Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 51 (22.7.1921)
- Date
- 1921-07-22
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German
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Beachtungi asäaa *** nur m iilslTiii i Trafik Adler, QroB?(jä(). * «in» yerfa«ö«C 'Halvri", CheiiickjjaJ - nnnmm 'agtt von ©effromoforen, „ t. ciaffiafelit, Ventil fom; ialations* und VedackE “10 UM immmbbb neuaste >enkarf*j Meister. $alÄw/M^« , sowie vkrst/M?r« w. st Brossen sin. k )k „Samtllmk er; Skonti“ für Ä»ja ' yisiftm, Wm: So,r > 44*.»♦»»♦«• li Zeriö'es. ctitll« *4444*4**" tt. Müller. W Linicngaße N. ij permittelt tien tut S«r«« Sicrlangcn •■ «iickvorio Kc 'lrL KAUTSCH STEIß ESZEU» ositw* tS!M> Tel, 801' ****♦>♦♦+♦♦♦* asä-nrulend^^E^,^,^,,! er» au>- i. , ,.^K6 f°e^n eI,(S' '-'“i hart W°? , g pärbcf^1 t******** ohh. vK Mre'vgmmer 1 X. gie6rf*ton und AdminNitalion: MSö-'-sch-Osttuu. Äa»«caasik 44. zn„» /ifrtote auch mit Rückvori»- wcrücn nur obn« (TewÄht anac noinme» und ausbrwadti Ein« BerpUichlunv eut RückundunS wild rnchl tnerkanul. Sn-cl^ stunden de- Iledaktlun tügllch voo tt diS » Ui» onrutUtaas. Elktnluw b<-* ^übilch-r , beiloßt»* rtfl >*fnm d. -V «n a>loätitd)-Cftroa HttauSaebct nno vtranlworUlcher Sitdakitut At. Huna Hertmann in Mähr.-Oitrau. i Freitag, 22. Vil. 1921, Ue Sitzung des zionistischen Aktionskomitees. Nicht von Beschlössen oder sogenannten „positiven Ergebnissen" will ich hier sprechen, sondern von Eindrücken. Hatte ja das Aklionskomitee selbst daZ starke Gefiihs, daß es eigentlich nur den Kongreß norzubcreiten und dessen Stellung ntcht vorwegzunehmen batte. tlniere Tagungen sind selten geworden. Traf man sich früher drei- bis viermal im Jahre, so gab es seit dem Kriegsende erst vier Bewegungen' im März 1019. im Februar und im Just 1920, jedesmal in London, und jetzt in Prag. Und waren früher die zu beratenden Fragen verhälnismäßig einfach und leicht lösbar oder ausschiebbar, Fragen der Organisation und Propaganda oder prinzipielle Abgrenzungen, so stürzt jetzt ein Komplex schwierigster Bkoölente polinscher. kolonisatorischer und finanzieller Art über ims und heischt dringend Antwort. Aber das Mtionskomiiee sieht auch heute ander? aus als früher. Das Ijervorragendste Merk mal ist der Au'stieg der „Sonderoerbände", der scgenannten Fraktionen oder Föderationen. Mis° rachi, Poale Zion, Zeire Zion, Hapoel Hazair — bei vielen Mitimmungen hatten diese Gruppen, trenn - sie sich gegen die „allgemeinen Zionisten" vereinigten, die Mehrheit oder fast die Mehrheit. . Und der Großteil der Jugend steht im Lager der Sonderverbände. Das feststellen, heißt den Tatsachen ins Gesicht sehen. Die Zukunft der Bewegung liegt nicht bei den russischen oder polnischen oder deutschen und auch nicht bei den amerikanischen Zionisten, sondern bei den durch ein ideelles Proqramm über alle Länder geeinigten Richttmgen. Der stärkste Beweis für diele Behauptung besteht in der Tatsache, daß diese Föderationen, links und rechts sich betonet auch der Misrachi), einen unvergloichlich lebendigeren Zusammenhang mit Paiästina gesunden haben. So erklärt sich eine merkwürdige Erscheinung- Die Exekutive die ausnahmslos aus .