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Jüdische Wochenschau · 1960-03-15 · 1761 (15.3.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1761 (15.3.1960)
Date
1960-03-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 — 1’ isq. JûzJemxumJsAjCjdUa T. E. 83.2613 Año XXI. BUENOS AIRES, MARTES 15 DE MARZO DE 1960 No. 1761 Eine fondle Erklärung Ben Gurions III i Washington. — Der israeliscns Ministerpräsident David Ben Gurion hatte eine über zwei Stunden währende Unterredung mit dem Präsidenten Eisenhower. den er über den wachsenden Ernst der Lage in Israel informierte. Selbst für B?n Glirion der für gewöhnlich lange Sitzungen abzuhalte.a pflegt, war diese Unterhaltung sehr ausgedehnt. Die Zusammenkunft vollzog sich vor einem dramatischen Hin. tergrund, den Gruppen von Angehörigen der „Nazipar tei Amerikas-’ mit Hakenkreuz-Armbinden und ca. 50 Araber bildeten, die um das Weisse Haus herum Aufstellung genommen hatten. Der Geheimdienst und die Polizei zerstreuten die Manifestanten. Nach der Besprechung gab Ben Guuon eine forti.elle Erklärung ab. Er w:ch den ¡Fragen über die Suezkanal- Kiise und die Waffenlieferungen aus und er äusserte sich auch nicht, ob er während seines Aufenthaltes in den USA mit dem westdeutschen Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer Zusammentreffen werde. Er betonte, er habe zu General Eisenhower Vertrauen empfuidc-n, als er ihn im Jahre 1945 als Oberbefehlshaber der rmerikanischen Tr ippen kennengelernt habe, und das gleic.ie Gefühl erweck.“ er in ihm als Präsident dei Vereinigten Staaten. In Ben Gurions schriftlicher Erklärung nach Beendigung der Zusammenkunft heisst es: „Es war das erste Mal, dass ich Präsident Eisenhower traf, nachdem ich ihn zum letzten Mal kurz nach der Befreiung Europas in Frankfurt a. M. gesehen hatte. Ich konnte ihm die Dankbarkeit ausdnicken, die Menschen meines Landes für ihn fühlen, die unter seinem Kommando vor 15 Jahren Juden aus den Klauen des Todes befreit haben. Wir hatten eine private Unterhaltung und es war für mich interessant, vom Präsidenten von seinen Eindrükken zu erfahren, die er bei seiner kürzlichen Reise in verschiedene Länder gewonnen hat. Natürlich streiften wir auch Fragen der internationalen Politik und diskutierten die amerikanischisraelischen Beziehungen in einem ausgedehnten Rahmen.” Ben Gurion machte dem Präsidenten ein Album zum Geschenk, das Bilder von der Entwicklug der Ueberlebenden aus den Konzentrationslagern zu freien Bürgern Israels enthält. Senator Albert Gore, der WIE ICH ES SEHE .. ■ ' ■ ..—ñ!! Worte genügen nicht mehrj I __-..?on JEHUDA GOTTHEIMER i. Seit Jahren wird eine heftige Debatte über die Frage geführt, ob es Grenzen der Befehlsgewalt im Dritten Reich gegeben habe. Fast alle Angeklagten, die grössten Massenmörder und KZ— Schinder haben sich immer wieder darauf berufen, dass sie keine andere Möglichkeit gehabt hätten, als ihnen erteilte Anordnungen und Befehle anzuführen. In einem uns bekannten Fall, vielleicht auch wiederholte Male, hat sich sogar ein Generalfeldmarschall bei seiner Verteidigung auf diesen „höheren Befehl“ gestützt, dem er sich habe fügen müssen... Vereinzelt sind jedoch beherzte Männer vor die Schranken der Gerichte getreten, die offen zugegeben haben, dass derjenige, der die Unrechtmässigkeit der Mordbefehle erkannte, durchaus auch einen Weg finden konnte, sich dem „höheren Befehl” entgegen zustelleri und seine Ausführung abzulehnen, wenn er nur den festen Willen hierzu gehabt hätte. Ferner sind eine Reihe von Fällen bekannt, in denen Befehlsverweigerer nicht zur Verantwortung