von den meisten anderen Parteien in ihr Programm eingeschlossen sind, z. B. die Vertiefung der Beziehungen zu Israel, die Verstärkung der erzieherischen Arbeit und eine stärkere Sorge für die Jugend. Wir sprechen die Hoffnung aus, dass dies nicht nur eine Wahlpropaganda sein möge, sondern dass sich alle diese Organisationen auch zusammenfinden werden, um zunächst einmal in unserem engeren, eigenen Kreise das Schulwesen stärker zu fördern, die erzieherische Tätigkeit zu verstärken und eine Integralschule zu schaffen, die es in allen anderen Sektoren, auch im sefardischen. bereits gibt, während diese Pläne bei uns trotz immer wiederholter Mahnungen und Hinweise der Jüdischen Wochenschau noch immer nicht realisiert sind. Ohne Zweifel hat diese Liste der zentraleuropäischcn Juden — auch wenn ihr nicht alle Gruppen und Gemeinden angeschlossen sind — wichtige Funktionen, vor allem in der Richtung, die mit der Währung unserer eigenen Tradition und mit der Rücksicht auf die Empfindungswelt des zentraleuro päischeu Judentums im Zusammenhang stehen. Hier geht es im wesentlichen um | die besonderen religiöser Belange, um die Friedhofspflege und um die Form des Beerdigungswesens, Aufgaben, die zu dem unmittelbaren Arbeitsgebiet der AMIA gehören. Ausserordentlich begriissenswert ist der Programmpunkt, der sich mit der Einführung 1er progressiven Quote befasst, durch die verhindert werden kann, dass Sterbefälle zu Diskussionen über Kosten führen, was bei uns mit Recht als besonders unangebracht am gesehen und empfunden wird. Man muss noch ein Schlusswort über die Spitzenkandidaten dieser Liste sagen. Da ist als erster der in allen Kreisen durch seine erfolgreiche und aufopfernde Tätigkeit bei der Kehilla geschätzte David Spiegel zu nennen, der bereits in den vergangenen Jahren durch seine Kenntnis der AMIA- Arbeit nicht nur, aber auch für unsere Kollektivität eine hervorragende Tätigkeit entfaltet hat. Sehr vielen hat er in ihren schwersten Stunden durch seinen Rat und seine Tat wertvollen Beistand geleistet, für alle Organisationen hat er sich eingesetzt und war dort zur Stelle, wo man ihn gebraucht hat. — An zweiter Stelle steht Manfred Anspach, durch seine vielfältige Arbeit vor allem in der Jüdischen Kulturgemeinschaft bekannt, der durch seine Tätigkeit ebenfalls bereits seine Bewährungsprobe in der speziellen AMIA-Arbeit abgelegt hat. An dritter Stelle wurde der in allen Kreisen geschätzte Hermann Klinger ITT BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88-9420 FREITAG UND SONNABEND UM 22 UHR SONNTAG UM 18 UHR ♦ Drei Komödien | Der Baer — Die Hochzeit! | Der Heiratsantracr 1 |von ANTON TSCHECHOV (gespielt in Jiddisch) J ¡»WWW ► ( \ t » I TAILOR HENRY Neues Telefon: 32.0913 E ROSENZWEIG Tucumcm 563. piao 1 > I Grösste Auswahl in imp. und bissigen Stoffen Restaurant »Paso ■ ICO Paso 452 (ai fondo) — T. E. 87 9259:; Unter Aufsicht des Vaa<t Harabonim der Rehilttt! E MITTAGS, und ABENDTISCH i Anrichten voll kleinen Festlichkeiten und Banketten aufgestellt, der durch seine ruhige und — wenn es sein muss — auch energische Art sich des Vertrauens weitester Kreise erfreut. So viel sei über diese Arbeit und diese Liste gesagt. Man wird von allen Seiten denen Verständnis entgegenbringen, die dennoch aus besonderen Gründen dieser Liste nicht ihre Stimme geben. Unsere Gemeinschaft wird so viel demokratisches Gefühl .und Verstehen dafür haben, wenn z. B. die religiösen Zionisten oder orthodoxe Juden der Meinung sind, ihre Stimme dem Misrachi geben zu müssen, oder wenn organisierte Zionisten ihrer zionistischen Partei auch hierbei folgen. Das bedeutet durchaus keine Distanzierung von den Aufgaben und Interessen unseres Sektors, denen sie genau so verbunden sein können wie alle anderen. Wahlen sind zugleich eine Frage der Weltanschauung wie des Gewissens. Wir hoffen, dass sich alle diesem demokratischen Prinzip unterordnen und in diesem Sinne ihrer Wahlpflicht genügen. — Grundsteinlegung lür das Lehrerseminar Vor kurzem fand