Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1955-08-26 · 1319 (26.8.1955) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
16 (1955)
Issue
1319 (26.8.1955)
Date
1955-08-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9616703-9611164-9611165--0045-9611166
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Año XVI. BUENOS AIRES, VIERNES 26 DE AGOSTO DE 1955 No. 1319 IM flip. Yrigoyer 2 4 8 1 47 * 1925 ,/ LA SITUATION EN .J>3Ljí Túnez, — Con la aplicación de los comenios francotunecinos, el actual gabinete presidido por Tajar Jíen Amar sufrirá ciertos cambios, el mes próximo, y «egun fuentes autorizadas, será ampliado para incluir n dos secretarios de estado judíos. Dos nombres mencionados a este respecto son lo* de Andró Raroucli, industrial y director del d ario “I,e f*e tit Malin” y Albert Bessos, conocido abogado, ev presidente del Keren Kayemet tunecino y miembro d«q rqnipo tunecino que negoció los convenios con es gobierno francés. —- Vereinte Nationen. — Mit dem | gewesen sind und die sich ereigne- 1 scheufällen ereignet, bei denen Han- Hinweis auf den kürzlichen Abschuss eines israelischen Passagierflugzeuges durch bulgarische Jagdflieger unterbreitete Israel der kommenden Vollversammlung der Vereinten Nationen den Vorschlag, einen Punkt in Ergänzung der bereits aufgestellten Tagesordnung aufzunehmen. Die Generalversammlung wird am 20. September beginnen. Israel gab die Anregung, „die Frage der Sicherheit von Handelsnnd Passagierflugzeugen, die in der Nähe oder zufällig über internationalen Grenzen fliegen” zu behandeln. In Uebereinstiwmung mit dem Reglament für die Generalversammlung überreichte Israel ein kurzes Memorandum, in welchem es die Notwendigkeit unterstreicht, alle Zw;schenfälle genau zu überprüfen, In denen Menschenleben zu beklagen ten, als Flugzeuge unvorhergesehen 1 delsflugzeuge abgeschossen wurden, internationale Grenzen überflogen die ohne Verschulden von ihrer haben. In diesem Memorandum schlägt Route abgewichen waren und in die Nähe oder über internationale Gren- Israel vor, der Generalsekretär der; zen gekommen sind. Durch diese UN, Dag Hammarskjöld, möge diej Zwischenfälle wurde der Tod von sen Fragenkomplex studieren und der Generalversammlung hierüber berichten. In dem Memorandum, das von Mordechai Kidron, dem stellvertretenden Leiter der israelischen UN-Delegation, überreicht worden ist, wird Bulgarien nicht namentlich erwähnt. Allgemein wird jedoch der Israelische Schritt mit dem Abschuss des El Al-Apparates über Bulgarien in einen direkten Zusammenhang gebracht Das Memorandum hat den folgenden Wortlaut: „In den letzten Jahren hat sich eine Anzahl yon tragischen Zwi- W1E ICH ES SEHE Am 22. Juli erschien an (dieser Stelle ein Artikel „Der Wiener Hilfsfonds”, ln welchem zu dem Abkommen Stellung genommen wurde, das zwischen den österreichischen Behörden und den Vertretern der österreichischen Juden zustande gekommen ist. Der Artikel hat ein beachtliches Echo gefunden. Der ausgezeichnete Jurist und International anerkannte Experte, Dr. Nehemia Robinson, wies darauf hin, dass in diesem Aufsatz einige Ungenauigkeiten vorhanden seien, die im wesentlichen darauf beruhen “Würden, dass viele Einzelheiten dem Aussenstehenlich vorhandenen Ansprüchen nicht nur in das Gebiet der Juristerei, berührt nicht nur politische Probleme, sondern ist aufs engste mit bestimmten historischen Prozessen und geschichtlichen Begebenheiten verbunden. Im Grunde genommen unterscheidet sich die Problemstellung nicht wesentlich von denjenigen Fragen, die bei den Verhandlungen mit der westdeutschen Republik zu einer leidenschaftlichen Diskussion innerhalb unserer eigenen Reihen geführt hat. Nachdem sich die Mehrheit des jüdischen Volkes für diese Verhandlungen, die den nicht bekannt sein ' ¿ama|s }m Haag geführt würden. .