Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 62 (7.10.1921)
- Date
- 1921-10-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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fe«™4 Jtöli*».i, ÄL''ZL»k»-»» hmittGltM. "Mchoonz^H M'-lsmmi toerben nl »AÄd* ««# kr Wastolf&to*** D'k Bchcher des 0iDt6 fänitfirfier 9);fm»„' . Äffic/ft® «-LLB- «SLLV- ™*Cffr(nt, am 15. September M Der Präsident: ®t Woö Gf E; BSBBBBBSmm dische Literatur P'Oäleme des Judentums . Io! jüdische BE u. seine Äugend K tn, Um die Ewigkeit, gebunden , ]l- „ droschieit . jsn, Mubige Kunst ■)$ iabbi Mchmann ' $- 'rti Reden t <jdemth . 2.50 am Geist beä Judentum- , z.- k LdW Bewegung, 2 Bände jr , N- , r»gnetrn , L- Ärnnzchn Mrh Ä« Jntonkm , gam, Bin EM , 6.- i, Lust und EniMdung , lö Aostn, Jrrusüm , %■ liMendei 5680, ffluftr. , S.- '—^nteij, Aus eftjSMföi Mil $ &, ß- , Sin ÄmeKuch , t- Judeutum, Ein SwiMch , ttj«n, Msm des WM MMiimni Swiw«R«rr 2 kr. «,»ak'to« n»ö «dmintt»k«tion: *M^i6>C«rau. L«»«e«a»« **• K«»iifri*tt avck mit RSckvvrt' Merke« nur oh»« @ew«l» , «»«««» und ««tvewahr» Ei«« Berpiltchwna «ur Rü«kiendvn« j mied »ich« r«crk«n«: Lpr«^ > «»»»,» »tialtttrn »<«>'« pob tl b« -% Udr ri'ruittioflS. tgtfl»*«® S-« ^übttdH-'T Btu lag«»' re« »rtt- « v. H »» ll»«Hrtt(S>-Cftraa Httin»«eber hü» r.er0(uwrtlidir* Dr. I Pate jitrrmaHB tu Wib^OftniB. Freitag, 7. X. 1921. Nr. 62 Wonnement K©ti.Kmmonatl- K 7.- Dolksbl V. •if' Da» ^»Sikche »oIf«bl«tr t« fsfs.a Lokalblatt sondern al» verkano »eiton« danti derute» den "Atonalen. kulturellen nnd «ertlchattltche» ^ereye» de, bewutztcnj Aurenschat» Im «an,«n e»cke«o- Ucwakilchen Staate und «n «Sali- ,ien nn dienen. - Inlerate koÄenk S0 d für oie Stach getvaltene MiUt tmeteracile- «ntrSae tü» un^s ,'erate Kbern-chmen aufter der: Admintitraiion alle «rbktere« Ata. noocenervrditwni'n Erlchetns ie> den Freitag. 5. Tischri 5682. Ser Fahrerbericht Herbert Samuels. Einleitung. Anfangs September erschien als „Weißbuch", von der englischen Regierung herausgegeben, der erste Bericht Herbert Samuels. Nach dem Mandatsbericht hat die Regierung von Palästina alljährlich einen Bericht über ihre Tätigkeit dem Völkerbünde zu erstatten. Da das Mandat aber noch nicht in Kraft getreten ist, ist dieser erste Bericht als vorläufiger Bericht bezeichnet uno an die engl. Regierung gerichtet, welche ihn dem Parlament vorgelegt hat. Der genaue Titel des Heftchens ist: „Ein vorläufiger Bericht über die Zivilverwoltung von Palästina während der Zeit vom 1. Juli 1920 bis zum 30. Juni 1921. Auf Befehl Seiner Majestät im August 1921 dem Parlament vorgelegt." Der Bericht enthält eine umfassende Schilderung der politischen und wirtschaftlichen Lage in Palästina und eine neuerliche Darlegung der Politik, zu welcher sich Herbert Samuel bekennt sinsbesondere im Abschnitt H). Wir glauben unfern Lesern diesen Bericht unverkürzt zur Kennmis bringen zu sollen. BorlLusiger Berictn über die Zivilvcrtvaltung in Palästina, f. Der Zustand Palästinas nach dem Kriege. Als die Armee General Allenbys in einem str glänzenden und entsckeide'.lden ifeldzng, wie er nur je in der Geschichte verzeichnet ist. Pa-' löstina eroberte, besetzte sie ein durch den Krieg ausgesogenes Land. In die Bevölkerung mären Lücken gerissen; die Bewohner der Städte waren in schwerer Notlage; viel Slckerlend war unbebaut geblieben; der Stand an Pieh und Pferden war tief gesunken; die ohnedies spärlichen Waldungen waren fast verschwunden: die Orangen Pflanzungen waren infolge des Mangels an Bewässerung zu Grunde gegangen: Haiwel und Verkehr standen längst still. Eine Militärverwaltung wurde für das Land eingerichtet. Nahezu zwei