^allgemeinen Zionisten" besteht und aus welche die Sonderverbände keinen unmil teilbaren Einfluß haben, erfährt gerade von diesen, neben scharfer, doch sachlicher Kritik, stark« sachliche Unterstützung, während sie von seilen der Landesverbände in kleinlicher nörgelnder, widersinniger Weise bekänrpft — nein, nickst bekämpft, sondern oerlcl-olten wird. Warum? Weil sie rtm ihrer ganzen Arbeit im Lande wurzelt und die Landesverbände für diese Arbeit kein Berständis aufbrinaen. Sie sind,an die Interessen ihres Alltags verloren, das Galuth beherrscht sie. Es war ein Jammer zu sehen, wie sich Russen, Bolen, Westeuropäer in steriler Nörgelet ergingen. Ein 'Trost, diese Russen, Polen, Westeuropäer gehören, einer vergangener Generation an. Der heutige Zionismus i st nicht mehr durch Bodenheimer, Rosoff, Braude, Fischer repräsentunt, sondern durch Berl Kallenelson, Twerskq, Rubanhofs. Kaplan, Blumenteld — der Misrachi hat die repräsentativen Persönlichkeiten noch nicht gefunden. Und las ist der Kern unserer Krise' daß vor dieser klar ausgeprägten Bewegung Manner einhergehen, die ihrer Arbeit nach schon dieser Bewegung, ihrer historischen Entwicklung nach noch jener absterbenden Generation angeboren. Die Zukunft gebärt den Parteien. Zum erstenmal hat es bei dieser Aktionskomiteesitzung —- das war ibr mächtiger Fortschritt gegenüber den 3. Fahr. monatl. K i — .... tft tcl» t« tct« Da«. Lokal! naleo!" cnkN!r^u«n ütz^ ^Äxtstbait. llchen i>ntereNen^-»«^ckie«ubw» Fudenlchatt km «an»»« "w*«*»“ stowakilchen Staate und in Gatt» ,«ea dienen. - Inlerai« koste« L0 d kür die Ssach gespaltene Mil» timetrr»ctle. ÄntrSae kür nnt'erat« übernehmen anher «er Administration alle gröberen Annoncenerveditioneir. Ertmetu» reden Freitag. 16. Thamus 5681. Londoner Konferenzen des Borjahres — Debatte^ über Fragen gegeben, an denen sich die Parteien orientieren können und müssen. Noch ist alles im Flussenoch haben die bestehenden Fraktionen ilre klaren Programme nichi gefunden und verstehen, selbst wo das Programm es bewirken sollte, nicht klar ihre Plattformen zu formulieren; aber die Borbedingunaen sind gegeben. Zu fragen wie jener der Haltung gegenüber der englischen Regierung, gegenüber Herbert Samuel» zur Schaffung einer jüdischen Wehrnmcht, zur Methode der land» wirtschastlichen Kolonisation, des Schulwesens wird in Hinklmft jede Partei ihre Antwort eindeutig geben müssen. Diesntal war es noch so, daß innerhalb der Poale Zion die enremste militaristisch, nation-alpolitische und die ebenso extreme antimililaristisch-pazifistische Richtung Ausdruck fand; innerhalb der Hapoel Hazair dre radikal ablehnende Haltung Engband und seinem palästinensische.. Vertreter gegenüber ebenso wie die realpoli tisch nüchterne Taisachenpolitik; aber daS sind Anfangs- Schwierigkeiten. Der. Krnstallisationsprozeß ist im Gange und wird weitergehen. Die stärksten Persönlichkeiten in der Bewegung sind Weizmann, Jabotinsky und Ruppin; sie, "und sie allein, verinögen das Aktionskomitee gegen seinen Willen zu bel-errschcn ihm ihre Richtung auszuzwingen. An Größe und Klarheit kom men diesen dreien Sokolow und Ussischkin gleich.' nicht an elementarer Wirkung. Wir können glücklich sein, eine solche Erekutioe zu staben; nichts verurteilt stärker die „Ästen", die Vertreter der Landmannschasten, als ihre negative^ Kritik der Exekutive. Wenn der Kongreß lebendig fetn wird — hoffentlich wird er es kein —, dann wird er diese Art der Kritik nicht dulden, sondern ihre Dertreter