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Jüdische Wochenschau · 1960-04-01 · 1766 (1.4.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1766 (1.4.1960)
Date
1960-04-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 1’ d* Abril de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1766 — $ Zum Ableben von Dr. Abraham Mibashan Fassungslos stehen wir an ( nationalen Juden. Er war es, der Bahre eines Mannes, des gen Leben im besten Sinne des Wortes ein Dienst an seinem Volk gewesen ist. Dr. Abraham Mibashan weilt nicht mehr unter den Lebenden. Dr. Mibashan ist nicht mehr da, nicht für seine Familie, nicht für seine Freunde nicht für eine grosse Kollektivität, die in ihm einen stets bereiten und zu jedem Opfer willigen Freund besessen hat Der Tod Mibashans kam allen überraschend. Er war noch nicht 70 Jahre alt, aber er machte einen weit jüngeren Eindruck, so lebendig, so wendig, so leistungsfähig und so aktiv ist er gewesen. sein Schaffen. Eine ausserordentliche Vielseitigkeit verriet eine Persönlichkeit besonderer Prägung. Es dürfte sehr wenige Menschen in Lateinamerika geben, die über ein so profundes und der — durch einen Zufall des Lebens nach Lateinamerika verschlagen — der Bahnbrecher einer neuen, man darf sagen, der nationaljüdischen Epoche in der Entwicklung des argentinischen Judentums wurde. Seine vornehme, bescheidene und doch entschiedene Lebensart und Lebensarbeit hoben das Niveau des argentinischen Zionismus allmählich aus den Anfängen einer Chalukka - Ergebenheit zur ernsten nationalen Verbundenheit mit Erez Jisrael. Gemeinsam mit den Pionieren des argentinischen Zionismus, mit'Männern wie Nathan Gesang, Eppstein, Efron l avJ ctivwv roí £3v. i — - Unermüdlich war und Rossowski, führte er die entscheidende Wandlung im zionistischen Denken der argentinischen Juden herbei. Immer mehr wuchs Mibashan zur zentralen Persönlichkeit des argentinischen Judentums heran, zum Reumfassendes Wissen wie er , präsentanten einer Kcllektiverfiigen. Seine Vorträge über die spanisch-jüdische Epoche und die arabische Kultur waren für jeden Lernbegierigen und für alle Gebildeten Fundgruben der Erkenntnis. Mibashan verkörperte in sich den ^Europäer”, aber er war mehr als nur ein Europäer. Er verband in sich wie sehr wenige ein umfassendes weltliches Wissen und eine sehr tief fundierte europäische Bildung mit dem unbegrenzten Schatz jüdischer Weisheit und jüdischen Schrifttums. Er erinnerte an die ganz Grossen unseres Volkes, die in diesem Jahrhundert gewirkt haben, an eine so glänzende Gestalt wie Nahum Sokolow, mit dem er sicherlich nicht zufällig in seiner zionistischen Arbeit eng verbunden war. Mibashan war der Prototyp des modernen, stolzen, vität, die sieh in einer stürmischen Entwicklung befand. So war es beinahe selbstverständlich, dass er Präsident der AMIA und dann Präsident der DAIA wurde. Mit dem Elan eines jungen Menschen und der ,Reife des Alters stand er an der Spitze einer Gemein- I schaft, die von inneren Kämpfen erfüllt und von I äusseren Gegnern bedroht | war. Sein tiefes Verständnis fiir die menschlichen Lei- I denschaften und aucn die Schwächen der anderen; machte ihn zu einem väterlichen Freund und Ratgeber, der aus der Fülle seiner Erfahrungen und dank seines gütigen Wesens immer einen Ausgleich suchte. Er war tatsächlich der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht. In schweren und unerfreulichen Situationen blieb er sich selbst treu, rang um Lösungen und bewahrte jene Ruhe, die nur der besitzt, der durch Wissen und Erkenntnis zur Reife gelarg'e. Auf zahlreichen Tagungen, Konferenzen und Kongressen hat Dr. Mibashan das argentinische Judentum, die zionistische Idee und‘die jüdischen Interessen mit einer natürlichen Würde vertreten. Auf der letzten We.'ttagung des Jüdischen Weltkongresses in Stockholm war er einer der Vizepräsidenten der Konfernez, der seinen Teil z-um