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Jüdische Wochenschau · 1960-03-04 · 1758 (4.3.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1758 (4.3.1960)
Date
1960-03-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 — l9 isq- Ia JentcauxyM&eliia T. E. 832619 Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 4 DE MARZO DE I960 No. 1758 Feindselige Politik gegen Israel Vereinte Nationen. — Israel meldete dem Sicherheitsrat dass die VAR ihre „Politik der Feindseligkeit gegen Israel" verstärkt und die offene Aufreizung zum Krieg ^gefährliche Dimensionen angenommen hat.” In einem an Sir Pierson Dixon, den Ratspräsidenten, gerichteten Schreiben, hebt Joseph Tekoa, der zweite Chef der israelischen Delegation hervor, dass „Nassers Kriegsdrohungen gegen Israel” von ausgedehnten, gegen Israel gerichteten militärischen Vorbereitungen in den beiden Provinzen der VAR begleitet sind. Die Ruhe in der Zone könne nur dann wiederhergestellt werden, so heisst es, wenn die VAR ihre aktiven Feindseligkeiten gegen den jüdischen Staat einsfeilt oder von ihrer Aggressivität Abstand nimmt. Nur in diesem Falle wäre es möglich, die Autorität der UN zu wahren und die Erfüllung der UN-Charter zu gewährleisten. „Aus diesem Grunde”, fährt Tekoa fort, „müssen alle Anstrengungen gemacht werden, um dieser ungesetzlichen und gefahrvollen Politik ein Ende zu setzen.” Erneut wird das Angebot gemacht, mit den Syrern über die Mittel und Wege zu verhandeln, um den Frieden an der Grenze aufrecht zu erhalten, und mit den Einwohnern von Twafik eine Regelung zu finden, die es ihnen gestatten würde, den Boden in der entmilitarisierten Zone zu bebauen. Inzwischen wurde ein detaillierter Bericht über die Grenzzwischenfälle im Norden veröffentlicht, den der Chef des Generalstabs det Waffenstillstands - Kommission der UN, General Karl von Hom, am 16. Februar dem Sicherheitsrat unterbreitet hat. Das Memorandum umfasst 60 Seiten. Es verzeichnet im einzelnen die Geschichte dieser seit 10 Jahren umkämpften Zone. Die heutige Situation wird darin ..gefährlich” genannt. Horn übt an dem Vorgehen der Israelis Kritik und wirft der israelischen Regierung vor, sie habe seine Vorschläge vom 20. Januar nicht angenommen, die darauf hinausliefen, dieses Niemandsland unter den arabischen und israelischen Landwirten aufzuteilen und zwischen den beiden Landstreifen eine Pufferzone von 10 Metern zu belassen. Hierdurch wären nach Horns Ansicht die Interessen beider Parteien nicht berührt und ein praktischer Weg gefunden worden, um die Wiederherstellung der Ruhe zu erleichtern. Dann hätte Israel keinen Grund mehr, wie Horn ausführte, Polizei in der entmilitarisierten Zone zu unterhalten, und Syrien brauchte seine Nationalgarde oder andere Formationen dort nicht aufzustellen. GOLDA MEIR NIMMT KONTAKT Jerusalem. — Aussenminister Golda Meir konferierte mit den Botschaftern verschiedener Mächte und teilte ihnen mit, dass Israel die Konzentrationen von VAR- Truppen an der Grenze des Gaza-Streifens „sehr ernst nimmt.” WIE ICH ES SEHE Zum ersten Mal gesagt von JEHUDA GOTTHEIMER Der deutsche Grossindustrielle Alfred Krupp hat sich bereit erklärt, seinen früheren Zwangsarbeitern einen einmaligen Betrag von 5.000.