Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1767 (5.4.1960)
- Date
- 1960-04-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611414--0293-9611415- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JÜDISCHE Jûx JfewicutaJähcuzUlG, ¡ PUEYHREDON J 2190 — 19 iaq. Año XXI. T. E. 8 3-2 6 1 BUENOS AIRES, MARTES 5 DE ABRIL DE 1960 No. 1767 Niemand kann Voraussagen, ob die Lage im Mittelosten bei der bevorstehenden Gipfelkonferenz zur Sprache gelangen wird, weil das Programm der Konferenz nicht festgelegt und jeder Teilnehmer berechtigt ist, auf der Tagung Diskussions- Themen vorzuschlagen. Jedenfalls war es äusserst wichtig, dass die an der Gipfelkonferenz beteiligten Mächte über Israels Position aus erster Hand unterrichtet wurden. Dies war in der Tat Ben Gurions Ziel bei seinem Besuch in Washington und London, und das gleiche Ziel verfolgt er auch mit seinem geplanten Besuch in Paris, wie es auch für seinen Wunsch, mit Krutschew zusammenzutreffen, massgebend war. Wenn man bisher nicht wusste, wer daran interessiert ist und wer nicht dass die Mittelostfrage auf die Tagesordnung der Gipfelkonferenz gesetzt wird, so kennt man heute dank der Fühlungnahme Ben Gurions mit den westlichen Staatsmännern die Haltung einer jeden Regierung. Es gab eine Zeit, da die Westmächte die Teilnahme Sowjetrusslands an den Besprechungen über die Levante nicht wünschten und versuchten, seine Interessen in diesem Raum zu ignorieren, während die IJSSR bemüht war, an derartigen Verhandlungen teilzuhaben, um als Partei anerkannt zu werden. Heute ist die Situation eine andere. Die Westmächte scheinen Moskaus Teilnahme zu wünschen, während sich die Sowjetunion fernhält und nicht mehr auf die Anerkennung seiner Interessen im Mittleren Orient besteht. Seit die Russen im Jahre 1955 an die C.S.R. und Aegypten Waffen geliefert haben, sind sie zu einem, wenn auch störenden Faktor in dieser Gegend geworden, der die Spannungen und Reibungen wach erhält. Diese Meinung, die bis jetzt eher auf Vermutungen beruhte, ist nunmehr von verlässlichen osteuropäischen Quellen in Israel bestätigt worden. Diesen Gewährsleuten zufolge wünscht die Sowjetunion bei der bevorstehenden Gipfelkonferenz keine Diskussion über den Mittelosten, ebensowenig wie sie bereit ist, in irgendeiner Form die Dreier-Erklärung vom Jahre 1950 erneut anzuerkennen. Es ist klar, dass unter den gegebenen Umständen Israel das grösste Interesse hat, dass die Mittelostfrage und die arabisch-israelischen Beziehungen auf die Tagesord- - i WIE ICH ES SEHE Bemerkungen zu einer Reise von JEHUDA GOTTHEIMER Die Reisen der führenden Staatsmänner sind heute mehr als bisher zu einer politischen Methode direkter Einflussnahme auf die Haltung von Regierungen und Völkern geworden. Gewiss waren Staatsbesuche schon in alten Zeiten bekannt; auch damals musste man ihnen eine praktische Bedeutung beimessen, um die Freundschaften zwischen den Ländern aufrecht zu erhalten, sie zu festigen oder herzustellen. Es ist nicht zufällig, dass der russische Ministerpräsident Nikita Krutschew die tiefe Umwandlung seines bisherigen politischen Kursus mit ausgedehnten Reisen begleitete, die ihn praktisch durch die ganze Welt führten. Ueberall nahm er die Verbindung mit den führenden Persönlichkeiten auf und versuchte gleichzeitig, mit den Massen in Berührung zu kommen, um jenes Eis zu brechen, das der kalte Krieg geschaffen hat. Die grosse politische Reisezeit wurde durch Nixon, den amerikanischen Vizepräsidenten, eingeleitet, der nach Moskau und Warschau fuhr, wobei er die Erfahrung machen musste, dass die Stimmung der Massen garnieht so hasserfüllt dem Westen entgegenschlägt, wie man dies aus den ständigen Drohreden und Deklarationen