Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1744 (5.1.1960)
- Date
- 1960-01-05
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Año XXI. — No. 1744 .. 4i7»tnbfa44j| Sie hetzen schon wieder (Schluss von Seite 1) ständige Mensch dies sein musste. Aber man hätte sofort c’ . hgreifen sollen. Man hätt. _-h ni'ht damit abflnden dürien, die Täter niemals zu finden. Man hätte sich nicht mit dem Märchen von den spielenden Kindern zufrieden geben dürfen, das sicherlich auch in Deutschland niemand geglaubt hat. Es geschah ganz offensichtlich nicht genügend, um die einst so populären antijüdischen Parolen niederzurir.gen und an ihrer Stelle wenigstens die Moral, den Anstand und das Rechtsempfinden wiederherzustellen, das Hitler in allen Menschen zu ersticken versucht hatte, und nicht ohne Erfolg. Politisch haben die ehemaligen Nazis in der Westdeutschen Republik niemals •ine Rolle zu spielen vermocht. Ihre Parteigründungen sind bisher gescheitert. Sie haben keine Möglichkeit, an die Oeffentlichkeit zu treten, Propaganda zu machen oder für ihre destruktiven Pläne und Ideen zu werben. Sie bilden auch in diesem Augenblick noch keine Gefahr für den demokratischen Staat, wohl aber für sein Prestige, für seine inter, nationale Politik und damit auch für seine Zukunft. Schon haben sein ausländische Stimmen gemeldet, die von einer bedenklichen Entwicklung sprechen und Taten von der Regierung verlungen, die für die letzten Ausschreitungen verantwort, gebaut. Regierungen und lieh gemacht wird. Das Be- ¡Stadtverwaltungen setzen ihschmieren von Synagogen, ren Ehrgeiz darein^ an die Kirchen, Friedhöfen, Ge- Stelle der von den Nazis me. ri-ebtsgebäuden und anderen j dergebramnten geben muss, die sich in den Dienst alter Hassparolen ¡stellen. Damit ist noch wenig getan. Man soll eine politische Linie aufgeben, die nur für die Aussenwelt bestimmt ist und die Tendenz zeigt( durch Verbrüderungsaktionen den Beweis zu erbringen, dass wir in einer Aera der „christlich - jüdischen Zusammenarbeit'’ leben würden. Damit ist wahrlich nichts getan, dass einige Gebildete aus ehrlicher Ueberzeugung vom Antisemitismus abrücken. Das sind Beruhigungspillen, die das alte Uebel weder an der W urzel ausreissen noch ernsthaft bekämpfen. III. Die Juden Man kann es verstehen, dass die Juden in Deutschland nur allzu schnell bereit waren, auf diesen Kurs einzugehen. Für sie ist es eine grosse Sache, wenn ihre Repräsentanten zu Empfängen der deutschen Regierung eingeladen werden oder öf- ,fent liehe Orden und Aus- £ Zeichnungen erhalten. Aber diese Einladungen und Ehrungen ändern doch nichts am traurigen Sachverhalt, dass das Gift des Antisemitismus noch tief im deutschen Volk steckt, und dass van der Seite der Regierung nichts Entscheidendes geschieht, um dieses Gift auszumerzen. Immer neue Synagoge« . werden in Westdeutschland Bauwerken mit Hakenkreuzen und antijüdischen Parolen ist ein Alarm2eichen, das man in Eonn, aber auch in den Hauptstädten der Bundesländer — z. B. München — gut verstehen sollte. Es geht nicht darum, dass man nur gegen die paar Fanatiker oder Verbrecher vor- Dr. FREY Abobado PUEYRREDON 1196 1* »q. ’ nachm. IS—II Uh* Gotteshäuser neue zu errichten. Es ist nicht das erste Mal, dass man auf jüdischer Seite — ausserhalb Deutschlands natürlich — die Frage stellt, aus welchen Gründen solche Synagogen gebaut werden, wo es doch keine Juden in Deutschland gibt, und wo demzufolge die Gotteshäuser leerstehen. Hier wäre es wirklich am Platze, von jä- 1 J. Liebling foürniere — SPERRHOELZEB DIAZ VELEZ S224 al 46 T. E. 43-2349/0340 T #021?REAL PEN1! : Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 1 °ptica REX DIPL. OFTXKEB [Sarmiento T. E. 35 - 735 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos imd unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSERN GESCHAEFTÉN Montevideo 571, 4. St. T. E. 40-4937 y 70-7244 Judith; Schenkolewsbi KuliuMÜckeseien I Schabboadecken . Tallis- - beutei . Käppchen Mas- *ot-Taschen . Hand- und Maschinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 2515 T. E. 73-9155 discher Seite dafür zu sorgen, dass kleinere Betstuben, die auch sehr würdig sein können, gebaut werden, um den Minjan aufzunehmen, den es vielleicht gelegentlich geben dürfte. Wir sind der Meinung, dass es solange keine Gotteshäuser in deutschen Städten mehr geben darf, bis die Regierungen imstande sind, sie vor