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Jüdische Wochenschau · 1960-02-16 · 1754 (16.2.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1754 (16.2.1960)
Date
1960-02-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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FUEYRREDON 3190 — 1* i»q- JfoJ&énxinÀJkhjGüelUG, T. E. >33013 Año XXI. BUENOS AJEES, MARTES 16 DE FEBBEHO DE 1960 No. 1754 Israel» Stellung in der Welt Leitende Persönlichkeiten in den Vereinigten Staaten sind gegenwärtig damit beschäftigt die Situation Isravon BORIS SMOLAR vorzüglich waren, etwas nu erkalten, seit Couve de Murels au definieren. Sie stellen! vjiie jn das französische Aufest, dass Israel heute in den j gsenministerium eingezogen ist. Der jetzige Chef des 1 Quai d’Orsay war seit je den Vereinten Nationen völlig iso- ■' iieit ist. Dies haben die arabischen Manöver zustande gebracht. denen keine der anderen Nationen wirksam entgegenzutreten bemüht ist. In der kommunistischen Welt, mit Ausnahme Polens, »et eine starke Animosität gegen Israel vorhanden, die von der Sowjetunion genährt wird. In Westeuropa fceginnen die Beziehungen zwischen Israel und Frankleich, die bis vor kurzem Arabern freundlich gesinnt und wird für diesen Wandel verantwortlich gehalten. Grossbritannien hat sich erneut auf eine starre Position Israel gegenüber zurückgezogen, weil es hofft, in Aegypten, Irak und Saudi Arabien Terrain zu gewinnen. So eigenartig es scheinen mag, ist heute Westdeutsch¬ Land, das ausgesprochen hervorragende Beziehungen mit Israel pflegt, obwohl die Regierung Ben G urions zögert, mit Bonn offizielle diplomatische Beziehungen berzustellen. In Südamerika, wo die Freundschaft mit Israels stets herzlich war, sind die Beziehungen noch bessere ‘ geworden, seit Papst Johann •XXIIII. einen Erzbischof nach Israel geschickt hat, der dort als sein persönli-! eher Stellvertreter fungiert. Die beschränkte Anerkennung Israels durch den Vati- .land das einzige europäische kan ist dem Ansehen des t WIE ICH ES SEHE Auch Völker haben Aufgaben von JEHUDA GOTTHEIMER Kongo wird noch im Laufe dieses Jahres ein souveräner Staat werden. Es sind bereits mehr »1s zehn afrikanische lÄnder, die ihre staatliche Selbständigkeit durchgesetzt haben. Die Befreiung Afrikas ist keine leere Forderung mehr. Die afrikanischen Länder bilden bereits einen beachtlichen Block. Im Laufe der Zeit sich für „europäisch” oder „amerikanisch” hält, dürfte in seiner heutigen Form gefährdeter sein als die jungen afrikanischen Republiken, die erst vor wenigen Monaten oder Jahren proklamiert worden sind. Denn der Befreiungsprozess, der sich in Afrika vollzieht, wird an den Grenzen der Südafrikanischen Union nicht Halt ma- und an politischem sowie 'wirtschaftlichem Einfluss gewinnen. | Noch in Bandung ernteten , die Redner Beifall, wenn sie j von der Emanzipation der j,,weissen Mannes” ist. senfrage in einer Schärfe, die keinen Ausgleich gestatten wird. Und selbst die einsichtigen Weissen wissen, dass dies nur die Schuld des afrikanischen Völker sprachen. Bandung, die erste und bisher auch letzte afro-asia- Idscbe Konferenz, liegt nur ■wenige Jahre zurück, und doch würde man jeden erstaunt anschauen, der das zündende Wort von der afrikanischen Freiheit als Postulat für ein politisches Programm gebrauchen würde, denn Afrika ist heute bereits frei. Das Problem hat sich völlig verlagert. Die Südafrikanische Union, die sicherlich das fortschrittlichste afrikanische Land ist, obwohl es Hier handelt es sich um eine Frage, die uns nicht nur aus allgemeinen und menschlichen Gründen interessieren muss, sondern auch deswegen, weil in der Südafrikanischen Union eine beachtliche jüdische