Mannheim
Compact Memory

Israelitischer Reichs-Bote · 1882-08-11 · I./II. Beilage zum Israelitischen Reichs-Boten Nr. 31 & 32. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Reichs-Bote
Volume
8 (1882)
Issue
I./II. Beilage zum Israelitischen Reichs-Boten Nr. 31 & 32.
Date
1882-08-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/9610652-9611059-9754121--18-9611073
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

I. Anlage M istafültsdifit Reiihs-Klitkn Ur. 31 & 32. Al101111f1!1fHt־i־1)־i11l1]{111111j. Mit bem 1. Juli begann ein neues Quartal. Neu hinzutretenbe Abonnenten erhalten, auf Wunsch, frühere Exemplare gratis nachgeliefert. Agenten für ben Betrieb bes Blattes erhalten entsprechende Provision. Probeblätter werben auf Wunsch gratis verabfolgt. Frankfurt a. M., 10. August. Der von uns als getauft mitgetheilte Rabbinats-Canbibat Bernstein, ist wie wir nunmehr erfahren, hoch nicht getauft worben. Kurz bevor bie Taufe, zu welcher sich eine, aus hohen Personen bestehenbe Gesellfchaft, unter welcher ber General a. D. Herwarth v. Bittenfelb als Taufpathe fungirte, sich schon in ber Kirche eingefunben hatte, mag sich ber P. Bernstein eines Besseren besonnen haben, benn — er fand sich nicht ein. Er ließ sich wegen heftiger Zahnscherzen entschulbigen. Wie man uns versichert, soll bie Drohung Bernsteines sich taufen zu lassen, angesehene Leute zu Bonn veranlaßt haben, für ihn eine beträchtliche Gelbsumme zu sammeln, unb bem so musterhaften Rabbinatskanbibaten einzuhänbigen. Bei Nichtjuben soll ber p. Bernstein bagegen seine Taufbewilligkeit herauskehren, unb dadurch ebenfalls — Gelb machen! Auch ein moberner Erwerbszweig! Unseres Erachtens müßte bie Behörbe energisch gegen ein solches ungesetzliches, unb aller Sitte unb Religion hohnsprechenbes Gebühren einschreiten unb ben Erpressungsgesetz-Paragraphen in Kraft treten lassen. Damit alle anberen jübischen Gemeinben von biesem Vorkommniß in Kenntniß gesetzt werben, ersuchen wir alle jübischen Blätter, dasselbe mittheilen zu wollen. Es existireu übrigens mancherlei nicht grabe vortheilhafte Historien iiber ben zweifelhaften Charakter bes B. Einerseits behauptet man, er sei verheirathet unb 'schon einmal getauft. Bei bieser Gelegenheit wollen wir auch erwähnen, baß bie Auswanderung nach A. bes bekannten Rab. Dr. Schreiber ganz anbre Grünbe, als bie vorgegebenen unb allerwärts geglaubten, hat. Grünbe, bte wir nicht mittheilen können, sonbern beim Strafgericht unter verschlossenen Thüren verhanbelt werben. Also stellt sich nunmehr ber Bericht über bas Borleben bes Dr. Sch. im Jahre 1880, tveswegen wir, abgesehen von bem Gelbschaben von circa 500 Mark, noch viel Aerger unb Verbruß hatten, hoch als Wahrheit heraus. Es wäre nicht mehr wie billig, wenn bie so heftigen Vertheibiger ihres Berufs verfehlten Seelsorgers in Etwas ihr bamals gegen uns begangene Unrecht gut machten. Es würbe bie Zeit ber heranahenben Bußtage gewiß bazu geeignete Gelegenheit bieten. — Ihre Majestät bie Kaiserin von Deutschlanb stattete am 7. August ber Frau Baronin von R o t h s ch i l b einen Besuch ab. Nach eingenommenen Erfrischungen besuchte bie hohe Frau bas von ber Frau Baronin von Rothschild gestiftete Clementinen- Hospital für Mäbchen aller Confessionen. - In etwas unbeutlicher Form bringt ein jübisches Blatt bie Nachricht, baß ein russischer Rabbiner mit 250,000 Rubel in Halberstabt