Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1960-04-12 · 1769 (12.4.1960) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1769 (12.4.1960)
Date
1960-04-12
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616703-9611224-9611432--0315-9611437
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Marips 12 de Abril de 1960 Ano XXI. — Mo. 1769 — 5 •ou 'ta auf der Wanderung ALECHEM ILER mich, damit ich etwas ,fe eigene Jchneller Sehe- Na, kriech (kr v»t doch mal, du Unglücksjunge. **ïî •eAfe t# Der Vater geht hinter « ttaiu-fT'1" und mir, ich höre. wie er ffi (Jejj brummt. Na so was. Auf den sehe nicb|ßar' Boden Sar? Auswanderung. «a üjj 80 waS- , , __ , n ujj .** Ein sonderbarer Mensch, (ittag ¡5!^ mein Vater. Selbst mit dem aUrta G Boden ist er nicht zufrieden. Wchkan Unbegreiflich. Ich meine, ich *• Und ■'“ätte doch nichts dagegen, (¡er «j*15 ® auch wenn jede Woche Erew «»Fi ** Pcssach wäre und man imman mer au^ den Boden klettern , , eit müsse. Denn erstens ist doch ’ s und djü rjas Klettern selbst nicht zu urnsiit».. veracv1jen_ Wenn ich es an apaminneii fem zusammen sebea Arwangehöngen. mit amerikaniische sM Ith dass es viei istiger ist So m Beispiel auf jer den pm Dass man da- Nun, so steht auf und tollt Die Seche hat n Fehler, dass sst und eia# ässt. ie wieder, et •der etwas Naer will wa«1 ler einen F® löut. rch weäs n sie mir das einem gewöhnlichen Tage machen wollte, man Hesse mich ja nicht, auch wenn’s ans 'Leben ginge. Und jetat laufe ich die Treppe hinauf, ganz frei wie ein Teufel. Und der Vater kommt hinter mir und mahnt. Langsam! Aber er hat gut mahnen. Ich fühle, dass mir Flügel gewachsen sind. Ich fliege, ich fliege. 5. AUS DEM KELLER AUF DEN BODEN UND SCHLUSS Was wisst ihr von den Schätzen, die bei uns auf dem Boden sind? Ja, ja, ganze Schätze. Zerbrochene ert. Immer«- Lampengläser, Topfscherben, h und alte Wäsche — schwer zu e mir Unheil sagen es maj V(jn j^an. ufe, sagt ®i nem oder Weibern gewesen j das Geiia ist Dann liegt eil? stück Pelz da — wenn man nur nahekommt, zergeht es wie Schnee. Ferner gibt es da zerfetzte Buchblätter, die durchgebrannte Röhre des Teekessels, Bettfedem und ein zerrissenes Sieb. F.in alter Lullew macht sich der ganzen Länge nach bequem wie ein Familienvater. Und erst die Sparren und die Balken. Und gar das Dach. Es ist ganz aus Schindeln, und ich reiche mit den Händen hinauf. Man denke das Dach in der Hand halten. Der Vater setzt sich auf einen Balken* und sammelt mme ich so •ran, so sagt & neu »i® t sie Lärm: » •e will erst»' ■ache eri :b st sie >n bin, ans und mod® nur e® sehren, dasK*> Mai 1 hinauf, u letzte SS? wohinwire. n sollen. , ei»ile die zerrissenen Buchblätter und vertieft sich in sie. Ich stelle mich aber an das Kleine Dachfenster und sehe die ganze Stadt vor mir — wie auf einem Teller. Alle Häuser mit allen Dächern — schwarzen, grauen, grünen und roten. Und die Menschen, die da unten gehen, sie sehen ganz klein aus. Und es scheint mir, dass es auf der Welt nichts Schöneres geben kann als unsere Stadt. Ich werfe auch einen Blick zu uns in den Hof, und ich sehe, wie man bei uns und allen Nachbarn scheuert und putzt, Tische und Bänke wäscht, grosse Töpfe mit siedendem Wasser, heisse Bügeleisen und glühende Steine schleppt, und wie ein weisser Dampf sich emporwälzt und gleich Rauch zerflattert. Und es riecht nach Frühling, es rieselt