Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 1 (1940)
- Issue
- 29 (8.11.1940)
- Date
- 1940-11-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU me DI¿ Calle Corrientes mit den grossen jüdischen Vierteln, den Niederlassungen der jüdischen Banken und dem repräsentativen Büro des “Dfario Israelita", der grössten jiddischen Tageszeitung Südamerikas, boten am Dienstag-Abend ein anziehendes Bild. Auf den Strassen der nordamerikanischen Städte mag es bewegter zugegangen sein, der Wahlkampf, der Wahlfeiertag hat ihnen ihr besonderes Gepräge gegeben, aber in den Menschen kann die Spannung über den Ausgang des Wahlkampfes nicht grösser gewesen sein als hier in Buenos Aires. . ‘Siegt unser Roosevelt?” fragte ein alter Jude in dem Büro einer jiddischen Zeitung, und damit brachte er die Gefühle zum Ausdruck, die die Juden unserer Stadt beherrschten. Gewiss, Willkie hat aus seinen Sympathien für die Juden und ihre Sache keinen Hehl gemacht, hat mehr als einmal versprochen, die jüd sehen Interessen zu vertreten, aber von Roosevelt weiss man eben doch, was er für diese Sache schon getan hat. Man weiss Yon der Evian-Konferenz. man weiss vom häufigen Eingreifen bei besonders harten Einzelschieksalen und man weiss hauptsächlich, wie ungelegen eine Wiederwahl Roosevelts den Feinden der Juden kommen würde; man weiss, last not least, dass auch für die Beziehungen zwischen dem neuen Heimatland und den Vereinigten Staaten die Wiederwahl Roosevelts nur günstig sein kann. Alte Juden, wie man sie in den kleinen Betstuben trifft und “moderne”, die in nichts von jedem anderen Bürger der neuen Welt zu unter sehe den sind, drängten sich in den Kaffees, in den Restaurants und in den Büros der/Zeitungen. “Wie scent es? Was weiss man schon? Wird man noch lange warten müssen?” Sorgenvolle Gesichter, denn trotz allem, was man von Willkie und seiner Stellung zu dan Juden weiss — man wiyd es doch als eine moralische Niederlage der jüdischen Sache empfinden, wenn Roosevelt scheitert. Auch auf den Empfängen, die an diesem Abend stattfinden, ist die gleiche bedruckte Stimmung zu beobachten — wird Roosevelt siegen? Als die ersten Nachrichten kamen, setzte ein Stimmungsumschwung ein und als gegen Mitternacht die Wahrscheinlichkeit des Sieges der demokratischen Sache grösser wurde, wandelte sich die spannungsvolle Erwartung in Begeisterung, bis die Zeitungen die endgültige Meldung brachten: Roosevelt hat gesiegt! In New York, in Chicago und in San Francisco wird es stürmischer zugegangen sein, als die Ergebnisse bekannt wurden, der TrUbel und der Tumult mag gross gewesen sein, aber begeisterter, hoffeungsfreudiger und zuversichtlicher als hier von den Juden in Buenos Aires ist sicher selbst im demokratischen Hauptquartier der Staaten die Nachricht nicht auf genommen worden: Roosevelt hat gesiegt! F\IE jüdische Kolonisation in Argentinien hat bereits ihre Geschichte. ” Vor 50 Jahren kamen die ersten jüdischen Kolonisten ins Land, und wenn auch seither die jüdische Siedlung nicht zum Stillstand gekommen ist, so ist doch im Augenblick eine gewisse Stagnation festzustellen. Aus diesem Grund haben die bonaerenser Juden gemeinsam mit der Vereinigung jüdischer Kolonisten den “Fomento Agrario Israelita” geschaffen, der der Siedlungsarbeit neue Antriebe geben soll. Der “Formento Agrario” hat vor kurzer Zeit Land angekauft, um auf kolonistischer Grundlage eine Stadtrandsiedlung zu errichten. Ausserdem werden die alten Kolonisten mit grosszügigen Krediten unterstützt und den Kindern und Enkelkindern der ersten Generation so die Errichtung eigener Siedlerstellen ermöglicht. Schliesslich will der “Fomento Agrario” die Verbindung der Juden zwischen Stadt und Land nicht abreissen lassen. Er hoffe — und wie man annehmen kann mit Recht ^irdische Frauen im Dienste der Centavos-Aktion für Hilfe und Aufoau Die Duplizität der Ereignisse hat sich auch im grossen Hilfswerk zu Gunsten der europäischen Juden gezeigt, denn in denselben Wochen, in denen hier die Centavos-Aktion im Rahmen des grossen Komitees „Pro Ayuda a las Víctimas Judías de la Guerra y Reconstrucción de Eretz Israel” ins Leben gerufen wurde und mit ihrer „Blauen Karte" an die jüdische Oeffentlichkeit trat, hat man auch in New York die „Blaue Karte” in Umlauf gesetzt und mit ihr auch dort ein Mittel geschaffen, die weniger bemittelten jüdischen Emigranten zur Hilfe heranzuziehen. