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Jüdische Wochenschau · 1959-12-26 · 1742 (26.12.1959) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
20 (1959)
Issue
1742 (26.12.1959)
Date
1959-12-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE fa Jfe4nxïHX*J&\jCdeAÀx£L PUEYRREDON 2190 — 1’ AÑO XX. T. E. 83-261* BUENOS AIRES. SABADO 26 DE DICIEMBRE DE 1959 Millionen-Kredite für Jerusalem. — Israels Aussenminister Golda Meir erklärte, die Anleihe der Weltbank an die VAR zur Verbreiterung des Suezkanals kommt der Verleihung einer Prämie für „die Verletzung der internationalen Praktiken” gleich, solange diese Wasserstrasse der israelischen Schiffahrt verschlossen bleibt. Frau Meir sprach in der Knesset über die jüngsten Ereignisse im Suezkanal, für dessen Ausbau die Weltbank gerade einen Kredit von 56.500.000 Dollar erteilt hat. Sie warnte, dass Präsident Nasser, der „sich wie ein Pirat aufführt”, dies; Anleihe als eine Ermunterung zu neuen Blockade-Massnahmen gegen Israel betrachten müsse. In diesem Zusammenhang wies sie auf den vor einigen Washington. — Die Weltbank kündigte offiziell an, dass ein Abkommen unterschrieben wurde, welches der VAR eine Anleihe von 56.500.000 Dollar für Verbesserungen am Suezkanald zusichert. Die Bank billigte die Anleihe trotz der im Kanal geübten antiisraelischen Blockade. Das Abkommen wurde vom Botschafter der VAR, Kemal Mahmud Yunes, dem Präsidenten der Kanal-Gesellschaft und Eugene Black, dem Präsidenten der Weltbank, unterfertigt. Die VAR erhielt eine Frist von 15 Jahren zur Rückzahlung des Kredites. Die ägyptischen. Behörden teilten mit, dass die Anleihe „ohne irgendeine Bedingung” gewährt wurde, die auf die antiisraelische Blockade Bezug hätte. (ITA) Tagen erfolgten Zwischenfall hin, als der griechische Frachter „Astypales”, der von Haifa mit einer FOB- Ladung israelischen Zements nach Djibuti in Französisch- Somaliland ausgelaufen war, an der Weiterfahrt gehindert wurde, sowie auf die Beschlagnahme des dänischen Frachtschiffes „Inge Toft” im vergangener- Mai. Israel werde seine Bemühungen um die Ausdehnung seines Handels mit allen 'Ländern nicht verringern, so WIE ICH ES SEHE Interne Angelegenheiten von JEHUDA GOTTHEIMER Wer kennt nicht die Geschichte des Rabbi Joselman von Rosheim, die schon des öfteren Gegenstand literarischer Darstellung gewesen ist. Dr. M. Lehmann veröffentlichte im Jahre 1924 diese „historische Erzählung aus der Zeit der Reformation”, und jetzt hat das Leo Baeck-Institut eine neue Version des Lebenswerkes dieses Rabbi Joselman herausgegeben, der gewiss eine hervorragende Persönlichkeit und ein mutiger Mann gewesen ist. Welches Schicksal Rabbi Joselman gehabt und was er für seine Glaubensgenossen in einer traurigen Zeit getan hat, das soll hier nicht berichtet werden. Jeder kann es nachlesen, und jeder wird ergriffen sein, wie Rabbi Joselman für andere eintrat und den Verfolgten half. Aber Rabbi Joselman ist Kapitanos weigert sich London. — Spyro Kapitanos, der Kapitän des iriechischen Frachters .Astypales”, welcher israelischen Zement an Bord führt, weigerte sich, dem Befehl der ägyptischen Hafen - Behörden lachzukommen und sein Schiff neben der „Inge Toft” zu ankern. Kapitanos lehnte es energisch ab, das Schiff, das gegenwärtig im äusseren Hafen liegt, vom Platz zu bewegen. Er erklärte, er würde nur in den inneren Hafen einfahren, wenn sich die VAR bereit findet, die Kosten der Ueberführung zu tragen. (ITA) nicht nur eine interessante Einzelerscheinung, der die Phantasie der Erzähler und Romanciers anregen