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Jüdische Wochenschau · 1960-04-19 · 1770 (19.4.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1770 (19.4.1960)
Date
1960-04-19
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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Grushka, dem bekannten Sozialmediziner und Professor Emeritus der Hebräischen Universität. Aus der Fülle der interessanten Fakten und Schlussfolgerungen ergibt sich, dass das hohe Niveau der öffentlichen Gesundheitsdienste im Lande kein Zufall ist. Israel kann sich rühmen, die grösste Anzahl von Aerzten pro Kopf der Bevölkerung zu haben. An erster Stelle in der Welt zählt es einen Dokt©*i HERBERT FREEDEN Gefasst und verurteilt Die Gemeinde Schortens bei Wilhelmshaven, auf deren jüdischem Friedhof in der Nacht zum 22. Januar I960 von insgesamt 48 vorhandenen Grabsteinen 23 Grabsteine umgestürzt worden waren, beschloss, die Anlage des Friedhofs wieder würdig herzurichten und für die Ergreifung der Täter 1000 DM alz Belohnung auszusetzen. Als (Tata konnten der Seemann Kur Ahlers und ler Schneidergeselle Fritz Wallat ermittelt werden. Das Schöffengericht in Wilhelmshaven verurteilte den mehrfach vorbestraften Kurt Ahlers wegen gemeinschaftlicher Grabschändung, Sachbeschädigung und Vergehens gegen das Versammlungsverbot — wegen eines an der Friedhofsmauer aufgehängten Plakates mit Naziparolen — zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis. Gegen Fritz Wallert wurde eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 8 Monaten ausgesprochen. tor für je 434 Einwohner, verglichen mit 750 in den Vereinigten Staaten, 1149 in England und 1997 in Südafrika, doch die in den 30er Jahren ins Land kamen, erreichen nach und nach das Ruhestandsalter. Mit 25,6 Prozent der Aerzte über 60 Jahren und nur 3,8 Prozent unter 30, dürfte sich bald eine Abwärtstendenz in der „Dichte“ der medizinischen Versorgung bemerkbar machen. Selbst jetzt gibt es bereits in ländlichen Distrikten eine Knappheit an Aerzten, und um die Dezentralisierung der vorhandenen Kräfte zu gewährleisten, kam es bekanntlich zu dem Uebereinkommen, nach dem kein Krankenhaus einen jungen Doktor beschäftigen darf, der nicht ein Jahr in einem Dorf oder in einer Siedlung „gedient“ hat. Im Gegensatz zu dem Ueberangebot an Doktoren — zumindest in den Städten — steht die unzureichende Zahl der Krankenhausbetten. Zur Zeit der Staatsgründung betrug sie 5000; seitdem ist sie auf 13.000 angestiegen, das heisst, es gibt 3 Betten pro Tausend der Bevölkerung — weit unter dem notwendigsten Bedarf, und der Bettenmangel ist chronisch geworden. Im Süden des Landes ist die Situation noch schlechter — 0,8 Betten per 1000 — und es ist nur zu hoffen, dass mit den drei neuen Krankenhäusern, die jetzt in Beer Schewa, Ashkalon und Elat vor der Eröffnung stehen, die Lage sich einigermassen normalisieren wird. In der Periode vor der Staatsgründung besserte sich_ die Volksgesundheit allmäh-i notwendigen Periode der epidemische Situation natürlich stark von dem arabischen Exodus beeinflusst und von dem Zustrom einer ähnlich grossen Zahl von jüdischen Flüchtlingen aus den unterschiedlichsten Ländern. Ein hoher Prozentsatz der neuen Einwanderer, besonders die aus den unterentwickelten Ländern des Ostens, brachten Krankheiten mit sich, die charakteristisch für ihre Herkunftsländer sind. Bei 4 Prozent der Neueinwanderer in den Aufnahmelagern wurde