in den Gossen, Ziegen meckern, und irgend ein Mann, der grosse, zerrissene und durch Schnüre zusammengebaltene Stiefel anhat, watet mit einem Pferdchen, das er mit der Peitsche antreibt, mühselig durch den Morast. Es ist Asriel, der Fuhrmann, der irgendwo Mazzes fährt. Und ich erinnere mich dass wir schon lange Mazzes haben, sie - liegen schon lange im verschlossenen Schrank, mit einem weissen Leinentuche zugedeckt. Dort sind auch schon Eier vorbereitet — ein grosser Topf voll Schmalz. Und zwei Kränze Zwiebeln hängen an der Wand. Und noch andere gute Dinge für das schöne Fest gibt es da. Und ich erinnere mich auch an die neuen Kleider, die man mir zu den Feiertagen versprochen hat. Und ich bin sehr froh, sehr glücklich. Herr, tönt ein langgedehnter Ruf von unten heraut Bemüht Euch herunter, in den Hof, die Bücher durchlüften. Der Vater steht auf und spuckt wütend aus. Zu dumm schon. Die wahre Auswanderung. Ich kann des Vaters Unzufriedenheit durchaus nicht verstehen. Was kann es denn Schöneres und Vergnügteres geben, als draussen zu stehen und die Bücher durchzulüften? Und ich laufe auch gleich vom Fenster fort, zur Bodentür und ... krach ... stürze kopfüber die Treppe hinab. * Was weiter war, erinnere ich mich nicht. Ich weiss nur, dass ich nach dem Sturze recht lange Zeit krank war. Es stand damals schlimm mit mir, sagt man. Aber, wie ihr seht, bin ich wieder ganz gesund geworden — wenn es nur niemals ärger würde. Nichts als die Narbe im Gesicht ist geblieben. Auch der Atem ist mir seitdem etwas kurz geworden. Ja, und wenn ich spreche, blinzle ich mit den Augen, bis auf den heutigen Tag.... fügt , St®' jode»' Deifflt î»dârï ¡5Í¡S T*^ die Zwirner 1^1 I F T BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88-9420 <► <> o i> <► o SONNABEND UM 22 UHR SONNTAG UM 18 UHR Drei Komödien Der Baer — Die Hochzeit Der Heiratsantrag von ANTON TSCHECHOV (gespielt in Jiddisch) 4 ******* u*t 11 it ► i > > > Tschechow-Premiere im IFT Das jüdische Volkstheater IFT eröffnete seine diesjährige Spielzeit mit drei Komödien. des russ sehen Dichters Anton Tschechow zu Ehren seines 100. Geburtstages und brachte die Einakter „Der Bär”, „Der Heiratsantrag” und „Die Hochzeit” zur argentinischen Erstaufführung. Der Arzt und Dichter Tschechow geisselt in diesen Lustspielen die menschlichen Schwächen und Leidenschaften; er ist ein Meister in der Erfindung eines Wirrwarrs komischer Situationen die den Zuschauer nicht nur zum Lachen bringen. sondern ihn oft auch zum Nachdenken anregen. Diese drei Komödien, die den Zeitgeist einer vergangenen Epoche beleuchten, sind auch heute noch von äusserster Aktualität und durch ihre genialen Gedankengänge und die sarkastische Skizzierung tragikomischer Verwicklungen höchst originell. Das erste Stück, „Der Bär” zeigt die Ausbrüche eines tiefverwurzelten Hasses, der urplötzlich in sein Gegenteil umschlägt, was von Gipe Linkowski als trauernde Witwe und Abraham Wigodski als grobschlächtiger Gutsbesitzer lebenswahr dargestellt wird. In der zweiten Komödie, „Der Heiratsantrag”, brillieren als Liebespärchen Sara Solnik und Samuel Dan, voll aller Schwächen der Leidenschaft, ohne jedoch ins Karrikaturhafte zu verfallen; wohl die beste Leistung des Abends, zusammen mit Ignacio Finder als rauher Schwiegervater, der verzweifelt den Kampf gegen das streitende Pärchen aufgibt. Der letzte Einakter, „Die