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Aktionen liegt darin, dass, in New York sich prominente Persönlichkeiten als freiwillige Helfer in allen Distrikten der Riesenstadt zur Verfügung gestellt haben, uro dass hier in Buenos Aires die Aktion mit der Aktivität jugendlicher Helfer startete. Dort sind, wie aus den Veröffentlichungen lervorgeht, schon einige hundert Menschen, unter ihnen bekannte Namen aus Deutschland, Oesterreich und der Tschechoslowakei, in der Verteilung der blauen Karte tätig, während hier etwa hundert Jugendliche ihre freien Stunden in den Dienst der guten Sache -fallen Die Kommission für die Centavos-Aktion hat jedoch erkannt, dass der Kreis, der durch diese jungen Menschen erfasst wird, nicht gross genug ist, und dass man dem Opfermut und der TAeitschaft dieser Jungen und Jüngsten nicht zuviel zumuten darf. Daher wendet sich d: - Centavos-Aktion jetzt, an die jüdischen Frauen unseres Kreises, um sie zur Hilfe aufzurufen. Jede jüdische Frau sollte sich angesichts der entsetzlichen Not in Europa bereit finden, wenigstens 10 blaue Karten in ihrer Familie > oder unter ihren Freunden unterzubringen und, wenn sie nicht zu stark anderweitig in Anspruch genommen ist, auch selbst das Inkasso durchführen; wo dies nicht mög- , lieh ist, wird die Centavos-Aktion! durch jugendliche freiwillige iel-! f_ j:- 7iir VPVfpi- NUEVA COMUNIDAD ISRAELITA sionsmaschinen, Mechaniker für Automobile und Dieselmotore, Spezialisten füf Giesserei, Löterei,.industrielle Färberei, Galvanoplastik, Hand- und Maschinenpoliererei. Ferner Fächer der elektrischen Industrie: Installationen, Motoren, Telegrafie, Signale, Radio und Television, Automobile. Die Dauer der Kurse ist für Jugendliche im Alter von 14—18 Jahren auf 2—3 Jahre bemessen. Die Kurse für Erwachsene im Alter von 18—45 Jahre, lauten 8— der Kolinisationsarbeit neuen Auftrieb zur verleihen. __ _ Die für die jüdische Kolonisation in Argentinien verantwortlichen! fer die^ Monatsmarken zur Vertei Menschen müssen sich auf den Augenblick vorbereiten, da die Einwan-! lung bringen. derung aus Europa wieder einsetzen wird. Argentinien ist eines der i Sollte es nötig sein, bei der täg- Länder, das die meisten Einwanderer aufnehmen kann und es wer-1 lieh grösser werdenden Not und denjler jüdischen Arbeit neue Siedlungsprobleme erstehen. }<ien Hilferufen, die aus Europa zu uns herüber dringen, jüdische Frauen an ihre Pflicht zu erinnern? Die Cfentavos-Aktion rechnet fest damit, dass dieser Appell an die jüdischen Frauen ein starkes Echo finden wird, und erwartet von dieser Erweiterung ihres Aktionsradius eine neue Belebung ihrer Tätigkeit für Hüfe und Aufbau. Der “Fomento Agrario” ist bestrebt, durch Herausgabe von Aktien Mittel zu verschaffen, die bereits heute den Ankauf neuen Bodens ermöglichen sollen. Der “Fomento Agrario” wandte sich erneut gemeinsam mit dem Kolonisations-Vorstand “Fraternidad Agraria” anlässlich des in Buenos Aires stattfindenden landwirtschaftlichen Kongresses mit einem Ehrenabend für Herrn Ingenieur Miguel Zacharow an die jüdische Oeffentlichkeit. Miguel Zacharow ist einer der ältesten und verdienstvollsten Männer der jüdischen Kolonisations-Bewegung in Buenos Aires. An der Feier beteiligten sich die Abgeordneten der Kolonisation und die Freunde der jüdischen Kolonisation in Buenos Aires, die ihre Bereitschaft, an diesem grossen Werk mitzuarbeiten, durch materielle Hilfe bewiesen haben. Es ist zu hoffen, dass dem Fomento Agrario der Appell an die jü- Bar kochba-Itus Sonntag, den 10. November: Generalversammlung. Sonntag, den 17. November: Festdische Oeffentlichkeit gelingt und die Kolonisationsarbeit neuen Auf- > i;aS des jüdischen sports. trieb erhält. 