der östlichen Politiker entnehmen musste. Offensichtlich wurde auch Krutschew nachdenklich. Er ist ist ein klarer Kopf, ein Mann, der im Augenblick jede Situation' erfasst und die Macht und Möglichkeit bestizt, sofort zu reagieren. Damals erkannte Krutschew, dass der Erfolg der künftigen Politik weniger auf den internationalen Konferenzen zwischen den Diplomaten liegen dürfte, als in der Vorbereitung und endgültigen Schaffung einer Atmosphäre des Vertrauens der Völker zueinander oder — falls dies nicht zu erreichen sein soll- Misstrauensantrag abgelehnt Jerusalem. — Die Knesset lehnte mit 60 gegen 24 Stimmen einen Antrag der Allgemeinen Zionisten ab, der Regierung Ben Gurion ihr Misstrauen auszusprechen. Sechs Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Den Anlass zu diesem Antrag bildete die seit langem bestehende Krise über die höhere Erziehung, die zum Rücktritt des Erziehungsministers Zalman Aranne führte. Alle Mitglieder der Koalitions-Regierung stimmten gegen den Antrag Die Kommunisten und Ultraorthodoxen der Agudat Israel nahmen nicht an der Abstimmung teil. Die Allgemeinen Zionisten, die den Ministerpräsidenten bei der Stimmenabgabe über den Einspruch der Kommunisten wegen seines Zusammentreffens mit Adenauer unterstützt hatten, gaben ihrem Bedauern Ausdruck, dass es Ben Gurion nicht gelungen sei, die Mitglieder der Mapai zu überzeugen, dass sie die höhere Erziehung betreffenden Empfehlungen annehmen müssten. (ITA) te —, einer Atmosphäre des gegenseitigen Verstehens. Mit der ihn charakterisierenden Energie ging Krutschew an die Realisierung seines neuen Planes, die Völker einander näher zu bringen. Der kalte Krieg sollte beendet werden. Die Vernunft müsse im Angesicht der Zerstörungskraft der Atomwaffen triumphieren. Die sicherlich berechtigten Interessen der einzelnen Länder müssten in einer friedlichen Aktion zu einem Ausgleich gebracht werden; man sollte sich bemühen, wo dies nicht zu erreichen sei, wenigstens die aufeinanderstossenden Belange der Völker einem höheren Ziel wie der Erhaltung des Weltfriedens unterzuordnen. So kam’ Krutschew nach Amerika. Er überwand die Probleme der „Etikette”, verstand, dass es auf Prestigefragen nicht ankommen könne und besuchte Eisenhower. Diese Reise löste eine Kettenreaktion aus, denn nun begriff auch der Westen, das man an der Linie der Beendigung des kalten Krieges mitarbeiten und eine Gipfelkonferenz vorbereiten müsse. Eisenhower trat eine lange Reise an, die ihn f in viele westliche Länder, sogar nach Spanien, führte; überall stellte er „völlige Übereinstimmung” fest. Man kennt diese allgemeinen Formulierungen, diese schablonenhaften Berichte, die eigentlich mehr Schaden anrichten als nützen, weil sie nur neue Verwirrung schaffen. Aber auch Eisenhowers Reise war ein sichtbarer Erfolg. Die Völker arbeiten fieberhaft daran, den Frieden zu retten, der bereits hoffnungslos verloren schien. Inzwischen war Krutschew in vielen asiatischen Ländern, Adenauer reiste nach nung der Gipfelkonferenz gesetzt werden. Die Lage spitzt sich immer mehr zu, und es wäre nicht wünschenswert, die USSR von ihrer Verantwortung zu befreien. Ben Gurion hat die Westmächte ersucht, die Sowjetunion zu veranlassen, das Prinzip der Integrität der Mittelost-Staaten ebenso wie den Grundsatz anzuerkennen, dass territoriale Veränderungen nur durch direkte Verhandlungen zwischen den betreffenden Parteien durchgeführt werden können. Diese beiden Prinzipien bilden einen untrennbaren Teil der politischen Konzeption Washingtons, während Moskau sie zwar nie geleugnet, aber sich auch nie zu ihnen bekannt hat. Die USA haben es bisher nie für angezeigt gehalten, mit Russland über den Frieden im Mittelosten