Tuberkulose festgestellt. Impfungen und Röntgenbilder haben dazu beigetragen, die Krankheit, die in den Jahren der Masseneinwanderung ihren Höhepunkt erreichte, zu reduzieren. Heute haben sowohl Sterblichkeit wie Krankenhausfälle bedeutend abgenommen, und viele Lungenheilstätten wurden in allgemeine Krankenhäuser verwandelt. Die Zahl der frischen Malariafälle fiel infolge strikter Kontrolle undj schneller Diagnose von Pa- 1 rasiten-Trägern von 1172 im Jahre 1948 auf 44 im Jahre 1957. Lepra, der Fluch aus biblischen Zeiten, hat ihren Schrecken verloren. Neue Methoden der Behandlung haben eine wirksame Kur ermöglicht. Im Jahre 1951 wurde das Hansen-Spital der Mährischen Schwesternschaft in Jerusalem vom Gesundheits-Ministerium übernommen, dfem alle verdächtigen oder diagnostizierten Fälle überwiesen werden. Seit 1949 hat es 103 neue Fälle behandeltt von denen 69 Neueinwanderer und zehn Nichtjuden waren. Nach der lieh als ein Ergebnis jüdischer Siedlung und der Massnahmen der Mandatsregierung. Malaria, die eine ganze Generation von Siedlern im Jordantal, Galil und in Chedera ausgelöscht hatte, war unter Kontrolle. Trachom, ein Augenleiden, das 70 Prozent der arabischen Kinder und ein Drittel der jüdischen Jugend befallen hatte, war unter den Juden verschwunden und unter den Arabern seltener geworden. In den ersten Jahren nach 1948 war di« Erzbischof gegen den Antisemitismus Athen. —- Erzbischof Keoklites, das geistliche Oberhaupt der Kirche Griechenlands, verurteilte energisch den Antisemitismus und kündigte einen Plan an, um aus dem Neuen Testament die Stellen auszumerzen, die beleidigend für die Juden sind und den Antisemitismus schüren können. Auf einer Pressekonferenz wandte sich der Erzbischof gegen die kürzlichen antisemitischen Ausbrüche, „die das Herz eines jeden Christen mit Abscheu und Empörung erfüllen müssen.” Der orthodoxe Kirchenfürst äusserte, vor dem Zusammentritt der Heiligen Synode im kommenden Oktober würden Beratungen hierüber mit dem Oekumenischen Patriarchat von Konstantinopel und «indem Schwesterkirchen gepflegt werden. Das Problem solle auf die Tagesordnung der Synode gesetzt werden, wenn diese Anregung em -r stiges Echo findet. (ITA) Krankenhaus - Behandlung werden die Patienten entlassen und müssen sich in gewissen Abständen zu Untersuchungen melden. — Eine andere Geissei, die Pest, trat zum letzten Mal im Lande im Jahre 1947 mit 25 Fällen in Haifa auf und war schnell unter Kontrolle. Wie überall in der Welt blieb jedoch eine neue Heimsuchung nicht aus — Polio. Die schlimmsten Jahre waren 1950 und 1951 mit je 14,5 und 6,9 Fällen für 10.000 der jüdischen Bevölkerung,, wobei die grösste Zahl der Opfer Kinder bis zu 5 Jahren waren. Das Salk-Impfungsprogramm hat 90 Prozent der entsprechenden Altersgruppen erreicht, aber es scheint noch verfrüht, Voraussagen über den künftigen Kurs der Krankheit zu machen. Ein lokales Problem ist das der Schlangenbisse — 200 Personen werden durchschnittlich jedes Jahr von Schlangen gebissen, mit bis zu 16 Todesfällen. Seit der Einführung eines spezifischen Anti-Serums, da« für Israel im Institut Pasteur in Paris hergstellt wurde, ist die Sterblichkeit bei Krankenliausfällen von 63 Prozent auf 25 Piment gefallen. r Die Masseneinwanderung brachte auch Probleme der Betreuung von Geisteskranken mit sich. Israel hat niemals mehr als zwei Betten in Nervenheilanstalten für 1.000 der Bevölkerung gehabt, und im Laufe der