Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 20 (1959)
- Issue
- 1739 (15.12.1959)
- Date
- 1959-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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1 « -3 E G H 2 O *■ ® O) G U M O < U FRANQUEOPAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA ASO XX. BUENOS AIRES. MARTES 15 DE DICIEMBRE DE 1959 No. 1739 EL EJEMPLAR« en toda la República ¡ Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? isq. T. E. 83 - 2613 Statistische Studie der Knesset Die Knesset ist aus den Neuwahlen nicht gar so verändert hervorgegangen, wie man allgemein veranlasst wäre zu glauben, wenn man sich die Schlagworte der Wahlkampagne und die Parolen der Parteipropaganda in Erinnerung bringt. Zwischen der dritten und der vierten Knesset hat sich nicht mehr verändert als zwischen der zweiten und der dritten und viel weniger als zwischen der ersten und der zweiten, denn in die zweite Knesset wurden 48 Abgeordnete gewählt, die in die erste nicht gewählt worden waren, in die dritte Knesset 29 andere als in die zweite, und in die vierte 34 andere als in die dritte, davon aber 5 auf den Listen der Minderheiten, also ausserhalb der jüdischen Bevölkerung. 50 Mitglieder der dritten Knesset waren in allen drei früheren Parlamenten bereits Abgeordnete, darunter 14 de Mapai, 7 der National- Religiösen, 6 der Cherut, je 5 de Mapam und der Achdut Awoda, 4 der Allgemeinen Zionisten und je 3 de Agudat Jisrael, der Progressiven und der Kommunisten. 16 Mitglieder der vierten Knesset sind früher bereits zwei Mal in die Knesset gewählt worden, u. zw. 8 der Mapai, 4 der Cherut, 2 der National-Religiösen und je 1 der Allgemeinen Zionisten und der Agudat Jisrael. 23 Mitglieder der vierten Knesset waren in eine frühere Knesset bereits gewählt worden u. zw. elf der Mapai, fünf der Cherut, vier der Mapam und je einer der National - Religiösen, der Achdut Awoda und der Agu. dat Jisrael. Nur 31 Abgeordnete der vierten Knesset sind wirklich Neulinge im Parlament. DAS ALTER DER ABGEORDNETEN Das Durchschnittsalter der Abgeordneten der ersten Knesset betrug zur Zeit der Einberufung der Knesset 47,7 Jahre, das der dritten Knesset 50,85 Jahre und das der Abgeordneten der vierten Knesset ist 51,73 Jahre. Trotz von MEIR FAERBER aller Einbeziehung jüngerer Kräfte und Pensionierungen ist das Durchschnittsalter der Abgeordneten also doch gestiegen. Auch bei den einzelnen Fraktionen dürfte die Altersschichtung interessieren: An der Spitze stehen die Progressiven mit 54,66 Jahren Altersdurchschnitt; auf sie folgen die Naionai-Religiösen mit 52,75 Jahren, dann Achdut Awoda und die nationalen Minderheiten, Ara. ber und Drusen, mit 51,33 Jahren knapp darauf Agudat Jisrael mit 51,16 Jahren. Dann erst kommen Mapai mit 50,78 Jahren, die Allgemeinen Zionisten mit 50,25 und die Mapam mit 50,22 Jahren. Die jüngsten sind auch jetzt noch Cherut mit 50 Jahren Durchschnittsalter und die Kommunisten mit 43 Jahren. Gewiss haben auch Alter und Erfahrung ihren Wert, und man soll nicht gar zu sehr auf Verjüngung drängen. Die meisten Fraktionen haben auch ihrem Nachwuchs Gelegenheit geben wollen vorzudringen, aber nicht allen fiel das so leicht wie der Mapai, die ja um 7 Sitze mehr hat als vor den Wahlen. Die ältere Führerschaft entschliesst sich nicht so leicht, sich zurückzuziehen, — abgesehen von gewissen Ausnahmefällen, in denen sich eine alte Parteigrösse zugunsten jüngerer Kameraden zurückzieht (wie Tabenkin oder Naftali). Der