würde. Rabbi Joselman ist eine historische Erscheinung, die vor allem für das deutsche Judentum, wenn auch nicht für dieses allein, typisch ist. Rabbi Joselman war ein „Schtadlan”, was eigentlich Fürsprecher heisst. Er war sozusagen der konzessionierte, der bessere Jude, der Zugang zu den Mächtigen seiner Zeit hatte, zu den Fürsten und Bischöfen, zu den Bürgermeistern und sonstigen feinen Herren, die über das Schicksal der jüdischen Massen bestimmten. Der „Schtadlan” hatte seine Privilegien. Er war nicht den gleichen harten Ausnahmegesetzen der anderen Juden unterworfen, denn er war eine „nützliche” Persönlichkeit. Er war der Mittelsmann zwischen dem christlichen Herrscher, dem Eigentümer der in seinem Bereich lebenden Juden, und jenen unglücklichen Juden selbst, die recht -und schutzlos waren. Nur der „Schtadlan”, nur er, konnte ihnen Erleichterung, konnte ihnen Trost bringen. Denn er war der Mann — wie man es heute ausdrücken würde, — der „die Beziehungen” gehabt hat... Es gab noch andere berühmte Juden, die ihre Rolle als „Schtadlan” gespielt haben. Vielleicht ist der Hofbankier, besser gesagt: „Hoffaktor” Rabbi Süss Oppenheimer, kurz genannt Jud Süss, der bekannteste von allen, wenn auch seine historische Erscheinung ein wenig durch die glänzende Romangestaltung eines Lion Feuchtwanger idealisiert worden ist. Alle diese Hofjuden, Hofbankiers, Hoffaktoren hatten auf bestimmte Persönlichkeiten grossen Einfluss, den sie zugunsten ihrer leidenden und rechtlosen Brüder ausnutzten. Sie waren im Verhältnis zu ihren Herzogen oder Fürsten, mit denen sie verhandelten, Bittsteller, wenn es sich um die Verteidigung ihrer unglücklichen Brüder handelte. Und sie hatten Einfluss, weil sie Geld oder Macht besassen, weil man ihnen verschuldet war, weil sie in Verbindung mit den damaligen Weltbanken standen, weil sie Kredite geben konnten, weil sie sich auf Finanzgeschäfte verstanden, kurzum weil sie einflussreich waren und gebraucht wurden. Als einzelne konnten sie etwas für die vielen, für die Hilflosen, für die Versklavten tun. Und sie haben es getan, wie Rabbi Joselman mit Mut und Geschick, wie Jud Süss und wie sie alle hiessen. Und bevor eine neue Anleihe gegeben wurde, erhielten sie ein neues Versprechen, dass die Lage ihrer Glaubensgenossen erleichtert würde, dass ein gefangener Jude freigelassen werde, dass eine harte Steuer erleichtert werden solle, dass irgendein anderes schweres Unrecht abgewendet werden würde, usw. Rabbi Joselman von Rosheim war ein energischer Mann, der zu unzähligen Malen grosses Unheil von den in Deutschland lebenden Juden abgewandt hat. Das änderte jedoch nichts an der unglücklichen Institution des „Schtadlan”, die nur aus der Verworrenheit der Zeit und der Bitterkeit des jüdischen Daseins erklärt werden kann. So schreibt Dubnow in seiner „Weltgeschichte des jüdischen Volkes” (Band VI, 191): „Angesichts einer so rücksichtslosen Rechtsverweigerung, die die deutschen Juden mit betonte Frau Meir, noch werde es davon Abstand nehmen, auf seinem Recht der ungehinderten Benutzung des Kanals ohne jedwede Diskriminierung zu bestehen. Sie fügte hinzu, Israel vertraue darauf, in diesem Kampfe „nicht allein” zu stehen, denn die Position der VAR interessiere alle seefahrenden Nationen, weil die Schmälerung der Rechte eines Volkes durch die VAR die Verletzung der Rechte anderer Völker nach sich ziehen könne. Frau Meir versicherte, sie teile den Standpunkt der Beamten des State Department, dass die Anleihen der Weltbank sich auf ökonomische und nicht auf politische Rücksichten