davon;agen. Ihnen geaenüber war Weiz. manns scharfer Peitschenhieb berechtigt: „Zeigen Sie den helleren Weg — oder halten Sie den Mund!" Tie Prager Sitzrmg stand turmkwch über den Londoner Konferenzen; chatten wir bisher wegen des Kongresses exnste Bedenken, so dürfen wir jetzt zuversichtlick' hoffen, daß er den Weg weitersühren wird, auf dem diese Sitzung ein bedeuten, der Schritt vorivärt? und auswärts war. Keine P-anazee, kein, stniversalmittel. kein Messias wird der Kongreß sein; aber was er seirt kann und wird, da? isiein iveiterer Schritt auf dem Wege zur Gesundung der zionistischen Bewegung und zur Verwirklichung des jüdischen Palästina. Herrmann. Dkr Sitzung des Großen A. 8. Nachdem Weizw-ann in der Vormittagssitzung vom 11. Juli sein großes Referat über die Poll tische Lage und die Arbeit der zionistischen Del» tion in Amerika erstattet hatte, wurde am Nachmittag in geschlossener Sitzitng die Generaldebatte über die Referate von Sokolow imd Weizmann durchaesührt Es wurde die Mitteilung gemacht, daß Dr. Weizmann infolge dringende politisckzer Angelegenheiten Dienstag früh nach London zurückkehrsn muß. Es sprechen die Herren Tenkin, Dr. Boden steimer, Dr. Braude, Dr Leon Reich, Trietsch, Jean Fischer, Rosow, Motzkin. In der Debatte wird die Politik der Exekutive kritisiert und von nieb-reren Seiten der Leitung vorgcworfen, daß sie staben, ivo sie ihm die Situation darstellten. Seitdem ist eine Zeit voll urivermittetter Schwannmgen vergangen und Palästina ist arm und leer gg» blieben.' Darum fordert der Redner, daß wir dt« Jllusionspvlitik liquidieren und endlich zu praM» scher Arbeit übergeben. Schließlich berichtet er über eine Reihe von Resolutionen, die der Waad Leumi in seiner Sitzung vom 25. ')uni hat. Hierauf spricht Jabotinsky. Er stellt in ausführlicher Rede dar, daß der Schlüssel %vx Situation in Palästina die militärische Lage ist. Tie militärischen Machthaber sind uns zum Test nickt srenndlich gesinnt und die Araber wissen da? und werden dadurch ermutigt, der jüdischen Ern- Wanderung Widerstand entgegenzusetzeu und jüdisches Leben und Eigentum zu bedrohen. Wir müssen daher rmbedingt für die Verteidigimg und den Schutz der Juden sorgen und der einzige Weg d-izu ist die Wiederherstellung der englisch-judlschen Bataillone. Als es '5000 jüdis^ Soldaten m Palästina g.ab, war völlige Ruhe im Lande, obwohl Aegypten gleichzeitig in Flammen stand. Redner erörtert eine Reihe von Einzelfragen, die mit dieser Frage im Zusammenhang steht. Sitzung vom Dienstag, den 12. Juli. Vorsitzender Motzkin: Den gamen Tag über wird die Diskussion des oor-gen Tages fortgesetzt. In erster Re'he wird die Ä -aberfrage besprochen und km Zusammenhang damit der Antrag von Jabotinsky diskutiert. Böhm betont dis unbedingte sitotwrndigkeit einer Verständigung mit den Arabern a!s Voraussetzung der Verwirklichung des Zionismus, da wir stets eine Insel im vrab shen Meere bleiben werden. Im zweiten Teil seiner Rede spricht Böhm über die Frage der Exekutive irtb erhebt Einspruch dagegen, daß man die Persönl'chkeiten, die Erekutioe gearbeitet haben in unzulässiger Weise behandelt. Es igehk nicht, daß wir mit unseren Personen isv umspringen und unsere wertvollsten Kräfte in triefet 2Bei?c vergeuden. Redner hebt hervor, daß auch Sokolow und Weizmann gegenüber nur kleinliche Kritik geüht