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Jüdische Wochenschau · 1960-03-08 · 1762 (8.3.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1762 (8.3.1960)
Date
1960-03-08
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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2 ® * .2 «? c 5 FRANQUEO PAGADO Concesión 908 L h h E © *4 ,2 e» c W U <D < O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 18 DE MARZO DE 1960 No. 1762 EL EJEMPLAR en Joda la República Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? iaq. T. E. 83 . 2613 Astronomisches Budget der USSR Jedesma wenn der Oberste Sowjets den neuen russischen Haushaltsplan gebilligt hatmacht man sich in der westlichen Welt seine Gedanken über das nicht eben offenherzige Zahlenwerk und sucht hinter die Absichten des Kreml zu kommen, soweit sie sich aus dem verschleierten Budget und den spärlichen, zusätzlichen amtlichen Angaben erkennen lassen. Besonders aufmerksam waren in dieser Hinsicht die Amerikaner bei der Aufstellung ihres Haushaltsplanes für 1960. Sie müssen sehr darauf bedacht sein, gegenüber den Russen nicht -ins Hintertreffen zu geraten. Mehr als sonst richten die Finanzexperten Washingtons in diesem Jahr ihren Blick auf den Haushaltsplan der Sowjetunion, um Aufschlüsse über die moskauer Wirtschafts- und Rüstungsplanung zu erhalten und ihren eigenen Vorschlag darauf abzustellen. Man kann den sowjetischen Staatshaushalt nicht ohne weiteres mit den Bud- Wunderbare Rettung Genf. — Die Arbeiter, welche bei dem Rettungswerk in den Ruinen von Agadir beschäftigt sind, zogen vier jüdische Kinder ausden Trümmern hervor. Fast 10 Tage seit der Zerstörung der Stadt durch ein Erdbeben, bei dem über 12.000 Menschen umgekommen sind, hatten die Kinder dort gelegen. Sie erhielten sofort ärztlichen Beistand. Es handelt sich um die 16jährige Alice Kalfon, die 15jährige Jacqueline Kalfon, den 6jährigen Armand Kalfon und den 13 Jahre alten Cadiz Gonzales. Ausser diesen vier Kindern wurden am gleichen Tage noch vier andere Kinder aufgefunden. — <ITA) gets westlicher Länder vergleichen. Während diese bis ins einzelne gehende Angaben über Einnahmen und Ausgaben enthalten — der amerikanische Haushaltsplan besteht aus mehreren dickleibigen Bänden —, beschränkt sich jener nur auf wenige in Zahlen ausgedrückte Positionen und statistische Angaben, die neuerdings noch dürftiger sind als in der Stalin-Aera. Das sowjetische Budget für 1960 erreicht die astronomische Summe von 745,8 Milliarden — ein neuer Rekord in Rubeln. Dass es 'o voluminös ist, hat seinen Grund darin, dass es nicht nur die Ansätze der moskauer Zentralregierung umfasst, sondern auch die sämtlicher Sowjetrepubliken und dazu die der staatlichen Unternehmen. Die Etatsumme entspricht ungefähr der Hälfte des russischen Bruttosozialprodukts. Im Vergleich dazu macht die Summe des Bundeshaushalts der Vereinigten Staaten nur rund ein Sechstel des dort allerdings viel gröseren Bruttosozialprodukts aus. Dieser Unterschied rührt nicht zuletzt daher, dass in der Sowjetunion der Staat eine Fülle von Aufgaben an sich gezogen hat, die in Amerika von der Privatwirtschaft erledigt werden. AUSGABEN FUER SCHWERINDUSTRIE Obwohl das Volumen des neuen russischen Budgets für 1960 um rund 12,68 Prozent grösser ist als das des vorigen Jahres, haben sich keine nennenswerten Struktur-Veränderungen ergeben. Das Hauptgewicht der Ausgaben liegt weiterhin bei der Schwerindustrie und der Rüstung. Daraus lässt sich ersehen, dass aus Krutschews Absichten, den Lebensstandard der breiten Massen spürbar zu heben, vorerst nicht viel wird. Die Ben Gurion flog nach London New York. — Ministerpräsident