angekommen sei, um bas Gelb, bas von reichen Juben in Rußlanb zum Zwecke, Palästina zu colonisiren, gesammelt würbe, bem Herrn Banquier Hirsch zu übergeben. Die Bedingungen bes Gelbüberbringers sollen aber berart gewesen sein, baß sich bas Haus Hirsch weigerte bas Gelb anzunehmen, woraufhin ber Rabbiner mit seinem Schatze nach Amsterdam gereist sein soll. Gingescrnöt. (Unlieb verspätet.) Sehr geehrter Herr Redakteur! Sie berühren in ihrer Nummer 22 Ihres g. Blattes ein vielseitig gefühltes Bedürfniß. Ad yocem Artikel ״Gasthausrabbiner" läßt sich viel schreiben. In heutiger Zeit steht das jüdische Gasthaus im Allgemeinen nicht mehr in dem RenommS, einer streng(n Anforderung, in dem w^s כשר betrifft, zu genügen. Schreiber dieses, der nur erlaubten Wein trinkt, ist verhindert, in jüdischen Gasthäusern Wein Zu trinken. Denn was hilft es ihm, daß ihm der Wirth einen Wein für כשר hinstellt? Wer beweist ihm die Richtigkeit, wenn der Wirth betheuert, den Wein aus einer streng koscheren Handlung bezogen zu haben? Es mag immerhin jajin nessech sein. Und schon die rabbinische Vorschrift ist hier אםו1 הם0ק im Zweifel ist es nicht erlaubt, Etwas zu genießen. Ich erwähne hier einen, dem Talmud entlehnten Vorfall. Ein römischer Kaiser wollte einen Rabbi prüfen, von dem man sagte, daß er durch Beobachtung der religiösen Satzungen jeder Sünde aus dem Wege gehe. Er lud ihn zur Tafel ein. Der Rabbi ließ sich sein eigenes Essen mitbringen. Während der Rabbi auf Veranstaltung des Kaisers sich einen Augenblick entfernte, ward ihm unerlaubter Wein für koscheren untergeschoben. Der Rabbi aber trank bei seiner Rückkehr den Wein nicht. Auf Befragen, warum er nicht trinke, antwortete er: Ich zweifle ob der Wein koscher ist, und im Zweifel darf man nichts genießen. Darauf rief der Kaiser: Wahrlich: Eure Religion ist eine wahre! Durch sie verfällt man nicht in Sünde., Ps. 119. 165 שלום רכ לתלמידי תורתך ואין ליזו מכשול Wohin frage ich, wird es mit den alten מנהגים und □חוקי kommen, wenn selbst von Seiten angeblich orthodoxen W irthschaften sich die größte Rücksichtslosigkeit erlaubt, und das Koscherwesen mit Gleichgültigkeit gehandhabt wird? Wenn man unter der Flagge der Orthodoxie sich Kundschüft und Vermögen zu erwerben sucht und dabei den ärgsten Neologen in der Beobachtung religiöser Satzungen nachahmt? Das ist der eigentliche כחלול השם Es muß gewiß in dieser Sache mehr als.dies bisher geschehen, beaufsichtigt werden! Die Einrichtung eines Gasthausrabbiners scheint mir die praktische Lösung der Frage. Ich will hier im Allgemeinen auf die Mißachtung in welcher die rabbinischen Vorschriften heute stehen, zu reden kommen, von der Verspottung der 8ejafim letllora der Zäune zur Thora. Jeder, der einen irgendwie richtigen Begriff von der menschlichen Natur hat, wird nicht bestreiten können, daß Verhütungsgesetze, prophylaktische Maßregeln von großem Nutzen für das moralische Verhalten der Menschen sind. Schon das gewöhnliche Sprüchwort sagt, wer A sagt, wird auch B sagen. Anfangs sagt ein talmudischer Spruch ist die Sünde dünn wie ein Faden, und wird allmählich zu einem starken Seile. Das kleinste, sich zu Schulden kommen gelassene Versehen zieht Folgen nach sich, die man nicht übersehen kann. Nicht umsonst sind die Zäune von unfern Rabbinen aufgestellt. Ein ungezäunter Garten wird von allen Vorübergehenden betreten, er wird schließlich ein Weideplatz