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Jüdische Wochenschau · 1960-01-26 · 1748 (26.1.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1748 (26.1.1960)
Date
1960-01-26
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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o « 13 - FRANQUEO PAGADO Concesión 909 'j U Q> <o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXX. BUENOS AIRES, MARTES 26 DE ENERO DE 1960 No. 1748 ISRAELITA EL EJEMPLAR en toda la República Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? iiq. T. E. 83 . 2613 Zwischen Kairo und Bagdad Das Dunkel um das Attentat auf General Kassem ist bis zum heutigen Tage nicht gelichtet. Aus Bagdad kamen Nachrichten, dass einer der Angreifer getötet wurde und dass er als ein Anhänger des Colonel Aref identifiziert wurde. Aber diese Meldungen wurden bisher offiziell nicht bestätigt. Der Präsident des irakischen Volksgerichtshofes Mahdawi erklärte zur Ueberraschung der "Welt, dass „die Verbrecher" in wenigen Wochen vor Gericht kommen würden. Er unterliess es jedoch ebenfalls, sich näher über diese Attentäter zu äussern. Die grosse Frage war, welche Konsequenzen General Kassem aus diesem Attentat riehen würde. Pressekorrespondenten hatten die Mei. nung vertreten, dass das Regime in Bagdad jetzt zwangsweise nach links gedrängt werden w’ürde, und dass die Kommunisten mehr Einfluss erhalten könnten. Nach manchen Meldungen begannen auch die Kommunisten erneut, offizielle Anerkennung und direkte Beteiligung an der Regierung zu verlangen. XlliE ..SCHATTEN- REGIERUNG" Bisher setzt jedoch Kassem allen Wünschen dieser Art scharfen Widerstand entgegen, und er hat auf jeden Fall eine „Schattenregierung” gebildet, die im Falle seines Ablebens oder seiner Verhinderung die Geschäfte übernehmen soll. Die Männer der Schattenregierung sollen die Ideen der Revolution so weiter vertreten, wie er sie versteht. An der Spitze der Schattenregierung steht der Militärgouverneur des Irak General Ahmed Saleh el Abdi, der schon in der letzten Zeit immer mehr an Einfluss gewann. General Abdi ist heute der zweite Mann im Irak und der unmittelbare Nachfolger Kassems. Nach ihm kommt als „Mann Nr. 3” der Präsident des Volksgerichtshofes Colonel Mahdawi, der in der Schattenregierung stellvertretender Ministerpräsident sein soll. Kassem hat mit diesen Ernennungen versucht. eine neue Gruppe zusammenzustellen, nachdem seit dem Streit mit Colonel Arabische Spione Tel Aviv. — ZÄvei Araber aus dem Norden Israels wurden schuldig befunden. für den libanesischen Spionagedienst zu arbeiten und zu 12 und 7 Jahren Gefängnis verurteilt, wie nunmehr bekannt gegeben wurde. Die Araber wurden verhaftet, nachdem sie versuchten, sich die Mitarbeit eines Juden in Haifa für Spionagezwonke zu sichern. Die Namen und der Wohnort der Spione wurden ‘-'cht enthüllt <7TA) Aref ein tiefer Riss durch das Militär, die tragende Schicht im Staate Kassems, gegangen war. Die Männer der Schattenregierung haben nicht nur die Aufgabe, Kassem in innerpolitischen Auseinandersetzungen zur Seite zu stehen. Sie sollen das Regime auch nach aussen festigen und alle die Angriffsversuche abwehren, die nach Mei. nung Kassems von aussen unternommen werden. Mit Beunruhigung verfolgt der Staatschef die Meldungen über geheime Verhandlungen zwischen Nasser, Saud und Hussein und über die Vorbereitungen zu einer Zusammenkunft dieser drei Staatsoberhäupter. Eine solche Konferenz kann nur eine antiirakische Front zur Folge haben, und natürlich will Kassem alles unternehmen, um sich für