Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1767 (5.4.1960)
- Date
- 1960-04-05
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611414--0300-9611422- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
«NM| e CQ «s? g s£ o oí a U u o < ü FRANQUEO PAGADO Concesión 808 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Ano XXI. BUENOS AIRES. MARTES 5 DE ABRIL DE 1960 No. 1767 EL EJEMPLAR en loda la República Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 T. E. 83 . 2613 3; «q. Der Staatshaushalt MEIR FAERBER. Tel Aviv Das Staatsbudget für das Finanzjahr 1960/61 weist bei knapp 10,5 %iger Erhöhung gegenüber dem Voranschlag des am 31. März ablaufenden Jahres eine generelle Vermehrung der laufenden fiskalischen Einnahmen auf. So konnte die Einkommensteuer bei verringerter Steuerrate durch Verbreiterung der Basis und Vermehrung der Zahl der Verdiener, also der Steuerpflichtigen, um etwa ein Zehntel höher veranschlagt werden, als im Vorjahr — ebenso die Zolleinnahmen und die Umsatzsteuer. Dagegen sind die zur Dekkung des Entwicklungsbudgets dienenden, aus dem Ausland erwarteten Einnahmen zurückgegangen; der Erlös der amerikanischen Lieferungen überschüssiger Lebensmittel und die Wirtschaftshilfe der USA zwar nur von 74 auf 72,8 Millionen IL, aber die Einnahmen aus im Ausland placierten Staatsanleihepapieren . von 129 auf 92 Millionen IL. Auch im nächsten Jahr wird allerdings das . Einkommen aus deutschen Reparationslieferungen mit 72 Millionen IL in gleicher Höhe wie im Vorjahr veranschlagt. Die Rolle der inneren Finanzierung wächst weiter. Aus Inlandsanleihen wird mit 109.637.000 IL (gegenüber nur 77,14 Millionen IL im Vorjahr) gerechnet; ferner werden Rücklagen der staatlichen Versicherungsfonds in höherem Masse herangezogen, so die Reserve des Volksversicherungs - Instituts mit 45 Millionen IL (gegenüber 40 im Vorjahr) und die des Kriegsschäden- Versicherupgsfonds mit 20 Millionen l'L (gegenüber 13 Millionen IL im Vorjahr). Die Ausgabenseite weist in den Budgets der diversen Ministerien eine wenn auch nicht gleichmässige Steigerung auf, die durchschnittlich etwa 15 % beträgt, wenn auch manche Ministerien wesentlich grössere und andere fast überhaupt keine Erhöhung ihres Budgets gemessen. Manche höhere Zuwendung, wie für Schul- und Gesundheitswesen, ist durch die zunehmende Bevölkeruugsziffer unmittelbar gerechtfertigt, Auch die Aufwendungen für die Sicherheit nehmen einen grossen Teil des Budgets ein. Sie erscheinen mit 260 Millionen IL als Budget des Sicherheitsministeriums (gegenüber 251) Millionen IL im vorjährigen Voranschlag) und mit 36 Millionen IL (gegenüber 33) für innere Sicherheit als Budget des Polizeiministeriums, aber darüber hinaus enthält auch der Ausgabepunkt „Sonderbudgets“ mit 134 Millionen IL (gegenüber 80 Millionen IL im Vorjahr) Sicherheitsaufwendungen, ebenso wie die Reservefonds auch dafür zur Verfügung stehen. In seiner Budgetrede, die Finanzminister Levy Eshkol kürzlich zur Einleitung der Debatte in der Knesset hielt, erklärte er, dass die bereits verzeichneten Fortschritte und besonders die Wirtschaftserfolge, die in den letzten Jahren durch die Regierungsinvestitionen erzielt werden konnten, die Hoffnung bestärken, dass wir mit vereinten Kräften unsere Hauptaufgabe erfüllen werden, — Einordnung der Einwanderer und j ständige Steigerung der Produktion, um auf dem Wege zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit vorwärtszukommen.