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Jüdische Wochenschau · 1960-04-01 · 1766 (1.4.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1766 (1.4.1960)
Date
1960-04-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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\ PUEYRREDON 2190 — I9 i*q« fa JfeWLCUU*JshJCdZlilCL T. E. 83-2613 Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES I9 DE ABRIL DE 1960 No. 1766 ER AUFSCHUB DER REISE NACH PARIS Jerusalem. — Der geplante Besuch Ben Gurions in Paris wird voraussichtlich im Juni nach der Gipfelkonferenz der vier Grossmächte gtattfinden, wie hier verlautete. Es heisst, Ben Gurion würde ungestörte Unterhaltungen und eine langen Aufenthalt vorziehen, was jetzt, da de Gaulle und seine Minister durch den Besuch des sowjetischen Ministerpräsidenten Krutschew sehr beschäftigt sind, nicht durchführbar wäie. Es wurde bekanntgegeben, dass im Gegensatz zu den halbprivaten Besuchen Ben Gurions in Washington und London, sein Aufenthalt in Paris offiziell sein werde. Der Ministerpräsident habe auch die Absicht, bei dieser Europareise Holland und Belgien zu besuchen. BEN GURION ERSTATTET BERICHT Jerusalem. — Ministerpräsident Ben Gurion informierte die Kommission für auswärtige Angelegenheiten und Sicherheit über seine Besuche bei Eisenhower, MacMillan, Hammarskjöld und seine Unterredung mit dem deutschen Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer. Er gab einen kurzen Ueberblick über die geführten Unterhaltungen, die sich um Fragen der internationalen Politik, die Lage im Mittelosten und die Sicherheitsprobleme Israels bewegt haben. Auf Wunsch der Kommissions-Mitglieder berichtete Ben Gurion im einzelnen über seine Besprechungen mit den Angehörigen der USA-Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten, mit den Präsidentschaftskandidaten der beiden Parteien und seine Eindrücke von ihrer Einstellung zur Situation in der Levante. Aussenminister Gold a Meir und der Knesset-Präsident Kadisch Luz wohnten dieser Sitzung bei. PRESSE-KOMMENTARE Tel Aviv. — Die linksgerichtete Zeitung „Lamerchaw” schreibt, während der Zusammenkunft zwischen Eisenhower und Ben Gurion in Washington habe der USA-Präsident sein Versprechen wiederholt, dass die USA im Falle eines Angriffs -1 WIE ICH ES SEHE Schwäche der Demokratie von JEHUDA GOTTHEIMER Aus Oesterreich Viele Zeitungen und Zeitschriften Mitteleuropas bringen noch immer ausführliche Publikationen über den letzten grossen Ausbruch antisemitischer Demonstationen, die in der Weihnachtsnacht des vergangenen Jahres mit der Besudelung der neu eingeweihten Synagoge in Köln begonnen haben und sich über zahlreiche I,ander und in beinahe allen Erdteilen wellenförmig fortsetzten. Einige Aufsätze beschäftigen sich in einer sehr ernsten und gründlichen Form mit dem allgemeinen Problem der antijüdischen Einstellung weiter Kreise und mit den Möglichkeiten eines energischen Vorgehens gegen diese Propaganda und ihrer verhängnisvollen Auswirkungen. Man wird nicht ohne innere Anteilnahme beobachten, dass viele Menschen guten Willens auf standen um ihre Verachtung gegen diese bedauerlichen Exzesse zum Ausdruck zu bringen. Immer wieder begegnet man Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die auf die Gefahr eines erneuten Aufflammens der antisenuti-- schen Bewegung aufmerksam machen. Allmählich setz-t sich auch die Erkenntnis durch, dass die Versuche, den Antisemitismus als politisches Werkzeug im Kampf gegen die bestehende internationale Ordnung zu benutzen, zugleich Attentate gegen die Demokratie