Gemeinschaft besteht, die sich nicht nur im Bekenntnis, sondern auch in ihrer Tat mit dem gesamten jüdischen Volk, vor allem aber auch mit dem Aufbauwerk in Israel, aufs tiefste verbunden fühlt. Und diese Judenheit ist stark gefährdet, weil alle Anzeichen darauf hindeuten, Wieder Unruhe an der Grenze Tel Aviv. — Zwei israelische Grenzpolizisten wurden getötet und ein Polizist trug bei einem syrischen Angriff leichte Wunden davon, wie ein militärischer Sprecher mitteilte. Das Communiqué besagt, dass die israelische Patrouille auf israelischem Territorium nordöstlich von Dardara in dem entsumpften Teil des Hulesees operierte, als sie von der. Syrern aus automatischen Waffen beschossen wurde. Die Israelis erwiderten das Feuer. Ein Pol: ist fand im Kampf den Tod, während ein zweiter kurz nachher seinen Wunden erlag. Die israelische Delegation vor der gemischten Waffenstillstands-Kommission erhob Protest und verlangte den Befehl zur Einstellung des Feuers. Die in diesem Sinne unternommenen Bemühungen der Kommissions- Mitglieder scheiterten, weil die Syrer keine Notiz von der Aufforderung nahmen und noch eine Stunde lang weitere Schüsse abfeuerten. Das Feuer kam aus den syrischen Positionen, die die Hule-Zone beherrschen. Nach offiziösen Berichten haben die Syrer ihr Monöver wiederholt, Schafe auf israelisches Gebiet zu treiben und dann die Patrouille unter Kreuzfeuer zu nehmen, wenn sie an Ort und Stelle den Fall untersucht. (ITA) dass sie das ernte Objekt und Opfer der bevorstehenden „letzten” Auseinandersetzungen werden wird. Noch nach dem zweiten Weltkrieg waren die Tendenzen innerhalb der weissen Herrenschicht absolut antisemitisch. Der starken Hand des unvergesslichen Warschaus Smuts, eines der grössten Zionsfreunde, gelang es allerdings, die Oppositionen und Antisemiten in ihre Schranken zu verweisen. Als dann die noch heute regierende Partei ans Ruder kam, stellte sie ihre bisherigen antisemitischen Bravourstücke ein, änderte ihre Praxis und Haltung gegenüber den Juden, weil die Gefahr der Schwarzen so gross wurde, dass man sich zur Herstellung einer einheitlichen weissen Front entschloss. Diese Darstellung dürfte ein klares B’ld vermitteln, obwohl sie natürlich die Verhältnisse ein wenig vereinfacht. Sie ist trotz dieser Simplifizierimg in ihrem Kern zutreffend. Die Folge dieser Entwicklung ist ebenfalls unschwer zu erkennen und zu begreifen: die weisse Bevölkerung, die mit Entsetzen beobachtete, wie der Prozess der Befreiung Afrikas vom Joch oder den Segnungen Europas fortschreitet, sieht ihre Position in Gefahr. Der weisse Mann macht nicht «eine Habgier, seinen Uebermut, seine Arroganz und vermeintliche Ueberlegenheit über die Schwarzen seine Grausamkeit und seinen Machtrausch verantwortlich' dass sich ihm heute eine hasserfüllte Welt entgegenstellt. Er sucht einen Sündenbock. Er braucht nicht zu suchen, er hat ihn... Und die Juden waren so kurzsichtig, sich bedingungslos auf die weisse Seite zu schlagen, also in das Lager derjenigen einzuordnen, die immer antijüdisch gewesen sind. Das Versagen der jüdischen Politik in Afrika, vor allem in Südafrika, wird nicht weniger schreckliche Folgen haben als die Fehjüdischen Staates in den ka tholischen Ländern sehr nützlich. In Asien hat Israel besonders in Birmanien und Ceylon Fortschritte gemacht, was bisher in Indien nicht der Fall gewesen ist. In Afrika ist Israel weiter bemüht, mit den jetzt aufstrebenden, jungen, unabhängigen Staatsgebilden fi eundschaftliche Beziehungen herzustellen, doch macht sich der arabischen Einfluss, der allerorts und vor allem in Guinea und Nigeria mit allen Mitteln ausgeübt wird, in einem den Israelis nachteiligen Sinne fühlbar. In