Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1960-04-12 · 1769 (12.4.1960) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1769 (12.4.1960)
Date
1960-04-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9611224-9611432--0311-9611433
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

9 entity mentions

JÜDISCHE um PUEYRREDON *190 — 1? i*q. Año XXI. Jfenuín&Jsh&eliÍG, BUENOS AIRES, MARTES 12 DE ABRIL DE 1960 T, E. 83.2613 No. 1769 Streit um ein Niemandsland Jerusalem. — Nach dem israelisch-syrischen Waffenstillstands-Abkommen ist der Verlauf der Grenze beider Länder der gleiche wie er zwischen Syrien und dem Mandats-Palästina bestand. Als dieses Abkommen unterzeichnet wurde, befanden sich jedoch noch einige Syrer an gewissen Punkten innerhalb des israelischen Gebiets nahe der Grenze. Diese Zonen sollten, wie man iibereinkam, entmilitarisiert werden, und der Vorsitzende der israelisch - syrischen gemischten Waffenstillstands- Kommission wurde mit der Wiederherstellung eines normalen zivilen Lebens.in diesem Landstrich betraut. Inzwischen haben sich drei verschiedene Auslegungen der Natur dieses Niemandslandes entwickelt. Die Israelis bestehen auf der wörtlichen Interpretierung der betreffenden Klauseln, d. h. die Zonen als Teil des souveränen israelischen Territoriums anzusehen mit der einzigen Einschränkung| dass ihr Betreten den Heereseinheiten verboten ist. Die Syrer behaupten, „Wiederherstellung eines normalen Zivillebens” bedeute, dass die Verfügung über das Land de facto durch den Besitzer des Bodens bestimmt ist, also Juden gehörender Boden israelischer, Arabern gehörendes Land syrischer Verwaltung untersteht. Die UN-Organisation für die Ueberwachung der Waffenstillstände vertritt dagegen den Standpunkt, dass der Chef dieser UN-Kommission kraft seines Amts die Autorität besitzt, in allen die entmilitarisierte Zone betreffenden Fragen als Schiedsrichter zu fungieren. In der Gegend von Bet Katz-ir, wo es zu Zusammenstössen kam, liegen verschiedene israelische Siedlungen und das verlassene arabische Dorf Twafik, um das sich der letzte Zwischenfall konzentrierte. Während des Unabhängigkeitskrieges flohen seine Bewohner nach Syrien und bauten dicht bei ihrem früheren Wohnsitz neue Häuser. Sie haben seither ihre in der entmilitarisierten Zone liegenden Felder bebaut, und Israel hat ihnen dies nicht verwehrt. Sie betrieben eine sporadische Art von Ackerbau, wie dies dort bei arabischen Bauern der Fall ist: ein Jahr bestellen sie ein Stück Erde und im nächsten ein anderes Stück. Westlich von Twafik liegt auf einem kleinen Hügel die jüdische Siedlung Pet Katzir. Die Kolonisten bearbeiten ihre Böden systematisch. Sie bewässern sie und können durch die Anwendung von Düngemitteln regelmässig gute Ernten auf den gleichen Feldern erzielen. Vor einigen Jahren wurde ein Kanal mitten durch das Tal WIE ICH ES SEHE Die Freiheit verteidigen von JEHUDA GOTTHEIMER Folianten sind über die Frage geschrieben worden, ob es einen Sinn in der Geschichte der Menschheit gibt, ob bestimmte Gesetze den historischen Ablauf der Ereignisse bestimmen, ob es Männer sind, von denen Geschichte gemacht wird, oder ob objektive Umstände, gesellschaftliche Bedingungen und ökonomische Verhältnisse das Leben der Menschen und der Vö.ker beherrschen. Die Literatur über diese Fragen ist kaum zu übersehen. Wer mag so vermessen sein, für sich allein eine Entscheidung zu treffen, welche Auffassung die absolute, die richtige, die unser Leben bestimmende ist? Wir wissen, dass unserem Verstand, unserer Erkenntnis und unserem Denkvermögen Grenzen gesetzt sind, über die wir nicht hinauszugelangen vermögen. An der Grenze des Wissens steht der Glauben, der starke Menschen beseelt, der ihnen Mut und Zuversicht verleiht und ihnen die Kraft