diesen Fall zu wappnen. Ueber die Haltung Nassers ist sich Kassem im klaren, in den letzten Tagen gab es Bestätigungen dafür, dass auch Transjordanien sich erneut antiirakisch betätigen will. Die offiziöse transjordanische Zeitung „AI Jihad” veröffentlichte einen „Notruf" von Offizieren aus dem Irak, die Anhänger des alten Regimes sind. In diesem Appell werden die Verfolgungen im Irak dramatisch dargestellt, und die anderen arabischen Staaten werden um Hilfe gebeten. (SehlUM von Seite 1) Unterrichtsstunde die Jugend über die Gefahren der Naziideologie und die von den Nazis begangenen Verbrechen aufzuklären sowie auf die Notwendigkeit zu verweisen, dass alle Bürger des Landes zur Erhaltung der Demokratie mitarbeiten müssen. Justizminister Merciers machte durch den Rundfunk und das Fernsehen die Zusage, dass er für die Bestrafung der Schuldigen und den Schutz unschuldiger Bürger Sorge tragen werde. ENERGISCHE MASSNAHMEN Den Haag. — Der holländische Justizminister Dr. A. C. W. Beerman kündigte an, er sei entschlossen, energische Massnahmen gegen die antisemitischen Rowdies im Lande zu ergreifen. Er wies die Staatsanwaltschaft an, ihn unverzüglich von den Ausschreitungen zu unterrichten und gegen die Vandalen schnell und energisch vorzugehen. ENGLISCHE REGIERUNG BESORGT London. — Der englische Innenminister R. A. Butler, gab seiner „schweren Besorgnis” über die antisemitischen Vorfälle Ausdruck. Er NASSER BLIEB IN KAIRO Nach dem Attentat auf Kassem fanden sich sofort irakische Zeitungen, die die VAR für diesen Anschlag verantwortlich machten. Einige erklärten, die Tat sei im Hinblick auf den bevorstehenden Besuch Nassers in Damaskus zurückzuführen. Sie erinnerten daran, dass während der letzten Visite Nassers in Syrien der Aufstand Colonels Schawar ausbrach und fragten, was Irak noch beim kommenden Besuch des VAR-Diktators zu erwarten habe. Nasser zeigte angesichts aller dieser Meldungen ziem, liehe Zurückhaltung. Er sah davon ab, nach Syrien zu fahren — vielleicht wollte er damit allen Gerüchten ^zuvor kommen, dass seine Visite im Nordbezirk einen neuen Aufstand im Irak zur Folge haben könnte. An seiner Stelle traf per Schiff überraschend der Kriegsminister Abdel Hakim Amr m Lattakie ein. Amr nahm von einem Fluge Abstand, nachdem 1956 das ihn begleitende Flugzeug auf dem Wege von Kairo nach Syrien unter bis heute nicht aufgeklärten Umständen verschwunden war. Offiziell kam Amr nach dem „Nordbezirk”, um sich an den Feiern zum Jahrestag der Union Aegypten-Syrien zu beteiligen. Tatsächlich natten innere Auseinan. dersetzungen in der syrischen Armee seine Anwesen. empfing eine Delegation des englischen Board of Deputies die für die kommende Woche eine Audienz von Aussenminister Selwyn Lloyd zugesagt erhielt. Butler verurteilte die Ausschreitungen in England und versprach, die polizeiliche Untersuchung zu beschleunigen, um die Urheber der Uebergriffe dingfest zu machen. Ferner kündigte er an, dass er die Position seiner Regierung in dieser Angelegenheit bei der Paiiamentssitzung vom 28. Januar umreissen werde. Wie bekannt ist, wird die Regierung den Antrag von Sir Leslie Plummer nicht unterstützen, der vorgeschlagen hat, die Aufreizung zum Rassenhass mit 6 Monaten Gefängnis zu bestrafen. Auch der Board plant, sich diesem Vorschlag zu widersetzen, weil die Juden hierdurch „von dem Rest der Bevölkerung abgesondert” werden würden. Die Mitglieder dieser Institution vertreten die Ansicht, dass die vorhandenen gesetzlichen Hand, haben völlig ausreichend sind. KUNDGEBUNG IN LONDON London. — Hier