Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 20 (1959)
- Issue
- 1743 (31.12.1959)
- Date
- 1959-12-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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V,- *190 — i’ i*q AHO XX. BUENOS AIRES, JUEVES 31 DE DICIEMBRE DE 1959 No. 1743 I. G. FORDERT ISRAELS RECHT Jerusalem. — Ben Gurion, der Premier Israels, wird binnen kurzer Zeit dem Präsidenten Eisenhower eine Note übersenden, um die Aufmerksamkeit des Präsidenten der USA auf die Schwierigkeiten zu lenken, denen die Schiffahrt Israels im Suezkanal begegnet. Der Brief liegt dem israelischen Ministerrat bereits zur Begutachtung vor. Ben Gurion erinnert den amerikanischen Präsidenten an seine Erklärung vom Februar 1957, in welcher Eisenhower mitteilte, dass die freie Durchfahrt der israelischen Schiffe durch den Suezkanal in Zukunft vollkommen gesichert sei. Eisenhower hatte die Erklärung damals abgegeben, damit Israel seine Truppen von der Sinai-Halbinsel zurückziehe. Tatsächlich ordnete Ben Gurion seinerzeit den Rückzug der israelischen Verteidigungsarmee erst an, als Eisenhower selbst mitteilte, dass die USA für die freie Durchfahrt der israelischen Schiffe durch den Kanal garantieren.—■ Tel Aviv. — Drei arabische Infiltranten wurden von einer israelischen Streife bei Gaza erschossen. Der bewaffnete Zusammenstoss ereignete sich auf israelischem Gebiet, in das die Araber widerrechtlich eingedrungen waren.— Jerusalem. — Der israeli-! sehe Ministerpräsident Ben ' Gurion und der Präsident der Jewish Agency, Dr. Nachum Goldmann, hielten eine Beratung über die weitere Zusammenarbeit zwischen Regierung und Jewish Agency ab. Es wurden die Arbeitsteilung, die Einordnung der Einwanderer und einige Fragen des Budgets besprochen. Man kam überein, eine Kommission zur Beratung weiterer Einzelheiten einzusetzen. Goldmann ersuchte Ben Gurion um eine Reihe weiterer Besprechungen mit den Führern der Zionisten, um über die weitere Tätigkeit der Zionistischen Weltorganisation für den Staat Israel zu verhandeln. — Jerusalem. — Das israelische Kabinett stimmte einem neuen Kulturabkommen __t WIE ICH ES SEHE ---- Die Freiheit und der Frieden ton JEHUDA GOTTHEIMER Der nordamerikanische Präsident, General Dwight Eisenhower, hat seinen friedlichen Feldzug durch elf Länder der Erde kurz vor Weihnachten beendet. Friedensstimmung herrschte in der Welt. Wunderbare Perspektiven haben sich eröffnet. Also gibt es doch eine Möglichkeit, der zitternden Menscheit den Frieden zu schenken, die schreckliche Gefahr eines vernichtenden Krieges zu bannen und eine vernünftige Grundlage für das Zusammenleben der Völker zu legen. In allen Ländern wurde Eisenhower mit grossem Jubel empfangen. Denn überall leben Menschen, die den Krieg hassen, deren ehrlicher Wunsch es ist, in Ruhe ein Leben der Arbeit zu führen und aus dem Elend herauszukommen, in das zwei 'Weltkriege die Mehrheit aller Nationen gestürzt haben. Hinter der blendenden Fassade der modernen Lichtreklamen, abseits der Prachtstrassen und Prunkbauten der Hauptstädte der Welt, verdeckt vom flimmernden Gegen Amnestie Bonn. — Die Sozialdemokraten erklärten ihre Opposition gegen einen Antrag auf allgemeine Amnestie, der unter den Mitgliedern des Deutschen Bundestages zirkuliert. Sie gaben zu bedenken, dass diese Massnahme die allgemeine Begnadigung aller im zweiten Weltkrieg und unter dem Naziregime begangenen Verbrechen bedeuten würde. Der sozialdcmokn ..tische Sprecher führte aus, ,,niemand könne die deutsche Demokratie von ihrer Pflicht entbinden, ilnci- ' genes Haus zu säubern." Glanz der heutigen Vergnügungsindustrie lauert noch