gibt, die uns gegebenen und gesetzten Möglichkeiten zu begreifen und doch zu ahnen, was jenseits unsere-. Vorstellungswelt in der Unendlichkeit des Alls an bewegenden und gestaltenden Machten wirkt. Verharren wir einen Augenblick in dieser hastigen und geschäftigen „Welt”, in der wir leben, um zu bedenken, was eigentlich dieser Begriff oder dieses Wort „Unendlichkeit” sagen will. Können wir uns diese „Unendlichkeit” in den Denkkategorien vorstellen, die uns gegeben sind? Die astronomische Wissenschaft lehrt uns heute, dass wir, die kleine Erde, zu dem uns sichtbaren Sternensystem der Milchstrasse gehören, in dem unsere Sonne mit ihren Planeten und deren Trabanten und mit ihren Planetoiden und den Kometen nur einen winzigen Punkt ausmacht. Aehnlich unserer Milchstrasse coli es, unserem Auge nicht erkennbar, viele andere Milchstrassen mit ihren unzählbaren Fixsternen und deren Sonnensystemen ge- Dag Hammarskjöld wurde betrogen Jerusalem. — UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld ist von Nasser, dem Präsidenten der VAR, betrogen worden, als dieser ihm versprach, den Transport von Frachten aus und nach Israel durch den Suezkanal zu gestatten, wenn dieser nach gewissen, streng vorgeschriebenen Bedingungen vor sich gehen werde. Das erste Schiff mit Waren aus Israel an Bord, das unter diesen Bedingungen ausgeschickt wurde, ist in Port Said im vergangenen Dezember aufgehalten worden. Es handelt sich um den griechischen Frachter „Astypalea”, der heute noch in diesem Hafen beschlagnahmt ist und ihn nicht verlassen kann, bevor er nicht den in Haifa geladenen Zement ablädt. Der mit dem Reeder der „Astypalea” geschlossene Vertrag läuft in Kürze ab, und die Eigentümer wünschen die Rückkehr des Schiffes nach Griechenland. Israel hat erklärt, es werde keine Rückzahlung der Beträge leisten, welche die Aegypter für Ausladung des Schiffes verlangen. (ITA) ben. Alle diese Milchstrassen aber befinden sich ir einer ständigen Bewegung deren Geschwindigkeit über die Möglichkeiten unseres Verstehens hinausgeht... Ist diese Unendlichkeit wirklich und letztlich begreifbar? Und nun stenen wir auf unserer kleinen — und für uns doch grossen — Erde dieser Unendlichkeit gegenüber. Welche Bedeutung ist im Anbetracht dieser unvorstellbaren Unendlichkeit den Menschen oder gar dem einzelnen Indivi- ( duum beizumessen? Wel-; chen Einfluss kann es haben, was wir denken, welchen j Wert hat der kleinliche : Streit der Völker untereinj ander, ihr Hass und ihre I Ambitionen, ihre Hoffnunj gen und ihre Ziele, welche j Bedeutung ist der ganzen Menschheit beizumessen, ihrem Streben nach Fortschritt und ihrem Kampf um die Macht, welche Kriterien kann man an Kultur und Zivilisation anlegen und alle die vielen Philosophismen, die im Laufe der Jahrtausende gedacht und ausgesprochen worden sind? Was kann es schon ausmachen, wenn der Mensch jetz-t den kühnen Versuch unternimmt, zum Monde oder zu anderen Planeten zu gelangen. In die Geheimnisse des Weltalls einzudringen, ist ihm trotz aller Forschung und Bemühung nicht gelungen. Die einfachsten und doch ungelösten Rätsel unseres Seins blieben ungeklärt. Niemand kann den doch so alltäglichen Prozess der Fortpflanzung und der Schöpfung neuen Lebens erklären, für den wir uns mit allgemeinen biologischer Deutungen abfinden müssen Niemand ist bisher in den Kern unseres Planeten vorgedrungen, dessen Materie zwischen Twafik und Be- Katzir angelegt; die Siedler von Bet Katzir hielten sich westlich hiervor, während die Araber von Twafik auf der östlichen Seite blieben. Den Anlass zu dem kürzlischen Zusammenprall lieferte der Versuch der offensichtlich von den syrischen Behörden aufgeputschten arabischen Bauern, sich auf den westlich vom Kanal gelegenen Böden festzusetzen. Die israelische Grenzpolizei, die