1SSEFER THAUROl zu kaufen gesucht L E W I N S K I, José Enrique Rodó 6780 BUECHER LEIHWEISE in grosser Auswahl. Leihgebühr ab CO Cts s, pro Huch. Keine Eiiisoll reibgebiiiir. V er/.cicliais kostenlos. LIBRERIA COSMOPOLITA ■Verkauf - Ankauf und Tauseh von itiiehem in deutscher Npraehe. ils. AIKES - CORItl RKTKS 459 1 . T. 52 - 1566 Inseriert in der Jüdischen Wochenschau Sonnabend: Ab 15 Uhr Training 1 für alle Sportler und Sportlerinnen | auf der Cancha. Abends gemütli- | dies Beisammensein im Clubheim j oder auf dem Sommergelände. | Sonntag: Vor- und Nachmittags! grosser Sportbetrieb auf der Can- ' cha. Abends pünktlich 19 Uhr Ge- Dr. Ricardo Dubrovsky > CHIRURG' Í V! neralversammlung im Heim, Sarmiento 2039. { Professor-Aspirant der ) nisehen Eaknität von medizi- , Buenos ' Aires, deulsehsprechender Arzt ] des Institutes Maternidad (Hospital Rivadavia) j Frauenkrankheiten, Kntbindun- | jsçen, Sterilisierung. Uiateriuie, < ultraviolette Strahlen, Gehurts- | hilfe und Chirurgie in seiner ] Privatklinik. tätlich von 14—16 Uhr t Palpa 3199 - U. T. Belgrano 165 \ tätlich von 17—18 Uhr ] Larrea 421 - 3o. Dep. B < VERSICHERUNGEN ALLER ART VERTRETUNG ERSTKL. GESELLSCHAFTEN ZU BILLIGSTEN BEDINGUNGEN KRANKENKASSEN OHNE WARTEZEIT SOWIE MIT FREIER ARZTWAHL Ricardo Eichenberg, Ayacucho 23, U.T. 48-0604 ORT-OSE Die lateinamerikanische Confederation und die Zentrale in Argentinien der “Ort-Ose” beginnen jetzt mit der Durchführung ihres Programmes argentinische Juden in produktive Berufe au überführen. Die Ort-Ose hat bewährte Fachleute, Techniker, Lehrer und Spezialisten zur Mitarbeit an der Industrieschule herangezogen. Die Kurse finden für Jugendliche und Erwachsene statt und sind den Bedürfnissen des Landes angepasst. Die Schule will den jüdischen Jugendlichen durch praktische Arbeit in Lehrwerkstätten und durch theoretischen Unterricht eine gute Fachausbildung geben. Schnellkurse werden für Erwachsene abgehalten, die keinerlei Fachkenntnisse besitzen. Folgende Kurse werden für Jugendliche gemacht: Metallbearbeitung, Matrizenbearbeitung, Mechaniker für industrielle und andere Maschinen, Mechaniker für Präzi- Dr. RICARDO GRIESS Prof. FRITZ LACHMANN (Universität Jerusalem) Robb. HANNS HARF sprechen auf der GEDENKFEIER ZUM 10. NOVEMBER 1938 am Sonnabend, den 9. November abends 21 Uhr in der Synagoge Loreto 2161 Eintritt frei — auch für Nichtmitglieder. 12 Monate: Mechanik für Präzisionsmaschinen, Schreibmaschinen usw. Elektrotechnik für Installationen Reparaturen, Radioelektrizität für Automobile, Mechanik für Automobile und Dieselmotore, Galvanoplastik, Hand- und Maschinenpoliererei Die Ort-Ose will mit diesen Kursen neue, gute Lebensmöglichkeiten schaffen. Einschreibungen in Büro: Azcuénaga 347, Dienstag und Donnerstag von 18—20 Uhr. EL ANCLA { Inh.: GRÜENEBERG und SCHLESINGER f VIAMONTE 807 ... U. T. 31 - 4264 | Das Spezialhaus für Sport - Strand und Hausschuhe | j ORT-OSE GEWERBESCHULE ¡ % Schüleranmeldungen und Auskünfte % | im Büro AZCUENAGA 347 | 4 Dienstag und Donnerstag von 18—20 Uhr # f Fachgebiete für Jugendliche f I A. METALLURGICA B. ELECTRICIDAD f Fachgebiete für Erwachsene # Mechaniker für Schreib- und Rechenmaschinen % 4 Mechaniker für Automobil- und Dieselmotoren f; Elektrotechniker für Installationen, Radio und Automobile. £ MOEBEL Liberale Kredite bei den grossen Möbelfabriken Otameiiilt KOMMEN SIE UND UEBERZEUGEN SIE SICH OTAMENDI 583 U. T. 60 - 1418 Höhe Diaz Velez 4700 . 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