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Jüdische Wochenschau · 1960-04-08 · 1768 (8.4.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1768 (8.4.1960)
Date
1960-04-08
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O CQ 9 H ß H FRANQUEO PAGADO Concesión 908 o 68 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 EMANA ISRAELITA Año XXL BUENOS AIRES. VIERNES 8 DE ABRIL DE 1960 No. 1768 EL EJEMPLAR« en toda la República y - Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 «q. T. E. 83 . 2613 WISSENSCHAFT UND ETHIK DER BEITRAG INDIENS, GRIECHENLANDS UND ISRAELS Ich betrachte es als eine hohe Ehre für mich. Gast der amerikanischen Universität zu sein, die den Namen eines Grossen unserer Zeit, den Namen des Richters L. D. Brandeis trägt. Ich kannte Brandeis seit seiner Ernennung zum Obersten Richter und sah ihn zum letzten Mal ein Jahr vor seinem Tode. Bei jeder Begegnung mit ihm fühlte ich zutiefst, dass ich einer Persönlichkeit gegenüberstehe, vollendet und vollkommen. soweit es ein Mensch sein kann, sowohl als Jude, wie als Amerikaner, als Mann von Geist, von hoher Gesittung. Intellekt und Gewissen, beide waren stark in Brandeis, lenkten alle seine Taten, blieben in harmonischer Wechselwirkung all die Tage seines Lebens, und diese Verschmelzung war das Geheimnis der Grösse Brandeis’ als Rechtsanwalt, als Amerikaner. DIE VISION JESAJAS Ich sehe jn Brandeis eine Gestalt, die ein leuchtendes Vorbild für unser Volk sein sollte, und fürchtete ich nicht prätenziös zu erscheinen, würde ich sagen — für die ganze Menschheit. Ich gehöre mit zu denjenigen, die von ganzem Herzen an die Prophezeiung Jesajas glauben: „Ich, der Herr, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und habe dich bei deiner Hand gefasst und habe dich behütet und habe dich zum Bund unter das Volk gegeben, zum Licht der Heiden“ (Kap. 42,6). Das ist nicht die einzige Prophezeien* Jesajas, an die ich glaubs. Es gibt noch zwei gross« Prophezeiungen Jesajas, von deren Wahrheit ich zutiefst durchdrungen bin, eine, die das jüdische Volk und eine, die die ganze Menschheit betrifft: Jesaja nagte: „So fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir. Ich will vom Morgen deinen Samen bringen und will dich vom Abend sammeln. Und will sagen gegen Mitternacht: Gib her! und gegen Mittag: Wehre nicht! Bringe meine Söhne von , "5,; ferne her und meine Töch- -tcr von der Welt Ende. Alle, die mit meinem Na- REDE DAVID BEN GURIONS BEI DER FEIERLICHEN VERLEIHUNG DES EHRENDOKTORATS DER RECHTE IN DER BRANDEIS - UNIVERSITAET Jfe men genannt sind, die ich Israel exportiert Autos Jerusalem. — Die haifaer Omnibus - Gesellschaft. die Kleinwagen mit britischen Motoren montiert, gab bekannt, da-s sie Sportwagen und leichte Lastwagen hersteilen wird. Ein Spreche:' teilte mit, es lägen viele Aufträge aus dem Ausland, einschliesslich den USA vor. Eine Lieferung von Sabra-Autos ist auf dem Wege nach Los Angele-:, wo sie . Kürze eintreffen wird. 'ITA) geschaffen habe zu meiner Herrlichkeit und zubereitet und gemacht“. (Kap. 43, 5—6—7). Und er sagte: „Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herren Haus ist, feststehen, höher denn alle Berge, und über alle Hügel erhaben werden; und werden alle Heiden dazu laufen. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spiesse zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben, und werden. hinfort nicht mehr kriegen lernen.