Hochzeit”, ist eine bis ins kleinste Detail wunderbar aufgebaute Massenszene, in der die menschlichen Charaktere auf engem Raum aufeinander prallen. Hier werden besonders viele, gute schauspielerische Leistungen geboten. Vor allem hervorzuheben ist die tiefe Tragik des alten, tauben Kapitäns, der ohne es zu bemerken, zum Spott der Gesellschaft wird, und den Samuel Heiman verkörpert. Viel Witz und Esprit liegt in den Streitereien der Gäste, die sich gegenseitig ihre Fehler, vor allem Geiz vorwerfen. Tschechow hat hier sprächtige Gestalten geschaffen, in der Person des habgierigen Bräutigams, der pfiffigen Schwiegermutter und der einzelnen Hochzeitsgäste, de- MUSIK IN BUENOS AIRES JOHANNES-PASSION IM COLON Johann Sebastian Bach schrieb insgesamt vier Passions - Musiken: Ihre Geschichten sind bekannt- Die erst verloren geglaubte Markus-Passion tauchte bei näherer Betrachtung als bearbeitete Trauer-Ode wieder auf. Die verschollene Lukas-Passion erschien plötzlich wieder irgendwo, wurde aber als apokryph erkannt und verdammt. Das grösste aller geistlichen W'erke, die Matthäus - Passion, verschwand völlig und wurde, wie wir wissen, von Felix Mendelssohn-Bartholdy nur durch Zufall wiederentdeckt und wiederaufgeführt. Die Johannes - Passion „stand“ immer, aber auch ihr wurde jahrzehntelang Schweigenszeit auferlegt. Sie hatte es ein wenig schwer, sich neben ihrer grossen Schwester (Matthäus) zu behaupten, denn, wie jene ein bombastische^ Opus, für zwei Orchester, drei Chöre und Solisten geschaffen, so ist diese ein fast romantisches, in sich gekehrtes, knapp instrumentiertes Oratorium für nur einen Chor, ein Orchester und Vokal-Solisten. Sie ist darum nicht weniger wert. Das Werk ergreift durch seine Intimität, durch seine bezaubernd einfachen Choräle — nur wenige stammen aus Bachs Feder selbst, die Mehrzahl rühren, wie die Partitur angibt, von Bachschen und Vor-Bachschen Zeitgenossen her — an das Innerste des Lauschers. Das Teatro Colón eröffnete mit diesem wundervollen Werk die HerbstrSaison des bedeutungsvollen, historischen Jahres 1960. Die eigentliche Winterspielzeit wird unter dem Eindruck der 150jährigen Unabhängigkeitserklärung stehen. Man hatte die Leitung der Passion dem unter uns bestens bekannten chilenisch-jiidischen Dirigenten Victor Tevah anvertraut, der seine ganze Ehre einlegte, um diese hier nur selten gehörte Passion würdig zu gestalten. Der Hauptteil in der Partitur und an der Aufführung gebührt dem Chor, tragende Säule des Oratoriums; Tulio Boni mit seinem Colon-Chor übertraf sich selbst Der hervorragend und fehlerlos in der Originalsprache singende Klangkörper ist dank Bonis Pflege und Disziplin zweifelsohne den allerbesten in aller Welt gleichzustellen. Das Colón- Orchester hielt sich im grossen und ganzen recht brav; hervorgehoben zu werden verdienen der Solo-Cellist José'Puglisi, * die Bratschisten-Brüder Cayetano und Francisco Molo (Viola D’amore), Antonio Tauriello (Cembalo) und Héctor Zeoli (Orgel). Der Tenor Eugenio Valori war ein ganz grossartiger Evangelist von internationalem Gepräge, ebenso wie Angel Mattiello (Bariton). Gut sangen der Bassist Victor De Narké und die Sopranistin Mirtha Garbarini. Die Alt-Soli wurden von Ruzena Horakova zuverlässig interpretiert. Pilatus war Juan Fóseolos. Die Aufführung war von gutem Gepräge und gross angelegt. Unsere Beanstandungen: Der