Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1921-10-04 · 66 (4.10.1921) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
66 (4.10.1921)
Date
1921-10-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/9610648-9611118-9611029--380-9611034
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

lch °Sütl u«nE^ öitto >: s-Ksr-F^ ' r’n '»C;feS»^ I ^'IßL’ft 1h,I c ^»1, r ke»Skt ‘Hngfe^ '®<fe lüiifta, T'W ®4?S daß ß!Cöc'r E - e!!m?fw^-^^‘,/?!‘m!^n4; .‘•', Dttröen. fljj« ‘.V . fw* m!"?, ®««»fc»; "Sm »S &«* % <BL*£ &,»i: "Säten in «J?'il!!*5»niki »«, iw/fÄV'rWto, t”i w interne SjÄiSf?8 "»»*; }* d'e eerorbitn 2* jungen sich (reifen Lu^fe Qra£ ‘itircd^ert Iriirben foerto ne jüdische fieimftrw toiei icht WchliÄ? sch ist/- ' 'uM w-e Enckn^ 2er Kongreß. ^nAnurHolits^ muu ^mtnllTlal^*' iaSS-sS- ■jMaftina ist ein roertcnöer-da ,■ ir Kongreß, der zivölste, von dem elmdgetrennt, ist als Vorstufe m Aschen Parlament anzusehen. T« k\ Jöer Kongreß ist auf Kamps gestellt, fer m Organisationssragen, Kompetenz-.: ftjönljdjfattfmtjen eknio wie im §ts fämfif(, die auf einem Konzil ansgetvon in und erledigt werden können. Alle Probleme, Strömungen ethiß izialer, politischer, ökonomischer und vem ingötechnischer Art, die die heutige m hauchte und erwachende Menschlichkeit btr 'n und erschüttern, finden sich hier wir iem Wiftohmuß kiirtmtnen, betfam Iß: uni Entscheidung, begegnen « einen auf und durchkreuzen einander.! eint ans diezern Aongreß um altes Wethe zu gehen, was den Ausbau eines Strt childes wie einer Menschengemeinschaft, ä zialen wie eines religiösen Ecme«r stimmt. Und die Grenzen zwischen RH rd Ritus, sozialem Wullen und prafr;: otwendigkeit sind nicht durchwegs Hat kennen. Alles scheint vielmehr zu « uziaen magischen Mittelpunkt zu M s ob es nur um des einen willen da w eien Platz gar nicht innerhalb der A' stimmen ist. .. „ Dieser Kongreß 'st km Parteitag e Kionisten bilden keme Partei \m ■t Jttdenschost. Aus irgettüeme Jreise ist es ihnen nur etwas beüer eller gegenwärtig, was m alle^- nd Glaubensgenosien in d« lufet vorhanden ist, ls>st stch? ' p iit gänzlich überwunden durch uw- Z°?en2licher GÄ Die Parteien und gtafwnai er Körperschaft dieseri“® $Ljgi °mm tiem Wollen und einer J l0It u!°@? Gnetdieentfaltuns. “ netayhvnlchen rcmcinfcimcn jM - but4 die - Mg, ^eruißiem, P, WÄ' m> ”Ä Nr. 66 greif erg „Jüdisches DoirsbtntL. 4. November Seite 8 ''Wem das Niiik mentare Erlebms. nl,zi« S°-»s-»d -»-> en. — . rfntftcficn bezriipl Unsere ttn W»} ft)iM ß{]^. Unsere im «..»r <ii,M von'' ati^l^SSn, C?ff stigt. An b«n^Jciteu it die yenial-.i .b ^5^- orwärtÄrang reltzion-sm-^ UM^sj- ®“"5t E-»- cr-vlN, eT' ,,0P SS#* elften ®»» '* 0unge Quarten fasten inr Aangr<tst^ 2ehkann? fl. «m, es (litt nutzer, der fntet ofo. tat «ÄftÄiS L Aufbauern Palästinas. Ruppin und Licht- Leu -deiUiüie.i, eine rsin^eir, dr. von 1 t.erinuen Gegenwart mit so für seine Idee dienstbar zu inachen vermochte Daneben S o k o l o w» kühl. klug. Diplomat, in Besen und Wirkung an T s ch i t s ch crin gemahnend. Redner von hinreißender Gmvnlt» Jesaja aus der Wanderschaft durch di- W"'t. um für den Zionismus, den Keren Hajessod zu werben, setzte sich aus dem Kongreß für den Plan einer mächtigen Propaganda ein, die von Jerusalem ausgehend sich der Judenheit in allen Ländern des "Exils geistig beurächtigen sollte. Ahasver gleich, ohne Heim, ohne Anhang, wandern Männer wie die'er von Lsidenlchnt. G'auben und dem Bewußtsein der unmittelbar zündenden Wirkung der Utopie auf die leicht mre^* Musi"i d'!''chstrlm,w Osti'ide durch bie Länder der Diaspora, arbeiten für den Aufbau des Landes, daß sie höchstens s üchtig st eisen auf ihrer Wandernng, in dem sic selbst nie Fuß fassen werden! Und daneben b'e seßhafte, eingebü"gerte und umsi^tioe Kraft Artur R u p p i n der den Aufbau Valüstinas an Ort und Stelle, in Jerusalem, leit t — ein Prophet, nicht minder wie der andere, eruptive Gewalt, gebändiat hati'i h^n steten, an der Wirknchteit gestählten Willen. In der deutschen Landsmannschaft horte ich das Referat dreier Destglerter aus Amerika (Amerika hatte nächst Polen die höchste Delep'-rtenrabl — 42r: G c> l d b e r g. Dupus des Easlend-Vowerp-Juden, witzig, lebenssprühend, von volkstümlicher Schlagkraft; Dr.; * r a u s. d"i "roßen sdoin e! der Frankfurt- und Fifth-Avenue-Plutokratie satariert von europäischer Bildung und amerikanischer Macht; Lipski. in Aussehen und Gehaben schon völlig dem hunde'sip ogmtigen Gankee assimiliert, gemesiener Matter-of-fact- Mcnich. So arbeiten nebeneinander alle Spielarten des heutigen, seiner Fesseln ledigen Weltiudeu: Der Führer-Lipwmat, der Großindustrielle, Großbankier, desien Referat au Aufsichtsratssihungen in weltbestimmeuden Konzernen gemahnt, der prophetische Eiferer und Jeschiwah-Olelehrte, von Nachtwachen über den geheiligten Büchern des Talmnd gebleicht, do-n cr'itz dem Dunk'l dumpfer besiarabischer Ghettis emporgetauchte proletarische Revolutionär, sozialistischer Soldat der Frie« dcnsarbcit. Heberwältigcnd ein ganz neuer, noch nie geschauter Typus: Der Frcilust-Jude, der aus dem Ga'"th nach v 'N L-I''dc J-'-rael heimgekehrte C h a l u z. ostjüdischer Kleinhandwerker, Kleiiikrämer — jetzt Arbeiter im Feld, den Wäldern nud in der Wüste-ei, die zur Siedlung werden soll, ein scharfäugiger, gebräunter, alttestamcntarischer Krieger und Lehrer, Hirte und Schomer — der Wächter, tt die Nachtrnnde hält um den Rand der iederlassung, nach Gefahren arislngt unter dem grabischeu Himinel, die Herden und die MenschL, chütl't — die Ben - Zw i, Eiiescr § ' > e, I a b u e e l i, neue valästurenstsche Juden .' .sie Rom, der Internationale Moskau heute uucitüd) diesdritte, die Internationale Zion, »lweltliche Macht aus den Wurzeln der R e- »i g i o n entfaltet. Darum auch die mehr noch geahnte als ausaeiprochene Sicherheit, daß das Problem Palästina, so sehr es von aktueller Macht- Politik und Wirtschaftsverkettungeu bestimmt zu lein scheiut, doch letzten Eude-o nur int Nahn m der großen, allgemeinen, der wcltunv ui'eusckheubesrciettdcu Pcw'gung dieser Zeit dcfiiiitiv gelöst werden wird, nicht vereinzelt unb isoliert. Seine Bedingungen wurzcln zu sehr im geinciusamen Motiv des Glaubcus an das eltccbt der untorbrürften Dälter, Klassen, Rassen und Individuen, an die Gerechtigkeit. die sich heute unter Kräuipfen und Erschütterungen Bahn zu brechen beginnt. Die übertragende Figur W e i tz m a n ns weist zahlreiche übereinstimmende Züge mit dem anderen großen sozialen und religiösen Führer dieser Zeitläufte, Lenin, auf. Dis in die äußere Erscheinung geht diese Aehu ichkeit:'Derselbe slawisch-breite