Gelingen dieser wichtigen Tagung beitrug. In früheren Tagen war er BEILEID Dr. GOLDMANNS New York. — In einem Beileidskabel gibt. Dr. Nachum Goldmann in seinem eigenen Namen und im Namen der Zionistischen Exekutive und des Jüd'schen Weltkongresses seiuem tiefsten Bedauern über das Ableben von Dr. Abraham Mibashan Ausdruck. In seiner Botschaft erklärte Goldmann: ,,Das argentinische Judentum, das jüdische Volk und die zionistische Bewegung verlieren in ihm einen treuen Führer, dessen Wissen, Kenntnisse und Gerechtigkeitssinn dazu beigetragen haben, die zionistische Bewegung zu fördern und besonders die argentinische jüdische Gemeinschaft fortzuentwickeln. Seine Persönlichkeit wird für immer in der Geschichte der Juden fortleben.” (ITA) einer der ersten Sekretäre der Stadt Tel Aviv gewesen, wo er auch als Lehrer gewirkt hat. Mit einer tiefen inneren Befriediugng wurde er nicht müde, von dieser Zeit der Anfänge zu berichten. In späteren Jahren war er Delegierter der Jewish Agency und des Keren Hajessod. In allen seinen Funktionen, so auch als der Repräsentant des Weizmann- Institutes in Rechowot, war er der gegebene und angesehene Künder der jüdischen Zukunft, des werdenden Staates und der jüdischen Renaissance. Mit einem echten Verständnis begrüsste er die jüdischen Einwanderer und Flüchtlinge aus Mitteleuro- I pa. Er war derjenige uuter 1 allen Juden in Argentinien, die dieser Einwanderung, ihren Besonderheiten und Notwendigkeilten vom Anbeginn die grösste menschliche Sympathie en* gegengebracht hat. Er war ein Freund aller Juden, auch der Juden aus Deutschland, denen er durch seine eigenen Studien in Berlin sich selbst kulturell verbunden erachtete. Mibashan stand unserer Kollektivität durchaus nicht kritiklos gegenüber. Er kannte ihre Schwäche und ihre Vorteile. In jeder Situation aber stellte er sich als Freund, als Ratgeber, als Redner, als Wegweiser und Lehrer zur Verfügung. In beinahe allen Organisationen unseres Sprachkreises hielt er Vorträge, die ihm überall Freunde schufen. Die angenehme Form seiner Rhetorik. seine Meisterschaft in der deutschen wie in vielen anderen Sprachen, seine Anekdoten und seine Auffassungen hinterliessen nicht nur einen nachhaltigen persönlichen Eindruck, sondern warben zugleich Anhänger für die grosse Sache, für die Dr. Abraham Mibashan stets ein getreten ist. Mibashan war auch Wissenschaftler und Journalist. Seine Bilderzeitschrift „Erez Israel” brachte die Kunde von der Sehnsucht unseres Volkes und später von den Errungenschaften Israels in unzählige jüdische Häuser. Sein Buchverlag „Candelabro”, sein ganz eigenes, persönliches Werk, hat jüdisches Wissen in spanischer Sprache vermittelt. Es war ein schwerer Kampf, bei dem ihm seine vielen Freunde in der jüdischen Presse begleiteten, dessen Sieg er. aber nicht erleben konnte, da die Resonanz weder seinen berechtigten Erwartungen noch seiner Leistungen entsprach. Aber er war ein Pionier, dessen Wirken auf diesem literarischen Gebiet ganz gewiss in einer hoffentlich nicht zu fernen Zukunft fruchtbare Ergebnisse zeitigen wird. Es bleibt ein grosses, man darf sagen, erstaunliches Vermächtnis, dieses Beginnen weiterzuführen. Durch einen bewundernswerten Fieiss hat Dr. Mibashan eine grosse Reihe von wertvollen Büchern herausgebracht. Ein jedes dieser Werke hat er gehegt und gepflegt, seine wirtschaftlichen Interessen meist zurückgestellt, um der spanisch-sprechenden Judenheit einen Zugang in die jüdische Geisteswelt zu vermitteln und das Tor unserer geistigen Schätze zu öffnen. Mit der „Jüdischen Wochenschau” war Dr. Mibashan bereits vor ihrer ersten Ausgabe, die vor beinahe zwanzig Jahren erschien, aufs engste freundschaftlich verbunden. Er war ein Mentor. ein Ratgeber, ein Freund, der nie müde wurde, sein grosses Wissen, seine reichen Erfahrungen und Erlebnisse durch Artikel der Isard-Autos in Israel Tel Aviv. — Deutsche Isard-Autos sollen