Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 53 (5.8.1921)
- Date
- 1921-08-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/9610648-9611118-9610939--286-9610940- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
werdet üsSSsi- «Sss®* Wünsch zu&ammi d‘ 10l>«fe 40 S'- Kerten <z>/. p>, ifcuwteftuÄuchskher s moderater Konrtruktion mit ÄM ach und Kombination, wetten, Sicherfieltnclfe ir als überall, Spnlata?avlu, Sdil-Ostra» 1s „Kino Pa lau'1. - - - lg für die >ste zionistische Werk Je«1»* VA 56 -ndern ans. * Jiet£' fr 3!teiä22^,0{6'ne?« n‘fär^>. s« ************* II Kasse» m Schaub A.bak'ton und RLmintftrcttion: MSb-Ych-Oftrau. Lanaeaasse S«. Ma»^ikrtple auch mit Rückvori»- werden nur ohne GewSlir anac. nommen und anibewahrr Eine Berpklichtunn znr Nückienduna wird nicht inerkannt. Svrcc^ klunöen de^ Redaktion täglich von U dtS 8 Utzr vormittags. Eigentum de< ^üdtichcn Ler« läge«' reg. tjpen. m b. H tn Mätzrttch-Lftraa Herausgeber und I verantwortlicher Redakteur Dr. t Hugo Herrmann tu Ltätir.-Oftrau. '"H-l-"'!? ' 2 stk. (Krlii) I SJUft«* Reis ,shafti Freitag, 5. VIII. 1921. Nr. 53 3. Jahr. ttjWLLS»** monatl. E.?.— "Das „Iüdiiche VolkSdlatV' ikt kein eskak^'at«. «andern al» «erfandzeikirng daan ^-uie». de», nationalen. kultureLkvchnd» lÄrtichatt» lichcn Üntercidur" der. benEen Iudenschast im -ganzen^..tk-ksechoslowakisch.'n Staate iükd «n Gali. zien an dienen. - Inserate kosten 20 I, kur die Nach gespaltene MilinietoiÄi’Ut -.'lnlräge «ür Sn» K’istr libernchmcu antzcr der Administration alle gröberen Ännoiicenerpeditionen Erscheint teden örcitag. aezahtts Betrao a ,e Verl© jaasssm mTeV***" ind?® 3 M* irte * k. Kc-1 ®tn«Ä ott u«6. roM, [ »vd boä.— % Zur gegenwärtigen Lage. Bon Davis Trietsch. Zn Le» letzten Aeußerungen Sir Herbert Samuels und Pros. WeizmannZ sowie zum gegenwärtigen Stand und den Aussichten des Palästtnawerkes überhaupt sind wir in der Lage, unseren Lesern die folgenden Aeußerungen Davis Trietsch' zu übermitteln, der erst kürzlich von einem längeren Aufeuthalt in Palästina zurückgekehrt ist, und dessen Kenntnis des Landes und seiner wirtschaftlichen Verhältnisse und kolonisatorischen Möglichkeit auf eine sehr lange Zeit zurttckgcht. Die Rede des .High Commissioners vom 3. £utnt. bie auf viele Juden wie ein Tonnerschlag gewirkt hat, ist — abgesehen von dem mehr zu» fälligen Anlaß, den die pogromartigen Ausschreitungen von AnsMg Mai gegeben haben — eine Konsequenz der bisherigen Untätigkeit der Inden bezüglich Einwanderung und Kolonisation. Tie Balsour-Erklärung und das Resultat von Satt Nemo tvaren nickt so gemeint, daß den Juden ein Privilegium gegeben werden sollte, dessen Wirki' imfcü unabhängig davon wäre, ob davon Geranch gemacht lvird oder nicht, und ob das Ausauwerk klein und langsam, oder aber groß und hnell vor sich ginge. Tie den Juden gebotene Chance legt ihnen ie Verpflichtung ans, davon Gebrauch zu machen, sm anderen Falle könnte das außerordentliche Anebot nicht ans die Dauer auirecht erhalten werden. >ie tatsächliche Einwanderung des letzten Jahres, ie sich aus durchschnittlich Tausend per Monat elief, war viel zu gering. Sic bestand überdies I in einem weitaus zu hohen Maße aus unbemittel- )ten Leuten, die noch dazu nur durch Beschäftigung s bei öffentlichen Arbeiten der Regierung ihr Brot \ finden konnten! Die arabische Landesbevölkerung, die in ihrer großen Mebrzahl ein friedlicke?, arbeitsames und an politischen Dingen gänzlich uninteressiertes Element ist. hätte eine starke südifche Einwan-dernng freudig begrüßt, da sie aucb ihre wirtschaftlichen Verhältnis«« wsot HLtta, sowohl iras een Absatz ihrer Produkte und den Verkauf