sind und schon deshalb mit aller Entschiedenheit abgewehrt werden müssten. In der Tat handelte es sich auch bei den jüngsten Vorkommnissen um politische Aktionen, die nicht allein die Stellung der Juden als religiöse und volkliche Minderheiten in vielen Staaten erschüttern sollten, die vielmehr auch dazu bestimmt wareni die den Faschisten so verhasste Demokratie als Lebensform der Völker an zu greifen. Britische Waffen für Israel London. — Israel wünscht, dass Grossbritannien ihm Centurion-Tanks liefert, durch die es den heutigen Stand seines Heeres so weit stärken könnte, um mit der VAR einen Ausgleich zu schaffen, die von der Sowjetunion Stalin-Tanks der Modelle T-54 und Mark II erhält, wie der „Daily Telegraph” mitteilt. Die Zeitung berichtet, Ben Gurion habe dem Präsidenten Eisenhower und Premierminister MacMillan auseinaDdergesetzt, dass Israel nicht erwartet, diese Waffe in einem Verhältnis von „Tank um Tank“ im Hinblick auf die Rüstungen der VAR zu bekommen. Israel würde sich vielmehr damit begnügen, dass die Ueberlegenheit der Araber nicht die Proportion 2:1 in Tanks und Düsenflugzeugen überschreitet. „Die überlegene Moral der Israelis und ihre grössere Kampfkraft werden den Rest besorgen”, schleifet das Blatt und fügt hinzu, es bestehe wenig Aussicht für Israel, von Grossbritannien Luftabwehr-Raketen zu erhalten, denn im Mittelosten gäbe es heute keine Raketen irgendwelcher Art, so dass es für Israel ein ernstes Unterfangen sein würde, als erstes Land diesen Weg zu beschreiten” ÜTA) Man wird sich auch nicht der Tatsache verschliessen können, dass die Reaktion mancher Regierungen nicht im Einklang mit der Empörung über das letzte Geschehen steht, wie es sieh in den Presse - Aeusserungen und Stellungnahmen hervorragender Wissenschaftler, Politiker und Schriftsteller widerspiegelte. Selbstverständlich hat es nicht an offiziellen Erklärungen gefehlt, mit denen alle Regierungen die antisemitischen Kundgebungen verurteilten. Alle einsichtigen Kreise waren und sind jedoch der Meinung, dass eine Regierung sich nicht mit Proklamationen zufrieden geben darf, dass ihr vielmehr andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen müssten, um gegen derartige Ausschreitungen vorzugehen. Es kann auch nicht genügen, dass einige Rowdies Gefängnisstrafen erhalten, und auf diesem Wege zur Besinnung gerufen werden. Man war sich darin einig, dass es richtiger sein müsste, die wirklich Schuldigen zu fassen, die jene jugendlichen Attentäter auf die Freiheit und Demokratie, jene Schmierfinken und Schreier zu ihren Verbrechen veranlasst haben. Den Verantwortlichen ist nichts geschehen... Nun erhebt sich die Frage, aus welchen Gründen man untätig blieb, die Kleinen bestrafte und die Grossen laufen liess. Kennt man die Drahtzieher nicht? Wenn mein weiss, wo die Planer und Anstifter sitzen und gegen sie dennoch nicht vorging, so stehen wir vor einer nicht verständlichen Unterlassungssünde. Dies würde bedeuten, dass man in den entscheidenden Regierungsstellen entweder den Tätern Vorschub leistet oder aber leichtfertig das Anwachsen einer Gefahr unterschätzt, ohne sich zu wehren, wie Israel zu Hilfe kommen würden. Ministerpräsident Ben Gurion habe diese Information, so versichert das Blatt, bei der letzten Kabinettssitzung übermittelt. Zwar habe Eisenhower, wie betont wird, die Hilfe der Vereinigten Staaten davon abhängig gemacht, dass Israel sich keiner „Provokation” schuldig machen dürfe. Obwohl diese Zusage nicht neu ist und bei verschiedenen Gelegenheiten vom State Department in seinen Erklärungen, dass sich die