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Jüdische Wochenschau · 1940-11-08 · 29 (8.11.1940) · p. Seite 12

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
1 (1940)
Issue
29 (8.11.1940)
Date
1940-11-08
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German, Spanish
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j I* b 12 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Saltiniki, eine der ältesten jüdischen Gemeinden, im Krieg Von den kriegerischen Handlungen, zu denen das tapfere griechische Volk gezwungen ist, ist in besonders starkem Masse Soloniki in Mitleidenschaft gezogen worden. Bekanntlich hatte diese Stadt, die auf eine mehr als 2000jährige jüdische Vergangenheit zurückblickt, lange Zeit eine jüdische Bevölkerungs-Mehrheit, die erst durch den Bevölkerungsaustausch zwischen der Türkei und Griechenlan: von den zahlreichen urückwandernden Griechen überflügelt wurde. Unmittelbar nach Kriegsbeginn hat die jüdische Gemeinde in Saloniki dem Ruf des griechischen Königs und seinem Premier-Minister Metxas Folge geleistet und die junge Generation zum Heeresdienst mobilisiert. Die italienische Luftflotte bombardiente mehrfach Saloniki. Die alteHafenstadt war auf diese Angriffen keiner Weise vorbereitet, so sind zum Beispiel auch keine Luftschutzkeller gebaut, in die sich die Bevölkerung flüchten könnte. Ein Augenzeuge eines Luftangriffes der Italiener beschreibt das Bombardement : “Als ich zum dritten Male die Sirene hörte, flüchtete ich in ein Haus, das mir fest genug gebaut zu sein schien. Die Strassen waren noch mitScherben von den früheren Luftangriffen bedeckt. Ich floh in einen Ke” er; die Detonationen der Bomben Messen die Häuser so erschüttern. dass wir oft glaubten, das Haus breche über uns zusammen. Das Licht erlosch und wir fühlten uns, aL ob wii’ ersticken müssten. Einige erschrockene Frauen schrien: Gasi Aber zum Glück war das nicht wahr; keiner von uns war im Besitz einer Gasmaske. In der Angst, lebendig begraben zu werden, bin ich lieber wieder aus der. Keller hinausgegangen. teh kam in ein Vorderzimmei des Hauses, wo Milglieder der Luftschutzabteilung Opfer des Luftangriffes aufgebahrt hatten. Auf den Stras-cn spVUen sich erschütternde Szenen ab. In die Hauptstrasse haben die Bomben grosse Triohter gerissen. Ein Autobus wurde von einer Ex üosion in ein Kaffeehaus geschleudert. Die Passagiere — einzelne tot, andere schwer verwundet — lagen noch dort, wie sie aus dem Autobus geschleudert worden waren. Im ersten Augenblick sah ich nach, ob mein Kind dabei sei, das den Tag bei seiner Tante in der Altstadt verbracht hatte, wo die sefardiscben Juden wohnen. In allen Strassen waren Soldaten und Rettungsmannschaften damit beschäftigt, die Toten zu bergen und alle Autos und Autobusse, die zur Verfügung standen, wurden eingesetzt, um c.ie Verwundeten auf die Rettungsstationen zu bringen. Eine Rettungsbrigade konnte Menschen bergen, die in einem Keller verschüttet wurden, weil das Haus über dem Keller zusammengebrochen war. z Auch das jüdische Wohnviertel, in dem man doch wirklich keine militärischen Ziele suchen kann, wurde heftig bombardiert und in den schmalen Gassen des Judenviertels wurden viele Menschen getötet. Das Bombardement fand am Schabbos statt; sehr viele Juden waren in den Synagogen Eine der Synagogen wurde von Bomben getroffen. Mein Kind wurde gerettet. Die Bomben, die in der Strasse, in der es sich aufhielt, einschlugen, haben nur die Fensterscheiben zerstört. Die Bevölkerung flieht in das umliegende Gebirge mit allen Transportmitteln, derer man habhaft werden kann. Trotzdem haben Tausende von Menschen — selbstverständlich auch die Juden — die ganzeNacht im Licht von Oellaternen gearbeitet, um die Verwundeten zu borgen.” * Rom. 4. November. — ‘Popolo di Roma” berichtet dass der italienischen Aussenminisfcer Ciano das Luftbombardement gegen Saloniki befdhligt hat. Dr. William f ildeimann, der Präsioent der jüdischen Gemeinden in Rumänien, ist bei dem Premier-Minister Antonescu vorstellig geworden