überflüssiger Lcmdilächen, sowie erdichte Arb-its- Gelegenheit betrifft. Aber der Ausbleid einer Ein. Wanderung von Mensck>en -und imirteln unter gleichzeitiger Betonung der durch die Balsour-Er. klärnug geschaffenen politischen Siyi>crtion könnte hie Araber verbittern, die darin den Anspruch einer Minderheit auf politische Majoritätsrechte erblickten. Der High Eommiisioner dürfte die im Laude umgehenden Befürchtungen der Araber sehr r i ch. t i g bezeichnet haben, wenn er einer Meinung ent- Feuilleton. Auszüge aus der Literatur. Von M. I. R. l. Ueber Asiimilalionsjuden. (Die jüdische Aktion. Programmschrift des Herdervereines in Prag. Prag 1919.) „Die innere jüdische Konstruktion erwies sich als stärker und gesünder als alle charakterumbildenden Versuche. Wo diese Versuchs aber erfolgreich waren, wo es dem jüdischen Selbsthaß trotzdem gelang, sein Objekt zu vergewaltigen, dort repräsentierte sich der Erfolg als jener entartete Typus des Judenchristen, der sich die Verachtung von Jud und Christ gleichmäßig erworben hat. Aber auch in der Nachkommenschaft der Mischehen pflegt das jüdische Element oft derart charakterbestimmend zu wirken, daß auch sie yls echte Erberk jüdischer Raffe angesprochen werden können. Und darum gilt uns der jüdische Charakter als unzerstörbar. Wohl kann er durch Assimilation verdorben und verlogen werden, aber nie wird es dem Asiimilationsji.dm gelingen, jene innere Sicherheit und Ausgeglichenheit zu erreichen, welche in der Harmonie des Willens mit dem Erleben die Persönlichkeit schafft." „Dieser dekadente, gegen sich zenaende Typus, der sollte die Lösung des jüdischen Problems bedeuten? Nein, er entwürdigt sie nur zur Karrikatur, er, die schlimmste Karrikatur auf Menschenwürde." 9. Asber das orthodoxe Judentum. (Die jüdische Aktion. Programnischrift der Herdervereines in Prag, 1919.) .'.Auch wer die Usberzeugungen des religkosen Konservativismus nicht teilt, empsuidet Respekt vor jenen Männern, welche gegentritt, als ob den Arabern „ihre heiligen Stätten und ihre Sieder weggenommcn und Krem» den gegeben werden sollten, die das Recht becm, sprachen, die muselmMische und christliche Majori» iät zu beherrschen." Was die einschränkenden Bemerkimgcn be» frisst, mit denen Sir Herbert Swnuel von der weiteren jüdischen Einwanderung spricht , so ist darin nichts gesagt, was nicht schon früher als einzig vernünstiae Form jüdischer EinwMdcrimg geaolten hätte. lUeberdies stellt sich ja nachträglich heraus, 'daß Sir Herbert Samuel damit nrrr einen Satz aus seiner Antrittsrede von Mitte 1926 wiederholt hatte.) Das Land ist groß genirg und ztt einem hinreichend großen Teil sogar landwirtschaftlich un, ausgenutzt, um — bei seiner besonderen Eignung für den intensivsten Kulturen — einer sehr großen Einwanderung Spielraum zu geben, tmd noch viel mehr gilt dies von den städtischen und gartenstädtischen Formen der Kolonisation. Juden gibt es, in größter Menge, die auf eine wirkliche Oeffnung des Landes, d. h. eine solche, die ihnen Re Möglichkeit der Einwanderung bietet, warten, um dorthin aufzubrechen. An Land und Volk fehlt es also nicht, und als einziger Maßstab, von den Möglichkeiten und Umfang.der Einwanderung abhängig sind, bleibt das verfügbare Geld. Wer die ganze Frage von der höheren Warte eines guten Ueberblicks über die wirtschaftlichen Verhältnisse und Möglichkeiten, die im jüdische'c Ausbau Palästinas liegen, betrachtet, ist in der Lage, die Summe nennen zu können, die im großen Durchschnitt nötig ist, um eine EinwMdertmg zu ermöglichen. Ich habe als diese Ziffer bei unterstützter Kolonisation einen Betrag von 200 Lstr. per Familie errechnet, die