Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1759 (8.3.1960)
- Date
- 1960-03-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611342--0221-9611343- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JbkJfenuiHCí^XCüelUa BUENOS AIRES, MARTES 8 DE MARZO DE I960 Jerusalem. — Las colectas de la Campaña Israeli Unida en Francia, Suiza y varios países de Africa han contado con la ayuda activa de líderes políticos franceses. Entre ésto« se han distinguido personalidades de tanta talla como el ex Primér Ministro Guy Mollet, el Ministro de Justicia Edmund Michelle y el Ministro de Asuntos de Veteranos de la Guerra, Raymond Stillman. Estos y oiros personajes pronunciaron discursos en varías asambleas del Magbit y algunos has<a fueron les oradores centrales en los actos de inauguración de la campaña de fondos para Israel. Estas manifestaciones de simpatía francesa para con Israel representan tan sólo una parte de la actitud de Francia. El discurso pronunciado por el Presidente de Gaulle durante la recepción en honor del nuevo Embajador de Israel fué considerado como una señal para Jos jetes políticos del país de que la amistad fiancoisraelí no ha sido debilitada a despecho de la suspensión de las actividades de Renault y de la Air France en Israel. SCHLOMO S. TANGER Sammlung von Fonds für Israel Jerusalem. — Die Sammlungen der Israelischen Einheilskampagne in Frankreich, der Schweiz und verschiedenen Ländern Afrikas haben mit der aktiven Unterstützung von leitenden französischen Politikern rechnen dürfen. Hierbei haben sich Persönlichkeiten von einem Format wie Expremierminister Guy Mollet, der Justizminister Edmund Michelle und der Minister für Fragen der Kriegsveteranen, Raymond Stillman, beteiligt. Diese und andere Personen ergriffen das Wort bei mehreren Veranstaltungen der Magbit, und einige traten sogar als Hauptredner bei Eröffnungs-Veranstaltungen der Kampagne zur Aufbringung von Geldern für Israel auf. Derartige Bezeugungen der französischen Sympathie für Israel stellen nur einen Teil der Haltung Frankreichs dar. Die Ansprache, die Präsident de Gaulle bei dem Ehrenempfang für den neuen Botschafter Israels hielt, wurde für die politischen Führer des Landes zum Signal, dass die französisch-israelische Freundschaft keine Schwächung erfahren hat, obwohl die Renault- Werke und die Air France ihre Tätigkeit in Israel eingestellt haben. SCHLOMO S. TANGER Genf. — Jetzigen Meldungen zufolge sind ungefähr 1.550 von den 2.300 Juden, die in Agadir lebten, bei dem Erdbeben umgekommen, das, von einem Seebeben gefolgt, einen grossen Teil dieser marokkanischen Küstenstadt zerstört hat. Das jüdische Viertel der Stadt und der angrenzende Wohnbezirk der Mohammedaner am Meeres- ■starand liegen vollständig in Trümmern. Die schätzungsweise angegebenen Verlust Ziffern wurden nochmals erhönt, und man rechnet nunmehr mit 5.000 Toten in der ganzen Stadt. Der Joint gibt die jüdischen Todesopfer und Vermissten mit 1.500 an, nachdem er einen Bericht seines Vertreters in Casablanca erhalten hat. Diese Organisation sandte, unverzüglich Hilfe für die Ueberlebenden der heimgesuchten Stadt, u. a. Nanrungsmittel, Wäsche, Schuhe, warme In einem fernöstlichen Land, das die meisten nur von gelegentlichen Zeitungsnotizen kennen, in Burma, fanden Wahlen statt, die mit einem überraschend honen Sieg des früheren Premierministers U Nu geendet haben. Dieser Erfolg eines Politikers, der mit aller Energie versucht hat, sein Land in das Konzert des internationalen Lebens einzugliedeyn, ist aus vielen Gründen beachtenswert. Warum, so wird manch einer