“ Eine dieser Prophezeiungen beginnt schon in unseren Tagen Wirklichkeit zu werden, und wir haben im ersten Jahrzehnt der Wiedergeburt des Staates Israel in unsere antike Heimat etwa eine Millionen Juden aus über hundert Ländern gesammelt: aus West und Ost und aus Nord und SUd. Auch die Frage der allgemeinen Abrüstung ist heute auf die Tagesordnung der Vollversammlung der Vereinten Nationen gesetzt worden. JEDES VOLK IST AUS- ERWAEHLT Das jüdische Volk ist ein kleines Volk, und heute umfasst Israel nur etwas mehr als 15 % des Weltjudentums und der Anspruch, als ob Israel in seinem Lande fähig wäre, zur Leuchte der Völker zu werden, ist als eine . übertriebene und chauvini- . stische Auffassung zu be- I trachten. Und indem ich j diese irrige Auflassung hier 'richtig stelle, füge ich hin- I zu: ich glaube, dass unser Volk ein auserwähltes ist. Jedes Volk ist in gewissem Sinne auserwählt, zumindest in eigenen Augen. Das Leben der Völker und Menschen beruht zum Teil auf dem Bewusstsein, dass es auf der Basis der Gleichheit von Pflicht und Recht fundiert ist. Aber das Prinzip menschlicher Gleichheit, das unserem politischen und sozialen Denken zugrunde liegt, steht nicht in Widerspruch zu unserer Bewunderung für die Grösse eines Descartes, eines da Vinci, eines Rembrandt, Beethoven und Washington. Und auch die Anerkennung der Gleichheit aller Völker, kann in unseren Augen nicht die Verehrung für jene wenigen auserkorenen Völker verringern, die eine einzigartige, eine gestaltende, befruchtende Mission in der Geschichte der Menschheit erfüllten. UNSTERBLICHES ERBE Nicht erhellt ist bis heute das Geheimnis der Genialität gottgesegneter Individualitäten, die mit ihrem gewaltigen Geist, im Tiefverborgenen der Natur schürfen und den Kultursehatz der Uebersetzt von EI.LI MATZNER Menschheit durch grosse literarische und künstlerische Werke bereicherten, nicht erklärt ist bis heute das sonderbare Geheimnis der Grösse weniger auserkorener Völker, die der Menschheitskultur ihren dern wäre die Renaissance, diese Grundlage der modernen Wissenschaft, denkbar ohne die Entdeckung der alten griechischen Literatur, die im XV. Jh. über das geschlagene Byzanz den Weg nach Europa fand. Bis zum Stempel aufgeprägt haben. 1 heutigen Tage bilden die Und dem jüdischen Volke ( Werke der grossen Griechen ward es gegeben, jn Urzeiten | und allen voran die Hinterzu jenen alten Völkern zu gehören, die der menschlichen Gattung unsterbliche Werte bescherten und in hohem Masse das Wesen vieler Völker in allen Teilen der Erde formten. Drei dieser auserkorenen Völker waren: Israel, Griechen und Hindu. Wenn ich in diesem Zusammenhang von Indien spreche, so denke ich an die Weisheit der Brahmanen. Wiewohl man in den Gefilden dieser Weisheit Perlen pantheistischer Metaphysik finden kann, so ist sie doch eine Lehre für Einzelne, Wenige. Es ist die Lehre, die die Kastenherrsch ait gefestigt und die grausame Sitte der Witwenverbrennung nicht ausgerottet hat. DER GROSSE BEITRAG INDIENS Der grosse Beitrag Indiens ist die buddhistische Lehre. Ihr Begründer war einer der Fürsten Nordindiens Siddhartha Gautama, in der Welt als Buddha bekannt. Er war zu Lebzeiten Sinnbild edelster Menschlichkeit und sittlicher 'Lauterkeit. Er gehört zweifellos zu den Zehn Grössten, den überragendsten Gestalten, in der Geschichte der Menschheit. Zur Zeit Buddhas wirkten in Griechenland die führenden Philosophen: Thaies von Milet und seine Schüler, Pythagoras, Heraklit, Parmenides: von ihnen und von ihren Schülern hat der Westen und die gesamte Welt die philosophische