Aelteste im Hause ist auch jetzt noch Rav Mordechai Nurock mit 75 Jahren, weitaus der Jüngste ist Mosche Benjamin Nissim (AZ) mit seinen 23 Jahren BERUFLICHE GLIEDERUNG Die Kandidaten füllten vor den Wahlen die Sparte „Beruf” in den Formularen nicht einheitlich aus; manche schrieben .Abgeordnete’ oder .Minister', andere .Beamter’ — und nur wenige gaben ihren wirklichen Zivilberuf an. Wir haben dieser unserer Statistik im allgemeinen die Berufszugehö¬ Ein Dementi des Aussenministeriums Jerusalem. — Kreise des Aussenministeriums stellten die Berichte aus Kairo in Abrede, die besagten, Israel habe sein Einverständnis mit der Rückkehr des dänischen Frachters „Inge Toft” erteilt, nachdem die israelische Ladung in Port Said gelöscht worden wäre. Dr- Schiff wird seit Mm von Aegypten zurückgehalt u als es versuchte, den Suezkanal z-u durchfahren. Aus den gleichen Quellen verlautete, die Nachrichten, die israelische Regierung hätte von ihren Forderungen Abgtand genommen, seien in Kairo in Umlauf gesetzt worden, um das Terrain für den bevorstehenden Besuch des Aussenministers der VAR, Mahmud Fawzi, vorzubereiten, der den Versuch unternehmen fcoll. die Regierung von Damaskus dazu zu bewegen, dem Kapitän der „Inge Toft” Auftrag zu erteilen, den ägyptischen Behö-den die israelischen Waren auszubärsdigon und i- Ps "'Tiltelmecr auszulaufen. HTA) rigkeit zugrundegelegt, die uns in Kenntnis der Person passend erschien und gelangten in unserer Berechnung zu folgendem Ergebnis: 35 Minister, Abgeordnete, Beamte u. dgl., 27 Landwirte, 17 Juristen, 12 Journalisten, 9 Lehrer, 5 Arbeiter, 3 Rabbiner, 2 Ingenieure, 2 Nationalökonomen und 3 Aerzte. Während die dritte Knesset unmittelbar nach der Wahl an einem schweren Mangel an Juristen litt — es gab damals nur zehn Angehörige dieses für die Parlamentsarbeit unerlässlichen Berufes im Hause — kann man sich diesbezüglich in der vierten Knesset mit ihren 17 Juristen nicht beklagen:: die Allgemeinen Zionisten haben 4 Juristen, Mapai und Cherut je 3, die National-Religiösen, Achdut Awoda und die Progressiven je 2 und Mapam 1, Die Landwirte verteilen sich auf 8 Fraktionen, die 'Lehrer auf vier, die Journalisten auf sieben. Interessant mag sein, dass es unter den 120 Abgeordneten des israelischen Parlaments keinen einzigen gibt, der als seinen Beruf Kaufmann angegeben hätte, und selbst der eine Abgeordnete, der sich als Industrieller deklarierte, fügte — gleichsam entschuldigend — seine ursprüngliche Berufsausbildung hinzu: Jurist. Wie anders hätte man sich in der Diaspora eine Gtneration vor der Staatsgründung das Parlament des jüdischen Volkes vorgestellt! Es gibt auch keinen Bankier unter den Abgeordneten. Hatten zu früheren Wahlen noch einige arabische Kandidaten ihren Beruf mit „Grundbesitzer” angegeben, so tat das diesmal keiner mehr. Die fünf Abgeordneten der arabischen und drusischen Listen gaben alle .Landwirt’ an. Sichtlich wollte niemand mehr als Kapitalist und Grundbesitzer gelten, da diese Fraktionen ja an die Mapai, also immerhin eine Arbeiterpartei, angeschlossen sind. DIE HERKUNFTSLAENDER Die meisten der israelischen Abgeordneten sind in Polen und Galizien geboren, nämlich 37 (ebenso wie in der vorigen Knesset); an zweiter Stelle steht Russland mit Ukraine und Lettland als Geburtsland mit der Zahl 28, während es in der dritten Knesset noch 30 in Russland geborene gab. Don vierten Platz hat Erez Israel inne und zwar mit 26 Abgeordneten, darunter 6 Araber und 1 Druse, während es in der