allen diesen Ländern kann man bemerken, dass die israelischen Diplomaten grosse Anstrengungen machen, um die Beziehungen mit de« neuen afrikanischen Regierungen so eng wie möglich zu gestalten, denn die Stimme Afrikas wird zweifellos m den nächsten Jahren in der Weltpolitik Gewicht erlangen. Was die Vereinigten Staaten angeht, so ist offensichtlich zu bemerken, dass dos State Department die Tendenz zeigt, Nasser die Hand zu bieten, um ihn vor der Weltöffentlichkeit wieder zu rehabilitieren. ler, die von den Juden selbst in Europa begangen worden sind. Die Schwarzen, die Menschen, die um ihre nationale Unabhängigkeit und Freiheit ringen, sie machen nun keinen Unterschied. Oder werden sie auch schon gelernt haben, dass es zunächst sicherer und einfacher für die Durchsetzung politischer Zile ist, einen bestimmten Gegner verantwortlich zu machen? — Die jüdische Bevölkerung in den neuen afrikanischen Staaten ist gering. Es gibt keine „jüdischen” Probleme dort. Dafür sind sie in Nordafrika, in Algier, Marokko und Tunis umso grösser. Das Schicksal dieser Judenheiten ist noch nicht bestimmt. Ihre Lage ist kompliziert. Man macht ihrer Auswanderung Schwierigkeiten. Aber auch in Israel gibt es besondere Probleme mit diesem Bevölkerungsteil. Allerdings hat man aus parteipolitischen Gründen in Israel kurz vor den letzten Knesset - Wahlen versucht, durch eine unrichtige Darstellung des Problems, die Regierung in Misskredit zu bringen. An dem Schicksal der „Nordafrikauer” in Israel kann man in einem kleineren Masstab lernen, wie sinnlos und falsch es ist, von Einzelsymptomen auszugehen und nun zu Verallgemeinerungen zu kommen, die immer ungerecht sein müssen und ein falsches Bild vermitteln. Das nordafrikanische Problem in Israel hat darin bestanden, dass von bestimmter Seite behauptet worden ist, die „Nordafrikaner” seien Israelin 2. Ordnung. Man wolle sie nicht an Arbeitsplätzen, man schätze sie nieht, man durch Amsterdam. — La Bnai Brüh formell*© un plan para 6 ©Heimes iniernacioneles pare realizar inven'o cja eic.ncs sobre asunio« judíos contemporáneos y p?« promover el intercambio cultural entre comunidades «>n varias partes del mundo. Detalles del plan fueron publicados por Philip Kluíznik, Presidente del Concejo Internacional de B«ai Britb. Dijo que con excepción de la oficina de Nueva York que tendrá responsabihdad primordial de la actividad, come organización afiliada con la ONU, las otras oficinas conducirán »««ociacicnes con los líderes de las comunidades de lo* países interesado«., Se espera que 3 de las oficinas serán en Europa, 1 en Israel y otra en América Latina. Ya se hicieron 1»® primeras donaciones, s-níre ellas U$£ 840.000 producto de las conpensaciones alemanas-. El dinero he de s«r usado principalmente en actividades cultúrale« y educacionales. La mayor suma fué desfrnada para Israel, US>S 425.000. Para Europa y América Latina 104.000 c/u; Gran Bretaña e Irlanda 60.000: Australia 20.000. HANNA MEIER jüdische Forschungen Amsterdam. — Die Bne Brit stellte einen Plan für 6 internationale Büros auf, die Untersuchungen über zeitgen össisc' » jüdische Fragen unternehmen und den Kulturaustausch zwischen den Gemeinden in verschiedenen Teilen der Welt fördern sollen. Einzelheiten des Planes wurden von Philip Klutznik. dem Präsidenten des Internationalen Ausschusses der Bne Brit, bekannt gegeber. Er erklärte, das mit Ausnahme des newyorker Büros, das als den UN angeschlossene Organisation die Hauptverantwortung für die Tätigkeit tragen wud, die übrigen Büros Verhandlungen mit den Leitern der Gemeinden in den interessierten Ländern führen sollten. Man erwartet, dass drei dieser Büros sich in Europa, eines in