Forschung und die systematische Wissenschaft übernommen. Es ist eine bekannte Wahrheit, dass die moderne Wissenschaft aus der Auseinandersetzung mit der griechischen Wissenschaft geboren ist, ein Beispiel hierfür ist der Kampf des Galilei mit den Anhängern Aristoteles’. Zu seiner Zeit, ja schon vorher finden wir eine Bestätigung hierfür, in der Ablehnung der Lehre des Ptolomäus durch Nikolaus Kopernikus, obzwar bereits Aristriarchos von Samos, der im fundamentalen Werk des Kopernikus nicht erwähnt wird, wusste, dass sich die Erde um ihre eigene Achse und um die Sonne dreht. Da aber seine Lehre im antiken Griechenland nicht, anerkannt wurde, fiel es Kopernikus zu, sie von neuem zu beleben; aber weder in Ita lien noch in anderen Länlassenschaft Platos jenen Born, aus dem der menschliche Geist Impulse und Eingebungen schöpft in seinem Streben, die Gesetze der Natur, das Geheimnis der Existenz und seiner selbst zu erforschen. Indes — die Errungenschaften der Wissenschaften werden immer mehr und mehr zum Guten aller Völker in allen Teilen der Erde. Es ist dies wohl der geistige Eroberungszug universalsten Charakters in unserer Zeit, und es gibt nichts, was in dem Masse, wie die Wissenschaft Gemeinbesitz der Völker wäre. Doch in einem Sinne unterscheidet sich die heutige Wissenschaft von der griechischen: für die antiken Denker war die abstrakte Erkenntnis, die Theorie, das Hauptsächliche. Nur wenige befassten sich auch mit ihrer Umsetzung in die Tat, in die Praxis, nur wenige befassten sich mit der Verknüpfung von Wissenschaft und tagtäglichem Leben. Anders ist es in unseren Tagen. Die wissenschaftliche Forschung wird zur zentrifugalen Achse. zum ständigen Schwerpunkt im Alltag und im Leben der Völker überhaupt. Wirtschaft, Gesundheit, Sicherheit — sie alle basieren jetzt auf den Errungenschaften der Wissenschaft. Und von Tag zu Tag wächst die lebenswichtige Bedeutung der Wissenschaft auf allen Gebieten der Praxis. Wissenschaft und Alltagspraxis sind untrennbar miteinander verflochten. Doch bei all ihrer entscheidenden Gewichtigkeit im Bereiche des Geistigen und Materiellen — steht die Wissenschaft ihrem innersten Wesen nach, jenseits von Gut und Böse. Kraft der Wissenschaft kann man Erscheinungen der Natur erklären (und der Mensch ist ein Teil der Naturf, aber die Wissenschaft ist nicht imstande, dem Menschen zu sagen, welchen Weg er im Leben zu gehen hat. Mit Hilfe der Wissenschaft kann aller Segc-n der Menschheit beschert werden: Gsundheit, Wohlstand, geistige Entfaltung. Die Wissenschaft kann aber auch zu Unheil und Zerstörung, zur Vernichtung der Kulturvölker führen — der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen wächst nicht auf dem Boden der Wissenschaft. Die Wissenschaft ist dazu da, die Gesetze der Natur zu ergründen, nicht aber, um dem Menschen zu sagen, was er zu tun hat. Doch es gibt keine Wissenschaft ohne Wissenschaftler (Menschen der Wissenschaft). Und der Mensch ist keine denkende Maschine, kein Denkautomat, sondern ein Wesen mit hohem sittlichem Verantwortungsbewusstsein (die Krise von der wir heute sprechen, ist keine Krise der Wissenschaft). ES GILT DIE SITTLICHEN WERT7 TU KULTI¬ VIEREN- . Ein geehrter, der sein Streber iäch Bereicherung des W .