Schnitt des Gesichts, derselbe etwas schlau-heiter blitzende Blick, dieselbe Einfachheit und Ruhe, Mangel an Routine und Verachtung der Wirknug im Auftreten.) Wie L e n i n hatte W e i tz m a n n nur wenige Menschen hinter stch, als er, sozusagen auf eigene Faust, unbekannt. und glaubensstark, das Gebilde Zion aus seinem Hirne neu emporhob. Als er aiis dem Dunkel hervortrat, gewahrte man plötzlich den von seinem Lande ausgestvßenen genialen Menschen, der sich der Zuknnst mit entschiedenem Griffe bemächtigt hatte und dadurch die Fakgleichen. Dazu seien große Kapitalien nötig torcn der Gegenwart mit souve''äuem W ll.m welche man jedoch erhalten könne, wenn die tählten Formen ihrer Glieder. Nicht mehr die verweichlichten schweren Haremsthpen des Ghettos, sondern Tächter Jephtas, mit Zvmbeln gegen Sonnenaufgang tanzend, mänadenhast die Locken schüttetnd. Bald werde auch ich euch sehen, ihr Leute vom Kidron, von Kinereth. Rechoboth. Rischvn-le-Zion! ®h erste Zahrrsversammlvns des Wirtschüitsrates für PatWma. Am 13. d. M. fand in London die erste Jahresversammlung des Wirtschaftsrates (Economic Board) für Palästina statt. Den Porsitz führte Sir Robert Valey-Cohn, welcher an Stelle des am Erscheinen verhinderten Vorsitzenden des Exekutivkomitees, Btinister Alfred Mond, die von Mond verfaßten programmatischen Erklärungen abgab. Darin wird ausgeführt, das; der Wirtschaftsrat für seine Tätigkeit die Mitwirkung aller brauche. Sir Mond rechnet damit, daß jeder englische Jude es als besondere Verpflichtung fühle, der britischen Regierung und der britischen Nation in der Ausführung der schweren Aufgabe, welche sie für die Juden der ganzen Welt auf sich genommen haben, bcizustehen. Der erste Weg, um die Balfour-Deklaration mit Erfolg durchführen zu können, sei die Schaffung von wirtschaftlich gesunden Ünternehttiuugen in Palästina, wie die Ausnützung der Wasserkraft, der Bau von Häfen und Häusern, die Gründung von Kreditanstalten, Schaffung von Industrien und derbem Vorsitzenden der Tagung den Dank für tagen Menschen zu weilen und Fm Blatt er seinen regen Anteil an ver Organisierung Lcs hebt den Anzpruch e,ue Board und der Palestiue Eompany aus. Cr Zeitung sein^u wollen mtb eä fmbennoch teilte ferner init, daß Sir Herbert Smnucl tnimer Juden, die diese-, Blatt mit GAd un ihin iu Palästina gesagt hA>e, er wünsch sthr^ tcrstutzeu Änd m daß englische Juden leitcubcit Anteil A der »efem JDlattc oebruef^unb Ausführung aller vorgcschlagencn iWchrte nehmen, da sie die finanziellen und po.'itischkll Schwierigkeiten der palästinensischen Manoatsregierung kennen und ihr mit allen Mitteln behilflich sein sollen. Aus Anfragen der Herren Seligmann und Sir Aools Euck teilte der Vorsitzende mit. daß der Londoner Wirtschaftsrat mit dem amerikanischen Board in regeln Kontakt stehe. Zun; Schlüsse legte er der -eria'umlung eine Dautreioliiliou an James Rotchschild vor, die einstimmig angenommen wurde. In das Exekutivkomitee des Wirtschaftsrates wurden gewählt: Minister Alfred Mono, Sir Stiiart Samuel» Sir Robert Valev-Eobn, Albert Belischa. Baron James de Rotb'chiG, Leonhard L. Eohcn, A. E. d'Avigdor, Goldsmirh (Vertreter der Jca) und Joßsi Eorocii (Vertreter der zionistischen Organisation). Mitglieder die Ueberzeugung haben, daß die Unternehmungen auf gesunden