zu sprechen, weil sie glaubten, dass es nicht im Interesse der Sowjetunion liege, einen Krieg zu entfachen, sondern ein Maximum von Spannung zu s ' affen. Männer jedoch wie George Kenan, Walter Lippman und Senator Fulbright, mit denen Ben Gurion lange Unterhaltungen führte, sind der Ansicht, dass es sich lohne, die Lage zu sondieren, um der Welt zu zeigen, welche Position Moskau einnimmt. Sollte es auf Ben Gurions Anregung hin zu Besprechungen über die Mittelostfragen zwischen Westen und Osten kommen, so könnten diese ein Prüfstein für die Aufrichtigkeit Krutschews und für die Bereitschaft der Russen bilden, mit den Westmächten zu kooperieren, um die Spannung im Mittelosten zu verringern. (D. J.) Washington und anschliessend nach Japan, und schliesslich befand sich Krutschew einige Zeit in Frankreich, wo er sowohl mit de Gaulle, ohne Zweifel dem unsichersten Alliierten in der westlichen Front, lange verhandelte wie in einer Reihe von grösseren und kleineren Städten für seine Popularität besorgt war. Innerhalb weniger Monate reisten die entscheidenden Staatsmänner kreuz und quer durch die Welt, wobei wir die Unternehmungen des britischen Ministerpräsidenten bisher garnieht erwähnt haben, obwohl auch sie in den gleichen Rahmen gehören, der im Augenblick weit gesteckt ist: ein neues Fundament für das internationale Leben zu schaffen und durch Beendigung des sogenannten kalten Krieges den Völkern wieder Ruhe und Sicherheit zu schenken. — Die Presse in aller Welt hat den Reisen der Krutschew, Eisenhower, Nixon, MacMillan, de Gaulle und Adenauer grosses Interesse geschenkt; dies war nicht anders zu erwarten und stand auch im rechten Verhältnis zur Bedeutung dieser Aktionen. Noch stärker aber Convención Centroamericana Nueva York. — En una circular a las instituciones afiliadas, el Departamento de Organización del Congreso Judío Mundial declaró que "la idea de convocar una conferencia de comunidades israelitas de la América Central y las Antillas no ha sido abandonada’*. Observó, sin embargo, que se esperaba el acuerdo de la institución representativa del judaismo mexicano sobre la fecha más adecuada para su realización. La colectividad hebrea de ese país es la mas numerosa de Centroemérica. La convención centroamericana iba a celebrarse en 1959 pero surgieron a última hora ciertos ¡nconvenicntes"técnicos". Una de las tareas concretas que el Congreso Judío Mundial recomienda en la mism3 circular a todas las comunidades e instituciones representativas afiliadas a él, consiste precisamente en "realizar conferencias regionales.“ El Departamento de Organización del Congreso exhorta a los hebreos latinoamericanos "a que presten toda su apoyo a la rama sudamericana del Ejecutivo del C. J. M. para facilitar el cumplimiento de sus deberes." Reitera asimismo la urgencia de incluir jóvenes adultos en los consejos directivos de las comunidades, y muy especialmente, atraer a la juventud universitaria. HERBERT WINTER Zentralamerikanische Konvention New York. — In einem Zirkular an die angeschlossenen Institutionen erklärte die Organisations-Abteilung des Jüdischen Weltkongresses, dass „der Gedanke, eine Konferenz jüdischer Gemeinden Zentraiame. rikas und der Antillen einzuberufen, nicht aufgegeben worden sei.” Allerdings wird bemerkt, man erwarte das Einverständnis der repräsentativen Institution des mexikanischen Judentums über das für seine Verwirklichung geeignetste Datum. Die jüdische Kollektivität dieses Landes ist die zahlreichste in Zentralamerika. Die zentralamerikanische Konvention, sollte :m Jahre 1959 abgehalten werden, doch in letzter Stunde tauchten gewisse „technische"’ Schwierigkeiten auf. Eine der konkreten Aufgaben, die der Jüdische