sie vertrieb, wurde häufig aus dem anscheinend verlassenen Dorf Twafik beschossen. Vor einiger Zeit jedoch nahmen die Ereignisse eine kritische Wendung, denn unter den arabischen Feldarbeitern tauchten „neue Gesichter” auf, und man entdeckte bald, dass es sich um syrische Soldaten in Bauernkleidung handelte, die nicht einmal ihre Militärstiefel ausgezogen hatten. Als es der Grenzpolizei nicht gelang, die Syrer zu verscheuchen und die Israelis sogar aus Twafik und syrischen Positionen jenseits der Grenze beschossen wurden, (wobei ein Polizist getötet worden ist und andere verwundet wurden), und als die UN sich unfähig erwies, die Syrer in Schach zu halten, da musste Israel zur Selbsthilfe greifen. Eines Nachts verjagten israelische Einheiten nach einer kurzen Schlacht die syrischen Truppen aug Twafik — einem Dorf, das auf israelischem Territorium liegt — und er beuteten dort grosse Mengen von in Russland fabrizierten Waffen, die sie in den vierzig „verlassenen” Häusern fanden, welche von den Syrern in befestigte Bunker verwandelt worden waren und die von den israelischen Stosstrupps in die Luft gesprengt wurden. und gar dessen Ursprung Gegenstand vieler Theorien und wissenschaftlich verbrämter Mutmassungen blieb. Niemand weiss, aus welchen Gründen die Flüsse süsses und die Meere salziges Wasser aufweisen. Und so häufen sich trotz atomarer Wissenschaft und einer perfekten Kunst der Vernichtung die Fragen nach einer Erklärung der uns umgebenden Natur und die Probleme unserer Existenz. Der einzelne Mensch wirkt nicht nur im Angesicht der Unendlichkeit, auch im Angesicht der Grösse der erdgebundenen Natur wie ein treibendes, verlorenes Sandkorn. Nur der Glauben kann ihm zur Norm seiner Existenz werden, gerade wenn er die Schätze der Wissenschaft, die Perlen der Weltliteratur und die Probleme unseres Lebens in sich aufgenommen und die bestehenden Fragestellungen kennengelernt hat. Würde uns nicht der Glaube und die Ethik als sein natürlicher Bestandteil die Möglichkeit einer Orientierung schenken, der einzelne Mensch wäre verloren, gerade dann, wenn er ahnt oder Loable Initiativa del C. J. M. Buenos Aires. — Indicando que "desde hace siglos, lodos los diccionarios edilados en España, y la mayoría de los editados en países hispanoamericanos , han incorporado acepciones Lujuriosas de ciertos vocablos, la rama sudamericana del Ejecutivo del Congreso Judío Mundial acordó dirigirse al respecto a los académicos de la lengua. Estos se reunirán el 27 de .julio del corriente año en Bogotá (Colombia) donde se efectuará el Tercer Congreso de Academias de la Lengua Española en Hispanoamérica. En un comunicado a sus miembros, la rama sudamericana del Ejecutivo del C.J.M. pone de relieve que tanto el Diccionario de la Lengua que edita la Real Academia, como los diccionarios preparados especialmente para uso escolar ("Pequeño Larousse Ilustrado , ‘Vaslus" y otros), se hacen eco de esas injurias calificando al judío de "avaro, usurero", y la "judiada" de "acción cruel e inhumana", etc. Cabe mencionar el hecho que de la lengua portuguesa, gracias a una loable campaña en el Brasil, ya se está eliminando las acepciones afrentosas análogas y que el Dr. A. Steinberg, director del Departamento Cultural del C.J.M. ha emprendido una campaña similar ante la UNESCO. El Congreso Judío Mundial está realizando un estudio de las coadiciones reinantes en el habla de lodos y cada uno de los países hispanos, para facilitar sus oportunas gestiones ante los académicos y ante el Tercer Congreso de Academias de la Lengua en Bogotá. H. KIRSCH Loebliche Initiative des J.W.K. Buenos Aires. — Mit dem Hinweis, dass „seit Jahrhunderten alle in Spanien und der Mehrzahl der lateinamerikanischen Länder herausgegebenen Diktionäre” beleidigende Bedeutungen