wurde, aber kein Won der zu schwach ausgetreten ist Rosow kritisiert besonters WeizmannS Haltung in Anterrka, wahrend Motzkin in fetr eindrucksvoller Rede neben sachlicher Kritik der Leitung auf Grund seiner eigenen Erfahrunaen darlegt, warum Weizmann nicht anders bandeln konnte. Trietsch beschäftigt sich vor allem mit der Frage der neu.n Exekutive und wendet sich dagegen, daß Ruppin das Ressort für Kolonisation erhalt, da er nach Trietsch's Meinung auk falichen kolonisatorisch-'n Anschauungen aufbaui. Auch die Frage des Lberkommissärs wird von den meisten Rednern behandelt und seine Maßnahmen nach Nnu Jaffner Pogrom werden schar; angegriffen. Rach den genannten Rednern ergreift Dr. Weizmann das Wort. In .zroßangelegter Rede setzt er sich mit den Vorwürfen auseinander. Er weist nach, daß er gezwungen war, selbst nach Amerika zu fahren, weil niemand anderer diese Arbeit hat tun können. Sodann berietet er über lie verschiedenen Strömungen im englischen vvlitischen Leben, mit denen wir rechnen müssen. Auf Einwendungen anderer ssiedner eingehend, bespricht Weizmann nochmals ausführlich das amerikanische Problem. Er sagt, Brandeis habe nur ein negatives Programm gehabt: wir haben kein Geld, die Politik ist zu Ende, Erziehung soll nicht gemackst werden usw. Er hat de Haas von Stadt zu Stadt geschickt und in jeder Stadt wurden Aktiengesellschäften gearündet. Es ist gut, daß daraus nichts geworden' ist. Denn sie hätten deii Zionismus diskreditiert. E? handelt sich in Wahrheit gar nicht um die Kritik der Palästina-Arb.:it oder um technische Fragen des Keren Hajestod. In vielen Punkten der Kritik bin ich mit Brcmdeis einverstanden und wegen der technischen Fragen hätte ich es nicku zu einer Spaltung kommen lasten. Aber es Handel' sich um die Grundauffassung des Zionismus^ und da konnte ich nicht nachaeben. Tie Herren, die in Pirtburg das radikalste Programm beschloffen haben, haben plötzlich in Buffalo neue Gegensätze geschaffen. Wenn in vielen Punkten das A.-K. vor ein iait accompli gestellt wurde, so müsten Sie bedenken, daß ich heute in London sein mußte und morgen in Jerusalem und übermorgen in Amerika und viele Beschlüsse mußten auf der Eisenbahn oder auf dem Schift gefaßt werden. Da war e? ----- ----- -- _ nicht möglich, das A.-K. einznberusen. Wenn ein Bewunderung und des Dankes für ihre unge Mann alles mmhen muß, dann dürfen Sie nichts heute Arbeit. L.,at»:ch wird eme Stimmung Herkommen und nachher kritisieren. Geben Sie der Verärgerung geschaffen, statt einer Asthma lieber die Männer, die die Verantwortung mit tragen können. Zum Schluß erklärt Redner, daß in Palästina einschneidende Aenderungen vorgenommen werden müsten. Es müsse eine sinnvolle arabische Politik geführt und cm« Bodenpolitik und ein Minimlim an ko^onis-atorischer Politik sestaelegt werden. Solche Aenderungen sind aber etwas ganz anderes, als drsjetiige, was Herr Brandeis verlangt hat. Die Rede Weizmmrns hinterließ einen sehr starken Eindruck. Die Debatte wurde in einer Nachtsitz,mg sortgefiihrl. Es sprachen: Ruppin tzKownof, Stricker sWienl, Sprinzak sHapcel Hazair, Palästmal, welch letzterer über die gegenwärtige Stimmung im Lande berichtet, daS er vor zehn Tagen verkästen hat. Die niedergedrückte Stimmrmg fei ■ vor allem darauf zikrückzufübren, daß in den drei Jahren trotz des Aufschwunas der