fragen, beschäftigt sieh eine jüdische Zeitung mit dem Triumph U Nus? Wir werden die Antwort vorwegnehmen: Eine erneute Ministerpräsidentschaft dieses Mannes, die Erhöhung seines Prestiges in der Welt und eine positive Entwicklung Burmas sind wichtige politische Faktoren für Israel. U Nu hat während seiner ersten "'Ministerpräsidentschaft das kleine Land Israel besucht, das auf ihn einen ungeheuer starken Eindruck gemacht hat. Miit grossem Decken im Werte von vier Millionen marokkanischen Francs. Henry Kirsch, der Repräsentant des Joint in Casablanca organisierte die Sendung nach Fühlungnahme mit den marokkanischen Pe nörden. Die gesamte noch lebende Bevölkerung ist evakuiert worden. Die geretteten Juden trachten, die Stadt Araudamt zu erreichen. Man ist bemüht, die Ueberlebenden zu identifizieren. Fast alle jüdischen Institutionen von Agadir wurden zerstört. Eines der erschütterndsten Ereignisse war der Einsturz der Lubawitscher Jesehiwa, in der 80 Kinder lebten. Unter den Ruinen wurden 16 Kinder gefunden, von denen vier ihren Verletzungen erlagen. Man fürchtet, dass die iibi'igen 64 Kinder und ihre Lehrer noen unter den Trümmern begraben liegen. Die Alliance Israel ite in Pa- Respekt und einer ehrlichen Begeisterung hat U Nu zahlreiche Anregungen erhalten, Freund Israels gemacht hadie ihn zu einem aufrechten ben. Israelische Experten wurden von U Nu in sein Land angefordert, die dazu beitragen, vor allem die landwirtschaftliche Entwicklung zu fördern, neue Bearbeitungs - Methoden des Bodens zu finden und auf diesem Wege an der Modernisierung des Lebens in Burma mitzuarbeiten. Die Haltung und Einstellung U Nus war für Israel von einer — man darf es ohne Uebertreibung sagen — fundamentalen Bedeutung. Burma war zeitweise das einzige asiatische Land, wenn man einmal von der Türkei absehen will, das freundschaftliche Beziehungen zu Israel unterhielt und bereit war, die Politik des grossen afro - asiatischen Bloks mitzumachen, die in der Israel-Frage von Nasser inspiriert worden war. U Nu war ein allgemein geachteter und anerkannter Politijris erhielt die Nachricht, dass ihre Schule in Agadir eingestürzt ist. Ein Lehrer mit seiner Familie ist verschwunden, und man glaubt, dass die anderen Lehrer und Schüler sien retten konnten. Ein vom Joint unterhaltener Kindergarten ist einfach vom Erdboden verschwunden. Man weiss, dass 2 von den 100 Kindern umgekommen sind. Der Kindergarten war gerade geschlossen, als sich die Katastrophe zutrug. Es besteht kein Zweifel, dass zwei von den Rabbinern der Stadt sieh unter den Toten befinden. Der Vertreter des Joint erreichte Agadir mit dem ersten Lastwagen, der Joint- Hilfe brachte. Der Tnronerbe, Prinz Moulay Hassan, und sein Gefolge, die nach Agadir eilten, arbeiteten mit Kirsch zusammen und halfen ihm bei der Verteilung der herbeigeschafften Geker, der sich mit Erfolg dem Druck widersetzte, den die arabische Welt auf ihn ausübte. Sein Besuch in Israel war eine deutliche Absage an die arabische Politik unversöhnlicher Feindscnaft, deren Hintergründe einem U Nu nicht verborgen geblieben waren, U Nu und mit ihm Burma haben zum ersten Mal den asiatischen Völkern bewiesen, dass der Weg der Kooperation dem gemeinsamen Fortschritt und damit dem Frieden dient. II. Inzwischen hat sich das politische Panorama geändert. Die asiatisenen Völker haben schon „längst” ihre Unabhängigkeit erhalten. In wenigen Jahren hat sich Asien aus dem Status kolonialer Unterdrückung zur souveränen Selbstbestimmung erhoben. Eine erstaunliche und ungeahnte Entwicklung hat das Schwergewicht des politischen Geschehens