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Jüdische Wochenschau · 1960-03-22 · 1763 (22.3.1960) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1763 (22.3.1960)
Date
1960-03-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German, Spanish
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— Maries, 22 de Marzo de 1960 I*A SEMANA ISRAELITA Afio XXL — No. 1768 Kulturbild aus Güttingen von KURT KAISER-BLUETH Professor Percy Ernst Schramm ist Ordinarius fiir mittlere und neuere Geschichte an der Universität Göttingen. Er ist ein Historiker von Weltrufe und Mitghed des Ordens Pour ie Meriie für Kunst und Wissenschaft. Schramm ist aber nicht nur ein respeKticiter Lehrer des Student'sehen Alachwuchses. Er träft sein V issc-n auch ins Volk und bemüht sich, ihm den ganzen abstrtisen Dilettantismus ■des „Feldherrn” Hitler — die ¡Feite seiner Bestialität einmal abseits gelassen — in zahlreichen, viel beachteten Vortiägen nahezubringen und das Phänomen aus der Perspektive „Hitler als Feld- *berr” zu durchröntgen. Es kommt nicht viel Erlrtiiliches dabei heraus für •die unverbesserlichen Bewunderer des „Gröfaz” <<, (grössten Feldherrn aller Äeiten”), aber das ist •schliesslich nicht die Schuld •des Professors P. E. •‘Schramm. Er, der als Major ’im „Wehrmachtsführungs- •etab” das Kriegstagebuch zu führen hatte, ist wie kaum «in anderer dazu prädestiniert, den Diktator Nr. I der lgrossdeutschen Zeit dem Pu- •blikum in sachlicher Analyse wahrheitogemäss darzustellen. Das hat natürlich den hellen Zorn der Jünger des •Gröfaz 2ur Folge gehabt, •und sie überschütten den Wissenschaftler mit Oroh- »nd Schmähbriefen, in de- «en er unter anderem gefragt wird, was ihm, „dem ¿Judas, das auserwählte Volk •■für seine Gemeinheiten ge¬ NETTE DAME zur Führung jüdische« Haushalts und Aufsicht zweier Kinder 9 u. 11 Jahren während dreimonatiger Reise der Eltern gesucht. Telefonisch anfragen: 40-8691 (12—15 Uhr) gen den unsterblichen Führer Grossdeutschlands gezahlt” habe. „Warte nur, Judenknecht”, so schreiben die anonymen Werwölfe aus dem niedersächsischen Busch unter anderem, „Deine Stunde wirdkommen, Auch Ou wirst mit den Beinen nach unten hängen...!” Nachts um 2 Uhr klingelt das Telefon bei Professor Schramm. Der fährt aus tiefem Schlaf empor und greift nach dem Hörer. „Wer ist da?” fragt er, noch schlaftrunken. „Wir sind da, Saujude!” kreischt die Stimme einer weiblichen Megäre in die Telefonmuschel, „das Messer ist bereits gewitzt für Dich, schmutziges Subjekt... Heil Hitler....!” Ein satanisches Gelächter gellt durch die erschrockene Telefonleitung, dann wird der Hörer angehängt... Professor Schramm hat sich jetzt für die Nacht telefonisch abgemeldet. Er ist tagsüber zu beschäftigt, um sich den Luxus leisten zu können, nachts mit liebenswürdigen Damen aus Hitlers blondem Gestüt auf so nette Weise zu plaudern. — Genau so haben sie damals, vor und nach ihren Kristallnächten, mit geängstigten Jüdinnen telefoniert. Chevaleresk und mit iimigteutschem Gemüt. Professor Schramm spricht weiter über den „Feldherrn Hitler”. — Und nachts klingelt von amtswegen kein Telefon mehr bei ihm. Was aber die anonymen Schmähbriefe angeht, so sammelt er sie unter dem Titel: „Wie die Alten sungen, / So zwitschern auch die Jungen...” Gewis, heute sind sie noch klein und hässlich und können ihrem Ungeist nur auf anonymem Wege durch Brief und Telefon Ausdruck geben. Es wirkt mehr lächerlich, als ekelhaft. Aber Gnade unserer Zivilisation, wenn sie wieder einmal Machtvollkommenheit über ihre Gasöfen bekommen würden! In Israel montierte Lastwagen Jerusalem. — Ein Vorverj^jjtrag wurde zwischen dem Transport-Ministerium und der bekannten englischen Gesellschaft Leyland abgeschlossen. Aufgrund dieses Abkommens sollen die Lastwagen und Autobusse dieser Werke in Israel zusammengesetzt und montiert werden. Die Fabrik in Israel wird durch eine zu 50 Prozent englische und 50 Prozent israelische Finanzgruppe erstellt werden. (ITA) Israel-Briefmarken j AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGAj BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS j Agencia Filatélica oficial ¡ del Estado de Israel, j VIAMONTE 550, I/B — Bue»o* Aíre«, Rep. Argentina j í Glückwunsch-, Blumen-, Geschenk- und Beileid- ABLOESUNGEN zu Gunsten der Asoc. Filantrópica Israelita ['¡Cangallo 1479 1’ 40-4900 -— 40-9o35 «wen» *»»»»■■«» LU ACH (Kaleadtr) •Dienstag, den 22. März 23, Adar Mittwoch, den 23. März 34. Adar •Donnerstag, den 24. März 25. Adar Freitag, den 25. März 36. Adar Sonnabend, den 26. März 27. Adar Schabbat WAYAK’EL PEKUDE — Parchat Hachodesch Haftara: Jecheske’el XLV16 — XLVI. Neumond-Ankündigung Nissan 18 Sonntag, den 27. März 36. Adar Montag, den 28. Mära 29. Adar Dienstag, den 29. März 1. Nissan Mittwoch, den 30. Mära 2. Nissan Donnerstag, den 91. März 3. Nissan Aráoz 2854 T. E. 71-9059 THATERGRUPPE Die Theatergruppe nimmt am Dienstag, den 22. 3., wieder ihre Tätigkeit auf.’ RELIGIONSUNTERRICHT Auch in diesem Jahre wird im Heim, Araoz 2854, der Religionsunterricht stattfinden, über den wir in wenigen Tagen Näheres mitteilen werden. Wir bitten aber schon jetzt alle Eltern der Kinder, die bisher am Unter, rieht teilnahmen, sowie neue Interessenten, die Anmeldungen von 15 bis 20 Uhr in unserem Sekretariat persönlich oder telefonisch (71-9059) vornehmen zu wollen. 1960 — JAHR DES NEUBAUS Am Sonnabend, den 9. April, um 16 Uhr findet im Heim die erste Veranstaltung des Jahres I960 statt, deren Reinerlös dem Baufonds zufliesst. Bei dieser Gelegenheit erwarten wir unsere Mitglieder zu einem Tee-Nachmittag mit Bridge- Canasta- Romme- und Skatspielen mit anschliessendem gemütlichen Beisammensein und Tanz. 1960 — JAHR DES NEUBAUS DES HEIMS Versäumen Sie nicht, an der erstenReunión teilzunehmen, die unter diesem Motto stattfindet. Tischbestellungen im Sekretariat Montag bis Donnerstag von 15 bis 20 Uhr und Freitag von 9 bis 16 Uhr (71-9059). SEDERABEND Am Montag, den 11. April, um 20 Uhr 15 findet im Heim Araoz 2854, unser traditioneller Sederabend statt. Voranmeldungen werden im Heim und telefonisch <72- 2725) entgegengenommen. JUGENDSEDER Am Dienstag, den 12. April, veranstalten wir pünktlich um 19 Uhr im Heim, Araoz 2854, für unsere Kinder und Jugendlichen einen Sederabend, der ungefähr um 22 Uhr beendet sein wird. Voranmeldungen im Heim oder telefonisch (72-2725). SPORTGRUPPE Vom 14. bis 17. April findet in Córdoba die argentinische Makkabiade statt, zu der wir eine Delegation mit Teilnehmern an Fussball, Basket, Volley, Ping-Pong und Schach entsenden werden. Beca Ketty Mirelman Está abierta la inscripción para optar a la BECA KET¬ TY MIRELMAN correspondiente ais año 1960. Dicha baca, instituida por la Editorial Lsrael, so otorga a universitarios argentinos que quieran realizar un curso de perfeccionamiento o espeeialización en Israel, y cubre los gastos de ida y vuelta, permanencia y aranceles universitarios de un curso lectivo en aquel país. Los interesados pueden solicitar personalmente o por ©aria, informes y formularios en la mencionada editorial, Sarmiento 2198, Bueno? Aires. Alfred Wiener zum 75. Geburtstag Am 11. März beging Dr. Alfred Wiener, langjähriger Generalsekretär des „Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens’’ seinen 75. Geburtstag in London, seiner Heimat seit vielen Jahren. Dort fand seine Lebensarbeit ihre Krönung durch die berühmt gewordene „Wiener Library”, welche kürzlich mit ihren umfangreichen, einzigartigen Sammlungen im Westen der Stadt ein eigenes, geräumiges, ihrer grossen Bedeutung entsprechendes Heim gefunden hat. Alfred Wiener, in Potsdam geboren, aber in der Provinz Posen aufgewachsen, hatte in Berlin Orientalistik studiert und sich viel mit der Geschichte der arabischen Literatur befasst. Studium und erste Orientreisen in jungen Jahren brachten ihn in Verbindug mit Dr. Paul Nathan, ein Mitbegründer und Generalsekretär des „Hilfsvereins der deutschen Juden”, dessen Privatsekretär er vor 1914 mehrere Jahre lang gewesen war. Diese Beziehung führte zu einem tiefen Verständnis für die damalige Palästina-Entwicklung, die einen Höhepunkt in dem vom „Hilfsverein” und der Zionistischen Bewegung gemeinsam