stüt. zen müssten, doch in diesem Falle handele es sich angej sichts der bestehenden Lage um einen politischen Akt. Natürlich hege sie keinen Zweifel an der Ehrlichkeit des von Generalsekretär Dag Hammarskjöld über den Transport israelischer Frachten durch den Suezkanal getroffenen Abmachung sobald es sich um FOB-Verschiffungen handele, doch jetzt sei Hammarskjöld in die Lage geraten, bei Nasser antichambrieren zu müssen. Sie gab zu verstehen, Hammarskjöld ebenso wie Nasser hätten gewusst, dass die „Astypalea” mit einer FOB- Ladung auslaufe, was bedeute^ dass die Waren Eigentum des Käufern sind. Haut und Haar der Willkür der verschiedenen Machthaber auslieferte, war es nur natürlich, dass in den Vordergrund des jüdischen Lebens Repräsentanten traten, deren Eigenart ganz den ungünstigen Zeitumständen entspricht”. — Diese Kritik richtet sich also nicht gegen die Repräsentanten selbst, etwa gegen einen Josedman von Rosheim, der mit solchem Erfolg die Interessen seiner Leidensbrüder vertrat, dass man ihn von allen Seiten herbeirief. Er war allmählich zum Sachwalter” der deutschen Juden geworden, der unter dem Kaiser Karl V. eine solche Aktivität entfaltete, dass er sich als der „Befehlshaber und Regierer der gemeinen Jüdischkeit im Reich” titulierte. Während der Krönungsfeierlichkeiten zu Aachen (1520) erschien Joselman — „allerdings nicht mit leeren Händen” — und erwirkte die altverbrieften Rechte und Privilegien für die deutschen Juden. Karl V. kämpfte übrigens für „seine Juden”, die ihm ein einträgliches Geschäft waren, und widersetzte sich dem wachsenden Antisemitismus der damaligen Zeit, der durch die Hetzschriften Luthers äusserst bedrohliche Formen angenommen hatte. Im Jahre 1530 mussten die Juden in deutschen Landen — wie rund 410 Jahre später — den gelben Fleck tragen. Die Existenz der Institution des „Schtadlan” weist auf ungesunde, anormale Una Opinión del Rey Husein Londres. — El rey Husein de Transjordania sugirió en ésta que el problema de los refugiados árabes podría tratarse como parte del arreglo del problema general árabe-israelí. Hablando en conferencia de prensa, dijo que sería "un gran error si se detendría la ayuda a los refugiados por parte de la UN, en un futuro inmediato.” "Sería una fuente de alarma y peligro sí los problemas serían divididos. Preferimos que se trate todo el complejo del problema palestino", dijo el joven rey. Preguntado si "había alguna esperanza que los países árabes podrían alcanzar un arreglo con Israel”, replicó que "es esta una cuestión que creo será resuelta por el tiempo en cierta medida y alcanzada no tanto por los pueblos árabes, sino por los propios israelíes, en su actitud". — No quiso detallar su respuesta, que sin embargo fué considerada más conciliadora que otras veces. En un discurso transmitido por radio Bagdad, el premier Kassem enumeró a Transjordania como una de los 'tres estados gangsters” que cometieron la agresión sobre Palestina. Añadió que Irak apoyaría un "estado palestino gobernado por su propio pueblo." M. ASHER Koenig Hussein nimmt Stellung London. — König Hussein von Transjordanien schlug hier vor, das Problem der arabischen Flüchtlinge solle als Teil der Regelung des allgemeinen Konfliktes zwischen Arabern und Israelis behandelt werden. Er sprach auf einer Pressekonferenz, auf der er äusserte, es sei „ein grosser Irrtum, wenn die UN die Flüchtlinghilfe in absehbarer Zeit einstellen sollten.” „Es würde einen Grund zur Beunruhigung und Gefahr bilden, wenn die Probleme aufgeteilt würden. Wir ziehen es vor, den