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Jüdische Wochenschau · 1959-12-22 · 1741 (22.12.1959) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
20 (1959)
Issue
1741 (22.12.1959)
Date
1959-12-22
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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♦ / «! 3 'S ¡Sä a c I h «I < U FRANQUEOPAGADO Concesión 900 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ARO XX. BUENOS AIRES, MARTES 22 DE DICIEMBRE DE 1969 Vorgeschichte der Eichmann-Fahndung Seit 14 Jahren wird der israelische Bürger Tuvia Friedman von einem einzigen Wunsch getrieben: den Aufenthalt des Erzmörders Adolf Eichmann, „Architekt” der Ausrottung des europäischen Judentums, zu entdekken. Zu diesem Zwecke durchquerte er, Friedmann, Europa in allen Richtungen, stiess auf die Spuren von Hunderten von Kriegsverbrechern, nahm Zeugenaussagen von Tausenden ihrer Opfer auf und sammelte tausende Dokumente und Photoaufnahmen. Und nach all seinen Nachforschungen gelangte er zur Ueberzeugung, dass Eichmann irgendwo unter einem Deckmantel und falschen Namen untergetaucht lebt. Die innere Ueberzeugung des „Besessenen” wurde nicht enttäuscht. Kürzlich erhielt bekanntlich Friedmann die Mitteilung vom Amt für die Fahndung nach den Kriegsverbrechern in Westdeutschland: Eichmann lebt und befindet sich vermutlich im Scheichtum von Kuweit, im Nahen Osten. Die Nachricht traf ein, während Friedman nach 14jähriger Arbeit die Abfassung eines 400 Seiten dicken Buches über Eichmann vollendete, das genaue Einzelheiten über den Lebenslauf und die Karriere dieses Massenvon MOSCHE MEISELS mörders enthält, ergänzt durch zahlreiche Dokumente und Photos aus den Archiven der Gestapo, schriftliche Aussagen von Bekannten Eichmanns, u.a. Dieter Wisliczenny (der für die Ausrottung der Juden der CSR, Griechenlands und eines Teiles der ungarischen Juden verantwortlich ist) und Rudolf Höss (Befehlshaber des Ausrottungslagers Auschwitz), und in denen ausführlich über die Aktivität des Mannes berichtet wird, der persönlich von Hitler mit der Vernichtung der sechs Millionen Juden Europas beauftragt wurde. Das Buch enthält auch Ko. pien von Dutzenden von Briefen und Aufzeichnungen Eichmanns (die mit grosser Mühe gesammelt wurden), sowie die einzig existierenden Photos von Eichmann in Gesellschaft von Hitler, Himmler und des Mufti von Jerusalem, wje auch Bilder seiner Frau und seiner Kinder. Ein Kredit-Gesuch Israels Jerusalem. — Die israelische Rç.jierung wird der Weltbank detaillierte Gesuche um Gewährung von Anleihen in Höhe von 60 Millionen Dollar zur Durchführung verschiedener Projekte unterbreiten. Das Schatzamt arbeitet Pläne aus, die zeigen sollen, wie diese Anleihe für den Bau des neuen Hafens von Aschdot, die Erhöhung der Pottasche-Produktion und die Finanzierung eines Industrie-Instituts verwendet werden sollen. (ITA) „HAGANA” SICH EIN SCHALTET Schon im Jahre 1943 bildete die „Hagana” in Israel einen Sonderdienst, der beauftragt wurde, Material über die Nazi-Kriegsverbrecher zu sammeln. An der Spitze dieses Dienstes stand Gideon Rafael, Israels Botschafter in Belgien, und sein Assistente war Ascher („Arthur”) ben Nathan, der jetzt als amtierender Generaldirektor des Sicherheitsministeriums fungiert. Sie studierten die ersten Berichte der Ueberlebenden der Konzentrationslager, der Ghetti und der Untergrundbewegungen über die Mittäter der Aktion zur Ausrottung der