— DM als „Entschädigung” oder als nachträglichen Arbeitslohn zu bezahlen. Damit ist er dem Beispiel der ehemaligen IG-Farben-Betriebe gefolgt, die allerdings erst nach einem langwierigen Prozess, der durch mehrere Instanzen ging, einen Pauschalbetrag für die vielen Zwangsarbeiten zahlten, die in den Schreckenslagern um Auschwitz für dieses Weltunternehmen Frondienste zu leisten gezwungen waren. Die IG-Farben waren von Norbert Wollheim verklagt worden, der mit diesem Entschluss den Weg für eine Ausgleichszahlung zugunsten der früheren Zwangsarbeiter be; den Farbenwerken eröffnet hat, wenn auch der im Verhandlungswege zustande gekommene Vergleich reichlich schwach war. Die wenigsten kennen die Einzelheiten der Umstände, unter denen sich diese Zwangsarbeit in Buna oder den Jan i n a - Gruben bei Auschwitz vollzogen hat. Die völlig unzureichende Unterbringung und Verpflegung, die unmenschliche Behandlung der Häftlinge, die ge- Ein neuer Bericht aus Berlin Berlin. — Wenigstens 3.000 von den 10.800 Richtern in Westdeutschland und Berlin sind als Nazis belastet. Vom 8. Mai ab werden sie Statuten gemäss nicht mehr gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Dies erklärten zwei Führer von demokratischen Jugendorganisationen, Reinhold Strecker, der 29jährige Präsident der juristischen Untersuchungs-Kommission der Sozialisten Studenten, und der 24 Jahre alte Wolfgang Hoag, welcher der Exekutive der Liga für Menschenrechte angehört. Beide sind Studenten der Freien Universität Berlin. Sie erklärten, es werde nur wenig getan, um „den Stall der Justiz zu säubern” und die meisten Aktionen kämen angesichts des Fristablaufs im Mai schon zu spät. Nach dem deutschen Strafgesetz seien die Verbrechen nach 15 Jahren verjährt, und am 8. Mai 1945 sei die Uebergabe der Nazigewalt an die Alliierten vollzogen worden. Strecker, der zwei Jahre lang die Vorgeschichte von ungefähr 10.000 NS-Richtern studiert hat, erklärte, zumindest 3.000 von ihnen sässen heute in Amt und Würden, obwohl sie unter dem Hitlerregime „das Recht gebogen haben und Menschen für Vergehen, auf die keinesfalls die Höchststrafe steht zum Tode verurteilten. ’ SAUL CARSON und erschlagen wurden, wie es den Werkmeistern und Aufsehern gefiel, die lange und harte Arbeit, dezimierten die Zahl der Gefangenen. Wer krank oder schwach wurde, kam nach Auschwitz ins Hauptlager, wo er kurzerhand vergast worden ist. Das Krematorium war das trübe und drohende Ende, das allen bevorstand. Für solche Zwangsarbeit bekommen die wenigen Ueberlebenden 5.000,— DM zunächst, wenn sie über sechs Monate dort durchgehalten haben; wer kürzere Zeit dort war, erhält die Hälfte. Welche Nachzahlungen folgen, weiss man nicht; das hängt davon ab, welche Mittel nach Auszahlung der von den IG-Farben bereit gestellten Beträge noch übrig bleiben werden. Krupp hat die Summe der von ihm „freiwillig“ gezahlten Beträge sofort auf DM 5.000.— begrenzt. Vielleicht ist der deutsche Grossindustrielle der Auffassung, eine grosszügige Geste gemacht zu haben. Aber ist die nachträgliche Auszahlung von Löhnen ina allgemeinen und nun erst von Löhnen an die Zwangsarbeiter des Dritten Reiches eine Frage, die mit Gesten erledigt werden kann? Ausserdem müsste man prüfen, aus welchen Gründen die Zwangsarbeiter sich mit einer einstweiligen Regelung zufrieden geben sollten. — Gewiss sind sie nicht gewerkschaftlich organisiert, aber es gibt Gruppierungen, Verbände und Vereinigungen, die in der , Lage gewesen wären, die ln Israel herrscht eher Neugierde als Spannung über die Haltung Aegyptens. Im allgemeinen glaubt man nicht daran, dass Nasser bedeutende Angriffe auf die Grenzen unternehmen dürfte, wie man auch nicht damit rechnet, dass Israel zu Repressalien schreiten könnte. Ausser dem sowjetischen Botschafter und den Botschaftern der USA, Frankreichs und Grossbritanniens setzte Frau Meir den diplomatischen Vertretern aller Mitgliedstaaten