demonstrierten zwischen 40.000 und 50.000 Menschen im Zentrum der Stadt gegen das Wiederaufleben des Antisemitismus •heit dort erforderlich gemacht. .Oie Offiziere der syrischen Armee waren über Zurücksetzung innerhalb des fiteres und über schlechte Gehaltsbedingungen empört. Nasser antwortete auf ihre Erbitterung mit Schaffung eines machtvollen Einheits- Kommandos des Militärs unter Kriegsknnister Amr. Jn Syrien selbst veianlasste Amr Versetzung mancher Offiziere von der israelischen zur irakischen Grenze, worüber sie besonders aufgebracht waren. Statt gegen den „Erbfeind” sollten sie gegen die irakischen Brüder eingesetzt werden — das war die Reaktion der Offiziere. Aber natürlich wurde nur ein Teil transferiert, den übrigen Offizieren, die an der israelischen Grenze, an der „Südfront” stationiert blieben, versprach Am>- bessere Wohnbedingungen und höheren Sold. Für diese Offiziere werden besondere Wohnhäuser gebaut, und einige von diesen Bauten wurden schon eingeweiht. Abdel Hakim Amr hielt sich mehrere Tage an der isiaeiischen Grenze auf, um den Eindruck zu erwecken, dass die VAR sich zu aktivem Vorgehen gegen Israel rüste. Nach einer Meldung des Senders Kairo hielt er dort sogar „drei Tage lang eine wichtige militärische Konferenz ab” — und auf diese Weise wollte man die Oeffentlichkeit von inneren Schwierig- und Neonazismus in Westdeutschland. Trotz der schneidenden Kälte marschierte der Zug durch die Strassen, an seiner Spitze der Präsident des Board of Deputies Barnett Jänner, Anthony Greenwood von der Sozialistischen Partei, der methodistische Geistliche und Expräsident des Methodistenrates Reverend Donald Soper, Kommandant Ashe Lincoln, der Präsident des Verbandes früherer jüdischer Frontkämpfer. Die Demonstranten zogen nach der deutschen Botschaft, wo sie dem Geschäftsträger Dr. Joachim von Ritter ein . Protestschreiben überreichten. Die vier Führer der Demonstration wurden von dem Diplomaten empfangen, der versprach, die Note an Bonn weiterzuleiten. GESETZ GEGEN VOELKERMORD Rom. — Ein Gesetz gegen Völkermord »oll der Deputiertenkammer vorgelegt werden und dürfte ohne grössere Debatte angenommen werden. Die italienische Presse bezeichnete dieses Gesetz als besonders dringend wegen der kürzlichen antisemitischen Vorfälle in Italien und in anderen Teilen der Welt. Energisch« Massnahmen gefordert Ein Appell Dr. Goldmanns Bonn. — Dr. Nachum Goldmann, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, ersuchte die Regierungen in der Welt, die Möglichkeit zu untersuchen, dass die jüngsten antisemitischen Kundgebungen in Westdeutschland und anderen Ländern auf eine zentralisierte Aktion ¿.uriiekzuführen seien, und verwies darauf, dass kürzlich internationale Treffen der Neonazis und faschistischer Gruppen stattgefunden haben. Dr. Goldmann gab eine Pressekonferenz, nachdem er mit Innenminister Gerhard Schroeder konferiert hatte. Vor dieser Unterredung besprach er die Vorfälle mit Bundeskanzler Adenauer und dessen wichtigsten Mitarbeitern. Grosse Summen Geldes seien nach dem Zusammenbruch der Nazis im Jahre 1945 aus Deutschland ins Ausland geschafft worden, so führte Goldmann aus. Wie man annehmen könne, sollten diese Beträge dazu verwendet werden, den Antisemitismus zu schüren. Goldmann wies die Möglichkeit der Beteiligung der Kommunisten an der jetzigen Kampagne nicht zurück, äusserte jedoch, er sei nicht der Ansicht, dass diese allein am Werk seien. Er versicherte, es lägen zwar keine Beweise vor, dass der Antisemitismus von einer internationalen Stelle gelenkt werde, doch