immer das Entsetzen, die Armut, das Elend. Noch sterben mehr -Menschen an Hunger, am Mangel an ausreichenden Nahrungsmitteln, als an jeder schrecklichen Epidemie. Und das ist möglich in der zweiten Half, te eines Jahrhunderts, das durch den technischen Fortschritt und die Entdeckungen seiner Wissenschaftler den Raum zu beherrschen gelernt und in den Kosmos vorzustossen gewagt hat. Die Menschen greifen zu den Sternen, denn schon ist es den Russen gelungen, eine Rakete bis zum Mond zu sen. den, und morgen wollen alle anderen es ihnen nachtun. Man spricht ernsthaft von der Möglichkeit, ein Weltraumschiff mit Besatzung in absehbarer Zeit zum Erdsatelliten zu starten. Andere „benachbarte” Sterne wie die Venus oder der Mars dürfen damit rechnen, Be such von der Erde zu erhalten. Hochfahrende und grandiose Pläne, die alle Vorstellungen der menschlichen Phantasie dur.h ihre Wirklichkeit übertreffen, bilden nicht mehr den Stoff für kühne Romanciers öder schwärmerische Träumer, sondern sind Gegenstand der nüchternen Berechnungen unserer Mathematiker, Physiker und Aerzte. Die sich ankünidende Verbindung mit anderen Himmelskörpern wird ganz neue Aspekte für unser Denken und Wissen eröffnen. Eine Revolution gewaltigen Ausmasses steht bevor, durch die unser Leben auf Erden in bisher unbekannte, völlig neue Bahnen gelenkt werden kann. Aber werden alle diese Entdeckungen, werden alle diese Möglichkeiten einen Wandel in der sozialen Struktur und im politischen; Theben herbeiführen. Wer- ' den die Menschen wirklich umlernen, werden sie imstande sein, ihre ‘Leidenschaften zu bezähmen, die den Ausgangspunkt für alle Kriege, für jeden staatlich organisierten Wettbewerb auf der Basis der Gewalttätigkeit und des Gesetzes der Primitiven, des Faustrechtes, waren und sind? Bis heute haben alle wissenschaftlichen Erkenntnisse und technischen Fortschritte nicht die Voraussetzungen des internationalen Lebens zu ändern vermocht. Noch immer versucht der Stärkere, seinen Willen dem Schwächeren aufzudrücken und ihn seinen Interessen dienstbar zu machen. Frieden und Freiheit sind Ideale, die der Menschheit nicht erst heute, sondern vor Jahrtausenden verkündet worden sind. Sie blieben immer wieder Illusionen oder Wunschträume, denen Hekatomben geopfert werden mussten. Der Lebensstandard der Menschheit wurde gehoben. Hygienische und sanitäre Einrichtungen finden wir selbst in verlassenen Winkeln der Erde, und der Eisschrank ist heute weder ein Luxusgegenstand noch eine Seltenheit. Und sicherlich gejien auch die Afrikaner in der verlorensten Ecke des schwarzen Kontinents in ihre Kinos. Aber alle diese wundersamen Fortschritte der Zivilisation konnten nicht bewirken, dass wirklich Frieden und Freiheit auf Erden herrschen. Nun kommt Eisenhower und erklärt, dass die Welt einen Frieden in Freiheit ha. ben müsse. Niemand ist dagegen. Trotz aller Enttäuschungen. glauben noch die Menschen an jene alten Parolen und Leitsätze, die bereits vor vielen Jahrtausenden von den Propheten Israels verkündet und von allen grossen Geistern der anderen Völker wiederholt wot- Iden sind. Aber wer kan > mit Frankreich zu. Es ist eine bedeutende Erweiterung der bisherigen kulturellen und künstlerischen Beziehungen zwischen beiden Ländern vorgesehen. Unter anderen Programmpunkten ist daran gedacht, Französisch als die erste ausländische Sprache zu akzeptieren, was wenigstens auf einigen höheren Schule sehr bald in die Praxis umgesetzt werden soll. Bisher war Englisch die erste Fremdsprache in allen Schulprogrammen des Landes. — Jerusalem. — Es fanden einige Ernennungen und Umbesetzungen statt. Der Wohlfahrts-Minister