Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 20 (1959)
- Issue
- 1740 (18.12.1959)
- Date
- 1959-12-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes. It de Diciembre de ISM Ein Drama in Zahlen Es war ein Tag im November, wie es ihn nur in Israel gibt — eine leichte Brise kam von den Bergen, der Himmel war hell im verschleierten Lichte der Sonne und als wir durch die Judäischen Berge fuhren, stieg der Duft von Kiefern auf und von feuchter Erde. Ein paar Taje vorher hatte es geregnet und die durstige Erde hatte die ersten Wassermengen gierig nach den trockenen Sommermonaten aufgesaugt Ich fuhr mit einem Besucher aus den Vereinigten Staaten, einem Journalisten. Obwohl er keinen besonderen Auftrag in diesem Lande hatte, ist es nun einmal seine Art, Geschäft mit Vergnügen zu vereinen und Material zu sammeln, wohin er kommt, für etwaige Verwendung in der Zukunft. Wir hatten kein definitives Ziel im Auge, als wir auf dem Weg von Tsowa nach Escbtoal, auf ‘einem Bergabhang, einer Gruppe von Arbeitern begegneten. Mein Freund, nicht zufrieden mit meiner Erklärung, dass sie Forstarbeiter des Keren Kayemeth wären, bat mich ausfindig zu machen, was sie eigentlich täten. Ich ging auf einen jungen Mann zu, und er erklärte, dass sie Pflanzenlöcher für die ersten neuen Setzlinge der Saison graben. Wir betrachteten die Gruppe — Jemeniten, Kurden, Iraker, Nordafrikaner, manche mit bärtigen Gesichtern yon HERBERT FREEDEN wie von Propheten der biblischen Zeit, andere mit den Zügen moderner Städter. „Irgendwo Tausende von Meilen entfernt beschliesst ein Comité, einen neuen Wald zu pflanzen, und diese Menschen hier führen den Beschluss aus”, bemerkte mein Freund. „Sie sind sozusagen der ausführende Arm der Weltjudenheit. Wir sprachen zu ein paar | Arbeitern, und es schien, dass sie in ihrer Mehrzahl Marokkaner waren. Sie waren hierher vom Arbeitsamt geschickt worden, eine von mehreren Gruppen, die in diesem Berggebiet vom KKL in Aufforstungsarbeiten_ beschäftigt werden. Der Keren Kayemeth, man darf nicht vergessen, ist einer der grössten Arbeitgeber im Lande, besonders von ungelernten Arbeitern. Im letzten Jahr beschäftigte er über 5.000 Menschen in Aufforstung und Urbarmachung. Seit den Zwischenfällen in Wadi Salib im vergangenen Juni hat die Frage der gleichberechtigten Partnerschaft der verschiedenen Stämme beim Aufbau Israels das öffentliche Gewissen beschäftigt Das Resultat einer Regierungsuntersuchung wies die Vorwürfe irgendeiner Dsikriminierung zurück — und das Ergebnis der Knessetwahlen in Wadi Salib bewies, dass die Mehrheit der Menschen dort es ( « < i < < « < i < < < I < t * < t i < < < Gesucht für unser ALTERSHEIM alleinstehende* im Haushalt erfahrene Frau i ► » ► > * xur Unterstützung der Leitung. Gute Bezahlung und \ | W7ohngelegenheil geboten,! | Vorzustellen: 9 bis 12 Uhr 1 ¡ i ¡ Asoc. Filantrópica Israelita | CANGALLO 1479 Tel.: 40-9535 I JETZT IM NEUEN HAUS | ^3PeTv^í,!arn^3 li 1 Quader von der Laguna;! ü!!CHASCOMUS \! F. C. N. G. 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Während Kinder- I garten, Schulen, Trainings- Zentren und die Armee sich der jungen Generation annehmen, finden di® meisten der erwachsenen Einwanderer aus den orientalischen Ländern ihren Weg nur langsam und mühevoll in die wirtschaftliche und soziale Struktur des Landes. Als wir bei den Arbeitern standen, kam ein Mann auf uns zu, ungefähr in den Vierzigern, dessen Züge seine nordafrikanische Abstammung erkennen liessen. Er war der Instrukteur und stellte sich als Menachem vor. Wir kamen ins Gespräch, und er erzählte uns, dass er 1951 aus Marokko gekommen war bald Beschäftigung als Forstarbeiter gefunden hatte, seinerzeit