europäischen Juden in den verschiedenen Ländern und Städten. Nach Ende des Krieges wurde „Arthur” nach Deutschland und Oesterreich gesandt, und im Mai 1946 wurde in der Frank Str. 2 in Wien ein Sonderbüro der Neuer Übergriff im Suezkanal London. — Der griechische Frachter „Astipales” wurde von den ägyptischen Behörden im Suezkanal aufgehaiten und erwartet jetzt die Anweisungen seines Besitzers, ob er, wie die Aegypter fordern, die israelische Fracht abladen soll oder nicht. Der Kapitän des Schiffes, Spyro Kapitanos, hat den Behörden mitgeteilt, er müsse zuerst den Besitzer des Frachtdampfers, Georg:; Kspitanos — seinen Bruder —, um Erlaubnis zur Löschung des israelischen Zements ersuchen. Inzwischen liegt der Fachter im äusseren Haien von Port Said vor Anker. Das 3.700 Tonnen- Schiff befand sich auf der Fahrt von Haifa nach Djibuti in Französisch Somaliland. YV;e gemeldet wurde, unterbrach das Flugzeug, das den V .T-Generalsekretär nach Stockholm bringen sollte, nie Reise für eine Stunde, um Hammarskjöld die Möglichkeit zu geben, dringende Angelegenheiten der UN ru erlcd; . Man nimmt an, dass es sich um die neue :> > >■;■ -"' Provokation im Suezkanal handelt. — f ITA '• Hagana eingei'ichtet, das mit der weiteren Fahndung nach Nazi-Kriegsverbrechern beauftragt wurde. Dieser Sonderabteilung wurde Tuvia Friedmann zugeteilt, und dort begann er mit einigen Helfern seine Tätigkeit. Dort wurden die ersten Verbindungen mit Polizeigremien, den Sicherheitsdiensten und den Beamten der Registrier- Dienste aufgenommen. Die Suche nach den Kriegsverbrechern führte die Mitglieder dieser Dienststelle auf Fahrten durch ganz Europa. Friedmann persönlich befasste sich in erster Linie mit der Suche nach den Kriegsverbrechern, die in den Lagern von Galizien tätig gewesen waren. Im Laufe eines Jahres gelang es, über 150 Kriegsverbrecher zu entdeeken, darunter SS- Generale, Befehlshaber von Konzentrationslagern, Gestapo. Offiziere und Kommissare, die, unter dem Befehl von Eichmann für die Ausrottung von sechs Millionen Juden verantwortlich waren. Alle diese Kriegsver. brecher wurden den alliierten Besatzungsbehörden ausgeliefert. Bei seiner Uebersiedlung nach Israel brachte Friedmann Tausende von Dokumenten mit (Original-Dokumente und Photokopien) über alle Greueltaten der Nazis in Europa von den Massenmorden bis zu Brandstiftungen von Synagogen. Friedmann ging weiter seinem „hobby” nach, der Suche nach Dokumenten über die' Aktivität der Nazi- Kriegsverbrecher. Von Zeit zu Zeit veröffentlichte Friedmann Broschüren mit Photos von Dokumenten über seine Forschungen und sandte diese an die zuständigen Gerichte in Westdeutschland und Oesterreich, vor denen sich die Kriegsverbrecher zu verantworten hatten. Sein wichtigster Wunsch und sein ganzes Bestreben war jedoch immer, die Spuren des Obermörders Adolf Eichmann zu entdecken. Er konnte feststellen, dass die Gattin und die drei Kinder von Eichmann bis ins Jahr 1951 in Linz (Oesterreich) lebten. Dann verschwanden jedoch ihre Spuren und konnten bis heute nicht wiedergefunden werden. Dies verstärkte seine Ueberzeugung, dass Eichmann den Untergang des Nazismus überlebt und seine Familie sich ihm angeschlossen hatte. EICHMANN IM ERDOEL- SCHEICHTUM Friedmann kannte keine Ruhe. Er wandte sich an die Jewish Agency und an den Jüdischen Weltkongress. Er unterhielt sich mit Dr. Naciium Goldmann und wandte sich an Ministerpräsident Ben Gurion. Sein