Israel und ein anderes in Lateinamerika befinden sollen. Schon sind die ersten Schenkungen gemacht worden, darunter 840.000 Dollar, die aus den deutschen Entschädigungszahlungen herrühren. Das Geld soll hauptsächlich für kulturelle und erzieherische Zwecke Verwendung finden. Die grösste Summe von 425.000 Dollar ist für Israel bestimmt worden. Für Europa und Lateinamerika wurden je 100.000, für Grossbritannien und Irland 60.000, für Australien 20.000 Dollar zur Verfügung gestellt. HANNA MEIER habe nicht gern Kontakt mit ihnen, man meide sie... Adle diese Behauptungen sind unzutreffend. Gewiss ist ein erheblicher Unterschied zwischen. einem ehemaligen Berliner Rechtsanwalt oder einem amerikanischen Arzt und einem nordafrikani: sehen Händler aus einer Mella von Casablanca vorhanden. Gewiss sind die Lebensauffassungen zwischen einem israelischen Universitätsprofessor und einem Lastträger aus Tunis andere. Aber gibt es diese Gegensätze nicht innerhalb aller Völker? Ist es dafür entscheidend, ob der eine aus Algier oder England oder ob beide aus dem gleichen Lande stammen? Der kulturelle Unterschied zwischen den Israelim, vor allem denen, die europäischen Ursprungs sind, und den Juden aus dem Yemen war viel grösser als der Gegensatz zu den Nordafrikanern. Und heute sind die Yemeniten glänzend eingeordnet, sie erfreuen sich grossen Ansehens und bilden ein für Israel anerkannt wertvolles Element. Auch sie haben einige Zeit gebraucht, um sich einzuordnen, auch die eingesessene israelische Bevölkerung benötigte eine gewisse Zeit, um sich an diese neuen Einwohner zu gewöhnen. Mit grosser Intelligenz und einem hohen Einfühlungsvermögen haben die Yemeniten es verstanden, sich dem Lebensrhythmus und den Lebensgewohnheiten Israels anzupassen. Man sagt, die Yemeniten seien gutwilig und fleissig, Eigenschaften, die den Nordafrikanern abgehen. Wie unzutreffend eine solche kategorische Geringschätzung der „Nordafrikaner” ist, ergeben die statistisch belegten Tatsachen. Nicht weit von Akko einige Kilometer entfernt an der Landstrasse nach Safed liegen zwei oder drei ganz neue landwirtschaftliche Siedlungen, die sich die EmsatabcreR- Schaft, die Kenntnisse und die Energie ihrer Erbauer innerhalb kürzester Zeit glänzend entwickelt haben, die von ihren Nachbarn geschätzt werden und im ganzen Land einen guten Ruf genicssen. Die Siedler sind... Nordafrikaner. Und das ist ein Beispiel für viele. Unter diesen nordafrikaniseben Einwanderern gibt es viele strebsame Menschen, junge Männer, die studieren und sich ihr Studium durch harte Arbeit verdienen, Mädchen und Frauen> die in den Ulpanim ihre hebräischen Kenntnisse verbessern und einen neuen oder überhaupt einen Beruf zu erlernen bestrebt sind. Mit einem Wort: unter den „Nordafrikanern” gibt es ebenso fleissige und ordentliche Menschen wie in allen anderen Schichten, und es gibt bei ihnen wie bei den anderen ,Landsmannschaften’ auch weniger erfreuliche Elemente. Hiermit soll nur gesagt werden, dass jede Verallgemeinerung zu Trugschlüssen verleitet. Wenn es vor einigen Mo- (SehlwM auf SeMe V Strengere Strafen Köln. — Der kölner Staatsanwalt appellierte vor dem Obersten Bundesgericht und forderte ein neues Verfahren gegen die beiden Jugendlichen, die wegen der Profanierung der kölner Synagoge verurteilt wurden, womit sie den Auftakt zu antisemitischen Ausschreitungen in der ganzen Welt gaben. Der Staatsanwalt verlangt strengere Strafen für Arnold Strunk, der 14 Monate Gefängnis erhielt, und Paul Schoenen, der mit 10 Monaten Gefängnis bestraft wurde. Der Staatsanwalt hatte 27 und 21 Monate beantragt. — (ITA) LEO BÀECK INSTITUTS NEW YORK

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