“ BESSERUNG DER ZAHLUNGSBILANZ Der Real-Export konnte im Jahre 1959 um etwa 30 % gesteigert -werden. Zu Tagespreisen gerechnet stieg der Export von 237 auf 295 Millionen Dollar, also pngefähr um 24 %. Die Ausihhr, und besonders der Industrie- Export, trug wesentlich dazu bei, den Beschäftigungsstand zu heben. Positiv kann auch gewertet werden, dass der Real-Import an Waren und Dienstleistungen nur um 6,5 % zugenommen hat, während Israel dank der gesunkenen Weltmarktpreise nur um 4 % mehr zu zahlen hatte als im Vorjahr. Das Gesamt-Defizit der I Bilanz an Waren und an- Dienstleistungen verringerte sich um 35 Millionen Dollar, das sind 10%. In diesem Jahre deckte der Gesamt- Export 50 % des Gesamt- Importes, gegenüber nur 42 % im Jahre 1958. Devisen - Einnahmen aus den verschiedenen Quellen waren grösser als der laufende Bedarf an fremder Währung, so dass die Devisen-Reserven der Bank sich um etwa 50 Millionen Dollar auf ca 170 Millionen Dollar steigerten. PRODUKTION WAECHST Nach ersten Schätzungen scheint Israels National- Produkt um 12 % zugenommen und etwa 4.000 Millionen IL erreicht zu haben. Die ’Landwirtschaft hat ihre Produktion um ca. 16 % erhöht, und auf Einfuhr von Butter und Käse konnte völlig verzichtet, der Import von Fleisch verringert werden. Die Industrie-Produktion stieg um 14 %. Von der zusätzlichen Industrie-Produktion konnten 40 % dem Export zugeführt werden. Der Beschäftigungsstand hat sich gehoben, und die Zahl der Arbeitslosen war geringer als in irgendeinem Jahr vorher. Die Produktionsleistung des Arbeiters ctieg im Durchschnitt um 5—6 %. STABILITAET DER PREISE Der Preisindex für den Konsum stieg im Jahre 1959 nur um 1,3 %. Das persönliche Gesamt-Einkommen verbesserte sich in diesem Jahre um etwa 11—12 %. Das Inkasso der direkten Steuern stieg anscheinend zusammen mit dem National-Einkommen, so dass das freie Einkommen nach Abzug der direkten Steuern ebenfalls um 11—12 % gestiegen ist, und da die Preise nahezu stabil waren, kann man sagen, das sich auch das Real- Einkommen um 11—12 % erhöht hat. Fast das ganze zusätzliche Einkommen wurde zum privaten Konsum verbraucht — und die Rate der Sparrücklagen pro IL blieb unverändert. Der Gesamtwert der Investitionen in die Wirtschaft belief sich im Jahre 1959 auf 900 Millionen IL, wie im Jahre vorher. VORSCHAU AUF DAS NAECHSTE JAHR Nach den Schätzungen des National-Budgets ist im nächsten Jahr mit Wachstum des Gesamtexportes um etwa 50—60 Millionen Dollar auf ungefähr 350 Millionen Dollar zu rechnen. Der Brutto-Export dürfte im kommenden Jahr etwa 52 % des Importes dekken. Die Diskrepanz zwischen dem laufenden Import und dem Mehrwert des Exportes dürfte um 20—25 Millionen Dollar abnehmen. Der Umfang der Investitionen wird auf 980 Millionen IL gegenüber 9000 Millio- Israels nen IL im Vorjahr geschäztt. Die Lage der Wirtschaft und besonders der Privatwirtschaft hat sich in den letzten Jahren gebessert, die Gewinne haben zugenommen und die Betriebe können ihren Ausbau und ihre Erweiterungen in höherem Masse aus ihren eigenen Rücklagen finanzieren. Wahrscheinlich wird die Industrie-Produktion um etwa 10 % und die Agrarproduktion um etwa 6—8 % zunehmen. Den Baumarkt erwartet in diesem Jahr eine gewisse Senkung wegen der Verringerung des Baubudgets der Regierung. Dagegen wird angenommen, dass sich das private Bauwesen etwas erholen dürfte, so dass die Senkung des Umfangs der Bautätigkeit bei etwa 5 % liegen dürfte. Der Umfang der sonstigen Wirtschaftszweige hat steigende Tendenz. Generell wird das nationale Roh-Produkt im Jahre 1960 um etwa 8—9 % zunehmen, und die Zahl der