vorigen Knesset nur 20 im Inland geboren^ Abgeordnete gab. Deutschland, Oesterreich und Ungarn sind Geburtsländer von elf unserer Abgeordneten, während es in der dritten Knesset noch 13 waren. Diese elf sind: Dr. Giora Joseftal und Josef Fischer (Mapai), Dr. Josef Burg und Mosche Unna (National-Religiöse), Dr. Chanan Rubin (Mapam), Perez Bernstein (A. Z.), Jizchak Ben-Aharon (Achdut Awoda), Schlomo Lorenz und Rav Dr. Kalman Kahana (Agudat Jisrael), pinchas Rosen und Dr. Schimon Kanowitz (Progr.). Aus Rumänien sind 6 Abgeordnete gebürtig, nämlich vier der Mapai und je einer der Cherut und der Progressiven. Sieben stammen aus Aegypten, Irak, Tripolitanienj der Türkei, Persien und dem Jemen, je einer aus China (Olmert, Cherut) und aus Südafrika Abba Eban, (Mapai). Nach dem grossen Lärm, den der Kampf der sefardischen, nordafrikanischen und orientalischen Gemeinschaften in der Wahlkampagne gemacht hat, und dem vielen. Staub, den dieses Ringen gegen die Aschkenasim aufgewirbelt hat, lässt sich jetzt in der Ruhe nach dem Gefecht feststellen, dass „der Berg kreisste und eine Maus gebar”. Nicht nur, dass keine der Sonderlisten der Edot Hamisrachi auch nur einen Kandidaten durchgebracht hat, summieren sich auch die gewählten Kandidaten der anderen Listen derart, dass in der vierten Knesset hundert Aschkenasim auf 13 Sefarden und aus orientalischen .Gemeinschaften stammende kommen. Der Rest sind sechs Araber (vier Christen und zwei Mohammedaner) und 1 Druse. Nach den Wohnorten gliedern sich die Mitglieder der vierten Knesset folgendermassen auf: 38 wohnen in Tel Aviv, 18 in Jerusalem, 8 in Haifa, 24 in Petach Tikwa und anderen kleineren Städten und Orten und 31 in landwirtschaftlichen Siedlungen. Frauen sitzen in der vierten Knesset weniger als je zuvor: in der ersten Knesset gab es elf weibliche Abgeordnete, in der zweiten und dritten je zwölf, und in die vierte Knesset wurden nur neun Frauen gewählt, davon sechs in der Mapai-Fraktion (Golda Meir, Beba Idelson, Rachel Zabari, Dwora Nezer, Chana Lamdan und Jenni Twersky), ferner Esther Rasiel-Naor iCherut), Towa Sanhedrai (National-Religiöse) und Erna Thalmi (Mapam). Den Frauenrechtlerinnen brachten diese Wahlen also keinen Gewinn. Das Gesamtbild der vierten Knhesset ist nicht viel anders als das der dritten war, und trotz des Zuzugs von 31 neuen Abgeordneten scheint die konservative Linie, die ja in Israel in der grössten Partei, der Mapai, zum Ausdruck kommt, noch weitere Stärkung erfahren zu haben. Mörder sind noch unter ihnen Ein Prozess, der wegen vierfachen Mordes vor dem Mainzer Schwurgericht stattfindet, ist in mancher Beziehung aufschlussreich. Zuerst, weil er die unverbesserliche Mentalität gewisser Figuren des 3. Reiches in ein grelles Licht rückt, zweitens, weil er zeigt, wie weitverzweigt die Kameraderie ist, mit der den Mordgesellen der Diktaturjahre von „wohlgesinnten” Unternehmern stets aus der Patsche geholfen wird. Vor Gericht steht der kaufmännische Angestellte Kurt Schädlich. Schädlich hat im März 1945 als Bevollmächtigter des Gauleiters und Reichsverteidigungs-Kommissars Jakob Sprenger, der sich nach dem Zusammenbruch der ' Sühne seiner Verbrechen durch Selbstmord entzog, auf der linken Rheinuferseite die braune „Ordnung” aufrecht erhalten. Schädlich hatte einen Volkssturmführer, der die Stadt Ingelheim zur offenen Stadt erklärt und die Bürger aufgefordert hatte, die Waffen abzuliefern, da weiterer Widerstand sinn, und zwecklos sei, auf öffentlichem Platz