gezogen worden sind, wenn man schon die feige und absolut unehrenhafte Entschuldigung als menschliche Schwäche durchgehen lassen will, dass „man sonst sein eigenes Legen aufs Spiel gesetzt haben würde.” — In Berlin wird jetzt ein Prozess gegen zwei ehemalige Polizisten abgewickelt, denen man vorwirft, an der Ermordung von Juden und russischen Kriegsgefangenen beteiligt gewesen zu sein. Der Vorsitzende gab bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Kenntnis von einem wichtigen Schreiben erhalten habe, das ein ehemaliger SS-Angehöriger an die deutsche Polizeidienststelle in Schitomir gerichtet hatte. In diesem Schreiben heisst es, dass verschiedentlich SS- Männer in die Heimat versetzt worden seien, nachdem sie sich geweigert hätten, an Exekutionen teilzunehmen. Dieser ehemalige SS- Angehörige soll als Zeuge ^ernommen werden. Der frühere Vorgesetzte des Angeklagten und jetzige Polizeipräsident von Steyr (Oesterreich), Dr. Razesberger, hat bisher auf ein Tele gramm mit bezahlter Rückantwort geschwiegen. Er sollte unter Zusicherung des freien Geleits in Deutschland als Zeuge aussagen. Das Gericht will jetzt versuchen, über die österreichischen Justizbehörden zu erfahren, ob Dr. Razesberger bereit ist, nach Berlin oder nach Passau an der deutsch-österreichischen Grenze zu kommen. Als weitere Zeugen wurden der frühere Polizeigeneral von Schitomir und der Professor Dr. H. G. Seraphim aus Göttingen geladen. Man darf also mit einer gewissen Spannung der Veröffentlichung dieses Dokuments entgegensehen, das Einzelheiten über die Verweigerung der Mitwirkung an Exekutionen enthalten soll. Aber nicht nur diese Seite der Angelegenheit dürfte bemerkenswert sein. Nebenbei erfährt man, dass der heute amtierende Polizeipräsident von Steyr in Oesterreich der Vorgesetzte der Angeklagten ist, die beschuldigt werden, Juden und Russen ermordet zu haben. Die Vermutung dürfte nicht abwegig sein, dass dieser aktive Polizeipräsident von diesen Mordtaten gewusst oder diese gar angeordnet hat. Unter solchen Umständen wird sein Schweigen verständlich. Weniger verständlich bleibt die Tatsache, dass ein solcher Mann überhaupt Polizeipräsident werden konnte und es immer noch ist... II. Immer stärker beschäftigt sich die westliche Presse mit der Frage, in welchem Umfang Nasser heute bereits vom Kreml abhängig ist. Die Diskussion hierüber wird lebhafter, seitdem die Amerikaner aus ihrer Reserve Nixon empfaengt Ben Gurion Washington. — Vizepräsident Richard M. Nixon bewirtete Ben Gurion mit einem koscheren Frühstück, das unter Aufsicht eines jüdischen Beamten zubereitet worden war. Israels Ministerpräsident war der Einladung in Begleitung des israelischen Botschafters Abraham Harman und Ministers .Jaakow Herzog gefolgt. Nach dem Essen, dem zahlreiche geladene Gäste beiwolmien, begab sich Ben Gurion in die Privatwohnung von Staatssekretär Christian Hertcr, der eine frühere Verabredung mit dem Premierminister krankheitshalber absagen musste. Ilerter hatte Ben Gurion daher aufgefordert, ihn in seiner Wohnung aufzusuchen weil er ihn vor seiner Abreise aus den USA begriissen und sich mit ihm unterhalten wollte. (ITA) Präsident des Subcomités für Mittelostfragen der Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten, gab bekannt, dass seine Kommission am Tage darauf eine informelle Sitzung abhalten würde, - zu der Ben Gurion eingeladen worden sei. Der demokratische Senator für Tenessee äusserte, die Senatoren wünschten, die Ansichten Ben Gurions kennenzulernen und ihm Fragen zu stellen. Ben Gurion hatte die Absicht, verschiedene alte Freunde