Jahre lang ar- ™u„um ., . beitete sie mit großer Hingebung an feiner Mme »der aeaen Soteiniettbuwslitä Betast!. Wiederherstellung. uin!oerwnttrmgssr,^em wurde, so gut es die Verhältnisse erlaubten, ringerichtet. Die nach dem türkischen Recht bestehenden Steuern wurden eingehoben und ihr Ertrag für die Bedürfnisse des Landes ausgegeben. Eine von der anglo-ägyptischen Bank zur Verfügung gestellte beträchtliche Summe wurde seitens der Regierung in kleinen Beträgen an Landwirte verliehen und setzte sie instand, Vorräte und Saatgut zu kaufen und ihre Wirtschaft teilweise wieder herzustellen. Wohltätige Gesellschaften anderer Länder kamen den Bedürftigsten zu Hilfe. Der Han '-d hqatu neu aufzuleben. Er wurde durch die neue Eisenbahnverbindung mit Aegypten» die während 235.000 in den größeren ^Städten,^l65.000 ^in ( den kleinen Städten und Dörfern. Vier Fünftel - der ganzen Bevölkerung sind Mohammedaner. Ein kleiner Teil davon sind Beduinen; dro ' des Feldzuges für Zwecke militärischer Transporte errichtet war, gefördert. Auch ein mit de^ gleichen Absicht errichtetes Netz guter Straßen sietä si.£ iSÄSSSi« °läm?nd"'-n Lckmst K Z?» s-bl-, Rest st°hs,t d» -der degm- - «tTTS* wie Belgien «der W-Ies!ch>,ch.-°chM^n unm-en ».rche -n. -me gemachte es seine geographische Lage in alten ^rmge Zahl sind Protestanten. Zeilen und könnie es wieder zu einem Mittel- Das jüdische Bevölkenrngselement zählt punkt van nicht geringer Bedeutung für bett! 76.000. Fast alle sind während der letzten vier- Handelsverkehr der mlsoedchnten Läuderge- Ujg gaf,rc nach Palästina gekommen. Bor 1850 biete ringsum machen. Innerhalb der Grene5;m Lande nur eine Handvoll Juden, zen einer Provinz zeigt das Land eine Manfeen folgenden 30 Jahren kamen ein paar nigfaltigkeit des Bodens und Klimas wie sonst * h„ndert nach Palästina. Die meisten von ihnen eilt Weltteil. Es ist ein Land der Berge und! waren von religiösen Motiven geleitet; sie ka- Ebenen, der Wüsten und lieblichen Täler, mit! men, um jm Heiligen Lande zu beten lind zu Seen und Meeresküsten, mit steilen Bergen, f jtcr{>cn und in seinem Boden zu ruhen. Nach die im äußersten Grade verödet sind, und Verfolgungen in Rußland vor vierzig ltu Weiten Ws toi MM Mtcknüi. Wiffton, M.«M> r°M«K % {« uSor fiMfn Stömn enhnfl kl v 3fr suchen in allen Städten der teß quisiteun mttgen. *WWt “ . Mhr.-Ostrau, Lukargasse vbreiten Strichen fruchtbaren Bodens. Die Re genmenge von Jerusalem kommt der von London gleich, Die Wasserfrage ist fast im ganzen Land keine Frage der Menge, sondern eine Frage des Haushaltes und der Verteilung durch Pumpwerke. Jeder Tourist sieht und jeder hier wohnende Europäer weiß, daß das Land vor dem Kriege und heute noch unentwickelt und unterbevölkert war und ist. Die Methoden der Landwirtschaft sind größtenteils primitiv; das jetzt bebaute Gebiet könnte weit mehr produzieren. Es gibt ferner große anbaufähige Gebiete, die unbebaut blieben. Die Gipfel und Abhänge der Hügel sind hervorragend geeignet für Baumpflanzungen, es gibt aber keine Wälder. Meilenweite Sauddünen, die für den Anbau gewonnen werden konnten, liegen unberührt und bilden durch ihr Anwachsen eine Gefahr für den Ackerbau in der Nachbarschaft. Jordan und Jarmuk bieten Wasserkräfte im Uebersluß dar. Sir sind ungenützt. Manche Industrien — zum Be ,-! spiel Fischerei und Anbau und Berarbenun', i des Tabaks — wurden durch die türkischen Gesetze unterdrückt: keine wurde gefördert; die j Märkte Palästinas und der Nachbarländer werden fast ausschließlich von Europa be- > schickt. Der Seehandel, soweit er besteht, wird tauf den offenen Reeden non Jaffa uno Haffa labgewickelt: es gibt keine