in Israel montiert werden, nachdem zwischen israelischen, schweizer und brasilianischen Geldgebern in Deutschland ein Abkommen unterzeichnet wurde. Diese Kapitalisten haben eine Summe von 300.000 Dollar für den Bau einer Autofabrik aufgebracht. Anfangs sollen 70 Prozent der Bestandteile aus Deutschland eingeführt wp) aen, doch plan' man, später einen grösserer. Pr rzentsatz von -r Israel hergestellten. Inlen zu verwenden. TTAi breiten Oeffentlichkeit nützlich zu machen. Seine Aufsätze, die stets gern gelesen wurden, waren kleine Meisterwerke. Dem Freunde Dr. Mibashan gilt deswegen in dieser Abschiedsstunde unser besonderer Dank. Unser tiefes Mitempfinden wendet sieh der Lebensgefährtin des Freundes zu, die ihn auf allen seinen Wegen, bei allen seinen Vorträgen und Unternehmungen treu begleitete. Vielleicht kann die grosse und aufrichtige Anteilnahme aller Kreise des argentinischen Judentums ihr in dieser, sicherlich schwersten Stunde ihres Lebens ein Trost sein. Sie hat die Sicherheit, durch ihr eigenes Verstehen und ihre eigenen Leistungen gemeinsam mit ihrem Mann ein bleibendes Werk für die argentinische Judenheit geschaffen zu haben. Dr. Abraham Mibashan wird als ein Miterbauer Israels und ein grosser Lehrer der argentinischen Judenheit in die Geschichte eingehen. Hardi Swarsensky DIR EREIGNISSE DER WOCHE (Fortsetzung von Seite 4> dite gekauft worden waren, freizubekommen, was jedoch nicht gelungen ist. Jetzt muss man das Urteil der Justiz abwarten. Wenn es tatsächlich gelingen sollte, diese als Schmuggelgut deklarierten beschlagnahmten Waren freizubekommen, dann ist die Lage der Bank gesichert. Reform der Statuten Die jetzige Leitung der Bank geht an eine Reorganisation und den Wiederaufbau der Bank. Es ist geplant, eine Statutenreform durchzuführen, die verhindern soll, dass riesige Kredite ohne jegliche Garantie durch den Antragsteller erteilt werden und Einzelpersonen willkürlich die Gesamtleitung ausschalten können. Auch soll das Kapital der Bank durch Auflage von Aktien auf 250 Millionen erhöht werden. Das neue Direktorium übernahm die Bank in einem kritischen Augenblick und hatte in der kurzen Zeit von dreieinhalb Monaten das Durcheinander zu klären, um den Bankrott zu vermeiden. Man wird jedoch viel mehr Zeit brauchen, um die Bank zu retten, denn ihre Schulden sind astronomisch. Hinzu gesellt sich als erschwerender Faktor, dass die früheren Besitzer der Waren, die mit den Krediten der Bank erworben wurden, verhaftet sind und die Waren von der Aduana beschlagnahmt wurden. Das brennendste Problem is', wie die Redner versicherten, die Freigabe dieser Güter, die jedoch wenig wahrschein erscheint. Schwere Beschuldigungen wurden auch gegen den früheren Vizepräsidenten der Bank, der als Delegierter der jüdischen Kollektivität zur Konferenz des Jüdischen Weltkongresses in Stockholm reiste und heute noch Präsident einer jüdisihen Finanzinstitution ist, durch das neue Direktorium erhoben. Die Erregung hierüber war ebenso gross wie über die anderen beschämenden Vorkommnisse, und sie wurde noch dadurch gesteigert, dass die neue Leitung keine Fragen zuliess und auch keine klaren Einzelheiten mitteiite. Es wurden die ungeschickten Täuschungsmanöver bei den Buchungen bekanntgegeben, die angeblich trotz ihrer Plumpheit von den leitenden Beamten nicht bemerkt worden seien. Später erfolgte die Verlesung der Summen für Geschenke, welche sich die einzelnen Direktionsmitglieder bei allen möglichen Gelegenheiten gegenseitig machten, sowie der hohen Spesen, die auf Kosten der Aktionäre verrechnet worden sind. Wie mitgeteilt wurde, gelang es dem Direktorium, Kreditanweisungen in Höhe von 2 Millionen Dollar die schon erteilt waren und die Situation der Bank absolut hoffnungslos gestaltet hätten, noch im letzten Augenblick zurückzuhalten. Rettung der Bank Die Banco Israelita del Río de la Plata existiert schon 30 Jahre, und man