Beschäftigten um ca 25.000. Die Lohnpolitik wird vorsichtig sein müssen, und Lohnerhöhungen werden auch weiterhin von Produktionssteigerung abhängig bleiben müssen. Der Finanzminister brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass der Konsum pro Kopf im nächsten geringer sein werde, als im jetzigen Jahr. Dazu will sich die Regierung bemühen die Sparbereitschaft anzuregen und überzeugende Investitions- und Spra-Programme zu bieten. DAS ENTWICKLUNGS¬ BUDGET Das Entwicklungsbudget ist mit seinen 532 Millionen l’L um 10 Millionen IL grösser als im laufenden Jahr, aber nur 367 Millionen IL davon dienen wirklich Investitionen, während 165 Millionen IL für Schuldentilgung u. dgl. vorgesehen werden mussten. Die Investitionen in der Agrarwirtschaft bleiben auf gleicher Höhe wie bisher. Das Budget sichert den ganzen für Fortsetzung des Landes - Bewässerungs-Programms erforderlichen Be trag. 40 Millionen IL werden von der Jewish Agency für Siedlungszwecke geliehen, und in die Regierungs- Unternehmen des Entwicklungsministeriums werden auch im nächsten Jahr wieder 12 Millionen IL investiert, in den Ausbau der Elektrizitätswerke sogar 35 Millionen IL. Für das Verkehrswesen sind Erweiterung des haifaer Hafens, Verbesserung des Hafens von Elat und Fortsetzung der Planung des Hafens von Aschdod vorgesehen, sowie weitere Schiffs- Käufe, Verbesserungen auf dem Flugplatz Lod, damit er auch für Düsenflugzeuge geeignet sei, und Beginn des Baus der Schiffswerft. Um weitere 8000 Telefon- Anschlüsse zu ermöglichen, Frühere DP’s bei Eisenhower Washington. — Ueberlebende aus Auschwitz erklärten, Eisenhower sei tief bewegt gewesen, als ihre Delegierten ihm eine Dankesurkunde überreichten. Die Ueberlebenden sprachen hebräische Dankgebete für den Präsidenten und blieben ungefähr 20 Minuten bei ihm. Der Präsident gedachte des Krieges und der Schrecken der Konzentrationslager. Er zeigte sich sichtlich erfreut, dass die Ueberlebenden ihm einen Besuch abstatteten, und dass es ihnen gelungen sei, gesund und zu nützlichen Bürgern geworden zu sein. Eiwar höchst befriedigt, nach 15 Jahren zu erfahren, wie es ihnen heute gehe. Der republikanische Senator Jacob Javitz begleitete die Delegation. Zu den Delegierten gehörten Ernest Michel, Haskell Tydor, Leo Weissman, Siegmund Freund. Simon Gitter und Norbert Wollheim, der Mann, der den Prozess gegen die IG-Farbenwerke auf Entschädigungszahlungen an die Zwaugsarbeiter angestrengt hatte. 'ITA i Ueberfall auf eine Synagoge Gadsden (Alabama). — Ein 16jähriger Junge, der sich einen „enragierten Feind der Juden” nannte, stand unter der Anklage des Ueberfalls mit Mordabsichten vor Gericht, nachdem er zugegeben hatte, in den Bet Israel-Tempel eine Brandbombe geschleudert und auf die Beter geschossen zu haben. Zwei Männer wurden bei diesem Attentat auf die Synagoge, in der sich 180 Gläubige befanden, verletzt. Alwin. Loewi trug nur eine leichte Verwundung an der Hand davon, während Allen Cohen an den Beinen und in der Brust getroffen wurde und sofort operiert werden musste. Sein Zustand wird als „relativ gut” bezeichnet. *; Polizisten und Beamte der Geheimpolizei begannen sofort nach dem Ueberfall die Suche nach den Verbrechern, da es hiess, das Gangsterstück sei von drei Männern verübt worden. Nichtsdestoweniger behauptet Robert Jackson, alias Jerry Hunt, der geständige Angreifer, dass er der alleinige Täter gewesen esi. Der Bezirksrichter äusserte, Jackson, der die höhere Schule besucht, würde vor das Kriminalgericht kommen* falls Cohen seinen