verlagert. Aus Asien wird die dritte Weltmacht emporsteigen: China, auf das heute ebenso der Westen wie der Osten, ebenso die USA wie Russland, mit banger Erwartung und nervöser Spannung blicken. Aber nicht nur die asiatischen Völker haben mit dem Ende des zweiten Weltkrieges ein neues Blatt inrer alten Geschichte zu schreiben begonnen. Schliesslich 'sind Inder und Chinesen Kulturvölker, deren geschichtliche Erinnerung weiter als die der Völker des griechischrömisenen Kulturkreises zurückgeht. Auch ganz junge Nationen, der letzte ,.unerschlossene” Kontinent, das dunkle Afrika, befindet sich seif kurzen Jahren in einer stürmischen Revolution, die genstände. Die vom Joint entsandten Aerzte und 60 Jugendliche einer jüdischen Organisation wurden nacn Casablanca zurückgeschickt, da die Stadt gerade evakuiert wurde und die offizielle Rettungs-Organisaion in der Lage war, allein für ärztliche Hilfe zu sorgen. Bisher trafen rund 100 jüdische Flüchtlinge aus Agadir in Casablanca ein. Ein weiterer Transport wird auf dem Seeweg erwartet. Der Joint steuerte des weiteren | 5.000 Dollar für Notfälle bei. ISRAEL BIETET OBDACH Jerusalem. — Israels Beschluss, alle jüdischen Ueberlebenden der Katastrophe von Agadir aufzunehmen, wurde von Jaakow Tsur, in seiner Eigenschaft als Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, bekanntgegeben. In einer Pressekonferenz nannte Tsur es eine „unglaubliche Unmenschlichkeit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts”, dass die marokkanischen Einwanderer in Israel sich nicht mit ihren Verwandten in Agadir in Verbindung setzen können, um sich über ihr Schicksal zu informieren, und Israel auch keine direkte Hilfe senden könne. Tausende Israelis marokkanischen Ursprungs hätten verzweifelt versucht, auf indirektem Weg Nachrichten über ihre Angehörigen zu erhalten, da eine direkte Verbindung unmöglich sei, weil Marokko die Postverbindungen mit Israel auf Anweisung der Arabischen Liga abgebrochen habe. (ITA) allen Völkern die Freiheit bringen wird, und die bereits eine ganze Reihe neuer Staaten entstehen liess. Die wenigsten sind sich der Bedeutung dieses gewaltigen Prozesses bewusst, dessen Zeugen wir geworden sind, eines Prozesses, der das Bild unserer Zeit und den Rhythmus unseres polilitischen Lebens zu verändern berufen sein kann. Die afrikanischen 'Länder, Ghana, Nigeria, Togo und viele andere, werden eines Tages in der grossen Weltpolitik eine wichtige Rolle spielen, weil ihre Stimmen schon wegen ihrer Zahl ins Gewicht fallen werden. Es ist deswegen nicht weiter verwunderlicn, dass die Grossmächte und viele andere Staaten um die Gunst und Freundschaft der neuen afrikanischen Länder werben. Vor allem versuchen die kommunistischen Staaten, einen Einfluss zu nehmen, was auf der Linie der allgemeinen Politik des Kreml liegt. Man braucht nur an die Gewährung eines grossen rusisehen Kredits für Kuba zu denken, rim unschwer zu begreifen, dass die USA durchaus ment mehr das einzige Land sind, das kleineren Staaten finanziell zu Hilfe zu eilen bereit ist. Noch schärfer ist die „Konkurrenz” der beiden führenden Mächte in Afrika. Es ist also nicht weiter zu verwundern, dass auch die wichtigsten internationalen Körperschaften und Organisationen der United Nations dauernd um die jungen afrikanischen Staaten bemüht sind. Vor kurzer Zeit hat Robert Lemaignen, Mitglied des europäischen Wirtschaftsrates und Präsident der Länder und Territorien in Uebersee einer grossen französischen Zeitung ein Interview gegeben, in dem er sich in Worten des höchsten Lobes über die Erfahrung, den Impuls und den