des Sicherheitsrates Israels Standpunkt auseinander. Natürlich hat Israel der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die betreffenden Regierungen ihren Einfluss bei der Regierung Aegyptens geltend machen, um Nasser zum Abzug seiner Truppen von den israelischen Grenzen zu bewegen. Es versteht sich, dass in einem Augenblick, in dem praktisch die gesamte ägyptische Armee in Sinai steht und das syrische Heer an der israelischen Grenze Stellung bezogen hat, Israel Vorsichtsmassnahmen traf, so dass die Lage höchst explosiv ist, denn der kleinste Grenzzwischenfall kann sich zu einem ausgedehnten Konflikt auswachsen, selbst ohne dass einer der Beteiligten dies wünschen würde. ES HERRSCHT RUHE Vereinte Nationen. — UN- Kreise stellten fest, dass anscheinend an den arabischisraelischen Grenzen alles ruhig ist. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die VAR vor der ägyptisch-israelischen Waffenstillstandskommission Protest erhob und Israel beschuldigte, in den ägyptischen Luftraum über dem Gaza-Streifen eingedrungen zu sein. Der UN- Sprecher erklärte die Nach¬ Wahrung der Menschenrechte Genf. — Massnahmen zur Ausrottung der rassischen und religiösen Vorurteile und zur Verhinderung von ähnlichen Ausbrüchen des Rassenhasses, wie wir sie jüngst erlebt haben, stehen auf dem Programm der UN-Kommission für Menschenrechte, die ihre dreiwöchigen Beratungen im Palast der Nationen erüffnete. Die Arbeiten befassen sich mit dem Dienst zur Beratung auf dem Gebiet der Menschenrechte und beinhalten das Asylrecht, die Verhütung von Diskriminierungen bei religiösen Rechten und Praktiken, feiner wirksame Mittel zur Bekämpfung von Vorurteilen. Die Kommission dürfte die Empfehlungen der Subkommission annehmen, die die Welle der jüngsten antisemitischen Vorfälle in der Welt verdammte und all* UN-Mitglieder aufforderte, derartigen Manifestationen vorzubeugen und sie zu bestrafen, sowie anriet, die Erziehungsprogramme diesen Zielen anzupassen, damit der Rassenhass verschwindet, zu welchem Zweck eine internationale Organisation geschaffen werden soll. — (ITA) Debaten la Television Tel Aviv. — Las discusiones populares sobre la conveniencia de introducir la televisión en la vida de la joven nación israelí se están concentrando en torno a la Casa ZOA de Tel Aviv. Durante los últimos meses ya se celebraron en ella cinco meses redondas, conferencias y debates públicos sobre el apasionante tema. El resultado de esos debates, en los que han participado diputados de la Knesel, reflejan la opinión pública que favorece la idea de la televisión israelí; pero se oyen opiniones contradictorias acerca de la conveniencia de introducir la televisión comercial o la de índole estrictamente educativa. En los discusiones celebradas en la Casa ZOA participaron autoridades públicas, peritos de radio, portavoces del teatro, productores cinematográficos y propietarios de cinemas. SCHLOMO S. TANGER Ueber den Bildfunk in Israel Tel Aviv. — Die Diskussionen im Volk über die Konvenienz, in das Leben der jungen israelischen Nation den Bildfunk einzuführen, haben sich rund um das Haus der ZOA in Tel Aviv konzentriert. Während der letzten Monate fanden dort fünf Konferenzen am runden Tisch, Besprechungen und öffentliche Debatten über dieses die Gemüter erregende Thema statt. Das Resultat dieser Debatten, an denen Deputierte der Knesset teilnahmen, spiegeln die öffentliche Meinung wider, welche dem Gedanken, einen israelischen Bildfunk zu schaffen, günstig gegen übersteht. Aber es werden auch gegenteilige Ansichten darüber laut, ob