zu besuchen, darunter den Obersten Richter Felix Frankfurter und General Bedell Smith, der im Walter Reed-Hospital interniert ist. In der Israel-Botschaft wurde zu Ehren des Ministerpräsidenten ein Tee veranstaltet und ferner wurde bekanntgegeben, dass Ben Gurion an einem Purimfest für die Kinder des israelischen Personals der Botschaft teiinehmen werde. Jüdische Führer bei Adenauer New York. — Führer amerikanischer jüdischer Organisationen nahmen an einem privaten Essen teil, das zu Ehren des deutschen Bundeskanzlers Dr. Konrad Adenauer vom Amerikanisch-Deutschen Ausschuss veranstaltet wurde. Nach Aufheben der Tafel unterhielt sich Dr. Adenauer privat mit einer Gruppe jüdischer Persönlichkeiten unter Führung von Dr. Nachum Goldmann. Wie verlautet, wird Dr. Adenauer mit dem israelischen Premierminister Ben Gurion Zusammentreffen. (ITA) herausgetreten sind oder allmählich aus ihrem Dornrösehen-Schlaf erwachen. Ein Beispiel ist die Südamerika- Reise des amerikanischen Präsidenten, durch die Eisenhower ein Gegengewicht gegen die russische Offensive in Lateinamerika zu schaffen hofft. — Durch die Finanzierung des Bauprojektes eines Staudammes bei Assuan haben die Russen unzweifelhaft eine reale Chance bekommen, nunmehr endgültig in den Mittleren Osten einzudringen. Bei ihren ersten Bemühungen hatten sie wenig Erfolg. Sie konnten sich wegen der israelischen Waffenerfolge im Sinai nicht durchsetzen. Die unfreundliche Haltung Moskaus Israel gegenüber beruht vor allem darauf, dass der junge jüdische Staat den Hauptpartner Moskaus deklassierte. Die „geniale” amerikanische Politik verkannte die aus dieser Situation erwachsene Chance dès Westens, dem geschlagenen Nasser neue Bedingungen einer Kooperation vorzulegen, indem Washington aus Stimmungs¬ Goldmann Visitará Südamerika Nueva York. — Hablando sobre la situación judía en el mundo, la reciente campaña antisemita y los problemas más apremiantes de Israel, el Dr. Nahum Goldxnann volvió a instar al judaismo norteamericano a unirse para formar una entidad representativa que pueda hablar en su nombre. El Dr. Goldmann insistió que, actualmente, más que nunca, se nececba una represe niación cenlral de los judíos norteamericanos Pa" ra ocuparse de sus propios problemas, de los de oirás comunidades y de Israel. El titular del Congreso Judío Mundial y del movimiento sionista hizo sus declaraciones en una conierencia de prensa, cuyo lema central versó sobre la reorganización de ese movimiento y la posibilidad de atraer a la Organización Sionista Mundial entidades no-sionistas, para que la cuestión de Israel llegue a ser la responsabilidad de iodo el pueblo israelita del g;obo. Próximamente el Dr. Goldmann saldrá en una gira por Sudamérica. En el Brasil asistirá, como invitado de honor, a la cuaria convención territorial de la Confederación de Sociedades Representativas Israelitas (CERCIB), que se efectuará en la ciudad de Sao Paulo del 26 al 28 de marzo. Del Brasil, el Dr. Goldman/n saldrá con destino a la Argentina para inaugurar allí formalmente la Campaña Unida pro Israel. Aprovechará su estancia en Sudamérica para conferenciar con los dirigentes de la Rama Sudamericana del Ejecutivo del Congreso Judío Mundial. HERBERT FRANKENSTEIN Goldmann besucht Südamerika New York. — In seirrer Rede über die jüdische Lage in der Welt, die kiirzliche antisemitische Kampagne und die drängendsten Probleme Israels, forderte Dr. Nachum Goldmann neuerlich das nordamerikanische Judentum auf, eine repräsentative Einheit zu bilden, die in seinem Namen auftreten könne. Dr. Goldmann verwies darauf, dass heute mehr als je eine zentrale Vertretung der nordamerikanischen Juden vonnöten sei, um sich mit ihren eigenen Problemen, denen anderer Gemeinden und Israels zu befassen. Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses und der zionistischen Bewegung machte seine Erklärungen bei einer Pressekonferenz, die das Thema zum Gegenstand hatte, die Reorganisierung dieser Bewegung und die Möglichkeit zu erwägen, der Zionistischen Weltorganisation nichtzionistische Verbände zuzuführen, damit die Sache Israels zur Angelegenheit des ganzen jüdischen Volkes in der Welt werden solle. In Kürze wird Dr. Goldmann eine Reise durch Südamerika antreten. In Brasilien wird er als Ehrengast der 4. Territorial-Konvention der Föderation Jüdischer Repräsentativer Organisationen (CERCIB) beiwohnen, die am 26. und 28. März in Sao Paulo stattfinden soll. Von Brasilien aus wird Dr. Goldmann nach Argentinien reisen, um formell die Einheitskampagne zu eröffnen. Er wird seinen Aufenthalt in Südamerika dazu benutzen, um Besprechungen mit den Leitern des lateiamerikanischen Zweiges der Exekutive des Jüdischen Weltkongresses zu führen. HERBERT FRANKENSTEIN gründen seine eigenen Alliierten, England und Frankreich, und damit auch Israel desavouierte. Die Folgen mussten sich in erster Linie gegen die USA auswirken, die damit den Russen den Weg in den Mittleren Osten erneut freilegten. Das war das zweite grosse Versagen Amerikas in seiner Aegypten-Politik. In solchen Fällen wurde Israels Position von den Amerikanern bisher nicht ausreichend berücksichtigt. Man braucht sich nur an die Drohungen zu erinnern, die gegen Israel geschleudert worden sind, um die Räumung jener Stützpunkte im Sinai und am Golf von Akaba zu erzwingen, mit deren 'Hilfe Aegypten seine ununterbrochenen Ueberfälle gegen Israel organisierte. Bei einer früheren Gelegenheit hat der inzwischen verschwundene ehemalige Unterstaatssekretär und spätere USA-Gesandte in Kairo, Mt. Byroade, keinen Anlass’vorübergehen lassen, tun den Aegyptern auf Kosten Israels Konzessionen zu machen. Diese Politik endete allerdings mit dem ägyptisch-russischen Bündnis, den Waffenlieferungen aus der CSR und der Verstärkung des kommunistischen Einflusses im Mittleren Osten. Nun also ist es wieder so weit, dass die Russen durch die Finanzierung des Assuan-Staudammes ihre Hand zunächst auf Aegypten und Syrien zu legen sich anschicken. „U. S. News and World Report" vertritt die Ansicht, dass Krutschew Nasser mit fast einer Milliarde Dollar, die der Bau des Assuan- Staudammes kostet, völlig in der Hand hat. Aegypten produziert jährlich im Wert von 3,5 Milliarden Dollar. Damit bedeutet die Belastung eine sowjetische Hypothek von 30 v. H. des Bruttoeinkommens. Nasser muss 64 v. H. seiner Baumwolle in den Sowjetblock liefern, um für die sowjetischen Waffenlieferungen, die er seit 1955 erhalten hat, zu bezahlen. Man schätzt den Wert der 'Lieferunegn auf 300 Millionen Dollar. Es (Schluss auf Seite 2) Sharett in Mexiko Mexico-City. — Der frühere Ministerpräsident und Aussenminister Israels, Mosche Sharett, sprach in einer Grossveranstaltung im jüdischen Sportzentrum, wo er die Einheitskampagne 1960 eröffnete. Sharett wurde aufgefordert, auf einer Sondersitzung der ständigen mexikanischen Parlaments-Kommission das Wort zu ergreifen. Bei einer Pressekonferenz betonte Sharett Israels Ineresse am Frieden und einer friedlichen Entwicklung aller Mittelost-Länder. Während seines zehntägigen Aufenthaltes wird Sharett von Aussenminister Dr. Manuel Tello empfangen werden. (ITA)

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