Grniidlageii geschaffen und richtig verwaltet werden. Dafür zu sorgen, sei Sache des Economic Board. Dieser soll auf 50 Mitglieder ergänzt werden, weshalb eine Werbungsaktion notwendig sei. Das zweite Prinzip^des WirtschaUsrates sei oas der Zusammenarbeit mit anderen Körperschaften und der Koordination aller Arbeiten, ivZche sich auf den Aufbau der Palüstinaroir:- schast beziehen Daher begrüßt oer Boar^ die Vertreter der zionistischen Organisation und der Jca, welche ihre Mitwirkung zugcmgt haben. Es liege auch eine Zusage auf Mitarbeit Nun l.:nerikanischcii Körperschaften, mir glel-- chcn Ausgaben und Anschamnigen vor. Zum Arbeitsprogramm wnroe ausgcsührt, daß Palästina, wie bekannt am Nieistcu elektrische und Wasserkraft bencüge; diese kann aus dem Jordan und ander.:' Flüssen erhalten werden, sowie durch den Airsbau der Hijfen. Unternehmungen dieser Art itub also besonders wichtig mrd zugleich au-ch proouk^iv im vollen Sinne des Wortes. Demgemäß wird das Ruthenberg-Projekt einer großen elektrischen Kraftstation konkrete Form anuebinen, sobald die nötigen Kapitalien ausgebracht werden köniieii. Der Hafenausbau ist auch schon der Verwirklichung nähergerückt und man hofft in Kürze zu den Vorbereitungsarbeiten der Bodenuntersuchung und dergleichctt schreiten zu köiinen. Der Wirtschaftsrat wird bei diesen beiden großen Unternehmungen wichtige Funktionen auszuüben haben. Ueberdies liegen ihm eine Anzahl kleinerer Projekte vor, welche die Grundlage für die Entwicklung bestimmter Industrien bilden konneu. Um diese verschiedenen Projekte zu verwirklichen, hat der Board die Gründung einer Gesellschaft,inter dem Namen Palestiue Conipany mit einem Stammkapital von 200.000 Pfund beschlossen. Ausgabe dieser Gesellschaft ist die Finanzierung aller dieser Jndustrieprojckte, sobald sie an Ort und Stelle begutachtet i sind. Zu den wichtigsten unter ihnen'gehören Häuserbauunternehmungen, ferner eine Im- Port- und Exportgesellschaft, zwecks Ein- und Ausfuhr von Waren, sowie speziell der Ausfuhr von Palästina nach Tcansjordanien. Die Schaffung einer solchen Gesellschaft liegt im Juteresie der palästinensischen Negierung, die auch bereit ist, mit ihr einen Vertrag auf Durchführung von Post- und Militärtransporten nach Transjordanien zu schließen. Ferner wird die Produktion von verschiedenen Artikeln, welche bisher eingeführt werden, wie zrrm Beispiel Salz, beabsichtigt. Zu einer Unternehmung für Salzgewinnung sind 40.000 Pfund notwendia, davon steuert die Hälfte die Jca bei. „Es ist kein Zweifel — schloß Sir Cohn — daß die Körperschaft, welche rentable Jndustrieu in Palästina schaffen wird, damit der jüdischen und der britischen Sache einen «roßen Dienst erweist." ' Nach den Ausführungen Sir Cohns er- - Politische Günraii. Horthy-Verteidiger. Es ist sicherlich jeder vernünftige Mensch dafür, daß mit dem gekrönten ungarischen Exkönig einmal abgerechnet werden soll. Nicht vielleicht deshalb, weil er selbst durch seine übermenschliche Persönlichkeit ein Grund zur Furcht wäre, sondern deshalb, weil dieses Mannes wegen Immer und immer wieder Menschenblut vergvsien wurde, weil die kleine Entente durch militärische Aktionen einen kolossalen wirtschaftlichen Druck auf ihre Bürger ausübt und mell» solange dieser Habsburger nicht hinter Schloß und Riegel