und hat einen Protest gegen das Vorgehen der Polizei und der Eisernen Garde eingelegt, di Haussuchungen zum Anlass nehmen, jüdische Häuser und Geschäfte zu plündern und sich der jüdischen Werte bemächtigen. Dr. Fildermann hat dem Premier- Mmister eine Liste vorgelegt, auf der 30 solche Fälle von Plünderungen aufgeführt sind. In dem oifiziellen Communiqué, das die Regierung unter Bezugnahme auf die Untsrre dung mit Dr. Fildermann herausgegeben hat, wird erklärt, dass eine Untersuchung über di von Dr, Fildermann vorgetragen n Beschwerden erwiesen habe, dass sein Protest in wenigstens 3 Fällen nicht berechtigt war. Das Communiqué enthält gleichzeitig eine Erklärung, die angeblich von Rabbinern in drei verschiedenen Städten abgegeben worden ist, und die besagt^ dass die Juden nicht schlecht behandelt werden. Qie Polizei und die Eiserne Garde setzen inzwischen ihre Plünderungs- Aktionen ungestört in jüdischen Häusern, Fabriken und Geschäften fort, wo sie die Vorgefundenen Geldbeträge beschlagnahmen und die Juden unter dem Vorwand verhaften, dass sie kommunistisch tä- Die Rückkehr belgischer Flüchtlinge Gruppen jüdischer Flüchtlinge die aus Frankreich nach Brüssel und Antwerpen zurückgekehrt sind, haben ihre Häuser völlig verwüstet angetroffen. Erstklassige Mass-Schneiderei Die neuesten und besten englischen Stoffe sind eingetroffen. Die Zahl unserer Kunden wächst täglich KALWIL MASTER TAlLORS SAN MARTIN 424 UN SECRETO ÿ e¿ a/not wem Lysoform dice a las mujeres que la higiene íntima cuidadosa puede evitar malestares y molestias capaces de malograr i a felicidad a que tienen derecho. Lysoform es un desinfectante que ayuda a la mujer en la atención de su higiene intima personal. Haga su higiene intima con Lysoform. Pida Lysoform en las farmacias de Argentina, Paraguay y Uruguay. Ug ¿eien. Man we.ss, dass Tau.ende Juden gerne.nsam mit angeblichen Kommun.sien jed^ Woche verhaftet und in Konzentrationslager geschickt werden. Unter den zahlreichen jüdischen Unternehmungen, die von den Aktionen betroffen worden sind, befindet sich die Bira.ann Textil-Fabrik. Die Polizei teilt mi., dass sie dort 10.030 kg Zucker b schlagnahmt hat. Die Fabrik gehört Sigmund Birmanr einem der prominenten rumänisch-jüdischen Führer Sigmund Birmann war Mitglied des Senates und der li eralen Partei. Er ist einer der Vorsteher der Bukarester Gemeinde. Birmann hat erklärt, dass der Zucker umsonst unter den Arbeitern seiner Fabrik verteilt wurde. Im ganzen Lande dauern die Verfolgungen gegen die Juden an. Di: Eiserne Garde hat erklärt, dass Juden in Zunkunft Bücher oder Zeitungen nicht mehr schreiben, drukkei. oder herausgeben dürfen. Nu" für jüdische Texte, die die Zensur passiert haben, soll eine Ausnahme gemacht werden. Die Gestapo hat einen besonderen Bevollmächtigten. Lorenz, mit einem ganzen Stab von Gestapo-Be amten nach Rumänien geschickt die den Terror gegen die Juden systematisieren sollen. Die ersten Ergebnisse der Gestapo-Arbeit machen sich in der Tat bereits bemerkbar. 'ANTISEPTICO MODERNO Vermischte Nachrichten Aus den Elendsgebieten Die deutschen Regierungen in Holland und Belgien haben verordnet, dass die jüdischen Kinder die allgemeinen Schulen nicht besuchen dürfen und zwingen die jüdischen Gemeinden, Schulen zu eröffnen, in denen in Jiddisch und Hebräisch unterrichiet wird — Die Ce.stapo in Berlin verhaftete Juden und »wnitg sie, die Trümmer fort zuräumen, die die englischen Flieger bei ihren Bombardements hinterlassen haben. Die jüdische Gemeinde in Berlin muss täglich Tausend Juden für diese Arbeiten stellen. Die Gestapo hat ihre Forderung nach Zwangsarbeitern erhöht und will Dreitausend Juden täglich haben, was mindestens auch auf zunehmende Erfolge der englischen Bombardements schliessen lässt. — Die Gestapo schickt aus Berlin auch jüdische Zwangsarbeiter in! Gastspiel der Freien Deut sehen Bühne im Teatro Odeon in Rosario Die Gastspielaufführungen der F. D. B. in Rosario finden in folgender Reihenfolge statt: Sonntag, 10. November 1940, um 18 Uhr „Jean”. Lustspiel