Häfen. Die religiösen und historischen Beziehungen, die für die ganze westliche und einen Teil der östlichen Welt die stärksten Anziehnngskräftr haben, haben bis nun Palästina erst einen Teil der Pilger und Reisenden zugeführi, die unter besseren Bedingungen zu seinen Helligtümern und ehrwürdigen Plätzen sttömen würden. Das Land ist unterbeoölkert, weil es unentwickelt ist. In ganz Palästina leben heute kaum 700.000 Menschen, viel weniger als in Galiläa allem zur Zeit Christi*). Davon leben *) Siehe Sir George Adam Smith: Historische GeogreiPhie des Heiligen Landes, Kapitel LU. Jahren, nahm die Bewegung der Juden nach Palästina hin größere Maße an. Jüdische landwirtschaftliche Kolonien wurden begründet. Sie entwickelten den Orangenbau und gaben dem Orangenhandel von Jaffa Bedeiltung. Sie bauten Wein und verarbeiteten und exportierten ihn. Sie trockneten Sümpfe aus. Sie pflanzten Eukalyptusbäume. Sie übten nach modernen Methoden alle landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Heute gibt es 64 solcher Siedlungen, große und kleine, mit einer Einwohnerzahl von etwa 15 000. Jeder Reisende, der sie besucht, empfängt einen starken Eindruck von dem Gegensatz zwischen diesen schmucken Dörfern mit den schönen Flächen blühenden Landbaus ringsum und den primitiven Lebens- und 2lrbeitsbedingungen ihrer Umgebung. Der Erfolg dieser landwirtschaftlichen Kolonien erregte das lebhafte Interesse der über die ganze Welt zerstreuten Massen des jüdischen Volkes. In vielen Ländern lebten sie unter dem Druck von Ges-tzen oder Gebräuchen, die ihre Fähigkeiten banden und ihre Energien lähmten: sie sahen in Palästiira die Möglichkeit eines Heimes, wo sie frei leben könnten. Tief unzufrieden, wie ein Großteil von ihnen war, mit einem Leben des Kleinhandels in überfüllten Städten, lauschten sie mit willigem Ohr auf den Ruf eines gesünderen und schöneren Lebens als Bebauer des Landes. Manche von ihrren, die bereits Bauern waren, sahen in Palästina die Möglichkeit auf nicht weniger fruchtbarem Boden, aber in einer weit fteieren Umgebung zu leben, als woran sie bisher gewöhnt waren. Ueberoll begann eine große Zahl von Juden, deren Religion sie in hoheni Maße anleitet, geistig in der Vergangenheit zu leben, ein aktives Interesse an jenen Teilen ihres Rituals zu nehmen, die mit bedeutungsvollem Nachdruck von der Verknüpfung ihres Volkes mit Palästina sprachen; Gebete, die sie bisher Tag für Tag und Woche für Woche mit der lässigen Aufmerksamkeit gesprochen hatten. die eine mögliche, aber weit entfernte Aussicht hervorruft. Mindestens bei einem großen Telle der vierzehn Millionen Juden, die in allen -.andern der Erde verstreut sind, gewann d,e zwm stische Idee Boden. Sie fanden darin das größere und höhere Interesse außerhalb der Sorgen und Interessen des Alltags und daruer hinaus, das jeder, der nicht völlig maierialtstifch denkt, irgendwo suchen muß. Man bildete Gesellschaften, die Ländereien tu Palästina für weitere jüdische KolonisatML, tauften. Die hebräische Sprache, die außer sur Zwecke des Gottesdienstes feit vielen Jahrhunderten tot gewesen war, erlebte einen ne ten Frühling. Ein neuer Wortschatz wurde in tm* geschaffen, um den Bedürftnssen des modernen Lebens zu entsprechen. Hebräisch-ist jetzt die sch? von der ganzen jungen jüdischen Generation m Palästinä und einem Teil ihrer Eltern gesprv^ chene Sprache. Die jüdischen Zeitungen werde' in ihr geschrieben. Sie ist die Unterrichtssprach in niederen und höheren Schulen, die Sprach der Predigten in den Synagogen, politischer Re den und wissenschaftlicher Vorlesungen. Große Geldsummen wurden in Europa und Amerika. gesammelt und