schon wesentlich höher ist als die entsprechende Vorkriegsziffer, bei der aber auch die Verbilligungen in Betracht gezogen sind, die uns der große Maßstab unserer Aktion ernroglickt. In der Tat dürfen wir ja gerade an, gesichts der a„s allen Gründen notwendigen Einwanderung großen Umfangs auck mit den Vorteilen rechnen, die der große 'Maßsbab in Verbindmig mit hoher Arbeitsintensität, kleinen Flächen^und starker Her-anzielnmg der industriellen und sonstt» gen städtischen Berufe mit sich bringt. Die Summe ist übrigens von der neuesten Angabe Weizmanns nicht wesentlich verschieden, der in Amerrtka erklärte, mit zehn Millionen Dollars, die in diesem Jahr für den Keren Hajessod auszubringen wären, 50.000 Ehaluzim ins Land bringen zu könnm. Dies entspräche 200 Doll per Kopf, während meine 200 Lstr. sich mif die Familie beziehen. Dafür handelt es sich bei meiner Ziffer um die Schaffung der dauernden Grundlage der Existenz,- die aber auch in entspre. chendem Mahstab aus der Arbeit der Ehaluzim zu schaffen wäre. Wenn der High Commissioner also von der Beschränkung der Einwanderimg nach Maßgabe der Möglichkeiten und Mittel spricht, so ist nichr einzusehen, wen dies entmutiget', sollte. Es ist eine ganz selbstverständliche Forderung, die kein bcranlwörtlich senkender Mensch jemals hätte außer acht lassen dürfe. Unter der „Massencmigration". gegen die er sich wendet snachvem er alle die zahlrcichsn Kategorien ansgezählt hat, gegen, deren Einwanderung nichts cinzmoenden sei),. kann nur verstanden werden, mas über die mit den verfügbaren Mitteln durchführbare Einw.Mdcrung hinansgcht. Sache der Zionistischen Organifatioif, und der jüdischen Welt im weitesten Sinne, muß es nun sein, imter Bciseitestellnng aller Differenzen die Mittel heranzuschassen, die notwendig sind, eine Einwanderung größten Stiles zu ermöglichen eine solche, die auch die furchtbare Lage der Juden im Osten merklich und deutlich entlastet. Die Herbeischafjung dieser Mittel ist in der neueren Propagada als ein Opfer hingestellt wor. den. Ich bedauere das aufs Höchste. Ein sehr eingehendes Studium aller in Betracht kommenden Gesichtspunkte überzeugt mich und versetzt ntich in die Lage, auch jeden andern nüchtern und kritisch Denkenden zu überzeugen, daß der Aufbau Palästinas auf rentabler Basis durchgeführt werden sollte. Der Raum verbietet es hier, mit größerer Ausführlichkeit aus diese Frage eiuzugehcn. Es sei nur ganz kurz gesagt, daß Boden kauf und Vorbereitung'von Heimstätten, Häuscrbau, Anlegung von Straßen, Trockenlegung von Stimpfen und Auffcrstnng von Dünen (beides, abgesehen von allem anderen, zur Gewinnung von Land ohne Kansprciss — daß alles dies Tinge sind, die in der ganzen Welt und schon unter normalen Verhältnissen als gewinnbringend betrachtet werden. Umso mehr trifft es zu in unserem Fall, der mit Einwanderung nnd Kolonisation verbunben ist. Sogar die Aufwendung für Sanirätsunö Erzieh,ingswcseu,. die einzigen, bei denen der Gesichtspunkt der Unrentabilität in Betracht konrmen könnte, gehören mit zn den rentablen Ausgaben, ivenn, was selbstverständlich ist, der Wert der neu zu schassenden Heinistätte dadurch erhöht und die Steuerkraft dadurch verstärkt wird. Ich bin erbötig, vor jedem verantwortlichen Forum den Beweis zu liefern, daß unser Aufbauwerk auch im gegenwärtigen Stadium aus rentab. ter Grundlage durchführbar ist. Selbstverständlich ünd nicht alle Teile des Aufbauwerkes im gleichen Maße nnd Tempo»» rentabel zu gestalten,' manche aber sind so h o ch rentabel, daß ihre Rentabilität 1. Ab 5681. bic geringere der anderen Ausgaben mchr als ansgleicht' Ich bosse zuversichtlich, auch hmftchmch