Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 6 (1945)
- Issue
- 344 (9.11.1945)
- Date
- 1945-11-09
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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1« JÜDISCHE WOCHENSCHAU 8 d« Noviembre de 1945 — Año VI — N* 344 THEATER - KINO - KONZERTE VQRTRAEGE - VERANSTALTUNGEN Tier fall von Berlin (im eine iguazii) ■SvNf STá lönti ßvx Artkino zeigt den russischen Kriegsfilm “Die Einnahme von Berlin”, der der beste und wertvollste Bildbericht dieses von den Nazis entfesselten Weltkrieges ist und der den vollständigen Zusammenbruch des deutschen Volkes zeigt und der Welt beweist, welche erbärmlichen und elenden Feiglinge diejenigen sind, die Millionen wehrloser Menschen in der unmenschlichsten Weise umgebracht, Synagogen in Brand gesteckt, kleine Länder geplündert, ihre Opfer gepeinigt, aber selber sieh ergeben haben, anstatt zu kämpfen. Dieser Film zeigt den Kämpf in und um Berlin, das der deutsche Generalstab zu einem Stalingrad machen wollte, aber bereits nach einigen Tagen übergab, obwohl die deutschen Soldaten schwer bewaffnet waren- Jeden von uns muss dieser Film interessieren, denn er zeigt uns die Peiniger unseres Volkes und der Welt als elende Feiglinge, wie keiner es glauben würde, wenn er diesen Bildbericht nicht mit eigenen Augen sehen würde. Diese deutschen Supermenschen, die Millionen Juden in den Ausrottungslagem lebendig verbrannt und nip Mitleid w ..annt haben, winseln nun um Brcfc. und die Herrenmenschen plündern ihre eigene Stadt, verkaufen sich und Deutschland. Der selbe Generalstab, der Kampf bis zum Ende predigte, ergibt sich, und diese Bilddokumente werden kein? neue Legen»te vom Verrat der Heimatfront oder “Im Felde IHE VIVID DOCUMENT WHICH WILL PASS TO HISTORY, FILMED BY THE RED ARMY'S CAMERMEN •"rodit**4 by Centra! Stu4i«»» of Dec«* wentnry Film« #f V.S 8H I Dtrert«4 by YURI RAISMAM (Stalin priiei A*»!*ud by Major Genera! S. Platonov .n*mr*t*4 i. 4e in ie Ofn.rr. i«b by •i \ . /.i 64 F. I). B.: “JIM UND JILL” - Operette von Grey, Newman und Adler Heidi Eisler und Bruno Arno be- - gabung beweist, den eleganten unbesiegt“ mehr aufkommen lassen. Die Einnahme Berlins, die Zerstörung der Gestapo, der schrecklichsten Verbrecherorganisaiion, die nur das deutsche Volk erschaffen konnte, der endlose I Zug der deutschen arischen Rek- ' ken, das bettelnde und plündernde Herrenvolk, beschlossen eines der | traurigsten Kapitel der zivilisier- : ten Menschheit, und dieser Film ] wird ein ewiges Dokument | menschlicher Verkommenheit und! der Schandtaten des gesamten; deutschen Volkes sein und bleiben. Im Vorprogramm wird der russij sehe Musikfilm “Frühlinglied” ge- ' zeigt und ausserdem werden einige 1 Nebenfilme auf geführt. Zwei Antinazi - Filme! im Cine Soleil Am Sonnabend führt die Lei- : tung des Jüdischen Künstlertheaj ters zwei Superproduktionen auf, di? das Interesse der deutschspre- I chenden Juden verdienen, denn sie befassen sich mit den Schand- | laten der Nazis und zeigen sie der j erstaunten Welt so, wie sie wirk- ' lieh gewesen sind. Die Filme sind jetzt auch hier frei gegeben und j niemand sollte es versäumen, sich! diese Filmschöpfungen anzusehen, j Die Vorstellungen finden am! Sonnabend und Sonntag ununterbrochen von 14-22 Uhr statt Die Ein! rittspreise sind zu