es angezeigt sei, in diesem Bildfunk kommerzielle Psopaganda wiederzugeben oder ob er sich strikt auf das ei zieherische Gebiet beschränken soll. An den im Haus der ZOA abgehaltenen Diskussionen beteiligten sieh öffentliche Behörden, Rudfunk- Sachverständige, Repräsentanten des Theaters, Filmproduzenten und Besitzer von Lichtspielhäusern. SCHLOMO S. TANGER richten über den Einmarsch ägyptischer Truppen im Gaza-Streifen, den israelische Quellen gemeldet hatten, als nicht zutreffend. Allerdings, so fügte er hinzu, sei die Bewegung ägyptischer Abteilungen in dem an Israel grenzenden Gebiet des Sinai-Raumes zu beobachten. (ITA) notwendigen Verhandlungen mit Krupp zu führen. Selbst wenn man unterstellen wollte, dass DM 5.000.— eine ausreichende Vergütung wären, kann man die. Methode des Kruppschen Vorgehens nicht einfach stillschweigend hinnehmen. Ist es denn seine Privatsache, darüber allein die Entscheidung zu treffen, wie er ein von ihm begangenes Kriegsverbrechen sühnen will? II. Bisher ist von einer berufenen jüdischen Instanz dieser Fragenkomplex nicht aufgegriffen und behandelt worden. Dieses Schweigen ist nicht allein verwunderlich, sondern musis bedauert werden, weil es sich hier nicht etwa nur um eine neue lex Krupp handelt, sondern ein Grundproblem in einer Weise gelöst wird, das den gesamten Kreis der Entschädigungs- und Wiedergutmachungs - Gesetzgebung aufs tiefste berührt. Bereits bei den ersten Beratungen und Besprechungen, die das spätere „umfassende” deutsche Restitutions-, Wiedergutmachungs-, Entschädigungs¬ und Rückerstattungswerk einleiteten, wurde von uns diese Frage angeschnitten. Gegen die damals gefundene Lösung haben wir zu wiederholten Malen die stärksten Bedenken geäussert. Die Entscheidung über die Berechtigung der einzelnen Ansprüche wurde durch Vertrag und Uebereinkommen mit der Bundesregierung den zu diesem Zweck geschaffenen, besonderen Aemtern und in zweiter und weiterer Instanz den deutschen ordentlichen Gerichten übertragen und überlassen. Wir haben uns mit sehr ernsten Bedenken und mit überzeugenden Argumenten dagegen gewehrt, dass die Entscheidung über die Wiedergutmachung des von den Na. zis an den Juden begangenen Unrechts den Deutschen überlassen werden soll. Gewiss waren die Nazis verschwunden. Aber niemand wird wohl bestreiten wollen, dass die Nazis und die Deutschen dasselbe Volk sind. Wenn auch — was wir einmal optimistisch unterstellen wollen — die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes seine Gesinnung geändert, den nazistischen I ‘ lehren abgeschworen und mokratische Prinzipien Lebensmaximen ihres nei Staates akzeptiert hat, d; konnte und kann doch ti dieser Entwicklung vom E rerstaat zur Republik ni bestritten werden, dass dieselben Menschen i Brüder und Söhne sind, nun wiedergutmachen sol was damals gefrevelt wui Krupp hat nun die Prinzip auf die Spitze trieben, indem er zwar begangene Unrecht einsii bekennt und wiedergut] chen will, sich selbst a (SchluM auf Seite X) Besprechungen in Paris Paris. — Der israeli sehe Botschafter Waltei Eytan und Verteidigungs Vizeminister Shimon Pe res hatten eine Unterre düng mit dem französi sehen Finanzminister Al fred Baumgartner, wie et heisst, tun finanzielle Regelungen über die israeli sehen Waffenkäufe vor Frankreich za treffen. Peres wurde gleichfall: von General Lavasu, den Generalstabschef der fran zösischen Armee, sowit von Expremier, Bourge: Manoury, und dem fran zösischen Exbotscbaftea ln Israel, Pierre Gilbert empfangen. (ITA) 1 i

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