des Keren Hajcssod dieser neuen Ausfassung Geltung AU verschaffen, mit der diese größte Akttor» der jüdischen <^egen!vart unzweifelhaft zu besseren Erstügen zu führen wäre. , . Bon größter Wichtigkeit ist es, daß war die Einwanderung nach Palästina stets unter dem Gesichtspunkt einer großen Aktion und einer schwachen Anfangs komniender Dinge betrachten. Sind wir uns aber klar, daß diese Einwanderung zum mindesten für viele Jahrzehnte anhalten und riach stahl und Mitteln irwiier anwachsen wird, so acwinnt unsere ganze Tätigkeit viele neue Aspekte. In der Borbereiiung der Heimstätten nicht nur sindie, welche gestern kamen, soiidern auch für jene, welche morgen und im nächsten Jahre und weiterhin kommen werden, ist eine Arbeitsgelegenheit von immer wachsendem Umfang gegeben. Die Vorbereitung der-Heimstätten für die kommende Einwandrung kann durch geeignetcn Methoden auch zur Finanzierung der momentanen Ennwandertma l-eraugezogen werden. Damit wird unser Werk,nichi nur ui seiner Fortsetzung aufs Außerodentlichsie erlcicktert. Nun mit einigen Worten zn den Ergebnissen im5) der Politik der WelthilsSkonferenz und der kürzlich veranstalteten Wiener Tagung in Verbindung mit dieser Aktion. Biel zn wenig, scheint mir. «vird diese jüdische Welthilssbestrebung mit der Palästinasaacbe in Zusammenhang gebracht. Man versteht nicht hinreichend, das; Englmrd und die anderea Mächte mit 'hrer Erklärung zugunsten einer jüdisärcn Heiw> üätie in Palästina eben die jüdische Welthisse anf Palästina konzentriert sehen wollten. Die Hilst durch Zerstreuung ist sowohl im jüdischen Sinne, wie in dem der Möchte,' zwar nicht wertlos, aber durchaus minderwertig gegenüber einer Hilfe durch Konzentration, vorausgesetzt, daß eine solchgefunden werden kann. Nun treffen sin jüdischen Palästina-Gedanken die Wünsche der Inden und die Anerkennung dieser Wünsche durch die Mächte in idealer Form zusammen. Es 'cst daher fast unverstäudlick, trenn jüdische Politiker in twn Be. strebungen einer Hilfeleistung größten Skils so wenig an Palästina denken, wie es auf der Weli. Hilfskonferenz des vorigen Jahres sauf der ich allein für die engste Verbindung des HilsswcrGs und der Palästina-Aktion eintraf) und auch aus der kürzlich stattgehabten Wiener Sitzung der Fall war. In einer mir unbegreiflichen Weise hat man iu der jüdischen Welt immer noch die Vorstellung, als ob uns eine Menge Lander zur freien Auswahl offen stünden, während in Wirklichkeit der gegen die Vorkriegszeit unendlich gesteigerten die jahrhundertealte Form jüdischen Lebens, eines Lebens für Gott und Familie unverändert bewahrt haben." „Das Rechte tun, wie es das Gesetz vorschreibt, auf Gott vertrauen und das Ende aller Tage abwarten, an welchen der Messias erscheint, diese Lehren stärkten in bedrängten Zeiten des jüdischen Mittelalters Gesinnung und Lebensmut. Aber heute, da das Judentunr nicht mehr gesondert lebt, sondern in alle Probleme des modernen Europas mitverstrickt ist und zwischen diesen Problemen, an denen allen es beteiligt ist, auch das der eigenen Weiterexistenz lösen soll, da erscheint die alte Form, tn welcher der jüdische Geist durch Jahrhunderte gewachsen ist. zu eng geworden zu sein und nicht mehr imstande, seinen Betätigungen genügend Spielrauin zu bieten." „Daß jeder jüdische Brauch .... der Symbol einer Großtat jüdischen Geistes ist, daß man sich aber nicht mit Pietät begnüaen fon&ern Mittel und Wege für neue fetten tem jüdischen Geiste bereiten muß, das bleibt Orthodoxen unverttä--^^' Er ist und bleibt der Verga^^llM zugekehrt, während tterLjfb+nrfW jüdische Geist weiter wirkt und auf die Zukunft gerichtet ist. Darum ist die