USA jedem Versuch zur Aenderung des Status quo im Mittelosten widersetzen würden, abgegeben worden ist, so behauptet die Zeitung, Ben Gurion scheine der Tatsache entscheidende Bedeutung beizumessen, dass dass Versprechen nunmehr direkt und persönlich vom Präsidenten dem israelischen Premierminister geleistet worden ist. Ferner behauptet „Lamercbaw”, Israel werde bemüht sein, nach Rückkehr von Dr. Adenauer nach Bonn die widersprechenden Berichte über eine grosse deutsche Anleihe aufzuklären. Ben Gurion verliess New York, wo er mit dem deutschen Bundeskanzler zusammengetroffen war, mit dem Eindruck, dass dieser ihm provisorisch eine solche Anleihe in Höhe von ca. 500 Millionen Dollar zugesagt habe, doch ein Sprecher aus Bonn dementierte diese Verischerung. (ITA) dies einst in der Weimarer Republik geschehen ist. Als nicht ausgeschlossen dürfte sich auch die Vermutung erweisen, dass sich demokratische Regierungen aus formal - demokratischen Erwägungen, nicht zü einem Eingreifen bereit fanden. Damit würden wir vor dem Problem der Grenzen einer Demokratie stehen, vor jenem Dilemma, an dem in Deutschland schon einmal ein demokratischer Staat zugrunde ging, der die Gesetze der Demokratie selbst denen gegenüber zu respektieren bestrebt war, deren Programm die Vernichtung der Demokratie gewesen ist. Ein wichtiges Beispiel liefert in diesem Zusammenhang die Republik Oesterreich, die sich auf manchen Gebieten bemüht, die Vergangenheit zu ignorieren und bis heute keine Entschädigungs-Gesetzgebung kennt, die viele frühere Nazis aber grosszügig „restaurierte”. Es ist auch bekannt, dass die beiden grossen österreichischen Parteien im edlen Wettstreit um die Stimmen der Nazis miteinander ringen und zum Zweck der Eingliederung aller Ehemaligen zu weitgehenden Konzessionen bereit sind. Gewiss ist dies umso. verwunderlicher, als die eine dieser Parteien die Sozialdemokratie ist, die z. B. in Deutschland die Vorkämpferin dafür war, dass das den Juden zugefüg- DE LOS ARABËV c XXI. — : SRAEL Jerusalem. — Un radical cambio en la pölftica del gobierno israelí hacia los ciudadanos árabes, tendiente a integrarlos plenamente transformándolos en patriólas israelíes, ha sido decidida en los altos escalones del gobierno según se informó autorizadamente. Bajo la nueva política — que también trataría de desarrollar a la población árabe de Israel hasta que configure un puente de amistad con lo» países vecinos, los ciudadanos árabes, antes que una minoría sospechosa, serí'n una minoría cooperadora. El gobierno militar en las zonas de problación árabe continuaría, pero su competencia sería estrictamente de seguridad, trasladándose a la autoridad civil lodos los restantes asuntos. El plan prove el empleo de un substancial número de árabes israelíes en iodos los ministerios, menos el de defensa y de finanzas, donde se traba de problemas de seguridad, según se anunció. Otra medida sería un arreglo para que mucho maestros árabes enseñen em escuelas judías y viceversa. Los árabes que ledos los días tienen que viajar de sus aldeas a las ciudades principales serían alentados a radicarse en una zona urbana permanente. Se entiende que la municipalidad de Haifa, que mayor número de árabes alberga, daría viviendas a millares de árabes. SCHLOMO S. TANGER Von den Arabern in Israel Jerusalem. — Eine radikale Aenderung in der Politik der israelischen Regierung gegenüber den arabischen Bürgern, die diese vollständig eingliedern und sie in israelische Patrioten verwandeln soll, ist in den hohen Regierungsschichten beschlossen worden, wie von autor’s'erfer