Ben Gurion gab vor seinem Abflug nach London, wo er sich drei Tage aufhalten will, folgende Erklärung ab: „Ich verlasse die USA mit dem Gefühl, dass die Freundschaft zwischen unseren beiden Regierungen und Völkern auf festen grundsätzlichen und ideellen Fundamenten ruht, auf denen wir in unserem Streben nach Frieden, Menschenwürde und einem höheren menschlichen Niveau unsere Gesellschaft aufbauen. Ich habe bei zahlreichen Gelegenheiten feststellen können, dass die uns in den USA entgegengebrachte Sympathie, von der ich bei meiner Ankunft äusserte, ich hätte sie bei meinem Besuch im Jahre 1951 schon empfunden, sich noch verstärkt hat. Es war für mich ein grosses Vergnügen, mich mit Präsident Eisenhower unterhalten zu können, und ich hatte sofort den Eindruck, dass er ein moraliech hochstehender Mann ist und sein Bestes für den Weltfrieden tut.” Vor 2.000 Studenten und Professoren der Jeschiwa- Univcrsität gab Ben Gurion-seiner „völligen UeberZeugung” Ausdruck, dass der Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn „nicht fern sei.” Am Vormittag, der fast alle Angehörigen seiner Begleitung ermüdete, doch dem 7di.'ihrigen Ministerpräsidenten nichts von seiner 'L-isehc nahm, besuchte Ben Gurion zuerst das Jüdische Theologische Seminar der Konservativen, dann die orthodoxe Jeschiwa-Universität und schliesslich das H«- brmv Union Celle'•<- der Reformgemeinden. (ITA) Investitionen in der Konsumgüter - Industrie sollen nur geringfügig erhöht werden, während die Investitionsmittel für die Schlüsselindustrien, insbesondere für den Maschinenbau und die chemische Industrie, beträchtlich auf gestockt worden sind. Man mag sagen, das sei die Voraussetzung für eine Steigerung der Konsumgüter - Produktion. Aber dieses Argument zieht nicht, denn schon seit Bestehen der Sowjetunion wird der Ausbau der Schwerindustrie forciert, ohne dase die Konsumgüterindustrie davon jn ausreichendem Masse profitiert hätte. SIEBENSTUNDENTAG Ob die ehrgeizigen Ziele, die Krutschew sich gesteckt hat. wirklich auf die Dauer durchgeführt werden, ist aber noch aus einem anderen Grunde zweifelhaft. Für 1960 ist die Einführung des Siebenstundentages vorgesehen. Gleichzeitig sollen die Löhne erhöht werden. Die Verwirklichung dieser Absicht ist nur bei einer entsprechenden Leistungssteigerung möglich, weil andernfalls die Produktion planwidrig sinken müsste. Ausserdem sind die Wechselwirkungen einer solchen Arbeitsverkürzung zwischen den in vielfältiger Weise miteinander verflochtenen Wirtschaftszweigen und Betrieben noch nicht abzusehen. Vielfach mangelt es an Fachkräften, und die Sowjets sind nicht in der Lage, die geplante weitgreifende Mechanisierung und Automatisierung der Industrie in der ins Auge gefassten kurzen Zeit aus eigener Kraft zu verwirklichen. Das ist einer der Hauptgründe dafür, dass der stellvertretende. Ministerpräsident Anastas Mikojan eine Zeitlang in der westlichen Welt umherreiste, um eie zur Lieferung der von den Sowjets dringend benötigten Investitionsgüter zu animieren und dass sich schliesslich Ministerpräsident Krutschew selbst zum gleichen Zweck auf die Reise nach den Vereinigten Staaten gemacht hatte. Mit dem vorgesehenen Ausbau der Industrie — und natürlich ebenso mit den Weltraumplänen der Russen — hängt es zusammen, dass auch die Aufwendungen für Wissenschaft liehe Forschungen, die in den letzten Jahren ständig gewachsen sind, im neuen Etat wieder erhöht wurden. Der andere Hauptposten der Riisl.ungsausgaben steht mit rund 86 Milliarden Rutel zu Buch. Er hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert; scjn Anteil an den Gesamtausgaben ist sogar leicht gesunken, nämlich