Weltkongress in dem gleichen Rundschreiben an alle Gemeinden und ihm angeschlossenen repräsentativen Institutionen empfiehlt, besteht gerade in der „Abhaltung von regionalen Konferenzen.” Die Organisations-Abteilung des Kongresses fordert alle lateinamerikanischen Juden auf, „dem südamerikanischen Zweig der Exekutive des J.W.K. volle Unterstützung zu leihen, um ihr die Erfüllung ihrer Pflichten zu erleichtern.” Sie verweist gleichzeitig auf die Dringlichkeit, erwachsene Jugendliche zu den direktiven Ausschüssen der Gemeinden heranzuziehen, und im besonderen die an Universitäten studierende Jugend zu erfassen. HERBERT WINTER rV Staatsbesuche erregte der Ausflug Ben Gurions in die weite Welt die Aufmerksamkeit aller internationalen politischen Kräfte. Der Ministerpräsident Israels, eines kleinen Landes mit wenig mehr als zwei Millionen Einwohnern, fuhr kurz entschlossen nach Washington, wo er eine Unterredung mit dem Präsidenten der USA gehabt hat, die schon rein zeitlich weit über die Grenzen des Ueblichen hinausging. Eisenhower debattierte mehr als zwei Stunden mit Ben Gurion. Was sie im einzelnen besprochen haben, wurde nicht bekannt gegeben, zumal man sich auf die formelle Version geeinigt hatte, dass es sich um einen Besuch privaten Charakters handeln würde. In New York kam dann Ben Gurion mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Dr. Dag Hammarskjold, und mit dem deutschen Bundeskanzler, Dr Xonrad Adenauer, zusammen, eine Begegnung, der man in weiten Teilen der Presse eine sensationelle Note verliehen hat. Schliesslich reiste Ben Gurion auch nach London, um dort mit MacMillan Gespräche zu führen. Jeder wird verstehen, dass Wortführer nacn aussen hin immer noch Nasser ist. Vielleicht spielt er sich gegen den Willen breiter arabischer Kreise in verschiedenen Staaten nur als Wortführer auf, ohne es in Wahrheit zu sein. Das mag in diesem Zusammenhang dahingestellt bleiben. Nasser hielt wütende Reden gegen Ben Gurion, als bekannt wurde, dass dieser eine Begegnung mit Eisenhower haben werde. Rückblickend erscheint es nicht ausgeschlossen, dass die letzten Grenzzwischenfälle zwischen Syrien und Israel inszeniert worden sind, um Unruhe zu stiften und Ben Gurion sozusagen ans Land zu fesseln und auf diesem Umwege die geplante Reise in die USA zu unterbinden. Da aber Israel sofort dank seiner militärischen Ueberlegenheit die Ruhe wiederherstellen und die Angreifer zur Strecke bringen konnte, ist Ben Gurion programmäsig gefahren. Nur nebenbei sei darauf hingewiesen, dass die jüdische Welt im Angesicht der neuen syrisch - nasserschen Provokationen bereits in Erregung versetzt wurde und an den Ausbruch eines neudie Reise Ben Gurions nicht 1 en bewaffneten Konfliktes den privaten Charakter getragen hat, den man ihr geben wollte. In der Welt der harten Wirklichkeiten müssen nach vielen Seiten hin Rücksichten genommen werden, mit denen wir einverstanden sein können oder nicht, die uns gefallen mögen oder nicht, die wir begrüssen werden oder nicht; trotz der positiven oder negativen Wertung, die wir diesen Gegebenheiten verleihen, bestehen sie, und wir müssen ihre Existenz zur Kenntnis nehmen. Da sind in erster Linie die als diese wechselseitigen j Araber, deren offizieller glaubte. In Israel selbst wurde die Intervention an der syrischen Grenze nur als eine Polizeiaktion zur Herstellung der Ordnung angesehen. Als die Oeff entliehkeit erfuhr, dass Ben Gurion abgereist sei, wusste mau überall in der Welt, dass die Lage an Israels Grenzen absolut sicher ist. Aus diesem Grunde war die Reaktion Nassers besonders heftig. Eibegriff sofort die Bedeutung, die dieser Ben Gurion-Reise beizumessen war. Er reagierte hystetiSehluM suf i>4W B