ganzen Komplex des Palästinaproblems als Ganzes zu behandeln”, bemerkte der junge König. Auf die Frage, ob „er irgendeine Hoffnung hege, dass die arabischen Länder zu einem Abkommen mit Israel gelangen könnten”, antwortete er, dass „dies eine Frage ist, die meiner Meinung nach in gewissem Masse mit der Zeit gelöst werden dürfte und nicht so sehr durch die arabischen Völker wie durch die Haltung der Israelis.” Er wollte seine Antwort nicht detaillieren, die man allerdings als versöhnlicher als bei anderen Gelegenheiten betrachtet. In einer durch Radio Bagdad übertragenen Rede bezeichnete Premierminister Kassem Transjordanien als einen der „drei Gangster-Staaten”, die die Aggression auf Palästina durchführten. Er fügte hinzu, Irak unterstütze „einen palästinensischen Staat, der dursh sein eigenes Volk regiert würde.” M. ASHER Verhältnisse nicht nur in den Beziehungen der Juden zu ihrer nichtjüdischen Umwelt hin, sie deutet auch den Mangel an innerer Organisation an. Die heutigen Zustände im neuesten Deutschland zeigen erneut das Bild einer modernisierten „Schtadlanut”. Wieder ist ein solcher „Schtadlan” auf getaucht, der sich zum „Fürsprecher” oder Sachwalter der deutschen Juden aufwirft. Nur hat man allgemein vergessen, dass sich im Leben unseres Volkes grund-. legende Wandlungen vollzogen haben, dass die Judenheiten nicht mehr isoliert aufzutreten gezwungen sind, dass es ein wohl organisiertes jüdisches Volk gibt, dass der Staat Israel gleichberechtigt im Rate der Nationen sitzt, dass internationale Abmachungen bestehen, an die alle Völker gebunden sind, und dass die Menschheit heute darum kämpft, Recht und Gerechtigkeit zur Grundlage eines demokratischen Lebens zu machen. In einer solchen Zeit ist für „Fürsprecher” kein Raum mehr. Sie zerren die jüdische Politik in die Tiefen eines Bittstellertums, das uns aus den traurigen Zeiten der Hoffaktoren bekannt ist, deren Einfluss im wesentlichen auf ihren Finanzen ruhte. Sie setzen an die Stelle der Gerechtigkeit und des internationalen Rechtes die Bittgesuche, die Appelle an das Gerechtigkeitsempfinden der Mächtigen oder der Regierenden. Sie degradieren damit das Recht, die Gerechtigkeit zu fordern, in eine Bitte, Gerechigkeit zu üben. Hier liegt der grosse Unterschied zwischen dem „Fürsprecher” und einer gewählten Renräsentanz des jüdischen Volkes. Gegen einen Rückfall in die mittelalterlichen Zeiten muss sich die gesamte jüdische Oeffentlichkeit auflehnen, weil ihre Rechtsposition hierdurch nicht nur in einem Lande, sondern überall angegriffen und gefährdet wird. | Sind wir berechtigt, von einer Gesamtposition des jüdischen Volkes zu sprechen, oder versuchen wieder Kreise — wie das vor der furchtbaren Katastrophe unseres Jahrhunderts der Fall gewesen ist — von der unerlaubten Einmengung einer „ausländischen” Judenheit in die Interessensphäre der „eigenen” Judenheit zu sprechen? Hier stehen wir vor einer sehr ernsten Frage, denn an diesem Problem wird sich die jüdische Solidarität, die (Schluss auf S«Hc S Prof. Carlo Schmid in Israel Tel Aviv. — Der Führer der deutschen Sozialdemokraten und Vizepräsident des Bundestages, Prof. Carlo Schmid, weilt auf Einladung der israelischen Einkaufs - Mission in Köln als Gast in Israel. Prof. Schmid hielt eine Vorlesung ii. der Hebräischen Universität — in deutscher Sprache, zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg. In seinen Ausführungen über die Entwicklung der europäischen Kultur würdigte Schmid den Beitrag der Juden. (ITA)

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