Politik gar nichts gefchasfen worden ist. Redner erinnert an die llnterredunaen, die er und seine Freunde vor drei Jahren mit Weizmann gehabt pbäre des Vertrauens, Berk K tznelfon lÄ hdntb Awpdah» spricht über die Araberfrage und b»' tont, daß auf Seite der jüdischen Arbeiter kstH ehrAchste Absicht ist, gute Bezieh «zeu zu k«n Arabern zu schaffen. Er koktssiert oie H'ük'ung Samuels und betont, daß das Miritär und die' PoMeL ie Hauptrolle gespult hat bei den fetzten Vorgängen. Samuel und die Clique, df: ihn uwgikbt hat dazu beigetragen die arabische- 8«-- wegung zu organisieren. Redner wendet -sich dagegen, daß Samuel bei drei Gelegcnbei'en »->- berechtigterweise oas Sch rgwort vom Bolfche wrsmus mit der jüdstchen Sach: in Verliirdunp gebracht hat. Hierauf seht Sokolow i-, cusführllcher ties-- grümrige'r Rede seine Anschauung über di: Holftischen Fragen, insbesondere die Frage des Lbeekommissärs, die Araberfrage. die Poltik gegenüber Frankreich und dem Vatikan, sowie - seine Zmilletov. Dr. Chaim Weizmaun. Im „The Jcwish Daily?7rwStJüvischeS Ta^blatt» in Ne«?)ork vom 8. April gab I. L. DoltdanSkn folgendes Eharatker» ' und Tätigketihbild Prof. Dr. Cbaim WeizmannS. Amerika hat jetzt die Ehre Dr. Chaim Weizvaml den Präsidenten der zionistischen Weitorgasisasion und den Mann, der die Balsour-Deklacation, das Palästinam-andar und die Entscheidung von San Remo ermöglicht bat, zu bewillkommen- Jede große Epoche sckiastt ihre Menschen, jede < :T>|e Reform in der Welt bringt die Männer \y< r.wr, welche diese Reform durchführen. Ter eroße Moment in der zionistischen Bewegung Hai len Mann geschaffen, der daS Instrument zu dessen Vertpirklichunq sein soll. Dieser Mann ist Proiesior Tr. Ehaim Weizmann. kann Dinge, welche wich: geschehen sind, nicht bezeichilen und man kann nicht sagen, wie es aeweien wäre, wenn der Zufall Tr. Chaim -l^eizmann nicht nach England gebracht hätte. me Vorsehung hatte dann ein anderes Ir.!. nme?>r -f iefiir vorgesehen. Allenfalls aber ist t‘ c.n g!ück'icher Zufall, daß Dr. Clarkes Dreyfuß mi Manchester zu einem zromftnckjen Kongreß ßelai'-»n in: ein weiterer glücklicher Zufall, daß tiefe, Trcvsuß dort mit Dr. Weizmann bek-mnt; und it-u nach Enalrtnd hinüberbrachte und — -,!>!->>><!-,.^ ('7 g„sass, welchen Weirwann die Gelegenheit bot für das zionistische Mandat zu arbeiten. Dr. Chaim Weizmann kam in einer Kleinstadt unweit Pinsk zur Welt. Seine Eltern, zwar nicht reich jedoch in guten Verhältnissen lebend, gaben ihm eine sehr güte jüdische Erziehung. Dr. Weizmann hatte in seinen jnngen Jahren den Rus eines „L-amden", jüdischen Gelehrten. Später wendete er sich der modernen Bildung zu und wie Tausend« anderer fähigen jüdischen junaen Leute, welche wegen' der Beschränkung in Rußland nicht siudiercn konnten, ging auch er ins Ausland, stuvierte in der Schweiz und in Deutlchland und beendigte sein Studium als Dr. der Chemie. Dr. Weizmann wurde außerordentlicher Professor der Chemie an der Universität zu Genf» zu welcher Zeit er eine der Säulen des Zionismus ,n der Schweiz war. Als einer der Führer der Opposition spielte er eine wichtige Rolle auf den zionistischen^ Kongressen. Er wcr Führer der Kulturfraktion.. Die zionistische Leitung mußte immer in jeder Frage im Zionismus mit Weizmanns-Stellmg rechnen. Z,nn sechsten Kongreß kam Dr. Charles