für das Vieh. Ich will hier einen Vorfall erzählen, der mir begegnet ist. Ich kam mit einem christlichen Geistlichen in ein Gespräch über die strengen Vorschriften unserer Rabbiner hinsichtlich der geringsten Handlungen des Lebens. ״ Wie kann man," sagte er bei der unbedeutendsten Verrichtung sich einer religiösen Vorschrift unterwerfen? Ist das Frönwägkeit, oder nicht vielmehr Scheinheiligkeit zu nennen? Als sich einst zwei fromme Männer über die Weise besprachen, wie man ein wahrhaft gottgeheiligtes Leben führen kann, und lange über diesen Gegenstand discutirten, da sagt., ein gegenwärtiges, jüdisches Mädchen: Ich will Ihnen meine Herren das Mittel zu einem gottgeheiligten Leben kurz sagen! Wenn ich des Morgens erwache, bete ich einen vorgeschriebenen Spruch מודה אני לסניך מלך חי והים שהחזרת בי נשמתי בחמלה רבה אמונתך: (Ich danke 'Dir, 'ewig Lebendiger, immerwährender König! daß Du mir abermals durch Deine große Gnade und Treue den Gebrauch meiner Seelenkräfte verleihest.)Beim Anlegen der Kleider sehe ich nach, ob ichneue anzulegen habe, in welchem Falle ich einen Segensspruch zu sagen habe. Beim Waschen verrichte ich ebenfalls einen Segensspruch. Bei jedem Genüsse von Früchten u. s. w. wieder, wenn ich dieselben ungewöhnlich schön, u. s.w. finde. Kurz kein wichtiger Anlaß geht an mir vorüber, ohne daß ich an das Walten des himmlischen Vaters erinnert würde. Und das, schloß der Geistliche, nennt man ein gottgeheiligtes Leben! Die schnödeste, krasseste Werkheiligkeit! Wo bleibt da die Liebe zu dem Nächsten, dem Mitmenschen? Wo bleibt die Wohlthätigkeit, die Sorge für die Gesammtheit. Wenn man so seine religiöse Thätigkeit nur auf seine eigene, verehrte Person, auf den Kreis seines eigenen, individuellen, unbedeutenden Lebens beschränkt? ״Geduld" erwiederte ich dem Manne ״sagt nicht schon ein sinnreiches, Sprüchwort: Charite bien entendue commence ä 801-meme? Wohlverstandene Mildthätigkeit beginnt mit sich selbst. Oder wie der große Sakespeare sagt: ״Sei treu gegen dich selbst und es folgt Nacht dem Tage, daß Du nicht untreu sein kannst gegen irgend Jemand. Was schadet es der wahren Religiösität, der großen, voll allen Menschen gleich geschätzten Tugend, dem Wohlthätigkeitssinne, der Liebe gegen die Mitmenschen, wenn ich das größte Augenmerk auf mein eigenes Verhältniß zu dem himmlischen Vater lege? Wohl dem, der auf seinen Wandel achtet!" Das beständige Achten auf sich selbst, auf die kleinsten geringsten Umstände, und Verhältnisse des Lebens führt auch die Beobachtung des Größeren, der Hauptsache nach sich. Niemand wird behaupten, daß das Wesentlichste unserer Religion in der Beobachtung jener Verhütungsmaßregeln besteht, — aber diese führen und leiten zu ihm hin, und ohne sie wird der Mensch, nach der Beschaffenheit feiner Schwäche, und der vielfachen Verführung der Welt, das hohe Endziel, dem er zustrebt, schwerlich erreichen können! Hebräischer Text des ßätlisels des Ihn E s r a. את דבר חידתי שמעו, נבונים נכלאו, אך דעו כי כל חכמי לב להגידה לאו, אב בהאדמה הוליד ארבעה האחים לא כבדים לא קלים לא יבשים לא לחים בם ירוצון אופניהם והם שוקטים נחים בם דמות ארבע החיות בשחק נבראו י כי פעמים יסתרו גם פעמים יראו ראתה עינכם עת נראה דברי מה נורא כי בכורם לקח חלק ושט רב בבכורה גם שמו נוסף על שני ובסתר נקרא השלישי כשמו כפול חכמים קראו הרביעי גם כן כפול במשקל מצאו הבכור זכר ונקבה ואח שני אחריו בנקבה הוא ושלישי ידעתו בזכוריו את פני הרביעי וכר נקבה באחוריו מדינים עושו בואו ואולי תמצאו שאלו מלך ישראל לבלתי תחטאו מבכור ימצא שוכן בגלגלים ששה אחריו יבוא השני ולא שם בשלשה משכנות השנים בשנים ודבתם קשה בקשו מעל ספר האלקים וקראו יים ברוא אדם אלה ארבעה נבראו מספר הרובע על אחיו בנוסף יש יתרון כאשר שני על ראשון יהי לוכרון סוד שני אחים תיכונים כראשון עם אחרון משקלי הארבעה אם במאזנים באו יהיו כמו הם וכמו כל נשואים ישאו ראש ורגל וזרוע עם גויה לקדמון גם שתי צורות לשני ואחיו כאגמון הרביעי.