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Jüdisches Volksblatt · 1921-06-10 · 42 (10.6.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
42 (10.6.1921)
Date
1921-06-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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^7^ ii o_'ÖQtfsortii4i 11 mobil erKaufsstelle MStelfebri ü l «sie und « ärHllcl,« Vorsthj| ***** m das Mied» Meie Anerkennungen) I« iLIT-.LT:,oaen- Pernenlied«, jeibhuftenhatfer LffSj}1B2eBhaHeramerikanisch ^V^ndenu.Re t£ osen. Reparaturaufnahme, lerhaus Leb o witsch, u u. M.’Ostrau nur Hauptstr. 34, KAUTSCHUK-1 STEMPEL- . m. ui Bmm ’IÄ fl OSKAR TOM,) thtiftUch. kil wm.0STCMl, MM \\\ ««»Mi L v\ -ie'„W)5|W, AZMGLELASML,-)LLMWG <? «NMS I! ibile und’®»« (f eKher U,stB^ | sllen «• Kolon®*5 auJKl» «*■ ci-r Firma: .»K-LL"" 11 iiitnar 6 fli* WA tenins a?“ia{Mlen Idi jj der ei»*a‘B«usfiltf|"0, Ä* MzÄkUNwer 1 K. z. J-hr.| NeLak'i»« und eldininiftrarion: MSL'i?ü--Lftrau. Lanaeaaffc V4. Mar jifriöte auch mit üUiüvori-- werken nur otznr Eewäbi anac nommeu und ausbcrvahri Eine Bcrprr'.chtuua .'iir Nücklendum, wird nichl rnerkannt- Svrc^ ft linden de-, Redaktion taalich von N b'.S 2 Mir vormiliags. Eia-nrnm üu* ^udilch-. r beteen nr. ft. ln Mäl>riich.0»raa SerarrSaebcr und verontworilicher Nedakicur Dr, Hugo Hcrrmann tri MäLr.-Oftrau. Freitag, 10. VI. 1921. zsn-y Avmnemmt ^iäljrtK»—. monakb K 7.— Das jüdische BolkSblatt« I» kein Lo. " 'andern als Versand-, äfif frerufeit. Le» nalto- .teile«, und ^Wirtschaft. <r>. -essen -Gewußte»;Zudenschasi tu, r lU-t tschechoslcwakiichen Staate $ ni Galiai«i au dienen — Nmerqse kosten üü b für öie Sfach gespalMe M,l. rimeteracile. r'lntrüae .-für In- ,erat? übernehmen äuher der.. Administration aN§ arStzeren An-S noneenerpeditioneü. Erscheint ,e»8 den DienStaa und Freitag. z 4. SLWan 5681. Arm Haieffoi. *3RGm*£&3B } x ep Deutsche Rabb; nerverbans s >tr« das Palästina werk. j Tee Deutsche Rabölnecoerband faßte eaf! seiner Frankfurter Tacung, an der etwa i001 Vertret.r aller Richtungen des den f-g-en cha deutunis (mit Ausnahme der ert.emen De,triungrorthodmele anwesend wa nn, einstimm g solL^ndsil B.fklstußk. Durch, die Ncugesialt NU der" VerlMn.'fle in Paläst na ift die Loffump: xegeben, da» für §M.'eiche uns..rer G-mweii;-' hröder dort eine Heimstätte geschaffen wad.. Ter Rabblnorvirband e.k.Lrt es f"r eine hei- 'stgs Pflicht des g:».'.nrtsn Judentums, an die--- em Werk Anteil zu nehnien u o sich an Ler AustiringANg der Mittel tatfro.fi g .u Set-ei'!icertj, in der Vorausse » g da8 dc-e V« öun inr Geiste der Lehre des 2udentiiNi; er; o«c. t, und die aufgebrachten Mi te! dem D enst parteipolitischer Zweäe entzogen we den. (Zi o.) Die Deutsche Grotzloge A.O'.B.B. für Pal ü ft i n »- D»§ GeneraUdm'ttes des Anabhängi-en .L-rdens Bpe Br tü. Gra. ls ze für T.nt Via d, bat beschlossen, m-t der Zionistischen Vrga..--- satisn und anderen, an Palästina interessier-' ten jüdischen LixgaHsttt-onsn?uf nWen » r t-< te«, unt Palästina als bevor ugt s -Jmm.graiisnsland ausgugestalten. Der Txden erklärt den Ausbau Pa.