Profanierung zu schützen. Dass auch gelegentlich in den USA oder in Argentinien Synagogen mit Pechbomben gedacht werden, ist kein Argument gegen unsere Auffassung. Denn in keinem anderen Lande ausser Deutschland haben wir die jüdischen Erfahrungen machen müssen, deren Zeuegn gerade wir selbst gewesen sind. Es wäre an dar Zeit, wenn das jüdische Volk durch seine gewählte Repräsentanz, den Jüdischen Weltkongress, einmal zu diesem Problem Stellung nehmen würde. IV. Und die deutsche Regierung? Es bedurfte der Erklärung des Präsident«! der Deutschen Bundesrepublik, Dr. Heinrich Luebke( nicht, um der Welt zu versichern, dass die Regierung diese schändlichen Taten, verurteilt. Man weiss dies überall, und wir Juden wissen es auch. Aber mit Erklärung«! ist in diesem schweren Fall nichts getan! Die deutsche Regierung müsste sich einmal entsehliessen, gründlich aufzuräumen. Die Justiz muss von antidemokratischen Elementen, die immer auch antisemitisch sind, gereinigt werden. Die Polizei muss von den früheren Nazis gesäubert werden. Immer wieder ■ erreichen, uns Nachrichten, Idass ehemalige Gestapobeamte in der neuen Polizei untergetaucht sind. Man sollte alles tun, um Fälle wie den des Dr. Eisele zu vermeiden, der ganz offensichtlich nur durch die Nachlässigkeit der zuständigen bayerischen Gerichts, und Polizeibehörden entfliehen konnte. Der Fall Eisele musste für alle Naizis eine Ermunterung sein. Sie mussten Morgenluft wittern. Anders ist auch das Aufblühen terroristischer, antisemitischer und antidemokratischer Aktionen seit diesem Zeitpunkt nicht zu erklären. In derselbe Linie liegt der Fall des Prof. Heyde, der angeblich unerkannt Jahre hindurch in Schleswig-Holstein praktizieren konnte, obwohl er einer der grossen Kriegsverbrecher ist. Auch dieser Faß kann von seinen Parteigängern nicht anders als eine Schwäche der Bundesrepublik und ihrer Demokratie interpretiert werden. Die Regierung sollte sich vor allem nicht auf Sympathiekundgebungen für die Juden beschränken. Sie sollte dafür Sorge tragen, dass die von Ihr eingegangen«! MOHELIM Mohel David Freimann T. E. «7-9932 Boulogne St» Mer 352. L Möbel N. Plaksin Super! 2719 T. E. 76-6714 u. 76-2312 Verpflichtungen gegenüber den Verfolgten im Entschädigungsgesetz auch wirklich erfüllt werden. Sie sollte gegen die einengenden Interpretationen des Bundesgerichtshofes ebenso Front machen wie gegen die willkürlichen Auslegungen verschiedener Aemter. Auf keinen Fall sollte sie zu dieser Entwicklung schweigen. Dass die Entschädigurgs. Gesetzgebung nicht in dem Geiste und nicht in dem Sin. ne gehanrdhabt wird, wie es die Regierung und der Bundestag gewollt haben, dürfte kaum noch bestritten werden. Damit aber untergräbt man nicht allein die Stellung der demokratischen Regierung, sondern auch die Situation der Geschädigten, die doch nur darauf ihr Recht stützen, dass sie verfolgt, verfemt, verjagt und dass ihre Angehörigen umgebracht worden sind. Es führt eine klare Linie von der Durchsetzung des la Semana Israelita Bisemanano: »o« Martes y Editado por Estrellas Kdnonai Verantwortlich: Di. H. Swarsensky Pueyrredón ¿130 i* iaq T. £. 83-2613 aparace Viernes Ltda Abono-Preis«: Argentinien: $ 60.— pro Quartal NERVEN, u. GEMUETS- KRANKHE1TEN Dr. M. J. Kuhn RIYADAYIA 2625, 3* T. E. 48-7524 Mont., Mittwoch, Freitag IT—19 Uhr. Tel Anmeldung erbeten deutschen Volkes mit den alten und neuen Nazis zu agogen und Friedhöfen, von den Attentaten gegen Synder Einschränkung der den Juden zustehenden Rechte zur Herabwürdigung der in Deutschland lebenden Juden, von der Respektlosigkeit vor der Demokratie zum neuen Terror. j Dr.! B.Schwarcz j ZAHNARZT gESTOMBA 2283 — 52-8214 i RAYOS X j PARAMENTOSE J tetef. Voranmeldung FIAMBRERIA TBO Castelli 373 — T.E. 47-4120 SONNABEND GESCHLOSSEN — SONNTAG GANZEN TAG GEOEFFNET DEN «■■•■•i Koscheres Restaurant .Paso Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259 Unter Aufsicht des Vaad Harabooim der Kehiüa MITTAGS, und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten » VERLANGEN SIE OFFERTE Dr. DARIO COHEN CIRUGIA — SEÑORAS Pampa 2926 T. E. 73-1116 Solicitar hora w j VARICES—ULCERAS I DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS j Dr. SAUL UMANSKY SARMIENTO 3116 T. E. «7 1362 |Dr. .CONDE 2318 BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHBÜNG SAEMTUCHEB Malerarbeiten T. 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