die feierliche Grundsteinlegung für das neuen Lehrerseminar der aschkenasischen Kehilla statt, zu der ausser den Repräsentanten jüdischer Organisationen auch Vertreter des argentinischen Unterrichtsministeriums und zahlreiche offizielle Persönlichkeiten erschienen waren. Das Grundstück, auf dem ein fünfstöckiges Gebäude errichtet werden soll, das für 600 Studenten Platz bietet, liegt im Herzen des jüdischen Lebens von Buenos Aires. Die Feier wurde mit dem Absingen der argentinischen und israelischen Nationalhymne und dem Hissen der argentinischen und israelischen Fahne eröffnet. Hunderte Menschen waren anwesend, und die tausende Kinder der jüdischen Schulen mit ihren Wimpeln boten ein farbenbewegtes Bild. Israels Botschafter hisste die argentinische und der argentinische Erziehungsminister Mac Kay die israelische Fahne, um die Freundschaft zwischen beiden Ländern zu symbolisieren. Die Eröffnungsansprache hielt der Präsident der bonaerenser Kehilla, D. Emilio Gutkin, der die Anwesenden begriisste und auf die Wichtigkeit hinwies, die das jüdische Volk seit je ebenso wie auch heute dem Lehrerberuf beimisst. Die Kehilla gründete im Jahre 1940 ein Lehrerseminar, um das grosse Erbe des europäischen Judentums, das von den Nazis vernichtet wurde, hier zu erhallen. Er betonte, dass die feierliche Grundsteinlegung fiir das neue Gebäude mit dem 150. Jubiläum der Unabhängigkeit Argentiniens und dem 100jährigen Bestehen der jüdischen Gemeinschaft in Argentinien Zusammenfalle. Im Namen der DAIA und anderer Organisationen begriissten andere Redner die Versammlung und sprachen Rekordflug Wie Lufthansa mitteiltt hat am 10. April eine Boeing 707 Intercontinental dieser Liníe¿ die Strecke New York—Frankfurt in der absoluten Rekordzeit von fr St. 18 Minuten zurückgelegt. der Kehilla die Wünsche für den Erfolg ihres Unternehmens aus. Das letzte Wort hatte der Botschafter» Israels, dessen Ansprache wir schon ver öffentlicht haben. Die rituellen Funktionen bei der Zeremonie wurden von Oberkantor Blecharowitsch ausgeiibt. Den zahlreichen Glückwünschen, die der Kehilla anlässlich dieses Ereignisses ausgesprochen wurden, schliesst sich auch die Jüdische Wochenschau an und wünscht der Kehilla den verdienten Erfolg bei ihrer vorbildlichen Erziehungsarbeit. die sie jetzt mit diesem Riesenbau zu krönen beabsichtigt, ernten möge. Aufruf des Mädchen- Waisenha uses Die Präsidentin des Mädchenwaisenhauses in der Arévalo 2026 berief eine Pressekonferenz, um über die finanzielle Notlage dieser Institution zu berichten. Frau Hilda Weil steht an der Spitze dieser Organisation, die fast fünfzig Jahre erfolgreich arbeitet und ein eigenes Heim für Mädchen und Studentinnen des Lehrerinnen-Seminars des Machon besitzt. Die Institution arbei-, tet gemeinschaftlich mit der Congregación Israelita in der Libertad und plant jetzt, unter der Leitung des neuen Rabbiners, Dr. Marshall Meyer, das Waisenhaus nach modernsten nordamerikanischen Methoden zu reorganisieren. Die finanzielle Lage des Heims ist äusserst schlecht, weil die meisten Mitglieder der Institution immer noch fünf Pesos* Monatsbeitrag zahlen und ihre Quoten nicht der Inflation entsprechend erhöht haben. Gegenwärtig wird die „Woche des Waisenmädchens' durchgeführt, und es wird gebeten die freiwilligen Mitarbeiterinnen freundlich aufzunehmen und ihrer Aufforderung, der Organisation als Mitglieder beizutreten, Folge zu leisten. Die Institution wendet sich auch an die jüdischen Frauen des deutschsprachigen Sektors mit der Bitte, sich als freiwillige Mitarbeiterinnen zu meldfen und bei der Reorganisierung mitzuhelfen. Modernen Erziehungsmethoden gemäss will man vor allem versuchen, die Waisenmädchen in Privathäusern unterzubringen, wo sie als Kinder miterzogen werden, eine Methode, die in den USA grosse Erfolge gezeitigt hat. In dem Heim sind zur Zeit 56 Mädchen untergebracht, doch man erfass* auch grössere, die dem Jugendalter entwachsen sind und noch Zuschüsse vom Heim erhalten. Es hält sehr schwer, geeignete Familien zu finden, die die Kinder aufnehmen können; die? erfordert nicht nur viel Zeit sondern auch die Hilfe der Kollektivität. Die internierten Mädchen sind zwischen 4 und .15 Jahre alt. Sie erhalten neben der staatlichen Schulbildung auch Unterricht im Schneidern, Malen und Kochen da sie bei ihrem Eintritt ins Leben viel grösseren Schwierigkeiten begegnen als Kin- Tormei-Or wtmÄWS« msTHun f-s*î»ÿ »uttawe-.