Vorschlag war, dass eine jüdische Institution einen Preis von 20.000 Dollar für die Entdekkung der Spuren Eichmanns aussetze. Vielleicht würde sich jemand finden, der Aus. kunft geben könne? Die Leiter der jüdischen Institutionen lehnten mehrmals die Forderungen von Friedmann ab. Enttäuscht wandte er sich darauf an die westdeutschen Justizbehörden mit der Bitte, ihm bei seiner Suchaktion zu helfen. Und diese Demarche führte jetzt zu der sensationellen Entdeckung: Eichmann ist am Leben und befindet sich im Scheichtum von Kuwait. Von Beruf ist Eichmann Spezialist für Erdölfragen und arbeitete auch in diesem Beruf in Oesterreich bis zum Jahre 1932. Danach trat er der SS bei und wurde dann von Hitler zum Verantwortlichen für die Ausrottung der Juden in Europa gemacht. Zweifgelsohne war es ihm leicht, in dem erdölreichen Scheichtum Arbeit in seinem alten Beruf zu finden. Anfang August erhielt Friedmann plötzlich einen Brief des Staatsanwaltes von 'Ludwigsburg (bei Stuttgart), Dr. Schiller, der erklärte, er habe gehört, dass Friedmann die Absicht habe, ein Buch ii bei- Eichmann zu veröffentlichen. Die Akten über den Fall Eichmann befinden sich beim Generalstaatsanwalt in Frankfurt, doch würden bei der Behandlung dieser Affäre wegen Mangel an Unterlagen und Dokumenten keine Fortschritte gemacht. Dr. Schiller drückte seine Ueberzeugung aus, dass Friedmann über solche Dokumente und Unterlagen verfüge und bat ihn, ihm diese zur Verfügung zu stellen. Friedmann liess daraufhin sofort Photokopien der wichtigsten Dokumente, die er besass, anfertigen und sandte sie nach Deutschland. Er informierte Dr. Schiller auch über seine Bemühungen, einen Preis auf die Entdeckung Eichmanns auszusetzen, und bat Dr. Schiller, diese Bemühungen bei Bundeskanzler Dr. Adenauer und den zuständigen westdeutschen Behörden zu unterstützen. Es verging nur wenig Zeit, und Dr. Schiller wandte sich erneut an Friedmann, um ihm eine wichtige Mitteilung zu machen. „Es wurde mir streng geheim mitgeteilt, dass Eichmann sich im Scheichtum Kuwait befindet. Ich habe den Generalstaatsanwalt in Frankfurt und den Justizminister des Landes Baden-Württemberg von dieser Mitteilung informiert. Angesichts der Erfahrungen im Falle Dr. Eisele befürchte ich, dass nur geringe Aussichten für eine etwaige Auslieferung von Eichmann bestehen.” Dr. Schiller versprach, sich mit der Bitte über die Aussetzung eines Preises für die Entdeckung Fachmanns an allezuständigen Behörden u. a. auch an die Staatsanwaltschaft des Landes Hessen zu werden. No. 1741 E L EJEMPLAR« en toda la República y ■— Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 T. E. 83 . 2613 wq. Israel besteht auf seinem Recht Jerusalem. — Aussenminister Golda Meir erklärte, „keine Macht kann uns daven abhalten, die Wasserkräfte in unserem Lande auszunutzen, und andere Völker können uns nicht vorschreiben, was wir auf unserem Boden tun oder lassen dürfen.” Frau Meir sprach in der Knesset-Debatte über die neue Regierung und betonte, dass die Entwicklung der natürlichen Schätze des Bodens ein elementares Recht bilde, das Israel „mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln” auszuüben berechigt sei. Ueber die Frage der arabischen Flüchtlinge wiederholte Golda Meir, dass dieses Problem „nur eine Lösung, nämlich die Ansiedlung in den arabischen Ländern” finden könne. Diese Lösung sei nicht schwer, so führte sie aus, da die Flüchtlinge die gleiche Sprache