Jahre fiel die Quote sogar noch, die an sich schon niedriger als in westlichen Ländern ist. Das geringe Vorkommen von Alkoholismus und die merkwürdige Form der Alterspyramide, das heisst, die grosse Proportion von Kindern, unter denen Geisteskrankheiten seltene Erscheinungen sind, gleichen die Situation ein wenig aus. Dagegen gibt es andere Faktoren, die sie wiederum erschweren: Verstädterung, schlechte Lohnbedingungen und die Tatsache, dass viele Patienten, wenn sie aus Heilanstalten entlassen werden, von ihren Familien nicht wieder auigenommen werden. Die Araber und andere ethnische Minderheiten haben selbstverständlichen Anteil an der allgemeinen Gesundheitsversorgung. Um jedoch ihren besonderen Bedürfnissen nachzukommen, werden vom Ministerium eine Reihe von Institutionen lediglich für diese Gruppen unterhalten. Eine dieser Einrichtungen kümmert sieh um die halb-nomadischen Beduinen im Negew, die sich seit je auf Derwische und Wunderdoktoren verlassen haben und erst in den letzten Jahren überredet werden konnten, moderne Medizin anzuerkennen. Die Zentrale Beduinenklinik in Beer Schewa hat ein ständiges Personal von zwei Doktoren, fünf Schwestern, einem Laboranten und einem Gesundheitsberater. Im Norden des Landes, in Nazaret, gibt es ein besonderes Regierungsspital, das die Lebens- und diätischen Ge-; wohnheiten der arabischen) Patienten in Rechnung zieht, i die nicht an die in jüdischen j Krankenhäusern vorherr-1 sehende Küche gewohnt sind. Da nur ein Teil der arabischen Bevölkerung von ihrem Recht Gebrauch gemacht hat, Mitglieder von Krankenkassen zu werden, unterhält das Gesundheits- Ministerium 14 Kliniken in arabischen und Drusen-Dörfem, sowie weitere 11 Mutter und Kind-Gesundheitszentren. Von den fünf experimentellen Polikliniken im Lande, in denen es zusätzlich zu Entbindungs- und Kinderabteilungen ambulato. rische Betreuung, Zahnbehandlung, Beratung usw. gibt, befinden sich zwei jn arabischen Distrikten. Der Raum reicht hier nicht aus, um die Arbeit der freiwilligen Organisationen zu würdigen, von denen Prof. Grusha spricht, und die, mit Hadassa an der Spitze, so wesentlich geholfen haben. Gemeinsam mit dem GesundheMs-Mimslerium haben sie ihren entscheidenden Anteil an den grossen Leistungen auf dem Gebiete des Gesundheitswesens, auf die Israel stolz 9eln darf. Ich möchte den Führer sprechen Ein düsseldorfer Hotel, das ein wenig hinter der Zelt herzuhinken scheint — oder vielleicht ihr auch ein wenig zu hastig vorausrennt — hat in seinen Gastzimmern einen artigen Gruss an seine Gäste ausgelegt, aus dem man mancherlei Wissenswertes erfahren kann. Wenn Sie noch mehr erfahren wollen, als dort schwär* auf weiss gedruckt steht, müssen Sie — ich zitiere wörtlich; „nach dem Führer verlangen...” Natürlich ist nicht der Mann aus dem Reichstagsbunker gemeint, der ja nun zum Glück nicht mehr vorrätig ist, sondern der „Hotelführer”. Ein Gare, der psychologische Experimente liebt, drückte auf den Kopf und setzte die Klingel für das Zimmermädchen in Bewegung. Das kam, ein ältliches Wesen, mit einer blütenweissen Schürze angetan, machte einen Knicks und fragte höflich nach dem Begehr des Herrn. Der sagt« sehr ernst und nicht ohne gebieterische Würde; „loh möchte den Führer sprechen —!” Brs Mädchen errötete sichtlich, sah den Gast bestürzt an und wusste sich offenbar keinen Rat. Worauf der Herr, ein wenig dringlicher und mit leiser Ungeduld in der Stimme wiederholte: „Bitte, es eilt — ich möchte den Führer schnell sprechen!”; „Hm —”, stotterte da das Mädchen, „ich bedauere wirklich sehr... Aber er ist doch tot...” Dann ging es zögernd zur Tür zurück, sah den Gast ängstlich fragend an, hob plötzlich die Hand zum „deut. sehen Gruss” und rief — man kann nie wissen — „Heil Hitler!” Worauf sich die Tür schnell schloss. Der psychologische Experimentator war auf seine Kosten gekommen... KURT KAISER-BLUETH NICHT IM URWALD LEBEN London. — Vor 1.300 Füh-- rern jüdischer Institutionen, die sieh zur Feier des zweihundertjährigen Bestehens des Board of Deputies der englischen Judenheit versammelt hatten, erklärte der Herzog von Edinburgh, dass wir „wieder im Urwald leben würden”, wenn es dem Antisemitismus gelingen sollte, sein Haupt in Grossbritannien zu erheben. Das englische Volk, so führte der Herzog aus, habe eine demokratische Einstellung zu der in seiner Mitte lebenden jüdischen Minderheit angenommen, doch überschreite manchmal das Vorurteil die Grenzen”. Aus diesem Grunde forderte er eine Vertiefung dieser demokratischen Einstellung, indem er an die „furchtbaren Verfolgungen” erinnerte, deren Opfer die Juden unter den Nazis gewesen sind. Er hob hervor, dass „es leicht ist, die bösen Instinkte in einem Volk zu wecken, dagegen einer ständigen Bemühung bedarf, um das Beste aus ihm herauszuholen.” Prinz Philip .erwähnte die Dienste, welche die jüdische Gemeinschaft England geleistet hat. Er unterstrich im besonderen den Beitrag der Juden auf dem Gebiet der Kunst und der Wissenschaft, der Erziehung und der leichten Muse, wobei er es auch nicht unterliess. auf die Tausende von jüdischen Soldaten zu verweisen, die ihr Leben zur Verteidigung Englands hingegeben haben. Er gedachte der Gefallenen in bewegten Worten und schloss mit einer Würdigung der vom Board of Deputies vollbrachten Arbeit. Königin Elisabeth II., Sir Winston Churchill, Premierminister MacMillan u, v. a. sandten Glückw »i n sch - Botschaften. Der Zeremonie wohnten Vertreter aller politischen Parteien und zahlreiche hervorragende Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler bei. i Der Deputierte Barne tt Jänner sprach die Dankbar^ keit der englischen Judenheit „für den Anteil” au«, „den Grossbritannien an der Errichtung des Staates Israel gehabt hat und ebenso für die Balfour - Deklaration.’* Auch Oberrabbiner Brodie gehörte zu den Festrednern. (ITA) \ Der Antisemitismus heute Rom. — Der Antisemitisunserer Tage nährt sieh aus drei Quellen,, arabischen, russischen und deutschen,, wie das Blatt „Idea Giobanile”, das offizielle Sprachrohr der italienischen Jugendbewegung der Katholiken schreibt, welches in einer seiner letzten Nummern einen langen Artikel über diese Frage veröffentlicht hat. (ITA) Rehabilitiert Limburg. — Das hessische Innenministerium hat die im Dezember verfügte Suspendierung des Leiters der staatlichen Kriminalpolizei in Limburg, Lothar Hofimann, aufgehoben und die Wiedereinsetzung in sein Amt ver-' fügt. Von der Zentralstelie zur Verfolgung von NS-Ver brechen in 'Ludwigsburg war er der Teilnahme an Vernich» tungsaktionen im Konzentrationslager Maidanek verdächtigt worden, wurde jedoch Jetzt ron der Zentralstelle ««habilitiert, da nach neuesten Ermittlungen eine N amensverwechplu ng vorlafr (AWZ) Registro de la Propiedad Intelectual N9 624.070 tvmv\«AeA en 1- T__ nrvT .im DTA _-■_a._oi il

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