ästinas in diesem Sr:me a'» ein grvtzes. al.ijemeiit jüdisches Hilisiveri. Tie dc-itfchen' Logen sollen sich an di:ser Ilrörtt k>>t'-i1igsu. (Ztto.l . n Die tschechischen Juden, Die lschechisu iü-'-i'che Ler'.iniount tn £ nd.w eis M bereit; tot der Aroeits agns des Derbames der L,chech-!sa:en Juden die Bcfüwortnns des Antrages beschlo fen, das? s'ch-, die tschechischen Juden ihrer Pflicht bei der 'Zeichnung für den 'Keren Hajesfod nicht m> Liehen sollen, doch mil dem vorsichtigen Vvr- LehaM, die Beiträge direkt cr.r die englischen oder amerikanischen veraniworttichett O:g ne abzuführen und begründen diesen Vorbehalt damit, fcafe sie die fanatische Pa 4ei ichkeü der diesigen nationalistischen Juden ba;it zwmgt. -Bon den englischen Vne' Brith. Tie englischen Logen h ben auf der 21. Jahrsskonferenr in Manchester beM-osfen. dach sie sichmit der »ionistischsn Weltorganisali on identifigZieren und den Aus tau der n atonalen Heimstätte in Palästina als ihre, vornehmste ^Ausgabe ansehen. Argentinien. Au; Buen-aS Aires wird.der -zionistischen -ergomsatiün telegrap-hiert, dach-, der Vertreter des Keren Kajessod bei seiner Aniünft itn Lande eine enthusiastische Aufnahme gefunden (Fortsetzung auf Seite 2). Eure Zch'WULLH-BsrrschLung. Bon P. Alter (Mähr.Dstr-nt. Am sechsten Schvp u:gs-Tagr (Genesis cap, 1'- sprach Gott: „lasset uns Msn>cheu niachen. ein Bila. sah uns gleich sei." Zu wem sprach dies Gott? 2esen mir doch, dach die Erde wüste u rs leer war. Gin Midrasch >iehrt, dach Gott die; .u d.n Engeln gesprochen Hai. um mit Ihnen zu beraten, auf welcher Grundlage die Menschen zu 'schassen seien, und dach die M'ümmjnu der Engel cz.ttei't waren. Gott sprach: ,)T;c G u chlage soll (Srrech.igieil sein!" Lin Teil der Engel stimmte dafür mil der Begründung, alle sollten Ger-echtigreit üben. „Die Grundlage soll Fchedr fein, ,prach «olt! Ein Teil der Engel stimmte dagegen injc de: Begründung: „Es wich stets utt'r ihnen Streitig-' ketten geben." Tann sprach Gott: „Tie Grundlage soll Gnade sein"! Ein Teil der Engel war' dafür mit der Begründung: „Mir -ollen Gnade üben."' Schließlich spr«.n Gott: „Die Wahrheit soll die Grundlage, .fein." Ein 'Tei! der Engel stimmte dagegen mit der DegAndn:g: „Alle werden sich der.Lüge bedienen". Gott aüer entschied sich für die Wahohett und sandte die Wahrheit auf Erden. Heber die'en Mtdrrsch haben mehrere Komentare nach ihrer Auffassung Anfschtch gewben; sie beschäftigen sich meist m.t der. 'Frage/ warum sich Gott gerade für den letzten Antrag „Wahrheit", 'den? doch ein Teil der Enge!- widersprochen hatte, und nicht für einen seiner Anträge, dem ein Teider Engel zugestimmr hatte, entschloß. Einer' uifc-rer Lehrer nwiatt-, hast der Gel.h.le „Al chrch" Recht bchalte: Mii der Wahrheit als Grundlage sei die Thornh gemeint. Sagen mir dach den Segenssxruii: „Gelebt sei Gott, der nis eine Morah r;r Wahrheit gegeben hat." Gerade den letzten- 'Antrag hat Gott gewählt (Acharon Mch-akM chäwiw). Gott hat 'den liebsten seiner Schätze die Wahrheit, d. i. die Thorah zum.Sch«.! beantragt und sfch entschlossen, di» Thorah c.