in Palästina ausgeg«-. den, um die Bewegung zu fördern. Viele hofften auf eine ständige jüdische Einwanderung, ländliche Kolonisatilm und industrielle Entwicklung, bis schließlich die Juden der ganzen Welt ein Land haben könnten, in welchem ihr Volk ein politisches und ein geistiges Heim haben, m welchem vielleicht der jüdische Genius die Leistttngen wiederholen könnte, mit denen er der Menschheit vom selben Boden aus van alters her so große Dienste erwiesen hatte. Die britische Regierung würdigte die Realität, die Stärke und den Idealismus dieser Bewegung. Sie anerkannte ihren Wert, als sie irr künftige Entwicklung Palästinas bestimmte, das jetzt allem Anschein nach in die britische Einflußspdäre gelangen dürfte. Sie beschloß, der zio«ssstischen Idee innerhalb gewisser Grenzen ihr« Billigung ,md Unierstützttttg zu gewähreu. Durch Mr. Va'.four, damals Staatssekretär Auswärtiges, gab sie im November 1916 die so! gende Deklaration: „Seiner Majestät Regiening betrachtet wohlwollend die Errichtung eines jüdisch« nationalen Heimes für das jüdische Volk in Palästina und will ihre besten Kräfte nutzen, um die Erfüllung dieses Zieles zu erleichtern wobei wohl verstanden ist, daß nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und religiL» sen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemein-i schäften in Palästina oder die Rechte und dam politischen Zustand der Juden in ürgendn«^ «Yen Ländern beeinträchtigen könnte." Diese Erklärung wurde von der Masse der jüdischen Volkes in der ganzen Welt mit wärm^ ster Dankbarkeit und Begeisterung aufgenom» nren. Nach der Besetzung Palästinas wurde mit Genehmigung der Regierung eine Zioniftischr Kommission dorthin entsendet, um Maßnahmen Feuilleton. blue Schabos'schuwg'Deroscho. Ueber Einladung des orthodoxen GemiluS-Chasodim-Vereines in M.-Ostrau hielt der Kultusvorsteher Herr Dr. Alois Hilf am Echabos-schuwo 5081 im Bethause dieses Vereines einen Vortrag. Nachdem er mehrere Stellen der Thora erläutert hatte, fuhr er ungefähr folgeirdermaßen fort: Ich würde meiner Aufgabe nicht vollkommen gerecht werden, wenn ich nicht auch einiges aus den Newiim und Kesuwim Vorbringen würde. Hiezu bietet mir die heutige haftoroh willkoiitmene Gelegenheit. Die heutige haftoroh beginnt mit den Worten: »Schuwo jisroel ad adonoj elohecho". Kehre Israel zu deia.iu -u.' zurück, und nach dem Anfangswor»-! - der -.migc Schabos auch seinen Name,nun nun zu jemandem rurückkehr,m . n-.ünm zwei Vorbedingungen botfKiuOvu sein. Erstens muß man schon einmal bei ihm gewesen sein und zweitens muß man wissen, wohin und w i e man gehen soll, um zu ihm zurückzukomm7n. <Hier legte der Vortragende, unt sich dem Geschutacke seiner Zuhörer anzupassen, seine Worte einem Zlebbe in den Mund und sagte:) Hierüber hielt nun ein Rebbe irr eiltet sehr pommen Gemeinde am Schabos-schuioo eine Deroscho und sagte: Jeder Mensch war schon «nmal bei Gott. Das ersehen wir aus ^ener Stelle unseres täglichen Gebetes, in welcher es heißt: elohai, neschomo schenosati bi, te-I hauro hi, die Seele, die wir von Gott empfingen, ist rem von ihm gegeben, von ihm gebildet, von ihm uns eingehaucht. Vollkommen rein ist sie von Haschen: jisborach zu uns gelangt und nur durch die Verbindung mit unserem Körper wird sie befleckt. Wenn wir sie nun unserem Schöpfer rein zurückstellen wollen, dann müssen wir wissen, wohin wir gehen sollen, um zrr Gott zu gelangen und wie wir uns dabei verhallen sollen. Darüber hat uns nun haschem jisborach durch dowid banrelech eine genaue Auskunft gegeben. Do- »vid hamelech fragt nämlich im 15. Kapitel tehilim: Adonoj mi jogur beoholecho, mi jischkon behar