Orthodoxie auch nicht sähig,'wirksame politische Kräfte zu entbinden: ihr nach rücklvärts gewandter Blick, ihr zeitfremdes Urteil beflügeln ihre Anhänger zu keinen Taten, welche die geistige und physische Not der Diaspora mildern könnten. Aller Not des Daseins begegnet sie mit der gleichen Gottergebenheit, "dem gleichen Fatalisnuis. Und darum flieht auch die tatenfretidiqe Jugend aus ihren Reihen, du dsnr jüdischen Gedanken, dem Gedanken discher Zukunft opferbereit, aber nicht mit labmen Hirn und Armen anhängen will." IH. Die Nation ist nach Theodor Herzl „eine historische Gruppe Menschen von erkennbarer Zusänimsngehörlgkeit, die durch den gemeinsamen Feind zusammengehalten wird." Die Juden sind nach Theodor Herzl „sogar ein Volk von ganz außerordentlicher Zähigkeit der Existenz, da sie ihren Staat und den Besitz ihres Territoriums um 18 Jahrhunderte unter beispiellosen Qualen überlebt haben." IV. Das jüdische Volk. (Dr. Daniel Pasinanik, Die Seele Israels. Jüd. Verlag, Köln-Leipzig 1911.) Seite 66: „Wer konnte vor 100 und 200 Jahren auch nur wagen, an der Existenz eines einheitlichen jüdischen Volkes -y, zweifeln? Welcher Jude, welch?.- hätte eine solche Behauptung --iipuen können? Und heute sind.L^^Luden selber, die am meisten CVnC5 Volkes einer Volksseele negieren! UlchT^m existiert ein Etwas, daß das . En.tum zu einem ganzen macht und :,ü* wie ein Gespenst überall herumsvuckt un Gewissen des Juden, im Bewußtsein des Nichtjuden, bei den Phrlosemiten und Antisemiten, bei den Alten und Jungen Trost allem steht das Bild des Judentums vor dem Bewußtsem der Allgemeinheit als etwas Lebendiges und Unzerstörbares." Seite 70:71: „Man sagt, es gäbe kein Judentum, sondern nur Bürger der verschiedenen Länder mosaischer Konfession' die,^vonelnander getrennt, überhaupt mkteitnuder mchts Gemeinsames habem Und trotzdem roelcher Jude, und sei es auch der £f^e' fühlt nicht im anderen Juden ,etnei Stammesverwandten, mit dem er dtirch vielfache, unsichtbare, aber straffe ^^rknnpft jst, Bande, die außerhalb des Gbietes der Sprache, der politischen :aa«Bi iasawy,3,jBM'*n Ueberzengungen und der äußeren Kultürformen zu suchen sind? Und nichts ist von allen diesen Unterschieden zu merken, son- . dern es bleibt nur das verborgene Gefühl der Volkseinheit." Seite 104 105: „Israel ist ein einziges Volk, nicht bloß, weil die Feinde uns so schelten, sondern weil wir es innerlich füllen. Der afsimiliertefte Jude des entferntesten Landes ist unser Bruder; denn 1"^- alle Kinder eines Stammes, derf^wen dreitau sendjähriqen Geschichte, xcselben unzerstörbaren Werte, de«s-ckven Gottes. Lüge, Lüge ist all berede von Russen, Polen, Deick^J"' Franzosen mosaischer' ^uden sind sie alle, Söhne L?trt£cr des einzigen Gottes, in noch Spuren Jerusalems und Zwns fmden. Aus Freiheit und Kurz, stchtigkeit haben wir die Welt betrogen, als wir erklärten, wir feien keine Nation. Kann man denn auf , seinen Vater verzichten, kann man dre eigene Mutter verleugnnen? - f/^d unferen Eltern treu, mögen wie noch so lange im fremden Hause wohnen. ^^ä)t weil mem Vater der klügste Mann SW?ttcr bie tugendhafteste Frau, fon.' Ä u)fl es mein Vater, meine Mut. ter ist Und mögen wir verschiedene Spra« chen sprechen, verschiedene Sitten Üben "'den Tiefen unserer Seele klingt dieselbe ln^n^ei frohlockt dieselbe Hoffnung — Krzen aller Söhne Israels. "Da, Unb.wußtsein m Mn-, das tiefste Gefühl fSeLm-Wn5' iennt k^ne Staaten unr» k-me pulltsichen Grenzen, ofndern umfaßt a^ ganze Volk Israel, wo es sich auch' be. - stirden mag. Denn im Grunde sind wir alle Wm!°„ und Stieffmöer. W »ab°n nu? erbc^ ter °nÖ imö cine Mutter, (Schluß, folgt >