« Erden;n offenbaren, weiche sämtliche früheren Vorschläge Gottes enthält: Gerechiigleit, Frieden, Gnade. Wahrheit, auf daß di» Menschen diese vier Grundlagen alle; ersprießlichen Wirkens beherzigen. Gott sprach: Tie erste Grundlage für die Menschen soll die Wahrheit (d. i. die Thorah) sein, mit welcher sich der Mensch schon el; Kind befassen muß, der er seine Gedanken widM-n rmd in der er studieren soll, denn was immer der Mensch unternehme, al em voran stehe die geistige Arbeit, erst nach dieser kommen finanzielle mäteriel.e. physische Anlieg n. Ist sie geistige Arbeit vollendet, dann müfen die Mitmenschen Gnade üben, die gesttige Arbeit materiell, finanUcl!, physisch unterstützen, damit ihr Ergebnis zur Fördern:g der Menschheit in Gerechtigceil it.it> Frieden biene. Von denselben vier Grundlagen, welche der Midrasch darstel.'te, wünschte König David, daß die .Juden sie zum Aufbau Palästinas rn sich cereinigen möchten. König Tavid (Psalmi cap. 85' meinte: Gottes Hilch ist dann nahe, daß Ehre in unseren! .Lande wohne, we>nr Gnad^ und Wahrheit einander begegnen. 'Tos heißt mittels der Lehre ist die geistige ^Arbest zu beginnen, das ganze Vol. aber soll Gnade üben, die geistige Arbeit materiell, - sinanziell. physisch' unterstützen, dann wird Gerecht geil u -d Frieden sich vermählen, weil dieses Werk dem Wohle des Judentums dienen wird. Auch das Schewuoth-Fest erinnert an die vier Gmndlaaen des Midrasch, da am Berge Sigal nicht nur die zehn Gebote, sondern auch, (Raschi zu Leoiticus cap. 32' sämtl. Geb. der Tborah Wahrheit, Gnade, Eerechügreit und Frieden gegeben wurden.- Tie furchtbare Lage unserer Brüder, hat uns zu den vier Grundlagen de; Midrasch und * den Wunsch König David; geführt, in-dessen Sinn jüdi'che hervorragende Männer ihre geistige Arbeit für ihr Volk einssphten und sich nur Ausgabe machten, das Mi Ir! zu finden, mst> stets dessen die schmerzend: Wunds zu h i en wäre Tiefe vorbereitende geistige Arbeic 'i-t brre ts soweit gediehen, daß an den realen Aufbau Palästinas als einer Heimstätte für das jüdische Volk geschritten welden kann. Mögen alle Juden die vier Gründlagen des Midrasch, die Gott geschaffen u w am Berge Sinai offenbart hat. sowie die Wü nsche König ,,Davids beherzigen u co Gnade üeen, mögen sie \ diese geistige, ideale Arb.i: m.tteri XI, ssnan'.iell,! physisch mit vereinten Kräften uncerstützen, um zu beweisen, daß Gerechtigkeit und Frieden im Judentum' herrsche, denn nur ü> kann all die Mühe unserem' heiligen Lande Früchte .bringen. Ist dies erreicht, so werden w'r in ider Lage dem Gebote Gottes nachzukom.nen «w am Schewuorh unsere Erstl'ngs Früchte i>n Got-° teshaus darzudringen, daß sich dos Wort KöniE Davids bewahrheite: Die mit Tränen neir den ewigen Dank der Nation. Aber es i nt» auch schwere poli.isch; Fehler begangln worden, und Zwar dadurch, daß man sich zn viel Nefrcnl und zn viel deg-rüßl hat, die gegearirw Versprechungen aber zu wenig ausnutzt. Gs. besteht sogar die Gefahr, daß man se'azi. feni. nachdem der Text des Mandates schon aNe e mein bekannt ist u :b schon alle ge ehe .t ü >t.m:e schön seine Prinzipien und wie schwach dis Gm ranttrn find, die es uns lue.er, uom sccitct-Om versuchen wird, das j8.di.chr Volk zn.rr Hsdadr»- fen und- Danken zu cernnl.tten, an.zo.lt offennn' ehrlich zu erklären, daß man u is. tzvenn m.i" von uns eine große kolonisalorttche dsröett etwL'.let, gltt hzeitig auchenlsp-rechcnde pMj e'ze Neckte geben muß- Einen wichtigen politi Hm St 'tzdunkl haf ten wir in der Legion, für wMe ä:'e „T-ibune" 1916 so energisch gelämpft hat. 2m.Fad.e 1919 gab es eine Periode, wo drei 2Hemi aller weißen Soldaten in Palästina Juden!