hofft, sie zu retten, was nur durch die Mithilfe der gesamten jüdischen Kollektivität möglich sein wird. Zum Abschluss ergriff der jetzt leider so plötzlich verstorbene Präsident der DAIA, Dr. Abraham Mibashan das Wort und dankte dem neuen Direktorium, welches jetzt durch einen Aufsichtsrat ersetzt werden soll, für die Säuberung der Bank. Gleichzeitig sprach er den Dank der Aktionäre für die geleistete Arbeit aus, durch die der Bankrott verhindert worden ist. Es ist allerdings unverständlich, wie die Erteilung von Krediten in Höhe von hunderten Millionen überhaupt Zustandekommen konnte, zumal die Bank ordnungsgemäss Auskünfte über die einzelnen Firmen der Todresgruppe eingeholt hatte, die auch verlesen wurden, und in denen klar vor einer Kreditgewährung gewarnt worden ist. Es wurde auch nicht klargestellt, wie man sich eigentlich den Begleich der Riesensummen vorstellt, zumal wie jetzt bekannt wurde, andere Banken NACHRICHTEN AUS ISRAEL Teatro Colón Viernes 1° de Abril. Aper- |tura de abonos Ballet Inter-; nacional del Marqués de Cuevas. Gran abono (serie A): 5 funciones en días martes y viernes, a las 21.30 hs. Abono vespertino (serie B): 5 funciones en días miércoles y domingos, a las 18. Repertorio: ‘‘Noir etblanc”, Lalo-Lifar; “Adage de la rose” Tschaiwoksky - Petipa; “L‘Amour et son destín”, Tschaikowsky . Parlic-Lifar; “La foret romantique”, Glazounov-Taras “La mort de Narcisse”, Pothier-Golovine; “Sebastian”, Menotti-Caton; “Pas de quatre”, Pugni-Dolin; “La corrida”, Scarlatti- Lichine; “Fete polonaise”, Chabrier-Caton; “Piege de Lumiere”, Damase-Taras-Herith; “Annabel Lee”, Schiffmann-Skibine; “Le prissonnier du Caucase”, Khaehaturian-Skibine; “Diagramme”, Bach - Charat - Munsky; “Duetto” (pas de deux), Verdi . Liszt - Lifar; “Giselle”, Adam-Petipa. Precios, Gran Abono: Platea y platea balcón $ 2.000; Delantera de paraíso $ 450. Abono' Vespertino; Platea y platea balcón $ 1.500.—. Delantera de paraso $ 275.—. Horario de boletería: De lunes a sábado de 9.30a 12.30 y de 15.30 a 17.30 en A. Toscanini (Viamonte) 1124. die Zahlung von Schulden verlangen, die in die Millionen gehen und für die das frühere Direktorium der Banco Israelita die volle Garantie übernommen hatte. SCHIFF AHP.T Im Jahre 1959 wurden in den Häfen von Israel insgesamt 3.000.000 Tonnen impor tierter und exportierter Güter gelöscht, gegenüber 1,3 Millionen im Jahre 1919- Bis jetzt hat man im Erwerb von Schiffen insgesamt 38 Millionen Dollar investiert. REKORDAUSFUHR VON EIERN Im Dezember 1959 wurden 40 Millionen Eier nach Europa exportiert, was einen Rekord darstellt. 50 MILLIONEN INVESTITION IN DER „STAHLSTADT" In der „Stahlstadt” von Koor wurden bisher 37 Millionen IL investiert. Das Investitions-Programm dieses Unternehmens sieht weitere Investitionen in der Höhe von 13 Millionen IL vor. GLASFABRIK IN BEER SCHEWA In Beer Schewa soll von der Gesellschaft „Koor” eine Glasfabrik errichtet werden, die 500 Arbeiter beschäftigen und „Phoenicia B” heissen wird. Ferner wurde beschlossen, in Beer Schewa die Fabrik „Charsa” zu erweitern und eine Anlage zur Appretur von Textilien zu errichten. Geschäftliche Mitteilung Angesichts der schnell zunehmenden industriellen Bedeutung der Provinz Cordoba, hat die Lufthanse sieh entschlossen, in der Stadt Cordoba ein Zweigbüro zu eröffnen, um damit den. Agenten und Passagieren die Buchung von Flugpassagen zu erleichtern. Leiter dieses Büros, das am 1. April in der Strasse Entre Rios 109 eröffnet wird, wird Herr Hans Dieter Kasparek, der seit Jahren im Hauptbüro tätig ist. Die neue Zweigstelle vertritt auch gleiehzeiig die Interessen der Air France und AIitalia, deren Flugdienst und Flugplätze mit denen der 'Lufthansa in Uebereinstimmung gebracht wurden. Hotel-Restaurant Eschel its Inh. I. M. WAJSBEKIER nee goeffnet MAR DEL PLATA GASCON 206 T. E. 2 - 2170 ♦♦4

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