Eingangschor „Herr, unsei Herrscher” muss im Tempo straffe» genommen werden. Man sollte den Saal nicht verdunkeln, nachdem man dem Publikum durch spanischen Abdruck des Textes im Programm die Möglichkeit gegeben hatte, mitzulesen. Und endlich sollte mit der Unsitte aufgeräumt werden, in den Pausen und am Ende eines geistlichen Werkes zu applaudieren. cn Austausch von Studenten Jerusalem. — Der ehemalige Oberste Richter Joseph Proskauer, Ehrenpräsident des American Jewish Committee, erklärte bei seiner kürzlichen Anwesenheit in Israel, ein lebhafteterr Austausch von Studenten zwischen Israel und den USA wäre begrüssenswert. (ITA) Empfang für Gral Aramburu in der israelischen Botschaft I w-*- Von ü--as nach re-nx»; x>— a-n-fisr iirieö in nien, Dr. Arie Levavi, der frühere Präsident Argentiniens, General Aramburu, Abgeordneter Ing. Breyler und der päpstliche Nuntius, Kardinal Mosoni. Der Empfang fatad aus Anlass des Besuches von General Aramburu in Israel statt. ren charakterliche Verschiedenheit ein buntes Bild ergibt. Der IFT kennt als modernes Theater keine Hauptdarsteller, die ihre Kollegen in den Hintergrund drängen, und darin liegt vielleicht sein grosser Erfolg, weil ein jeder die Möglichkeit hat, sein Bestes zu geben. Unter der festen Regie von Ignacio Finder rollt das Spiel reibungslos ab. Besonders geschmackvoll und originell sind die modernen Dekorationen, dem Geschmack der Epoche angepasst, und auch die Kostüme und Masken der Künstler verdienen ungeteiltes Lob. Der IFT ist heute das einzige in Argentinien spielende jüdische Theater, und er hat mit dieser neuen Inszenierung, die unter der Aufsicht des uruguayischen Gast-Regiseurs, Atahualpa del Cioppo steht, besondere Anerkennung verdient. Der Applaus des Hauses bewies die Dankbarkeit des Publikums für diese lustige und saubere Aufführung, die als vielversprechender Auftakt der diesjährigen SpielzeiJ begriisst werden darf. —x —:o:— Am Sonnabend um 17 Uhr und Sonntag um 15 Uhr findet eine Sondervorstellung für Kinder mit der Aufführung des Stückes „Plurrft el Fantasma” von der brasilianischen Dichterin Maria Clara Machado unter der Regie von Atahualpo del Cioppo statt. Alle Kind» sind herzlich eingeladen. Wir teilen allen unseren Freunden und Bekannten mit, dass die BARMIZWAH unseres Sohnes RAUL RICARDO 3. G. wr. am Schabbath, den 9. April 1960, im Tempel Libertad 735 stattfinden wird. Enrique Feniger und Frau Marion geb. Bierhoff Empfang; am gleichen Tage zwischen 17 und 20 Uhr Residencia Laprkia 1509 (1 Quader v. Sta. Fe) HARRY FLIGLER MARTHA FLIGLER geb. WODA VERMAEHLTE Ke Trauung findet s. G. w. am Sonnabend, den 23. April 1960, um 20 Uhr im Tempel der Congregación Israelita in der Libertced 785 statt- . Buenos Aires, Avd- Lib. Gral. San Martin 3820 LUACH (Kalender) Dienstag, den 12. April 15. Nissan 1. Tag Pessach Mittwoch, den 13. April lg. Nissan 2. Tag Pessach — 1. Om er tag Donnerstag, den 14. April 17. Nissan Chol hamo’ed Pessach — 2. Omertag 'reitag, den 15. April lg. Nissan Chol hamo’ed Pessach — 3. Omertag Sonnabend, den 16. April 19 Nissan Schabbat Chol harrto'ed Pessach — 4. Omertag Sonntag, den 17. April 20. Nissan Chol bamo'ed Pessach — 5. Omertag Montag, den 18. April 2I. Nissan 7. Tag Pessarii — 6. Omertag Dienstag, den It. April 22. Nissan >. Tag Pessach — Yiskor — 7. Omertag

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.