von rund 14,5 auf 12,8 Prozent. Aber dies besagt noch nichts über die tatsächliche Höhe der Aufwendungen für die Rüstung, die nach alter Tradition zum Teil in den Kapitalinvestitionen und in den Fersehungsausgabesa versteckt sind. Aussrrdem erscheinen im Budget nicht näher definierte „besondere Ausgaben” in dem beachtlichen Betrag von 150 Mill:aiden Rubel, das ist ein Fünftel des Budgetvolumens. Auen hiervor dürfte allerhand für dte Rüstung abfalien. Amerikanische Experten meinen, dass die Kiistungsausgaben der Sowjetunion etwa ebenso hoch seien wie die der Vereinigten Staaten. Ein wesentlicher Unterschied liegt aber darin, dass das amerikanische Bruttosozialprodukt rr.it 480 Milliarden Dollar weit menr als doppelt so gross ist wie das russische mit rund 200 Milliarden Dollar. Die Sowjets wenden mithin einer erheblich höheren Prozentsatz der ihnen zur Verfügung sichenden Mittel iür die Rüstung auf als die Amerikaner, und von dieser Seite her wird der russische Etat recht nennenswert entlastet. Alles in allem wird folglich durch das neue Budget kein spürbarer Beitrag zur Hebung des Lebenstandards der breiten Massen geleistet, die Krutschew so unentwegt predigt. Die Sowjetbürger ' werden weiterhin auf ein besseres Leben warten müssen, das auch nur etwa dem in der westlichen Welt entspräche. Letzten Feldes sind sie es. die den ins nahezu Unermessliche gewachsenen Staatshaushalt finanzieren. Mit einer ins Gewicht fallenden Entlastung dürften sie auf absehbare Zeit kaum 2u rechnen haben. Zwar zahlen sie nur relativ geringe direkte Steuern, deren Höchstsatz über 13 % nicht hinausgeht und aus denen lediglich 7 % der Staatseinnahmen fliessen. Aber die Verbrauchssteuern, die Haupteinnahmequelle des Staates, sind sehr hoch. Die zweitwichtigste Einnahmequelle des Staates sind die Gewinnsteuern der Industrie. Sie hat ihre Produktion in den letzten Jahren beträchtlich erhöhen und gleichzeitig die Kosten senken können, die höheren Gewänne jedoch nicht durch Preissenkungen an die Verbraucher weitergegeben, sondern entsprechend höhere Steuern abgeführt. Dieser Praxis werden sich die Planstrategen des Kreml allem Anschein nach auch weiterhin befleissigen. Freilich darf das nicht dazu verleiten, die russische Wirtschaftskraft zu unterschätzen. Allan W. Dulles, der Bruder des verstorbenen amerikanischen Aussenministers, der hierzu bemerkenswerte Ausführungen ge- Wegen Erschiessung von Juden verhaftet Wien. — In Graz wurde der 48 Jahre alte ehemalige Kreisamtsleiter der NSDAP, Oskar Reitter, verhafte!. Er 3teht im Verdacht, 1945 die Erschiessung mehrerer jüdischer Zwangsarbeiter ungeordnet zu haben. (AWZ) RESOLUTION IIEDER milTISMUS Genf. — Die UN-Kommission für Menschenrechte nahm einstimmig eine Resolution an, in der der Antisemitismus verurteilt wird. Es ist dies’ der erste Beschluss dieser Art, der je von einer Kommission der UN gefasst wurde. Die Resolution verurteilt Vorurteile, welche eine Verletzung der UN-Charter darstellen. Die Annahme vollzog sich nach Abschluss der Debatte der Kommissions-Mitglieder über die verschiedenen Phasen des Problems der Verhütung von Diskriminierungen bei religiösen Rechten und ihrer Praktiken, sowäe über die Anwendung von Mitteln zur Ueberwindung rassischer Vorurteile, so wie sie bei der Verbreitung antisemitischer Parolen in aller Welt im vergangenen Januar beim Beschmieren von Gotteshäusern und anderer Gebäude zum Ausdruck gekommen waren. Der Beschluss, der mehrere Aenderungen enthält besagt: „Mit tiefer Besorgnis nimmt die Kommission für Menschenrechte von den antisemitischen Ausbrüchen. Kenntnis, sowie von anderen Formen rassischer Vorurteile- und