¡sensschatzes nicht mit dar. ¡t. verbindet, auch gleichzeitig alle jenen Werte hochzi alten und zu pflegen, didas Verhältnis von Mensch, zu Mensch und von Volk zu Volk prägen, kann seine Mission nicht mit Glauben erfüllen und ist seiner Berufung nicht würdig. Der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse muss in der Seele eines jeden Menschen und vor allem der Menschen des Geistes und der Wissenschaft gepflanzt werden, damit ihr Schaffen der Menschheit zum Wohle gereicht. Die Entdeckung der wissenschaftlichen Wahrheit ist Selbstzweck, aber auch zugleich Mittel zu einem höheren Zweck: den Menschen und die Gesellschaft' zu heben, dem Menschen zur Herrschaft über die Natur zu verhelfen um für jedes Volk und für alle Völker, die gesamte Menschheit die Bahn zum geistigen und sittlichen, zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstieg freizulegen. Wir würden der Wahrheit nicht gerecht werden wollten wir die Grösse der Grie. ehen nur an den Werten messen, die sie im Bereiche des Schönen und der Vernunft geschaffen haben. In den Schriften des Plato und Aristoteles finden wir tiefschürfende Definitionen der Begriffe des Guten und der Gerechtigkeit. Wir würden der Wahrheit ebenso nicht gerecht werden, wollten wir behaupten, dass die Grösse des antiken Judentums nur in der Verkündung der Glaubenslehre und den Weissagungen der Propheten Israels zum Ausdruck kommt. Die Bücher des alten Testaments sind ein gewaltiger Schatz voll Juwelen erhabenster Schönheit und abgründiger Weisheit. Auch die Lehre Buddhas erschöpft sich nicht in den Vorschriften über eine edle und hehre Lebensweise, strahlend bricht aus ihrdas Licht des tiefen originellen philosophischen Gedankens hervor. Wahr ist jedoch, dass der griechische Genius hauptsächlich in der Kunst und Philosophie zur höchsten Entfaltung kam, die Lehre Buddhas mit aller Schwere ihrer Weisheit hauptsächlich die Befreiung des Individuums von Leid und Pein erstrebte, die Prophetie Israels hauptsächlich dem religiösen Bewusstsein und hoher Sittlichkeit galt. (wird fortgesetzt) Nasser schwingt grosse Reden New Delhi. — Nasser verfolgt bei seinem Besuch in Indien die Politik, Israel zu ignorieren. Er äusserte, das Vorhandensein des jüdischen Staates sei einer der Gründe, weswegen er sich einer allgemeinen Abrüstung widersetze. In einer Rede vor dem indischen Parlament erklärte er, es genüge nicht, „Abrüstung” zu schreien. Wenn die Abrüstung auch nur den kleinsten Wert haben solle, so müsse man die Ursachen ergründen, die die Völker dazu zwingen, sich zu bewaffnen. Hier könne der Mittelosten ein Beispiel liefern, und er wolle aus dieser, seiner eigenen Zone „zwei Fälle” anführen”. Der erste sei der Fall des „palästinensischen Volkes”, das von Haus und Hof verjagt worden sei und dem man seine elementaren Rechte verweigere Der zweite Fall sei Algier. Nasser bezeichnete sich als den Verteidiger der afro-asiatischen Solidarität. Er verurteilte die militärischen Blöcke tmd trat für eine unabhängige Politik ein. Obwohl er selbst es vermied, Israel direkt zv. nennen, so hat doch die hier weilende Mission der VAR grosse Mengen von antiisraelischem Propagandamaterial zur Verteilung gebracht. Die Inder sind der Meinung dass Nasser sich ihnen und den afro-asiatischen Völkern als Verkünder der Prinzipien von Bandung präsemicren wolle. Andere indische Kreise haben den Eindruck, dass der ägyptische Diktator versuche, den Iraker Ka-sem zu isolieren, indem ©r vor den indischen. Politikern als einziger Sprecher des arabischen Natio- I nalismus anfzu treten bemüht tot 0TA) Registro de in Propiedad Intelectual N? 624.009 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA -— Corrientes 3M0 „.íTÉ"

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