kodschecho? Mein Herr, wer wird in deinem Zelte wohnen, wer wird weilen aus deinem heiligen Berge? Darauf antwortet er: haulech tomim uphauel zedek wcdauwer emes bilowowau, das heißt, der, welcher redliche Wege geht, Gerechtigkeit übt und sich selbst die Wahrheit sagt. Er meint dabei, einem Ländern die Wahrheit zu sagen ist keine Kunst, das trifft jeder. Sich selbst die Wahrheit zu sagen, das ist schon schwerer, das will nicht jeder tun. Man soll aber immer sein Gewisstn sprechen lassen und das meint dowid hamelcch, wenn er sagt: dower emes bilewowau. Dann sagt er weiter: Wer nicht verläumdet, wer seinem Nächsten nichts Böses antut und tim nicht beschämt. Wer Gemeines verachtet, Gottesfürchtige ehrt und Schwüre hält, wenn es ihm auch Zum Nachteile gereicht. W r se'n Geld nickt au: Wuckerstnien aibt und keine Bestechung nimmt. Wer sich so verhält, der wird in Ewigkeit nicht wanken, der wird zu Gott auf seinem heiligen Berge kommen, der wird chelek beaulom haboh haben. Schon während der deroscho sieht der Rebbe, wie reb Schmarje, den er ganz gut kennt, von dem er weiß, daß er in seinem Geschäfte nicht immer auf Redlichkeit und Rechtlichkeit hält, daß er im Zinsennehmen eine leichte und im Zedokogeben eine schwere Hand hat, fortwährend mit dem Kopfe schüttelt. Wie er mit der Deroscho fertig ist, ruft er reb Schmarje zu sich und fragt ihn. warum reb Schmarje habt Ihr eigentlich so mit dem Kopf geschockelt? Da sagt reb Schmarje, Rebbeleben, Vas versteh ich nicht. Ich leg jeden Lag Talis- und Tefilin, halte streng auf kaschrus, kauf' mir wegen auneg schabos immer den schönsten Fisch und die größte Gans und trag' selbst beim größten Regen am schabos keinen Schirm und das alles soll nichts gilten? Von dem sagt dowid hamelech nicht ein Wort? — Da stutzt der Rebbe, schaut reb schmarje fest an, streicht sich feinen weißen Lort und sagt: Mein lieber reb Schmarje, Ihr stellt mir da eine schwere Kasche, ab.w ich will sie Euch veremfern. Hört zu! Ich will Euch ein Moschol erzählen. Es war einmal ein König. Der regierte über ein großes Reich mit sehr, sehr vielen Menschen. Da kommt eines Tages der erste Minister und sagt zn ihm: Mcij stät, ha' en w viele Menschen irr Ihren: Reiche. Darunter sind ja auch schlechte, die werden aber von h Gerichten bestraft.^ Es gibt aber auch Vst sehr gute; für diese geschieht gar nichts. I möchte Vorschlägen,, daß den guten Men äh eine Belohnung zuteil wird. Darauf sagt d König: der Vorschlag gefällt mir; was soll machen? Da sagt der Minister: Ich mück den Antrag stellen, daß Eure Maststüt in d schönsten Gegend des Reiches eia prachtvoll schloß erbauen lasse, in welchem E >rc Mr stät Wohnsitz nehmen mögen und dahin soll alle guten Menschen kommen können, u dort Ausenthalt zu nehmen und sich fit te: , dem Anblick Eurer Majestät zu erg Tun. Denr König gefällt dieser Vorschlag m läßt durch seinen tüchtigsten Baiuneister der herrlichsten Gebirgsgeg- - stines Reich auf dem höchsten Bergesaio . ein wund volles Gebäude ailsführen, alles af allerschönste ausstarten und bezieht t Schloß. Er glaubt nun, daß alle die wund vollen Räume bald vc-llgesüllt sein werd Es ist dies aber nicht der Fall. Erst nach lc ger Zeit kommt einer, dann nach einer kän ren Zeit noch ein zweiter hinauf, abgemi und in Schweiß gebadet. Darüber wund sich der König und läßt sich den M'nis kommen und sagt ihm: Du hast mir von vielen guten Menschen gesprochen, die an r kommen wollen und ich merke nichts da-, Gibt es denn wirklich nur zwei gute Mensck m meinem Lande? Da sagt der M '-ist Majestät, verzeihen, das ist durchaus nicht ' ^all. Ich stabe *iue miv-' Menge von M ■iliiill fl t~-II- '"M ' I