- i worden sind, ausgesprochen Die wertvollen Hinweise hatte, und nachdem die Abyon Dr. Robinson müssen | kommen in Luxemburg unseibstverständüch bei der terscbrieben wurden, muss- Meinungsbildung und einer ■ te die Debatte, die nun- Aussprache berücksichtigt mehr gegenstandslos geworwerden, die in vielen Kreijden ist, eingestellt werden, een an Lebhaftigkeit zuge-; Damit ist aber nicht gesagt, aommen hat. Denn hier ' dass die Argumente der geht es nicht um Fragen . Minderheit falsch waren der Zahlung allein, nicht J oder schlechter geworden pur um Wiedergutmachung sind. .und Entschädigung, som- Bei einer Auseinanderdern um die Bemühung, eisetzung über das Wiener ner bestimmten Gruppe von Abkommen, das bekannt- Opfern nationalsozialisti- ¡ich erst dem österreichischer Verfolgung Gerech- * sehen Parlament vorgelegt tigkeit widerfahren zu las- . und von diesem genehmigt sen. Genau wie im Falle werden muss, kommt es der deutschen Reparationicht auf die technischen nen und Gesetzgebung über , Einzelheiten an, so wesentdie Entschädigung von lieh diese auch sein mö- Einzelpersonen gehört die- | gen. Es handelt sich vielte praktische Frage der 'mehr um eine Reihe grundftealisierung von tatsäch- 1 sätzlicher Ueberlegungen. „Wir retten die Juden Nordafrikas” Tel Aviv. — Auf einer Feier, bei der ein Denkmal zur Erinnerung an die im Befreiungskrieg gefallenem nordafrikanischen Juden enthüllt worden ist, ergriff der Verteidigungsminister David Ben Gurion ln Moscbaw Gilat das Wort und sagte: „Trotz aller Schwierigkeiten, die bestehen und denen wir begegnen könnten, werden wir die Juden Nordafrikas retten!” Die Brüderlichkeit, so führte Ben Gurion weiter aus, habe sich Jm Leben und im Sterben in den Reiben der jüdischen Verteidigungsarmee bewährt. In seinen weiteren Ausführungen trat Ben Gurion für die Verschmelzung aller Teile des jüdischen Volkes ein. „Solange wir nicht vereinigt sind. Ist Israel nicht von einer einzigen Nation bevölkert.” zahlreichen Menschen verursacht und eine schwere internationale Spannung hervorgerufen. Es dürfte offenbar geworden sein, dass die bestehenden Internationalen Regelun gen dieser Fälle und die bisherige Praxis auf diesem Gebiet den Flugzeugen und ihren Passagieren keinen hinreichenden Schutz unter diesen Umständen bieten.” — Bei seinem Antrag, diesen Punkt in die Tagesordnung der 10. Vollversammlung der UN aufuznehmen. verfolgt Israel lediglich den Zweck, das Studium dieser Frage durch den Generalsekretär anzuregen, der mit den hierfür zuständigen Stellen und Agenturen den Kontakt aufnehmen solle, um dann dieser oder erst der nächsten Versammlung zu berichten und entsprechende konkrete Vorschläge zu machen, welche Schritte zur Sicherung der zivilen Luftfahrt erforderlich und anzuwenden Gewisg muss man sich vor sind. Die Vorschläge des dem Fehler hüten, alle Din- | Generalsekretärs sollen von JEHUDA GOTTHEIMER ge dieses Lebens entweder schwarz oder weiss zu malen. Die Wahrheit liegt häufig in der „goldenen Mitte”. Jeder einsichtige Mensch wird auch damit rechnen müssen, dass bei Verhandlungen zwischen zwei Partnern selten nur der eigene Standpunkt voll durchgesetzt werden kann. Meistens wird man sich dadurch verständigen, dass jeder dem anderen ein wenig entgegenkommt. Um diese allgemeinen Behauptungen auf den vorliegenden Fall anzuwenden, ist es wichtig zu wissen, dass die mächtigen Vereinigten Staaten trotz jahrelanger Bemühungen nicht in der Lage gewesen sind, für ehemalige österreichische Beamte, die