Enthusiasmus der leitenden Persönliehkeiten in Afrika geäussert hat. Lemaignen, ein bewährter Experte für afrikanische Probleme, war in einigen Ländern, wie Nigeria z. B., in denen er drei Jahre nicht geweilt hatte. Den Reporter interessierte natürlich die politische Seite des Problems am meisten. Er fragte deshalb, welche Mächte wohl den stärksten Einfluss auf die afrikanischen Länder ausüben würden. Lemaignen erwiderte, dass man allgemein sehr viel davon sprechen würde, die Sowjetunion und China hätten einer, erheblichen Einfluss auf diese jungen. Staaten. Diese Meinung sei aber nicht richtig. Lemaignen erklärte wörtlich: „Es ist sicherlich das Beispiel Israels, das am wirksamsten die Handlungen und Bntscneidungen der afrikanischen Staatsmänner inspiriert.” (!) In seinen weiteren Darlegungen erklärte der französische Experte, dass diese Staaten ebenfalls die Hilfe der Europa - Gemeinschaft begriissen würden, wenn sie auf jeden Fall vermeiden wollen, dass durch solche Hilfeleistungen der alte Kolonialismus wieder über eine Hintertreppe auf die afrikanische Politik einwjrkt. Diese Gefahr besteht selbstverständlich im Verhältnis Israels zu diesen Ländern nicht. Es ist interessant zu beobachten, dass alle jungen afrikanischen Republiken sich an Israel anzulehnen bereit sind. Ghana und Nigeria haben bereits starke Verbindungen angeknüpft. Kommissionen dieser beiden Länder haben mehrfach Israel besucht, um dort Studien zu treiben und zu lernen, mit welchen Methoden am zweckmassigsten ein Land erschlossen werden kann. Israelische Sachverständige sind in einigen afrikanischen Ländern an der Arbeit und leisten ihnen wichtige, vielleicht unschätzbare Dienste. Auf diese Weise wurden freundschaftliche (SchluM auf Seite 2) Beh Gurions Reise in die USA | New York. — Israels Ministerpräsident David Ben i Gurion und seine Gattin werden heute in Boston erwar-! tet, wohin sie direkt von Israel aus fliegen sollen. Soll- 1 te das Wetter eine Landung in Boston nicht gestatten, < so wird das Flugzeug in New York landen. | Ben Gurion wird bei seiner Ankunft eine kurze, ' unpolitische Erklärung machen und im Flughafen kein i Interview geben. In Boston wird der Ministerpräsident f den Rest des Tages verbringen,, und am Mittwoch Morf gen nach Waltham (Massaehussetts) reisen, wo er von! der Brandeis-Universität den Titel eines Dr. h. c. veri liehen erhält. Bei dieser Gelegenheit wird er eine drei- ( viertelstündige Rede über den Beitrag Griechenlands,; Indiens und Israels zu Wissenschaft und Ethik halten. ■ Ben Gurion wird am gleichen Tage seine Reise von; Waltham aus fortsetzen. (ITA) Masseninfiltration aus Aegypten Tel Avi-\ — Die letzten Berichte melden, dass die irregulären ägyptischen Fedayin in Massen in israelisches Territorium eindringen. Eine Gruppe dieser Eindringlinge wurde von einer israelischen Patrouille einige Kilometer tief auf israelischem Boden im westlichen Negew abgefangen. Drei der Infiltranten wurden bei dem sich entspinnenden Feuerwechsel getötet, und ein vierter wurde schwer 'Verwundet. Sämtliche Fedayin waren mit schwedischen Karl Gustaf-Maschinengewehren bewaffnet. Der ägyptische Verwundete sagte ebenso wie andere Gefangene, die kürzlich gemacht werden konnten, aus, dass der ägyptische Spionagedienst in letzter Zeit eine grössere Anzahl von Fedayin zu Spionagezwecken naeh Israel schickt. Der gefangene Infiltrant gab an, seine Gruppe habe Auftrag erhalten, die militärischen Verbindungen längs der durch den Negew führenden Strassen »uszukundschaften. ‘ITA) WIE ICH ES SEHE-- | AM BEISPIEL ISRAELS: I __von JEHUDA COTTHEIMER i.