gesetzt ist. immerwährerrd politische und militärische Condottieri und Söldner den Frieden und die Ruhe Mitteleuropas gefährden. Daß die ungarischen Juden glauben, mit Karl IV. eme Morgenröte ihrer Freiheit zu erwarten, ist undenkbar, aber nichts ist so absurd, was nicht magyarische Juden vollbringen könnten. Geguer Karls' ist noch lange nicht gleichbedeutend mit Horthys Freund. Dem Budapester Judäomagyaren scheint dies aber so zu sein. Wenn sich schon ein Oberrabbiner von Szegedin zu der Erniedrigung * seiner Menschenwürde und der Würde des Judentums heraolassen konnte, in Horthy irgend ein erleuchtetes Prototyp des Spezies Mensch zu sehen, so könnte man ihm das eventuell entschuldigen mit dem Hinweis aus seine Kerkerqualen. Aber alle magyarischen Juden haben doch für ihren Patriotismus nicht im Kerker zu sitzen. Der Chefredakteur des „Pester Lloyd", dieses berüchtigten Jndenblnttes, kann es nicht über sein magyarisches Her; bffmg-n, dem Herrn Reichsverweser für sein mannhaftes Auftreten gegen Karl Lobeshymnen zu spenden, und tatsächlich lesen sich die Zeilen dieses Blattes, das nur Juden lesen, für das nur Juden schreiben, in dem nur Juden inserieren — einige weniae Ausmibmen zöblen nicht mit —- wie die Wiener „Reichspost" Herr Josef Veszi sein Name deutet darauf hin, daß er magyarisicrter Jude ist — hat ja viele politische Wandlungen durchgemacht, bevor es ihm gelungen ist, Chefredakteur des „Pester Lloyd" zu werden und dem Umsturz hat es dieser Mann zu verdanfen, wenn er nicht lebenslängliches Mag,mtenhausmitglied geworden ist, wie sein Vorgänger. Herr Joses Veszi ist mit Horthy sehr zufrieden, die eleu den Taten der Horthvbetharcn eines Gesindcls, das noch die russischen „Schwarzen Hundert" übertrifft, sieht er nicht, will er nicht sehen. Er feiert in Horthy einen Nationalhelden und bald werden die früberen Götter des Herrn Veszi, die Andrassysj Appanys e tutti quanti verbrannt werden, damit Horthy herrlicher dastebe. Man wird in magyarischen Kreisen darauf Hinweisen, daß Veszi Nicht anders könne, als Horthy zu feiern, wir willen es, denn der „Pester Lloyd„ kann nie anders. Es ist noch gar nicht lange her, alL der 75. Geburtstag Apponys mit großem Pomp? gefeiert wurde und zu diesem Feste fanden llch mit der „Neuen Freien Presse" fast alle Blatter zur Gratulation ein, der „Pester Lloyd" fehlte ebensowenig, wie die deutschliberalen Blätter der Tschechoslowakei (sichr >md. Volksblatt 7. Februar 1021 „Albert Gras Appony") und siehe heute zieht man gegcn ihn, nur um Horthy zu feiern, zit verteimgen, zu erhöhen. Die maanariick" Joni-'-aih" feiert nun ihre Orgien. Der „Pester Lloyd" der Verteidiger Horthvs, das ausgeiprochenft ungarländische Judenblatt als Stütze und Rückhalt des größten Jndenwürgers, des ^oßten Verbrechers gegen jüdische Ehre -ub Erde, bet icmals in Ungarn gelebt hat. Und mW. ÄEs Rothschild dys Mrt und drückt« eirr Veszi hat noch die Stirne unter anstgn. dci^ Daß Horthybanditen im Burgenlande gegen die Juden — nein gegen Menschen -- hnusen. nun ebenso wie Banditen, nein wre Barbaren, wie Hunnen, denen sie ja stammverwandt sein sollen, zu hausen Pflegen, das interessiert weder Herrn Bcsz: noch seine Kpllegen, wenn e8 ihnen nicht in den Kram paßt, aber hoffentlich naht einmal der Tag, an dem sie mit Bestürzung erkennen