nunmehr USA-Bürger geworden waren, Pensionen zu erzielen. Sicherlich kann man unter Hinweig auf diesen Misserfolg der USA die Schwierigkeiten besser verstehen, mit denen die jüdischen Delegationen zu kämpfen hatter, und — wenn man will — auch von einem Erfolg dieser Anstrengungen sprechen, der in dem Wiener Abkomemn seinen Niederschlag gefunden hat. Der Ausgangspunkt unserer Betrachtungen muss immer die Feststellung bleiben, dass die österreichische Republik die Verpflichtung hat, den Juden, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgungsmassnahmen geworden sind, Entschädigung zu leisten. Oesterreich hat diese Verpflichtung beharrlich geleugnet und behauptet, es sei ja selbst ein Opfer des Nazismus geworden. Diesen Standpunkt können wir als Juden niemals akzeptieren. Es hat dem Willen der überwiegenden Mehrheit der österreichischen Bevölkerung entsprochen, den Anschluss zu vollziehen sowie die nationalsozialistischen Gesetze gegen die Ju den ein zu führen und zu verwirklichen. Es ist eine Tatsache, dass in keinem jvou der anderen Lande das Echo ¡Unschuld auch Empfehlungen enthal ten, auf welchem Wege in Zukunft derartige Vorkommnisse zu vermeiden sind. Es seien internationale Massnahmen zu ergreifen, sagte ein Sprecher, um den Flugpassagieren die grösstmögliche Sicherheit und einen wirkungsvollen Schutz gegen solche Angriffe zu bieten. (ITA) der antijüdischen Massnahmen so stark war, wie dies in Oesterreich der Fall gewesen ist. Nirgends aat sich das breite Publikum mit diesem Enthusiasmus an den schändlichen Schikanen und Entwürdigungen, an den Strassenwäschereien durch Juden und ihren Peinigungen beteiligt wie in Oesterreich. Wahrscheinlich haben sich die Oesterreicher das Regime und das Ende anders vorgestellt, als es nachher kam. Das aber ändert nichts an ihrer ursprünglichen Willensrichtung. Eindeutig hat sich der österreichische Standpunkt bei den Verhandlungen mit den jüdischen Repräsentanten durchgesetzt, dass Oesterreich keine Verpflichtung zur Entschädigung habe. Denn tatsächlich naben die jüdischen Stellen im Angesicht der öesterreichischen Weigerung diese Forderung fallen gelassen oder fallen lassen müssen. Und hier liegt eine grosse Gefahr, nämlich die Gefahr, dass incidenter mit einem Verzicht auf diese Forderungen auch die historische Wahrheit über die Beteiligungdes österreichischen Volkes an den Greueltaten gegen Juden unterdrückt wird. Diese Haltung nehmen die österreichischen Politiker ein, obwohl ihnen selbst beinahe täglich von den alten und neuen Nazis in ihrem Lande eine Lektion darüber gegeben wird, dass ihre Stellungnahme falsch ist, dass ihre Behauptungen österreichischen rotesk sind und La decisión de nombrar a dos judíos en raigode gobierna on r! nuevo gabinete lia causado in hostilidad de los círculos imiMimanos religiosos, en cuya opinión esta acción violará **e| carácter islámico <¡e Tune/”. — Debido aJ gran número de inscripciones para la inmigración a Israel, la comisión local de alia decidió suspender las inscripciones hasta Septiembre'15. l as -afi das de buques, sin embargo, no serán suspend (Jas mientras tanto y tienen lugar dos veces por semana. Mocil,*« familias, en su mayoría numerosas, abandonan Tuno*, para Haifa vía Ma»sella. — M. ASHKR DIE SITUATION IN TUNIS Tunis. — Mit der Annahme der französisch-tune-fschen Vereinbarungen -wird die augenblick» ehe Regierung, die von Tachar ben Amar p"äsidfert, wird, gewisse Veränderungen erfabren. Ina kommenden Monat wird kdas Kabinett nach autorisierten Informationen dadurch erweitert werden, dass zwei jüdische Staatssekretäre ln die Regierung einbezogen werden. Die Namen dieser beiden Staatssekretäre sind Andre Baroucb. der ein Industrieller und Direktor der Zeitung ,.Le Petit Matin” ist. und Albert Bess s: die-er Ist ein Anwalt und war der Präsident des Ke en Ka^om^rh in Tunis sowie Mitglied der tunesischen Delegation. 