für gewisse Vokabeln anführen, hat sich der lateinamerikanische Zweig der Exekutive des Jüdischen Weltkongresses in dieser Sache an die Sprachforscher gewandt. Diese werden am 27. Juli ds. Js. in Bogotá (Kolumbien) Zusammenkommen, wo der Dritte Kongress der Akademien der spanischen Sprache in Lateinamerika stattfinden soll. In einem Communiqué an seine Mitglieder unterstreicht der südamerikanische Zweig der Exekutiv« des JWK, dass sowohl das Wörterbuch, das die Kgl. Akademie publiziert, wie die besonders für den Schulgebrauch verlegten Diktionäre (Pequeño Larousse Ilustrado, Vastus, etc.) diese Beschimpfungen wiederholen und den Juden mit „Geizhals, Wucherer”, und eine „judiada” als „grausame und unmenschliche Tat” bezeichnen. Hier ist zu erwähnen, dass aus der portugiesischen Sprache dank einer lobenswerten Kampagne in Brasilien, jetzt ähnliche Beleidigungen eliminiert werden und Dr. A. Steinberg, der Direktor der Kultur-Abteilung des JWK, im gleichen Sinne Schritte vor der UNESCO eingeleitet hat. Der JWK führt eine Prüfung der sprachlichen Bedingungen in einem jeden der lateinamerikanischen Länder durch, um seine Initiative vor dem Dritten Kongress der Sprachakademien in Bogotá zu erleichtern. H. KIRSCH weiss, was uns der Begriff Unendlichkeit sagt. Das jüdische Gedankengut und die jüdische Glaubenswelt schützt den einzelnen Juden davor, unter der 'Last seiner Bedeutungslosigkeit zusammenzubrechen. Dem Begriff der Unendlichkeit des -111s stellt die jüdische Lehre die Vorstellung von der Bedeutung des Individuums und der von den Einzelpersönlichkeiten geformten Gemeinschaft des Volkes gegenüber. Selbst in der Erkenntnis, dass der einzelne Mensch nur ein kleines, kaum sichtbares Staubkorn ist, gibt die jüdische Lehre diesem Menschen, diesem Staubkorn die gleiche Bedeutung wie der Unendlichkeit, in der ein Einzelner nicht verloren ist, wohl sich aber verliert, . wenn er sich nicht als ein Glied in der langen Kette der Generationen betrachtet, die von Geschlecht zu Geschlecht unseren Glauben, unsere Lehre, unsere Vorstellungen, unsere Ideale und Hoffnungen weitergeben. Ewiges Volk! Jüdisches Volk! Jüdische Gemeinschaft kann nur leben im jüdischen Lande. Diese Erkenntnis und Wahrheit aus unserer langen, vieltausendjährigen Geschichte ist immer wieder von Galutexistenzen und assimilationslüsternen Notabeln und Geistlichen angezweifelt worden. Vielleicht haben diejenigen Recht, die meinen, dass es sich nicht lohnt, über irrige Auffassungen zu diskutieren. Denn die Wahrheit und die Wirklichkeit unseres Lebens, unserer religiösen und nationalen Existenz korrigieren die abweichenden Meinungen und führen sie ad absurdum. Der jüdischen Tradition und 'dem stolzen Nationalgefühl unseres Volkes im Exil, in der Galut, in der Zerstreuung, hat es zu allen Zeiten widersprochen, aus unserem Leiden ein Heldentum an sich zu machen, in den durch Jahrhunderte oder Jahrtausende sich hinziehenden Verfolgungen ein unabwandelbares Gesetz zu erblicken, aus unserer nationalen Not eine historische Tugend zu machen. Kein Volk ist dazu geschaffen, damit es unentwegt beschimpft, verfolgt, verjagt und erschlagen wird. Zerstreuung mag eine geschichtliche Tatsache sein, sie ist gewiss kein Idealstand, den wir heroisieren müssen. Die Verwirklichung des alten jüdischen Traumes von der Wiedergeburt Israels und der Schaffung eines jüdischen Nationalstaates im (SchluM auf Seite 3) An unsere Leser Wegen der Pessaclitage und anschliessenden nichtj ü dischen Feiertage (am Freitag, den 15. April, erscheinen keine Zeitungen) wird die nächste Ausgabe der Jüdischen Wochenschau erst am Dkmsiag, den 19. April, in der Besitz unserer Leser gelangen. Wir bitten hfl., hiervon Kenntnis nehmen zu wollen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.