geschaffenen „Technikum” zu Haifa fand (1919). Wieners Interesse an Erez Israel war erwacht, und er, der ganz bewusst als deutscher Jude auf dem Boden der Centralvereins-Ideologie stand, fühlte sich dem Zionismus nicht weniger eng verbunden; wiederholte Reisen nach Erez Israel, woher er auch mit kritischen Einwendungen zurückkam, bestärkten ihn in seiner gesamtjüdischen Auffassung, die keinen Widerspruch kannte. Alfred Wiener blieb leitend im „C. V.”, auch noch, als diese Vereinigung zu einer Kampforganisation gegen die zionistische Bewegung geworden war. Sein jüdisches Weltbild war ein so echtes und einheitliches, dass er weder die „C. V.’’-Arbeit noch seine Liebe und Treue zu Erez Israel vernachlässigte. Das Schicksal hat auch ihn Schweres erleiden lassen: Gattin und Kinder gerieten in Holland in Nazihände und wurden nach Bergen-Belsen deportiert; sie überlebten diese Hölle, doch die Lebensgefährtin starb nach der Befreiung auf der Reise zu ihrem Gatten in die Schweiz. Er selbst hatte schon 1933 im Exil einen Kampf aufgenommen, der für die folgenden zweieinhalb Jahrzehnte sein eigentlicher Lebensinhalt werden sollte. Er begründete das nun als „Wiener Library” bekannte Institut, das eine ungeheuer wichtige Aufklärungsarbeit über Nazis und Nazismus leistete, eine Informationsstätte allererster Ordnung wurde und eine grossartige Sammelstelle für jüdische Literatur, jüdische Abwehrschriften und Dokumente aller Art, eine wichtige Quelle zur Erforschung der von antisemitischer Seite verbreiteten falschen Behauptungen über Juden und Judentum. Heute gilt dieses Institut als vorbildlich, weil es umfangreiche und einwandfreie Beweise zu bieten vermag, unersetzlich ist für jede jüdische und allgemeinmenschliche Aufklärungsarbeit über den Kampf der Feinde des jüdischen Volkes und der Menschheit. Bei seinem vorjährigen offiziellen Staatsbesuch in London hat der frühere Präsident der Bundesrepublik, Prof. Heuss, der „Wiener Library” einen Besuch abgestattet und dieses grosse, kulturell so bedeutsame Werk wärmstens gelobt, das längst von den englischen Behörden als gemeinnütziges Unternehmen mit erzieherischem Charakter anerkannt worden ist. Dr. Alfred Wiener, nunmehr 75jährig, doch voller Schaffensfreudigkeit, Jude mit grossem Wissen und Liebe zur Gemeinschaft, ist e:n ganzer Europäer und Menschenfreund, dem alle, die sich seiner erinnern und seiner jiddischen Arbeit in Dankbarkeit und Anerkennung noch viele glückliche Jahre wünschen. C. \Y. Das Blaue Band der BBAA In Nordamerika befasst sich die Brand Barometer As. mit der Aufgabe festzustellen, welche Markenartikel am beliebtesten sind. Das Instituto Argentino de Opinión Pública, als Repräsentant der BBAA, führt die gleichen Erhebungen hier durch. Bei der Ende vorigen Jahres veranstalteten Rundfrage wurde die Marke „Telgoplast” als die beliebtere unter den Erzeugnissen aus plastischem Material ermittelt. Diese Anerkennung ermächtigt die Firma Hulytego für ihr Produkt „Telgoplast” das Blaue Band der BBAA, als Wahrzeichen der Popularität, zu verwenden. WIR BITTEN bekannt. DAVID GOLLUB und Frau ESTER geh. SELIG Colonia Avigdor, den 7. März 1960 Sohnes Mit groser Freude geben wir die Geburt unseres Für die überaus zahlreichen Aufmerksamkeiten, iie uns anlässlich der Barmizwah unseres Sohnes TOMAS erwiesen wurden, sprechen wir unseren herzlichen Dank aus. Dr. BERNARDO SCHWARCZ und Frau INGE, geb. WOLFFENSTEIN DANKSAGUNG unsere Leser auf diesem Wege, von der Möglichkeit direkter Ueberweisung der fälligen Abono-Gebühren frdl. Gebrauch machen zu wollen. Direkte Einsendung des Abono-Betrages in SCHECK — GIRO — BONO POSTAL LA SEMANA ISRAELITÄ Pueyrredön 2190, 1* izq. Capital Hierdurch überweise ich Ihnen de* ä r. 1. u. t. Quartal 1959 m$n SO— Wartung Ihrer Quittung begrüsse Jahr 1959 .. m$n 160.— lch Sie 1. n. 2. Quartal 1960 m$n 120.— .. Jahr 1960 .. m$n 240.— (Name) «• . . «• - « - - •« * , » lAdretw) N. B.: Wir bitten, Einzahlungen au richten tut: LA SEMANA 3SRAB» OGem gawftnsefcte Sabina« UTA bitte ouwtretebMi)

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