Rosen- [berg wird beigeordneter In- | nenminister. Assaf wurde zum beigeordneten Erziehungsminister ernannt, Jakob Tsur, bisher Generaldirektor des Aussenmhrsteriums, wurde zum Exekutivmitglied der Jewish Agency ernannt und tritt an die Stel. le von Abraham Harman der Israels Botschafter in Washington als Nachfolger Abba Ebans ist. Die Stelle Tsurs im Aussenministerium wird voraussichtlich Chaim Yahil einnehmen, der bisher sein Stellvertreter war. — dieser niedergebeugten, gehetzten, verängstigten und doch noch immer hoffenden Menschheit den Frieden in Freiheit bringen? Oder soll dieses Schlagwort vom „Frieden in Freiheit” nur eine neue Phrase sein, die als Opium für das Volk dienen kann. Auch das ist eine entscheidende, aber bisher nicht beantwortete Frage. Eisenhower sagte, dass Ko. existenz nicht genüge. Die Russen proklamierten diese „Koexistenz”, das heisst das Nebeneinanderbestehen von -Völkern mit verschiedener Auffassung, und Nehru, der grosse Inder, unterstützte diese russische Forderung. Dem amerikanischen Präsidenten aber genügt Koexistenz nicht mehr, denn das Nebeneinanderbeetehen ist nicht genug in einer Zeit, in der alle Nationen Zusammenarbeiten sollten. Wahrschein, lieh wird es kein Volk geben, auch das russische ist hierbei nicht ausgenommen, das eine Zusammenarbeit nicht höher als ein Nebeneinanderleben auf dem Gebiet der internationalen Beziehungen einschätzen würde. Bisher hatte es sich allerdings immer wieder gezeigt, dass die Koexistenz gefährdet ist. Und jetzt plötzlich ist man damit nicht mehr zufrieden. Es ist schön und anerkennenswert, wenn die politischen Friedensziele möglichst weit gesteckt sind. Andererseits dürfte es wenig Sinn haben, hochtrabende Ideale zu proklamieren, die im Kontrast mit den bitteren Realiäten stehen. Mit grosser Sympathie hat die freiheitl iebende Welt die Reise des amerikanischen Präsidenten verfolgt. Der Jubel der Massen in den; asiatischen Ländern spiegelt eine grosse Hoffnung wider: ANTISEMITISMO EN RIJSJ V Washington. — Los funcionarios del gobierno notaron las violentas transmisiones radiales anti-judías propaladas últimamente en la URSS. Una transmisión originada en Kirovograd, región de Odesa, atacó a los judíos religiosos como "embaucadores bajo la máscara de servidores de Dios '. Usando una terminología muy parecida a la nazi, la transmisión, hecha en idioma ucranio aseveró que mientras se llenan con matzot y frutas especiales recibidas de Israel, los predicadores del judaismo sólo adoran el ternero de oro, para recaudar más dinero de los creyenies''. Tambien que "oran por el espíritu de los militaristas israelíes ’. Durante el régimen soviético, muchos rabinos "tuvieron una aciiiud inamistosa hacia el sistema socialista y se opusieron al pueblo soviético y a sus intereses". Dice que los rabinos sirvieron a la "contrarevolución interna Y ai imperialismo internacional.’' Asimismo se asevera que después de los servicios sabáticos los dirigentes judíos se regalan con vodka, vino y delicadas". El dinero "embaucado” fué usado para financiar "estas reuniones”. "La circumcisión tiene carácter nacionalista y su significado específico radica en el hecho que es prueba de pertenecer al "pueblo elegido" de los judíos. Al mismo tiempo llena a los jud os de repugnancia y odio hacia aquellos que no poseen este signo especial.” Da crédito la transmisión a la gente obrera judía, quienes, construyen la sociedad comunista y tienen parte del mérito en la creación de los sputniks. FRANK LEHMAN Antisemitismus in Russland Weshington. — Die Beamten der Regierung wurden auf die heutigen antijüdischen Rundfunksendungen