es bestehe ein ernster Verdacht. Die Kommunisten, so führte er aus, hätten sich der gebotenen Gelegenheit bedient und ihre Lockspitzel ausgesandt, um die antisemitischen Gefühle anzufachen und die Situation auszunutzen. Er lobte die „energischen Massnahmen der westberliner Behörden”, die in jenen Gegenden als Beispiel dienen könntn, „wo nicht die gleiche Energie angewandt wurde.” (ITA) keiten ablenken- und ihre Aufmerksamkeit auf das beliebte Thema Israel konzentrieren. Der Ablenkung dien, ten auch die Vereinigungs- Feiern, die überall in der ganzen VAR stattfanden, und bei denen die Kraft der Armee Nassers gerühmt wurde. Kaum waren die Feiern vorüber, da erliess Nasser seine Verordnung, durch die der Kriegsminister Abdel Hakim Amr zum allgewaltigen Gouverneur von Syrien ernannt wurde. Diese Entscheidung zeigt deutlich, welches Ausmass die Spannung in Syrien erreicht hatte, die insbesondere im Heer merklich war. Dieses Heer bereitet trotz allen Reden Nassers jetzt erhebliche Sorgen. Im Moment ist die Frag? der Bewaffnung der VAR-Armee in Dunkel gehüllt. Nach zuverlässigen Meldungen fragten VAR-Emissäre in den USA und in England vorsichtig an, ob Nasser dort auf Waffenlieferungen rechnen könnte. Die englische Presse erklärte, Lieferung von Geschützgranaten für alte — noch aus der britischen Zeit stammende Kanonen — sei möglich, aber natürlich ist das nicht das, woran Nasser interessiert ist. Nach Berichten, die über England kirnen, soll Nasser trotz der Spannung in den Beziehungen zu Moskau wieder Waffen aus der USSR erhalten — aber der VAR-Diktator vertraut wohl nicht sehr auf diese Quelle, und er möchte den Anschluss an den Westen wiederherstellen. Bisher erfolgte nur die erneute Aufnahme der Verbindungen zu Australien, während alles übrige im Dunkeln blieb. Daran ist Nasser nicht sehr interessiert, um so mehr als er fürchtet, dass eine Einigung der Weltmächte und ein Ende 'oder zumindest ein „Nachlassen” des kalten Krieges ihm seinen politischen Wert nehmen und ihn in eine weltpolitische Ecke zuiückdrängen kann. Eine Erklaerung Adenauers Bonn. — In einem Rundfunk, und Fernsehprogramm verurteilte der westdeutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer die antisemitischen Ausschi ei tun gen. i Er forderte die Deutschen auf, die Missetäter, die er als junge Burschen bezeichnete, überall dort, wo sie auf frischer Tat ertappt werden, zu verprügem. Er garantierte den 30.000 Juden in Westdeutschland persön-; lieh, dass sie die Unterstützung seiner Regierung hätten. Adenauer erklärte, der einzige Zwischenfall, der seiner Meinung nach eine politische Bedeutung habe, sei die Profanierung der Synagoge in Köln am Weih- . nachtsabend, welche die antisemitische Welle auslöste. Bonn. — Bundeskanzler Adenauer war Gegenstand heftiger Angriffe wegen seines den Westdeutschen erteilten Rates, den antisemitischen Schmierfinken an Ort und Stelle eine Tracht Prügel zu verabreichen. Die Sozialisten erklärten ihre „Ueberraschung und Besorg- , nis”, da sie in jedem Falle „gegen jedwede Lynchjustiz” seien. Auf eine Anfrage versicherte in einer Pressekonferenz Innenminister Schroeder, „er hoffe, Adenauers Aufforderung werde in angemessener Weise vom Volk ausgelegt werden, das einen gesunden Respekt vor dem Gesetz besitze.” Der Minister wies darauf hin, dass Adenauer „symbolisch” gesprochen habe. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual N° 624.070 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114 leo institute vf'JJ Y0KK

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