allen Vorstellungen volkstümlich gehalten. Alles Nähere siehe Anzeige. deuten ein Programm. Sie sind gewissermassen eine Versicherungspolice für ein paar frohe, unbeschwerte Theaterstunden. Wenn diese beiden ausgezeichneten Künstler die Bühne betreten, Ist der Konnex mit dem Publikum da- Eine Operette wie “Jim und Jill”, Erfolgsstück vergangener Zeiten, das von P. Walter Jacob mit einem besonders feinen Gefühl für Publikumswirkung herausgebracht wurde, gibt ihnen Gelegenheit, alle ihre Künste frei spielen zu lassen. Das Publikum ist begeistert, das Theater ist trotz sommerlicher Wärme gut besucht, und heiterste Stimmung herrscht auf der Bühne wie im Zuschauerraum. Ob Arno einen entzückenden “blühenden Unsinn” von Kästner “Am Missisippi” mit feinster Pointierung bringt, ob Heidi Eisler ein Chanson mit hinreissendem Charme singt, 0b beide ein ins Ohre gehendes Duett wie “Nur ein Viertelstündchen mit Dir bin ich glücklich” gesanglich und tänzerisch gleich vollkommen darbieten — immer ist der Erfolg Ihnen sicher. Dass ihre gute Laune auch auf die anderen Mitspieler übergreift, ist nur natürlich. Man weiss nicht, wen man zuerst nennen soll: Ernst Wurmser, der seinen Sir Lancaster mit einer natürlich jovialen Bonhomie ausstattet, die ausgezeichnete Martha John, die ihre adelsstolze Lancaster mit einem unnachahmlich komischen Sandrock-Pathos konsequent durchspielt und mit dieser amüsanten Millionär Henry Kemp Alexander; Bergers oder den lustigen Polizisten. den Max Wächter auf die Bühn? stellt und der ein selbetver-; fass', es Couplet mit grossem Erfolg zum Vortrag bringt. Dazu singen und tanzenUlly Arno und Esther , Lipsky mit ihren Partnern Oscar i Beregi jr. und Jacques Arndt graj ■ ziös und temperamentvoll, Ernie Wünsch und Dita Holl partizipie-; ren mit dekorativer Anmut, Jo- , sef Halpern als Stationschef mit I humoristischer Färbung und Edith Obersky als entlassenes Stubenj mädchen fügen sich geschickt in I das Ensemble und der sonst so | harmlose Rudolf Bär trägt noch | eine “kriminelle Note” in die! Handlung j “Nur ein Viertelstündchen mit Dir bin ich glücklich” singen Hei- \ | di Eisler und Bruno Arno — und I wir waren fast drei Stunden j | glücklich mit ihnen und mit der j j ganzen lustigen Vorstellung, die j | Herrmann Ludwig musikalisch | I blitzsauber einstudiert hatte und | die von ihm im Verein mit W. E. j Vacano im besten Operettenryth- : mus an zwei Flügeln begleitet wur- , de. Das Publikum war sehr dank- J bar für die gute Unterhaltung und | zeichnete die beiden Hauntdarstel- ’ ler und alle Mitwirkenden mit | reichem Beifall aus. BAU.—; waren von erlesenem Geschmack. Die Aufführungen, die am 11. Nov„ 1645 Uhr wiederholt wird, fand den verdienten Beifall bei Gross und Klein. Man mochte wünschen, dass dieses besonders THEATER NATIONAL Das Drama Franz Werfels ‘‘Jakubowsky y el Coronel”, wird bereits mehr als fünfzig Mal erfolgreich im Theater National aufgeführt, und zwar unter der Regia von Narciso Ibanez Menta, der Richard Robert Wrights “Schwarzes Blut” fast ein ganzes Jahr im gleichen Thaeter gespielt und dann die Bühnenutensilien dem Jüdischen Theater zur Verfügung gestellt hat. Bei der Aufführung wirken Santiago Gomez Oou, Francisco Alvarez. Silvana Roth, Lal0 Malcolm, Enrique Chaieo, Gloria Ferrandiz, Amelia Senisterra Diego Martinez, Ricardo Argemi, Narciso Ibanez Menta padre und andere mit. Ein« Besprechung erfolgte bereits an dieser Stelle. Diese Vorstellungen sind eine. Ehrung für Franz Werfel, an der auch deutschsprechende Juden teilnehmen sollten, für die es interessant sein müsste, die Interpretation Werfels durch argentinische Künstler kennen zu lernen. der kommenden Spielzeit ein^m grösseren Publikum zugänglich gemacht wird. BAU.