Seite mitgeteilt wurde. Nach der neuen Politik, die auch versuchen wird, die arabische Bevölkerung Israels zu entwickeln, bis sie eine Freundschaftsbrücke mit den Nachbarländern bilden wird, soben die arabischen Bürger, die vordem eine verdächtige Minderheit waren, zu einer mitarbeitenden Mir oritä'1 werden. Die Militärregierung in den Zonen mit arabischer Bevölkerung wird bestehen bleiben, doch ihra Zuständigkeit soll strikt auf Sicherheitsfragen begrenzt sein, v/ährend sich die Zivilbehörden mit allen anderen Angelegenheiten befassen dürften. Der Plan sieht die Verwendung einer grösseren Zahl von israelischen Arabern in allen Ministerien, ausser dem Verteidigungs- und Finanzministerium vor, wo es sich um Sicherheitsprobleme handelt. Eine andere Massnahme wäre die Anstellung vieler arabischer Lehrer in jüdischen Schulen und umgekehrt. Die Araber, die täglich von ihren Dörfern in die grossen Städte fahren müssen, sollen ermuntert werden, sich in einer permanenten städtischen Zone nie der zu lassen. Wie es heisst, beabsichtigt die Stadtverwaltung von Haifa, wo die grösste Zahl von Arabern wohnt, Tausenden von Arabern Wohnungen zu geben. SCHLOMO S. TANGER te Unrecht wiedergutgemacht werde. Unter solchen Umständen ist es nicht weiter verwunderlich, dass in Oesterreich die nazistischen Kräfte besonders lebhaft am Werke sind. Der Fall eines hohen Exoffiziers der SS, der für die Ermordung hunderter Juden und russischer Gefangener verantwortlich sein soll, und der heute der oberste Polizeichef in einer österreichischen Provinzstadt ist, dürfte nur eines unter vielen Indizien hierfür sein. Jetzt ei-fahren wir von „Sport - Organisationen” in Oesterreich, die zwar offiziell ‘nicht anerkannt sind, immerhin aber einen Mitgliederstand zwischen 250.000 und 300.000 Personen haben. Ihr Sport ist die Infiltrierung der österreichischen Bevölkerung mit nazistischem Gedankengut. Die Regierung wurde aufgefordert, sich hierzu zu äussern. Es wird kategorisch behauptet, dass dieser Sachverhalt den Regierungsstellen bekannt sed. Aber es geschieht nichts. Es ist miissig, auf die Gefahren noch einmal hinzuweisen, die sieh aus dieser Situation ergeben. Schliesslich ist eine nazistische Organisation mit mehr als einer viertel Million Mitgliedern bereits eine Massenbewegung. .. II. Aus Bayern Die Frage der Durchsetzung der deutschen Justiz mit ehemaligen nazistischen Richtern ist zu einem Kampfobjekt erster Ordnung geworden, zumal die Verjährungsfrist für die einigen oder vielen Richtern vorgeworfenen Straftaten im Mai dieses Jahres abläuft. Studenten haben eine besondere (SehlUM auf Sette 3) Zusammenkunft Nehru—Nasser New Delhi. — Offizielle Kreise sollen geäussert haben, dass die sich immer enger gestaltenden wirtschaftlichen und kulturellen Bande Israels mit den Ländern Asiens und Afrikas bei den Unterhaltungen zwischen dem Präsidenten der VAR, Abdel Nasser, und dem Ministerpräsidenten Indiens, Nehru, auf Nassers Wunsch zur Sprache gebracht werden sollen. Die „India Times” zitiert offizielle Quellen und schreibt. Nasser werde aller Wahrscheinlichkeit nach Nehru über die „arabische Position” gegen Israel eingehend informieren. Der Führer der VAR ist in New Delhi in Begleitung verschiedener seiner Minister eingetroffen. Man nimmt an, dass die beiden Staatsmänner den Gesprächen über die Probleme des Mittelostens die ersten zwei Tage von Nassers Besuch widmen werden, um dann wahrscheinlich über die . Möglichkeiten einer zweiten Bandung-Konferenz zu beraten. (ITA) vïM ^48899 2

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