im Galil. Allmählich konnte er sich heraufarbeiten, obwohl er anfangs keine besonderen beruflichen Kenntnisse hatte. Nach vier Jahren wurde er Vorarbeiter und nach weiteren drei Jahren Instrukteur. Menachem wies unsere Komplimente lächelnd zurück und bestritt, dass er etwa eine Ausnahme wäre — ganz im Gegenteil, es gäbe viele wie ihn, genau 440 Vorarbeiter und Instrukteure, die allmählich aus den Reihen der Arbeiter auf. gestiegen waren, als sie genug Erfahrung und Fachkenntnisse erworben hat'en. Was meinen amerikanischen Freund am meisten in. teressierte, war die Frage, wieviel dieser Instrukteure aus den „unterentwickelten” Ländern Asiens und Afrikas stammen. Natürlich konnte die Antwort nicht gleich gegeben werden. Menachem hatte nämlich niemals darüber wirklich nachgedacht. Er wusste lediglich, dass eine ganze Reihe von Menschen aus Marokko ähnliche Karrieren wie er gemacht hatten. Später konnte ich meinem Freund die gewünschte Information geben: 300, d. h. fast zwei Drittel der 440 Vormänner und Insthrukteure des KKL kommen aus orientalischen Ländern. Das allein schon zeigt, dass es dem KKL gelungen ist, den richtigen Weg zu finden, an dieses menschlich komplizierte und delikate Problem heranzugehen, und es ist ein Beweis der erzieherischen Wirkung seiner Arheitspolitik. Es zeigt aber auch, wieviel Talent, guter Wille und Arbeitsfreude in der ungelernten Masse dieser Bevölkerungsschicht liegt, und dass ihre Reaktion davon abhängt, wie ihr Interesse und ihre Liebe zur Arbeit geweckt werden. Aber zurück zu unserem Menachem und zu unserem Gespräch hoch oben auf den Bergen Judäas, während eine Bohrmaschine unsere Worte übertönte. Der Journalist aus Amerika bezog mit einer grossen Geste die Landschaft ein und fragte: „Wie reagieren die Einwanderer aus den Mellas, aus den Ghetti, aus den Elendsvierteln, Bettler und Hausierer, ungelernt und ungeschult — wie reagieren sie auf dieses Werk hier in den Bergen?” Der Instrukteur dachte einen Augenblick nach. Es war klar, er hatte keine fertige Antwort bereit, für ihn war das alles selbstverständlich. „Ich glaube, dass die Berührung mit dem Boden, mit dem Boden Israels, eine Wirkung auf die Menschen hat”, sagte er dann. „Und ihren Lebensunterhalt zu verdienen und ihre Familien zu ernähren, ohne auf Wohlfahrt angewiesen zu sein, gibt ihnen Selbstachtung — und die brauchen sie nicht weniger als Essen und ein Dach über dem Kopf.” „Ist ihre Arbeitsmoral o. k?”, erkundigte sich der Amerikaner. „Jeder arbeitet auf Akkord und das gibt zusätzlichen Ansporn. Meiner Meinung nach hat der KKL recht damit getan, dieses System einzulühren: Die Leute leisten nicht nur mehr, sie sind stolz auf ihre Leistung, und ohne Zweifel hängen sie an ihrer Arbeit. Die meis.en sehen im Keren Kayemeth ihren ständigen Arbeitgeber, im Winter oei Aufforstungsarbeiten und im Sommer bei Landgewinnungsarbeiten.” Was immer die soziale Bedeutung von Menachems Bericht ist, sie wird noch durch die Tatsache unterstrichen, dass 86 Prozent der Arbeiter aus orientaliscnen Ländern stammen. Der führende Anthropologe der Hadassa, Dr. Al Shilo sagte einmal: „Marokkaner, die ihren Lebensunterhalt als ungelernte Arbeiter verdienen, beginnen zu fünlen, dass sie mehr mit Irakern und sogar Rumänen gemeinsam haben, die in gleicher Weise beschäftigt sind als mit Marokkanern, die Beamte sind oder in freien Berufen stehen... Das trifft auch auf alle anderen Landsmannschaften zu.” Auf den Keren Kayemeth fällt also die wichtige Aufgabe, dabei mitzuhelfen, eine normal integrierte Gesellschaft aufzubauen, und zwar durch Absorbierung von Einwanderern von drei Erdteilen: Asien, Afrika und Europa. Von einem Kontingent von 