Drehfuß. ein hervorragender Zionist in' Manchester, nach Basel. Er wurde mit Dr. Weizmann bekannt, erfuhr von dessen großen Fähigkeiten als Chemiker und überredete ihn, nach Manchester zu kpmmen und als Cbek in. sein chemisches Laboratorium ein» -»treten. Weizmann wohnt« nun in Manchester lind in kurzer- Zeit wurde er ordentlich«» Vrosessor an de» Manchester Universität, Dr. VZeizmann brachte nach England nicht nur seine chemischen Kenntnisse, sondern auch seiueNj Zionismus. Er wurde einer der Führer der Opposition in der zionistischen Landsmannschaft Englands. Die Gekeaenheit sein: erste Bekanntschaft mit -den Not-abeln Englands zu machen, kam gelegentlich der Parlamentswahlen im Jahre 1906. Premierminister Arthur B.rlfour vertrat einen Bezirk in Manchester, welchw eine große Zahl, jüdischer Wähler aufzuN'eise-n hatte. Tie Juden waren gegen Balsour eingenommen, wegen dessen Alienakt, welchen er durchgeführt und welcher besonders gegen die Juden gezielt ivar. Weizmann faßte jedoch die Sack»; anders aus. Er erkannte die Bedeutung und Wichtigkeit Balfvurs als Freundes der Inden, warf sich in dem Wahlkampf auf Seiten Ralsours und schloß die erste Freundschaft mit Balfour, welche noch bis jetzt anhält. Balfour v:rlor die Wahlschlacht, sein Gegner wurde aewäblt die Freundschaft mit Weizmann blieb aber aufrecht und wurde später für zionistische Interessen ausgenützt. Als der Weltkrieg ausbrach waren es zwei Juden, welche England Rettung brachten und .um Siege^ der Entente Verhalten. 'Lord Rcading rettete die englischen Finanzen, somit auch diejenigen der Entente: Dr. Weizmann rettete die englische Munition. Man fand nämlich heraus, daß die in England erzeugten Explosivst-sie sckmell veralteten und nicht explodierten, sie zogen Feuchtigkeit der Luft an. Die Armee war in Gefahr. Der jsinrste Krieg wurde mit iö»ilke der schweren Geich,'ike o>„s. gefochten, und diese würden nichts 'äugen, wenn die Ä'iinition versagt hätte. Ta kam Weizmann als Helfer in der-llkot — als Spezialist der Chemiei- Er erfand ein Mittel,die Explosivstoffe trocken «nV frisch zu erbalten. Er übergab seine Erfindung' dem englischen Kriegsministerium, welclzes diese mit beiden Händen entae>iennal,m und Weizmann als Experten für die Laboratorien der MunitionSerzeugnng bestellte. Die Sache geht in England um, an Wejzpun;» sei von Seite der-englischen Rrgierrmg die Frage,' ergangen, welck-en Preis er für diese Ersinduna beanspruche. Weizmann soll hierauf geantwortet baben, er verlange kein Geld, er verlange aber,-'' wenn die Zeit des Friedensschlusses und "der . Li-- guidiernng des Krieges kommen werde, möge die. englische Regierung „Palästina für die Juden^ im Sinne haben. Bon jenem Zeitpunkt angefangen arbeitet^' Weizmann unermüdlich für das Ideal einer jüdi^ scheu Heimstätte in Palästina. Wohl ist die Bal-- fonr-Deklaration an die Adresse des Baron Roth-' schild gerichtet, es bildet aber ein öffentliches Geheimnis, daß diese dem Bemühen Dr. Weizmanws zu -verdanken ist. Dieser knüpfte währenddestei, die Bekanntschaft mit Lord Robert Cedil, einem Verwandten Balfours, und mit Llopd George an. Es wird eine Zeit kommen, wo die Verhandlungen Wcizmanns mit der englischen Neuerung werdet der Teffentlichkeit übergeben werden; erstdamt" wird man erfahren, wieviel zur Erlangung des Posäst,namau>ate« vie ^uden Dr.