— Leistung ihre parodistische Bei reizende Märchenspiel im Läufe KINDERTHEATER HEDWIG SCHLICHTER der “Casa del Teatro” in “DIE PRINZESSIN UND DER SCHWEINEHIRT” von Andersen dramatisiert von Hedwig Schlichter Hedwig Schlichter (Hedy Crilla), die beliebte und in weiten Kreisen bekannte Bühnenkünstlerin, öffnete uns mit einem silbernen Schlüssel das Tor ins Märchenland. Nicht nur den Kindern, die dem in spanischer Sprache gespielten Werk atemlos lauschten, sondern auch den Erwachsenen schenkte die Autorin etwas sehr schönes: den Zauber echter romantischer Mär chenstimmung! Mit seiner feinen unaufdringlichen Moral spricht diese Bühnenfassung des bekannten Andersenschen Märchens zum Herzen. Mit behutsamer, bühnenkundiger Hand hatte Hedwig Schlichter ihr kleines Kunstwerk in Szene gesetzt. Man spürte die kluge Führung der erfahrenen Künstlerin in dem reizenden frischen Spiel der kindlichen Schauspieler, unter denen bemerkenswerte Begabungen wie der kleine Pedro Lucas und der junge Frank Jacoby hervorragten. Mit sicherem Blick hatte sich H. Schlichter eine Reihe von jungen Künstlern verpflichtet, die mit ihrer Spielfreudigkeit der Aufführung eine besonders erfreuliche Not? gaben und ihr den verdienten Erfolg sicherten. Die anmutige Lily Lenk-Wiechert gab der Prinzessin den Reiz ihrer hübschen Erscheinung und ihres sicheren und freien Spiels. Die Wandlung der arroganten Königstochter zum herzlich warm empfindenden Menschenkind wurde von ihr mit ganz ausgezeichneten künstlerischen Mitteln verdeutlicht. Das war ein? Leistung, die aufhorchen liess! Der junge französische . Schauspieler Maurice /// nl ln \ Jouvet stand ihr als Prinz und Schweinehirt ebenbürtig zur Seite. Die Hofdamen von Carola Gielen, Olga Mossin, Rosa Wetzman und Dora Soto Ferreyra zeugten von talentvoller Durchdringung ihrer Rollen, die sie jede auf ihre Art bestens zu charakterisieren vfrrstahden. Reizend war Eva Lifac als Rose Rosalinda und sehr lustig Pablo de Madalengoita als König. — Victor Schlichter schrieb eine sehr hübsche, die Märchenstimmung untermalende Musik. Ernie Wünsch hatte den Kindern entzückende Tänze einstudiert. — Die Dekorationen und Kostüme Gemeinsame CHANUKAH- FEIER Juedischer Jugendverbaende Aufführung eines modernen MAKKABAEER- SCHAUSPIELS DONNERSTAG, den 8. Dezember Termin freihalten. Weitere Nachrichten folgen. (INE TEATRO SOLEIL CORRIENTES 3150 U. T. 79 2307 Sonnabend, den 10., und Sonntag, den 11. November SENSATIONELLES PROGRAMM 2 GROSSE SUPERPRODUKTIONEN GESTAPO Die niedertraechtige Brutalitaet der Nazis, die Deutschland zum Niedergang fuehrte LA VIDA PRIVADA DEL DOCTOR GOEBBELS Der groesste Luegner der Weltgeschichte, Er beschloss sein elendes Leben unter den Truemmern Berlins 1 £vvaCORONEIl v » * (NOTICIOSOATRASADO) de FRANZ werfbÍ .,A 'UUBmmmnBm Z-T HOY «k so sf m I KT Repres. ,1tr* T^EL NACIONAL CIPO . ENRIQUE j. MUSCIO CORRIENTES 560 iJ£l¿