religiöser Intoleranz ähnlicher Art, die kürzlich in verschiedenen Ländern beobachtet wurden. Sie dankt den Regierungen, Völkern und privaten Organisationen für ihre spontane Reaktion auf diese Manifestationen. Aufgrund der Empfehlungen der Subkommission für Verhütung von Diskriminierungen und für den Schutz der Minderheiten verurteilt die Kommission diese Ausschreitungen, weil sie einmal die in der UN-Charter enthaltenen Prinzipien verletzen, der Deklaration der Menschenrechte zuwiderlaufen und im besonderen eine Verletzung der Rechte jener Menschengruppen darstellen, gegen die sie gerichtet sind, und schliesslich weil sie einen Schlag gegen die Menschenrechte und die grundsätzlichen Rechte auf Freiheit für alle Menschen bedeuten.” Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen werden aufgefordert, geeignete Massnahmen zu ergreifen um derartige Vergehen wirksam zu verhindern und sie, wo immer sie begangen werden, streng zu bestrafen. Sie richtet an Behörden und private Organisationen die Aufforderung, ständig darum bemüht zu sein, die öffentliche Meinung mit dem Ziel aufzuklären, die rassischen Vorurteile und die Intoleranz zu bekämpfen, die sich in solchen Ak-, ten widerspiegeln. Sie ersucht Organisationen und Behörden, bei ihren Erziehungsversuchen dem Artikel 20 der Deklaration der Menschenrechte und der Rechte des Kindes gebührend Rechnung zu tragen. Schliesslich wendet sich die Resolution an den Generalsekretär der UN mit dem Verlangen, er möge Material zusammenstellen, um die Vorgeschichte und die Tatsachen im Hinblick auf alle erwähnten Aspekte dokumentarisch zu begründen. (ITA) macht hat, führt das wirtschaftliche Wachstum der Sowjetunion darauf zurück, dass jeder verfügbare Rubel wieder in die Produktion gesteckt wird, und rechnet damit, dass das russische Bruttosozialprodukt künftig stärker wachsen wird als das amerikanische. Die Sowjets haben den reichlich utopischen sechsten Fiinfjahresplan abgebrochen und einen realistischen Siebenjahresplan aufgestellt, dessen Ziele in Amerika für durchaus erreichbar gehalten werden. Zwar dürfte Krutschew, nachdem er in den Vereingten Staaten war, nicht mehr die Illusion hegen, die Amerikaner bis 1970 einholen zu können, aber die Sowjets werden mit Sicherheit aufholen. In welchem Tempo, das hängt von den beiderseitigen V/achstumsrater. ab. Presse bringt Kommentare Jerusalem. — In den Unterhaltungen, welche der israelische Premierminister Ben Gurion in den USA, sowie mit leitenden Persönlichkeiten in anderen Ländern noch vor der für den Monat Mai anberaumten Gipfelkonferenz führt, schreibt „Dawar”, das Organ der Histadrut, diese Unterredungen müssten solange unvollkommen bleiben, „bis nicht eine Zusammenkunft mit den Führern der Sowjetunion stattfinden würde.” Der Artikel erschien am Vorabend der Abreise des russischen Botschafters Michael Bodrow nach Moskau, wo dieser an einer Konferenz der sowjetischen Botschafter im Mittleren Orien teilnehmen wird, deren Berichte übe* die Lage in diesem Raum für die Vorbereitungen zur Gipfelkonferenz dienen sollen. Das Organ der Nationalreligiösen Partei greift Ben Gurion wegen seines Zusammentreffens mit dem westdeutschen Bundeskanzler Dr. Adenauer an. Al Gumjuria, das offizielle Blatt der VAR, ist über die Erklärung empört, die Adenauer in New York abgegeben hat und in der er äusserte, „er habe die staatsmännische Kunst und di® Beharrlichkeit und Festigkeit des israelischen Ministeripräsidenten seit je bewundert.” (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual N* 624.07® Impreao «n le Imprenta POLIGLOTA — Corriente* »114

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