aufmerksam, die letzens aus der Sowjetunion übertragen worden sind. Eine aus Kirowograd, einem Bezirk von Odessa, stammende Sendung greift die frommen Juden als „Betrüger unter der Maske von Gottesdienern” an. Die Sendung, in der eine der Naziterminologie sehr ähnliche Sprache geführt wird, behauptet in Ukrainisch, dass die Verkünder des Judentums sich zwar mit Mazzot und den besonderen, aus Israel geschickten Früchten vollstopfen, jedoch nur das Goldene Kalb anbeten, um mehr Geld bei den Frommen zu sammeln”, und ferner, dass sie „für den Geist der israelischen Militaristen beten.” Unter dem Sowjetregime bezogen „viele Rabbiner eine unfreundliche Haltung zum sozialistischen System und widersetzten sich dem sowjetischen Volk und seinen Interessen”, so heisst es. Die Rabbiner stünden „im Dienste der inneren Konterrevolution und des internationalen Imperialismus.” Des weiteren wird behauptet, dass die jüdischen Führer sich nach dem Sabbatgottesdienst „mit Wodka, Wein und Delikatessen laben”. Das „erschwindelte” Geld wurde für dis Finanzierung dieser Gelage verwandt. „Die Beschneidung trägt nationalistischen Charakter, und ihre besondere Bedeutung beruht auf der Tatsache, dass sie der Beweis für die Zugehörigkeit zum auserwählten Volk der Juden ist.” Zu gleicher Zeit erfülle sie die Juden mit Abscheu und Hass gegen diejenigen, die nicht dieses besondere Merkmal besitzen. Die Sendung lobt die jüdischen Arbeiter, die die kommunistische Gesellschaft errichten und am Verdienst des Baues der Sputniks Anteil haben. FRANK LEHMAN noch gibt es auch asiatische Völker, die an Amerika, an seine Freiheit, an seine lauteren politischen Absichten und an sein Wort glauben. Und das ist wichtig in einer Zeit, in welcher der Kommunismus zum Generalangriff auf die westliche Welt an getreten ist, in welcher Millionen Asiaten und Afrikaner das Heil aus Moskau und nicht aus Washington erwarten. Ist es ein Zufall, dass Millionen und Abermillionen depossidierten Menschen voller Hoffnungen und Erwarten ihren Blick an den Kreml heften? Es ist kein Zufall. Die westliche Welt, die ihre Zivilisation nach Asien und Afrika getragen hat, hinterliess einen tiefen Eindruck unter jenen Nationen, die fast alle erst nach dem zweiten Weltkrieg ihre nationale Unabhängigkeit erhielten. Der Westen bedeutete gewiss eine Modernisierung des Lebens, eine Erleichterung und Verschönerung mancher Gewohnheiten und Gebräuche, bedeutete die Technisierung mit allen ihren Vorteilen und Bequemlichkeiten. Aber alle diese schillernden tyteraüge werden von den Schattenseiten der westlichen Kolonialherrschaft verdunkelt, von jenen Lebensbedingungen, die den „zurückgebliebenen” oder den minder entwickelten” Völkern aufgedrückt worden sind. Moskau versprach die Befreiung von Imperialismus und Kolonialismus, versprach die Gleichheit aller Völker, versprach nationale und ökonomische Unabhän. gigkeit, versprach kulturelle Autonomie, versprach eine neue Gesellschaftsordnung, in der die Entrechteten von gestern die Herren einer neuen Gegenwart und einer viel besseren Zukunft sein würden. Die schlechten Erfahrungen fehlten, die man mit dem Westen gemacht hatte. Es war also gar kein Wunder, dass man von der neuen Kraft, vom Kommu- (SchluM »ui Seite *) Comay bei Bunche Vereinte Nationen. — Michael Comay, Israels ständiger Vertreter bei den UN, und Joseph Tekoah, der scheidende UN- Delegierte, wurden von Dr. Ralph Bunche, Subsekretär für politische Angelegenheiten, empfangen. Wie man annimmt, bewegte sich die Unterhaltung um die Aufhaltung des griechischen Frachters „Astypalea” durch die Behörden der VAR im Suezkanal. (ITA)