«vy rs3?cmV; n-tw7 -tan n*j ß'iw Tim ma Prof. Dr. Melxer, der Vorsitzende des Vorstandes des neuen Blindenheims in Jerusalem, eröffnet die feierliche Versammlung, die anlässlich der Grundsteinlegung fiir die Blindenschule stalifand. der, die den Schutz des Elternhauses gemessen. Ausser dem Waisenhaus befindet sich in dem Gefcäu de auch ein Internat für Absolventinnen des Lehrerinnen-Seminars der Congregación Israelita, in dem 53 .Mädchen aus dem Innern leben, die jeden Tag mit einem Privatomnibus;r das Seminar gebracht werden. Das Gebäude, das vor 35 Jahren ein geweiht wurde, bedarf auch einer dringenden Modernisierung, was bei den heutigen Baupreisen ein ganz unmögliches Unterfangen darstellen würde. Rabbiner Meyer plant, als erstes Sozialfürsorgerinnen heranzubilden. Dies ist hier ein noch fast unbekannter Frauenberuf. Die Fürsorgerinnen sollen die in schwierigen sozialen Verhältnissen lebenden Kinder beaufsichtigen. Falls seine neuen Ideen, deren er viele hat, durchführbar sind, so werden sie einen grossen Fortschritt bedeuten. Die Kinder fühlen sich in dem Heim, in dem sie nach der jüdischen Tradition erzogen werden, sehr wohl und viele ehemalige Zöglinge, darunter auch eine Aerztin, sind auch als Erwachsene treue Freunde der Anstalt geblieben. Frau Weil unterstrich, dass nicht nur die finanzielle Lage des Waisenhauses prekär ist, sondern dass vor allem auch der Mangel an freiwilligen Mitarbeiterinnen, die sich um die Kinder kümmern würden die Auf- Ankunft eines Botschafters Rio de Janeiro. — Joseph Tekoa, der neue israelische Botschafter in Brasilien, traf aus New York, wo er den Posten eines ständigen Repräsentanten vor den UN bekleidet hatte, in Rio ein. Hunderte von Schülern und Mitgliedern der zionistischen Jugendbewegungen, sowie Beamte des Protokolls begrüssten ihn. In einer kurzen Ansprache auf dem Flugfeld erklärte Tekoa, dass Israel und Brasilien die gleichen Ideale miteinander teilen, die beide Länder in einer festen Freundschaft und gegenseitigem Verständnis verbinden. (ITA) Josef Rottenberg' gestorben Tel Aviv. — Josef Rottenberg, der viele Jahre hindurch an der Spitze der Poale Zion in Polen stand, starb kurz nach seiner Rückkehr von einer ausgedehnten Reise durch die Vereinigten Staaten. Rottenberg, der der Achdut Awoda angehörte, war Mitglied des Ausschusses des Instituts Ringelblum und Direktor der I. L. Peretz-Bibliothek. (ITA) bauarbeit Behindert. Man sucht in erster Reihe Familien, in denen die Kinder untergebracht werden können — wobei sie das Heim auch noch weiter betreuen würde — um den Kindern das Elternhaus zu ersetzen. V TEATRO PRESIDENTE ALVEAR Am Montag, den 25. April, um 21.15 Uhr| GROSSE GEDENKFEIER 17. JAHRESTAG DES AUFSTANDES DES WARSCHAUER GHETTO Sie verteidigten mit ihrem Leben die jüdische Ehdas unserem Volke re. Lasst uns ihr Andenken ehren heilig ist. EROEFFNUNGSANSPRACHE: JOSEF LUTZKY, Vizepräsident der DAIA Dr. NATHAN LERNER, Vizepräsident der DAIA MARK TURKOW, Vertreter des Jüdischen Weltkongresses in Südamerika, der zugleich im Namen aller jüdischen polnischen Verbände spricht. R Liturgischer Teil: OBERKANTOR GUTMAN und Chor der AMIA unter der Leitung von BERNARDO FEUER - m, _ i-_ — Israel - Marken C» «töastos Auswahl; «. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN NUMj MER - MARKER MIT SAND - KOMPLETTE BOGEN (plaachaa) - VOLI* STAENDIGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUEHSWUERDIQE BERATUNG Alfons» MORITZSON Guanacacke 2351, de». 2 au«. CABOLDO ’ .......i»,uuiiy. 4385^1

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