hängen lassen. Der Volkssturm musste vor dem Leichnam seines Chefs, der „der öffentlichen Verachtung” preisgegeben war, zum Appell antreten. Des weiteren hatte Schäd-_ lieh drei Bürger von Rechtsheim erschiessen lassen, die Bettlaken angesichts der dicht vor der Stadt stehenden Amerikaner herausgehängt hatten. Schädlich hatte sich nach Kriegsende nach Zwickau, seiner Geburtsstadt, geflüchtet, wo er von den Russen gefasst und von einem sowjetischen Militärtribunal wegen anderer Vergehen zu mehrjähriger Zwangsarbeit verurteilt wurde. Nach Deutschland zurückgekommen, liess er sich in Frankfurt nieder, wo ihn ein Gross-Unternehmer mit offenen Armen aufnahm. Der Mörder bekam einen leitenden Posten und ein Gehalt von 1500 DMark. Inzwischen hatte die Staatsanwaltschaft von der Vergangenheit Schäd. lichs Wind bekommen und die Untersuchung eingeleitet. Er wurde in Haft genommen, aber gegen 20.000 DM Kaution in provisorische Freiheit gesetzt. Diese 20.000 DM hatte sich Schädlich von seinem Gehalt zurücklegen kön- . nen. Die Voruntersuchung zog sich lange hin, bis Schädlich von neuem in Haft genommen wurde. Vor Gericht behauptete Schädlich, vom Gauleiter Sprenger den Befehl erhalten zu haben, „die Verräter zuliquidieren”. Es stehen indessen Zeugen zur Verfügung, die erklärten, dass zu diesem Zeitpunkt keinerlei Möglichkeiten einer telephonischen Verbindung zwischen Mainz und der Frankfurter Gauleitung mehr bestand. Wahrscheinlich hat Schädlich aus eigener Initiative gehandelt. Vor Gericht erklärte er, auch noen heute davon überzeugt zu sein, richtig und zweckentsprechend gehandelt zu haben. Er habe alles aus „seiner heiligen Verpflichtung als Deutscher” heraus getan. Was Cie öffentliche Zurschaustellung des gehenkten Volk-sturmführers anging, für die Schädlich von sich aus die Verantwortung übei'nimmt, so erklärte er, sie sei „aus Gründen der drastischen Abschreckung” unbedingt notwendig gewesen, „um die Verlängerung des Widerstandes durchsetzen zu können”... „Ich habe, so erklärte er, nichts zu bereuen, denn es war meine Pflicht, die Ordnung um jeden Preis wiederherzustellen. Ich handelte für Deutschland. Wenn sich die gleiche Situation wiederholen würde, würde ich einem eventuellen Befehl mit der gleichen Disziplin gehorchen, wie damals.” Kommentar überflüssig. KURT KAISER-BLUETH <1 Verstärkte Rundfunkprogramme Jerusalem. — Um der Lügenpropaganda von Radio Kairo entgegenzuwirken, wird Kol Israel ab 1. Januar einstündige Programme für West, und Zentralafrika auf Englisch und Französisch übertragen. Angesichts der Einstellung des Postverkehrs mit Marokko werden die Sendungen in marokkanischer Sprache von drei Stunden in der Woche auf eine Stunde im Tag erhöht, Zemach Cecil Heim, der frühere Generalkonsul in New York, wurde zum Chef des neuen afrikanischen Dienstes ernannt . (ITA) $ i Israel und Ghana Jerusalem. — Der israelische Botschafter in Ghana, ¡Ehud Avriel, traf zu diri’-- Iten Besprechungen über die ¡Erweiterung des Handelsvertrages mit Ghana ein. Auf seiner Reise nach Israel besuchte Avriel auch Konakry, wo er mit den Funktionären Guineas und ¡dem israelischen Botschafter ' Schlomo Hillel Fühlung nahm. Vor zwei Wochen hatte der Delegierte von Guinea in den UN eine antiisraelische Rede gehalten, in der er die arabischen Verleumdungen wiederholte, obwohl zwischen Guinea und Israel freundschaftliche Beziehungen herrschen. iITA) Registro de ta Propiedad Inte!:cíual N? 824.Ci® mpreso en la imprenta POLÍGLOTA — Corríentea MM-