Verletzungen erliegen sollte. Der Verdacht fiel sofort auf Jackson, weil er sich vor Freunden gebrüstet hatte, er würde diese Tat begehen, um sich an seinen Mitschülern zu rächen, die sich über ihn beschwert hatten, weil er eine Naziarmbinde trug. Nach dem Attentat war der Junge geflüchtet. Er gestand vor der Polizei, er habe auf die Beter gefeuert, als sie aus der Synagoge herausrannten. Sein Stiefvater, Walter Hunt, half den Polizisten und den Beamten der Bundespolizei ihn zu fangen. (ITA) sollen 13,6 Millionen IL investiert werden. Für Wohnbauten sind 85 Millionen IL budgetiert, zur Errichtung öffentlicher Gebäude 13,2 Millionen IL, davon 4,4 Millionen IL für Schulen, für Förderung des Fremdenverkehrs 2,3 Millionen IL. DIE STAATSEINNAHMEN An Steuereinnahmen sind 941 Millionen IL vorgesehen davon Besteuerung von Einnahmen und Vermögen 342,4 Millionen IL, Besteuerung von Ausgaben 548 Millionen IL. Das Gesamt-Steueraufkommen ist für das nächste mit 11% höher veranschlagt als im jetzigen Jahr, wobei mit 10 % Steuern aus den Einnahmen vom Gesamt-Volumen des Volkseinkommens gerechnet wird, — ein international üblicher Prozentsatz. Die Deckung des Entwicklungs-Budgets wird zu immer grösserem Teil aus inländischen Quellen besorgt, die in diesem Voranschlag 53 % gegenüber 45 % im vorigen Budget betragen. Die wesentlichsten ausländischen Quellen sind: Der Parallelfonds der Reparationen, amerikanische Wirtschaftshilfe und Ausländsanleihen. ERLEICHTERUNGEN DER DEVISEN¬ KONTROLLE f Wie jetzt Touristen, so sollen Einheisende überhaupt, auch wenn sie im Lande bleiben, einen 20%igen Prämienzuschlag für Devisen erhalten, die sie bar bringen und umwechseln. Ferner werden solche Einwanderer während der ersten zehn Jahre von der Pflicht befielt sein, der Regierung ihre Devisen zu verkaufen und über ihre ausländischen Gelder Rechenschaft zu geben. Da es Israel im ersten Jahrzehnt gelungen ist, aus öffentlichen Mitteln die Wirtschaft anzukurbeln und auf eine bessere Basis zu stellen, hat jetzt das Privatkapital die Aufgabe, mehr in die Wirtschrftsentwicklung zu investieren. Dazu wurde eine Investitionsbehörde errichtet, die Interessenten beistehen wird. jf FUENFJAHRESPLAN f Die Wirtschaftsabteilungen des Ministeriums und der Staatsbank haben zusammen mit dem Budget-Amt einen Planungsentwurf für die nächsten fünf Jahre ausgeai-- beitet: Die Bevölkerungszunabme von 400.000 Seelen wird mit einem Mehr von Ernährern in Höhe von 180.000 gerechnet. Die Kapitalseinfuhr dürfte von 350 auf 200 Millionen Dollar jährlich sinken. Dagegen ist anzunehmen, dass die Produktion jährlich um 8 % steigen dürfte. Der Export soll von 300 Millionen Dollar im Jahre 1959 auf 650 Millionen Dollar im Jahre 1964 wachsen, also um 17 % jährlich. Israel hofft, die Einfuhr jährlich um 35 Millionen Dollar senken zu können, da um diesen Betrag mehr Eigenproduktion verfügbar sein wird. Das Defizit der Zahlungsbilanz soll auf 200 Million.n Dollar herabgedrückt werden. An Investitionen werden in diesen fünf Jahren 1.000 bis 1.100 Millionen IL im Jahresdurchschnitt gebraucht. Durch intensiveres Sparen soll erreicht werden, dass 1964 zwei Drittel des Investitionskapitals im Inland aufgebracht wird. Der Selbstkonsum des NationaJprodukts müsste in diesem Fall jährlich um 2—3 Prozent pro Kopf gesenkt werden. "Weniger konsumieren, Nyefcr sparen, mehr in. vestderen und exportieren — kann die Zahlungsbilanz sanieren. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114. Registro de la Propiedad Intelectual N9 624.070