von Bus Fekete; abends 21.15 Uhr „Candida”, Komödie von G. B. Shaw. Am Montag den 11. November um 18 Uhr: „Nina der Filmstar”, Komödie von Bruno Frank und abends um 21.15 Uh;- ,,Menschen auf der Eisscholle' Zeii-stück von Vilem Werner. Als Abschiedsvorstellung geht am Montag, den 12. November um 21.15 Uhr das heitere Spiel „Hokuspokus” von Curt Goetz in Szene. Es spielt das gesamte Ensemble der Freien Deutschen Bühne unter der Regie des Direktors Paul Walter Jacob, sowie seiner Regisseure Liselott Reger-Jacob und Hermann Geiger. Das Teatro Odeon hat ein Abono aufgelegt. Nähere Auskünfte über Abonos und Vorverkauf erteilen die Kasse des die Provinz, um sie bei den Aufräuj Teatro Odeon und Herr Fredy Romungsarbeiten zu beschäftigen. — j senblatt, Avenida Wheelwright 1739, In Holland und Belgien zwingen ‘ Tel. 3347. die Deutschen die Juden gleichfalls, diese Arbeiten zu verrichten Der deutsche Ründfunk meldet, Deutschland werde zum Prozess gegen Leon Blum Beweise liefern, dass er in seiner Eigenschaft als Premierminister französische Rüstungsgelder an antideutsche Organisationen gab. — 10.000 Juden aus kleinen Gemeinden in Rumänien haben sich nach Bukarest und anderen grösseren Städten aus Furcht vor Pogromen der Eisernen Garde geflüchtet. Prozess pe^en deutsche Juden Die Gestapo hat in Berlin angeblich besondere Spitzte in ihrem (Fortsetzung von Seite 1) ben. Aber auch das ist nicht so. Wieder glauben Einzelne, sich verstecken zu können, wieder bleiben sie dem jüdischen Leben fern, wieder gehen sie Wege, die sie ihrer Gemeinschaft entfremden. Das Erwachen wird, für sie nur um so furchtbarer sein. Wenn wir jener November-Tage gedenken, dann soll es nicht bei den Worten der Trauer bleiben. Dann sollen wir versuchen, zu Erkenntnissen zu kommen, dann sollen wir den Mut haben, zum erneuten persönlichen Einsatz ,zur Tat zu gelangen. Wir, die wir dabei waren, müssen den anderen sagen, dass der Angriff gegen uns auch sie selbst vemich- Dienst .die solche Juden anzeigen, I ten kann. Wir, die wir dabei wadie in ihren Unterhaltung ihre Be- 1 reu. müssen unsere eigenen Brüder friedigung für die Erfolge der engj zur Einheit aufrufen und trotz all lischen Luftbombardements aus-! dessen, was war, zur gemeinsamen Semmario Independiente * parro»» »os \ 'ernes Herausgeber: Dr. B. Hardi Swarsensky Redaktion: Günter Friedländer und Hardi Swarsensky. BEZUGSPREISE: Einzelnumer: 10 Ctvs. Abonnement: (Zustellung frei) im Vierteljahr: ... $ 1.20 min. im Jahr ..... 5 4.50 m[n. Pueyrredön 2339 - U. T. 41-5405 Electro Camisería Club Juan Murr — Max Goldschmidt OBERHEMDEN NACH MASS Aenderungen Uruguay 436 - U. T. 37-0899 IST -IIMIUIIIIIMMI1II iiiitnniimiii i Korsetts Korseletts — : \ Büstenhalter nach Mass j If eiaste Ausführung:; R. K. DE KANS Ê V AUI.K 731 — U. T. 60 - SOU«» j Herta K. de Kariel j ALTA COSTURA? san MARTIN 033, p. O, Dep. 71 ( 1-'. T. 31 - Retiro - 6049 i 203 J. LIEBLING Fourniere — Sperrhölzer DIAZ VELEZ 3567 al 71. U. 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Denn wer es noch nicht begriffen hat, soll es im Gedenken an diese Tage lernen: hur durch die Vereinigung aller unserer* Kräfte werden wir zum Siege der gerechten Sache beitragen können. Wir haben die Pflicht, in diesem Kampfe uns voll einzusetzen, denn nur dann werden wir Rechte und Freiheit beanspruchen können. Rechte und Freiheit aber brauchen wir, für uns selbst und vor allem für die Verfolgten in Europa, die zu retten unsere heiligste Pflicht ist. Wenn alle freien Völker und wir selbst diese Lehren ziehen, wenn die Flammen des 10. November zu einem Fanal werden, dann wird aus den Trümmern eine gerechtere Ordnung in Frieden und Freiheit entstehen. Der Weg ist weit. aber wir vte v u ihn beschreiben. Elektroinstallationen für Haus und Industrie Elektrogeräte F-lektromotorc WEIS^ Î Vfiic AdrrxMf: < >MAIPU 359 — U. T. 32-1898 «I ” S. A. CANGALLO 1265 Artikel für Wiederverkäufer Bijouterie, Fantasien, Uhren Uropasra nda- und Gcscheukartikel. 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