sprechen, die gleichen Gewohnheiten und die gleiche Kultur haben wie die Bewohner der Länder, in denen sie heute leben. „Nichts steht einer Lösung im Wege”, erklärte Frau Meir, „als die Haltung der arabischen- Staatsmänner, denen das Schicksal der Flüchtlinge gleichgültig ist.” Im weiteren bezog sich Frau Meir auf den arabischen Widerstand gegen Israels Pläne zur Berieselung des Negew durch die Abwässer des Jordanflusses und stellte fest: „Was wir innerhalb unserer Grenzen tun, ist unsere Sache und kann nicht von den Launen des Diktators in Kairo abhängig gemacht werden.” Aussenminister Meir betonte, „sie begrüsse jeden Weg, der zum Frieden führen könne, doch die Beschwichtigung der Aggressoren könne kein Mittel zur Erreichung des Friedens sein.” (ITA) Entsalzung des Wassers Tel Aviv. — Die Gründung einer Gesellschaft zwischen einer Firma aus Chikago und der israelischen Regierung zur Entsalzung von Wasser wurde jetzt angekündigt. Die Firma Fäirbanks Mörses & Co. wird mit der Regierung zusammen ein Verfahren anwenden, das von Alexander Sar. chin, einem 64jährigen Einwanderer aus Russland erfunden worden ist. Die von Sarchin gebaute Maschine gefriert Meerwasser in luftleerem Raum, wo sich Wasserkristalle bilden, die später geschmolzen werden und salzfreies Wasser liefern. Blair Bolles, der Vizepräsident der chikagoer Firma, äusserte, die Ingenieure seiner Gesellschaft glaubten, die Methode würde nicht mehr Kosten verursachen als die Förderung von Wasser durch Brunnen in den USA. Der Erfinder hat seine Methode in Israel im Laboratorium vorgeführt. David Kerr, Präsident der Fair« banks Whitnery Corporation, einer Schwesterfirma dea chikagoer Unternehmen^, verhandelt über die Verkaufsrechte der Erfindung in der ganzen Welt. (FTA) Israelische Exporte Jerusalem. — Wie das israelische Industrie. und Handelsministerium mitteilt^ belaufen sich die israeli« sehen Exporte 'm Jahre 1960 auf rund 175 Millionen Dollar. (ITA) J Israelische Einfuhr aus den USA Washington. — Das Handelsministerium gab b&«. kannt, dass die israelischen^ Exporte nach den USA inj den ersten 6 Monaten desf Jahres 1959 um 15 Millione», Dollar höher als im Vorjahr, waren, während die israeli-"? sehe Einfuhr um 2.700.000 Dollar gesunken ist. (ITA) ¡¡, Sitzung der Jewish Agency Jerusalem. — Dr. Nachum Goldmann berichtete auf der Plenarsitzung der Jewish Agency von seinen Verhandlungen mit den nichtzionistischen Organisationen über ihren Anschluss an die Zionistische Weltorganisation. Er kündigte ferner an, dass bei der im Februar in Amsterdam stattfindenden Zionisten-Konferenz unter anderen Fragen über die Lage der Juden in der Sowjetunion und in Nordafrika beraten werden solle. Bei der jetzigen Sitzung fand eine Debatte über den Anschluss nichtzionistischer Organisationen statt. Im weiteren gelangten der antiisraelische Boykott und die möglichen Gegenmassnahmen zur Diskussion. Dr. Goldmann wies darauf hin, dass hierüber noch bei anderen Gelegenheiten beraten werden solle. Dr. Shragai, der Leiter der Einwanderer-Abteilung, erstattete einen Bericht über die Tätigkeit dieses Büros und mach, te im besonderen von den Bemühungen Mitteilung, die Einwanderung aus Grossbritannien, den Vereinigten Staaten und Südamerika zu fördern. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual N° 624. (Ht mpreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114

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