werden, wohin dieses von ihnen verteidigte Banditenwesen führt, dem» guem dens perdcre vult, eunr dcmentat. G. K. Der omcrikamsche Gesandte in der Tfchechosivwnkei — ein Jude. Unter den von Harding neu ernannten arnerikanischen Gelandten befindet sich auch der Jude Louis Einstein aus New Uork. der zum Gesandten Amerika? in der Tschechoslo- ,'wakei ernannt worden ist. Einstein, der 1877 in New Uork geboren ist, hat bereits mehrere diplomatische Posten bekleidet und sich durch Tüchtigkeit und Pflichtersiitliliig ausgezeichnet. 1003 war er 3._ Sekretär der amerikanischen Gesandtschaft in Paris, dann einige Jahre in London, 3 Jahre in Konstantinopel, dann in Peking und 1611 iu Costarira. Während des Kricaes vertrat er die englischen Jnteresien in Bulgarien, wofür ihm vom englischen König besonderer Dank ausgesprochen wurde. (I. P. Z.) Lndendorff zeiht daS Weltjudentum der Schuld au Deutschlands Zusammenbruch. Demnamst soll ein neues Buch von Luoendorff, b.'tiwl' „Krieg und Politik", erscheinen, in »velchem der Verfasser zu beweisen sucht, daß nicht die Heeresleituug, sondern das Hinterland für Denrschlands Niederlage verantwortlich ist. In diesem Buch wird den Sozialdemokraten, dem Zentrum und den Demokraten vorgeworfen, -daß sie systematisch aus Deutschlands Niederlage hingearbeitei haben. Eilte Hauptschuld jedoch trifft die Iuden, von denen Ludendorff nach eitler Mitte lung der Zeitschrift „Die Glocke" folgendes sagt: „Mit Frankreich und England Hand in Haitd arbeitete die Oberleitung des jüdischen Volles. Vielleicht führte sie beide. Sie sah den kommenden Weltkrieg als das Mittel an. ihre politischell und wirtschaftlichen Ziele durchzusehen, den Juden in Palästina ein Staatsgebiet und Anerkennung als Volk zu erwerber und ihnen in Europa und Amerika eine über-i staatliche und überkapitalistische Bormachtstel-j lung zu verschaffen. Auf dem Wege zirr Ver-I wirklich'Mg dieses Zieles erstrebten die J'uder in Dentschlaitd dieselbe Stellung wie in jener Landern, die sich ihnen schon ergeben hattet Dazu brauchte das jüdische Volk die Nieder-! läge Deutschlands." Mit solchen lächerlichen Phantasien, die aber im Murlde des berühmten Feldherrn bedauerlicherweise eine ungebührliche Autorität bekommen und dadurch zur antisemitischem Vergiftung des de"tschen Volkes b'it'-<-!gen^ will man die einfache Wahrheit verschleiern^ daß die Oberste Heeresleitung infolge der milr-j tärischen Niederlage der deutschen Arme fflbsi iM Oktober 1018 auf schleimigen Abschluß des Waffenstillstandes drangen mußte. Leider kommt die gegenwärtige extrem reaktionäre Stimmung solchen Märchen entgegen. (J^ Aus der Shrouik der jSdisch« Gusse. Amerikanische Hilfsgeldrr. Nach den Ausweisen amerikanischer Banken über Unterstützungsgelder, von dener der größte Teil an die Juden Oestsr^ r e i ch s, der Tschechoslowakei und Deutschlands entfiel, belief sich die Gef samtsumme der Ueberweisunaen auf loti Millionen Dollar. ssr Keren Hujeffod. Die Keren-Hajessod-Aktion in Amerika. Der in den Feiertagen veröffentlich^ Aufruf für den 5teren-Hajestod tat großcj Wirkung. Die Spenden haben schützunqswels/ den Betrag einer halben Million Do» lar ergeben. An den beideir Neujahrstaged wurden m New Jork allein an 120.0Ü0 Do' lar gespendet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.