3.440 Forstarbeitern sind 2.995 (86 Prozent) orientalischer Abstammung; in Landreklamation ist der Prozensatz 84 (1737 von 2074), wozu nach eine kleine Anzahl von Drusen kommt. Marokko stellt das grösste Arbeitskontingent, gefolgt von Persien, Tunis und Irak. Die meisten werden in den Städte durch Arboitsäm er rekrutiert und ungefähr 10 bis 15 Prozent sind Siedler aus Dörfern in der Nähe von Aufforstungs- und Urbarmachungszentren. Eine Weile nachdem Menachem und seine Gruppe schon lange hinter lagen, und unser Jeep weitereilte, sagte ich zu meinem Freund: „Nun, da haben Sie eine dramatische Geschichte...! Einen Augenblick lang antwortete er nicht. Dann fügte er gedankenvoll hinzu: „Ja, ein menschliches Drama in Zahlen.” AUFRUF ZUR SCHEKELAKTION 5720 Der 25. Zionistische Weltkongress, der im Juli 1960 in Jerusalem, der ewigen Hauptstadt des jüdischen Volkes, stattfinden wird, wird unter dem Symbol des 100. Geburtstages von Dr. Benjamin Seew Herzl, dem Gründer der Zionistischen Weltorganisation und Vater des Judenstaates stehen. Der 25. Zionistische Kongress ist von historischer Bedeutung, nicht nur weil die zionistische Bewegung das Hauptziel ihres Programmes, die Errichtung des Jüdischen Staates für das jüdische Volk, verwirklicht hat und sich jetzt für neue Aufgaben vorbereitet, zumal noch Millionen Juden ausserhalb des Judenstaates leben, sondern weil sie auch uns vor schweren nationalen Verlusten durch Assimilation oder andere Gefahren behüten kann, die das jüdische Volk in der Diaspora bedrohen. Nur der Zionismus kann diesen Juden einen Lebensinhalt geben und sie für die Wege vorbereiten, den andere durch Alija schon erfüllt haben. In Vorbereitung des Kongresses hat die Zionistische Weltorganisation die Schekelaktion proklamiert und den diesjährigen Schekel zu Ehren des Gründers des politischen Zionismus als „Herzl-Schekel” erklärt. Auch der argentinische Zionismus schliesst sich der Aktion zum 100. Geburtstag von Dr. Herzl an. Die Aktion hat eine dreifache Bedeutung: 1.) Sie wird die Lebenskraft der zionistischen Organisation beweisen, — 2. ) Sie wird einen der Grössten unseres Volkes ehren, — 3. ) Sie wird das Stimmrecht an den Wahlen zum 25. Kongress verleihen, der das zukünftige Arbeitsprogramm bestimmen wird. Der argentinische Jischuw hat immer entschlossen für die nationale Erlösung gekämpft und steht heute solidarisch zu denen, die den Staat erbaut haben. Tausende der besten Söhne der jüdischen Gemeinschaft in Argentinien habe durch ihre Alija eine ewige Gemeinschaft zwischen unserer Kollektivität und dem Volk von Israel geschlossen. Unsere Gemeinschaft wird jetzt durch die Zionistische Organisation in Argentinien aufgefordert, den Herzl- Schekel zu erwerben, der die legitime zionistische Identitätskarte darstellt. Das Landes-Comité für den Schekel wendet sich an alle Juden über 18 Jahre, Männer und Frauen, den Herzl-Schekel zu erwerben und sich auf diese Weise mit den Erbauern der Medinat Israel zu solidarisieren. COMITE FUER DEN SCHEKEL IN ARGENTINIEN Poale Zion Hitachdut-Mapai, Zionistische Federation, Achdut Haawoda-Poale Zion, Haschomer Hazair-Mapam, Misrachi, Hapoel Hamisrachi, Zionistische Revisionistische Partei, Zionistische Jugendkonföderation, Zionistische Frauenorganisation-WIZO. AHHHUVVMWVUUUV, 2 ZIMMER¬ WOHNUNG Horizontal Küche _ Bad - kl. Balkon]! im Zentrum. t Total $ 350.000.— i AUSKUNFT: telefonisch > ]; 34-1524 von 8—10 Uhr!j ]; morgens < > ftwWWHWHWWW Schöner Ferienaufenthalt part. ln Merlo für 2—3 Monate für ein Kind von 6—14 Jahren. Alle - Bequemlichkeiten. ] J Anzufragen: 76-5941 <! 73-7563 ]] 76-1208 :!;; . * . >;!;! :! 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