11» mit der französischen Regierung über die.-e Abkommen verhandelt hat. Die Entschliessung. zwei Juden mit Aemtern in der Regierung zu betrauen, hat die feindliche Aktion der religiösen muselmanischen Kreise ausgelöst, nach deren Auffassung hierdurch „der islamische Charakter von Tunis” verletzt werde. — Wie weiter mitgeteiit wird, hat die lokale Kommission für die Alija] aufgrund der grossen Anzahl von Einschreibuncen für die Einwanderung nach Israel den Beschluss gefasst, die Einschreibungen bis zum 15. September zu suspendieren. Die Ausfahrt von Schiffen wird allerdings nicht eingeschränkt werden, die zweimal jede Woche erfolgt. Viele Familien in ihrer überwiegenden Zahl mit zahlreichen Mitgliedern, verlassen Tunis auf dem Wege über Marseille nach Haifa. — M. ASHER ( dass ihre Beteuerungen, selbst nur Opfer zu sein, mit den Tatsachen in krassem Widerspruch stehen. Denn die Forderungen und Parteiprogramme der Unentwegten haben sich n cat geändert. Wir stehen vor der Gefahr, dass die Position der österreichischen Regieruug in dieser Frage von jüdischer Seite sanktioniert wird, sicherlich gegen den Willen und die Ueberzeugung aller jüdischen Stellen. Wir haben von einer Gesamtschuld des deutschen Volkes gesprochen, ,während die bonnei Regierung sich gegen diese allgemeine These wandte und der Bundespräsident lediglich etwas von einer Gesamtreue wissen wollte. Aber auch in dem Einge ständnis einer Gesamtreue liegt das Bewusstsein einer Schuld, elner Verantwortung und eines Bemühens, Unrecht durch Leistung —* soweit dies möglich ist — auszugleichen oder wieder gut zu machen. Aber die österreichische Regierung? (flehltt** Seit« 3) Die lebende Brücke Jerusalem. — Die jüdischen Studenten in der ganzen Welt müssen eine '•©- bende Brücke zwischen Israel und der Ga lut errichten, sagte Professor Evenari, der Vizepräsident der Hebräischen Universität auf der Welttagung der jüdischen Studenten in Jerusalem. Wenn sie einmal diese Brücke überschritten haben. sollen sie ihre Kenntnisse in den Dienst des Staates Israel stellen. George Rosenstein, der Präsident der Weltvereinigung der jüdischen Studenten. führte aus, dass d e jüdische Jugend in den Ländern der Diaspora zur Assimilation neige. Eine der vornehmsten Aufgaben der Weltvereinigung der Studenten sei es. diese Tendenz zr ändern. — Der einzige nichtjüdische Student, der an dieser Tagung teilnahm, war Ichrio Ofo, ein Japaner, der als Beobachter der Internationalen Studenten - Vereinigung, einer kommunistischen Organisation, nach Jerusalem gekommen war. VOM KASTNER-PROZESS I Nicht uninteressant dürften die Mitteilunge» j über die Person des Richters und des Staatsanwalte* j «ein, di« in der ersten Instanz den Kastner-Prozes» 1 geführt haben. Beide smd deutsche Juden. j Der Richter Benjamin Halevy, früher Levy, stammt aus Weissenfels (Sachsen), promovierte in Berlin ünd wandelte in jungen Jahren nach Palästina ] aus. Er war zwei Jahr* Mitglied der Kwuza Degania, j ging, nachdem er als Landwirt gearbeitet hatte, in die Justiz zurück und wurde 195Ä Mitglied des obersten Gerichts. — Der General Staatsanwalt Chajim Cohen (früher Hermann Cohen) wurde in Lübeck geboren; er studiert« in München und Frankfurt. 1930 ging er nach Palästina. 1949 wurde *r Generaldirektor des Justizministerium». In den Jahren 1951 «Ad 1952 wurde Chajim Cob«n zum Juslizmininter ernannt, | v

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.