כחצי גלגל והוא בעל המון רחצו עם טי חכמת לב בתוך מים גאו אל תפרשו את חדתי עדי תתחטאו gr&Cärung des Räthsels Jön Gsra's. I. Einstmal zeugt ein Vater. Unter bem Vater wirb hier verstanben: Die Ruhe ober bie Verborgenheit. Richtiger noch bürste bie Erklärung sein, baß unter אב eine Anspielung auf bas Alphabet א״ב beabsichtigt ist, ba mit biesen beiden Buchstaben, als ben Initialen bes hebräischen Alphabets bie gesammten Buchstaben zu versieben sinb. Daß sie innige Brüber werben. Unter ben Brübern sinb die Buchstaben אהו״י verstanben, welche nach ben entsprechenden Vocalen zwar sichtbar aber in der Aussprüche unbemerkbar sinb. Auf ber Erbe: Weil sich auf bieser ber Mensch beftnbet, ber mit bem Vorzug ber Sprache begabt ist. AnGewicht sinb diese weder schwernoch leicht rc. b. h. Sie sinb etwas Stoffloses. Ihre Kraft bewegt oft aller Räber Speichen. Unter ben Rädern werben bie Consonanten verstanben, welche, vermöge ber Buchstaben, אהו״י bie vor ber Einführung des Voealsystenrs rrükM^ als Voeale bienten unb in unvocalisirten Texten noch heute als solche bienen, in Bewegung gesetzt werben, während ein Consonantencomplex ohne Vocale bewegungslos bleibt. Die sich bald verbergen, bald sich lassen sehen. Sie verbergen sich, wenn sie vocalisch sind, z. B. ברא, חכמה, מקום, רכרי; sie lassen sich sehen b. i. sie machen sich in der Aussprache bemerkbar, wenn sie consonantisch sinb b. i. wenn sie ausgesprachen werben z. B. ,ארם הר, ויאמר, יד. II. So sie sich uns zeigen, merkt bas Aug' sie nur allein b. i. es nimmt sie nur ber Gesichtssinn, aber nicht ber Gehörssinn wahr. Meines Räthsels Deutung bürste gar schwierig s ein. Die Uebersetzung von דברי מה נורא in welchen Worten alle vier Buchstaben אהו״י als ruhende enthalten sinb. Dieses Wortspiel ist jedoch im Deutschen nicht wiederzugeben. Doppeltgroß der Theil ist besten, ber zuerst geboren. Alepli hat zwei Vocale, währenb De, Wav unb Iod nur einen Vocal haben. Unb ein Name tönender als alle war für ihn erkoren b, i. אלף hat ben Zahlenwerth von 111, während bie Zahlenwerthe aller drei übrigen zusammen genommen biesen nicht erreichen. Doch du findest ihn bem Namen bes zweit ältesten an gefügt b. h. bas א findet sich dem Namen bes ה״א angefügt. Aber unb em erkt bleibt er b. h. er quieseiert ln biesem Falle. Unb bes dritten Brubers Name ist ein Doppellaut nämlich bas ו״ו Während ber bes vierten sein Werth gar zw eimal sch aut b. i. Im Buchstaben יוד ist ׳ gleich 10 unb ו plus ד ebenfalls gleich 10. III. . Die Natur bes Mannes und bes Weibes wohnt inne dem Zuerftgeborenen b. h. Der Buchstabe א bient als Praefix zur Be- Zeichnung sowohl bes männlichen, wie bes weiblichen Geschlechts z. B, אשמר. Mit bes Weib's alleinigem Sinne rc. b. h. ber Buchstabe ה bient zur Bezeichnung bes weiblichen Geschlechts z. B. שמרה Von bem dritten ist bekannt rc. b. h. ber Buchstabe ו bient zur Beziehung des männlichen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.