>'>z dem Daviosstern am Aermel waren und ' il der ganze Schutz des Landes in ihren lag. Es war untere erste Pflicht, biefc/t Sa to : - fc-stzuhatten und zn verewigen, der Reg.g einen energischen Vorschlag zu machen, unt tinfache in ünseren Händen zu beya'.ten, ' säen, werden tn Freuden ernten. Dppgsition. ' Von Wladimir I a b o t i n s k y, („Die Tribuns", tzefk 1, Februar 1921.) Vkoch niemals befand sich unsere Bewe u:g in einem so ernsten Zjustand wie heute uns es ist wahrhaft an der Zeit, daß sich ihre lebensfühizen Elemente vereinig n. um die zionistische Partei wieder auzst.ubauen. Wir steOn ohne L.i ung da, sogar bt'ne leitende Prinzipien. Unter jenen, die an der Spitze der Partei stehen, sind ausgezeichnet- Kräfte, aber akiein sind sie nicht imstande, einest; große Bewegung in fo scknverer Zeit zu führen. Unter den osfzi.! en Führern giot e. k i eEinigte'.t und es fehlt sogar ras gegenseitige Verträum. Von einem Vertrauen cur Führnng vor seiten der Parier kann daher schon gme keine istlede sein. In politischer Hin icht haben nie "bfel erreicht und jene, die es d« chgef-ihrt haben, ve.dieleimt noch' wichtiger als ein Mandat ist. Ma-e verstarb es aber nicht. Man ließ zu ldast etzst dcr'Legion allmählich auf.öste. bis r.ur e'ü H nt .".in Getreuer zurückbstieo, bis bis a .f den i'- '- ticen' Tag im Lande sitzen uns au 'b e 'ft - stekung warnen. Und jctzttt'wo wir eine g.-.r - rrm> größere L.gron nvclz viel dr.ir.genogr .chs früher brauchen — dringender, weil wir. w-.mii wir setzt keine Garnison sma. fen,'erleben >r-..een in Palästina arabische ^.ttdaten z>c sehest - — letzt müssen wir f-.st L.m Anfang anfeua...i. And es ist heule noch die Frage, ob mr Ti.' die L-wr ricfiie. verstanz-en und bar a . - stl richtige Folge'un-r gezogen h^ben. ' Besonders ßyrv-.-'.'e Fehler haben %itur Palästina gemacht. Im Verlaufs von zwei Facren haben wir zngckafssn. daß die frühere englische Verwaltung sich an den Gedanken ge wöhnte, daß man in Palästina die schsttni z.-stp antisemitische Polttir treiben kann, ohne die Karriere der Antisemit", u gefährden. Während man von a lästina der Oeschricn Hai, daß dort ganz ossen ein Jueenpogrom vorbereiiet w!.d, anbvor ere inan von „oben" immer wi-mer, das feien nur hysterische Geurchte und die Gen räle .1 u?( seien unstre besten Fr u.a Es muz ein für akttmyl erllärt wetten, daß die wahre Ursache, die die frühere Ber-> wabun-: verdarv una zu der Katastrophe geführt hat, nicht nur jhr eigen.r An.iscmi.isinue roa>- i'önbetit imfer ewrges „AI. rdght." Und es muß euch erklärt werden, bevor es ivieder zu ,'päl ist, daß wir, wenn wir gegenüber der neuen Verwaltung denselben W'g geh n werden, a».h sie verdorben werden- Schon Mt es Anzöl üeN, daß ungeachtet Sir Herbert Samuels Einflnst die Stimmung vieler anderer englischer Bram- Femlletou. ßÄSWgn MandMer» — der Gedächtmtmefe und Zprrttift. $>. Slrosberg rvidm-r iit seinen, chieinairen, ‘bte unter dem Titel ,,50 Jahre. russtschZüdische GeschMe" ins' . Jüdische übertragen wu de , einen LE-- fchnrtt dein bekannten hebräisch!.'« Dichter Salomsu Mandelkern. Einige feiner nrkereks-arvlrn ' Lmr-erkungm »her Mandelkerns Pe-rft'u'ichkLit seien im Folgenden wiesergegcbnr: chnr Leipzig, lernte ich Salomon Aland eitern. den Verfasser des berühmten „B.iefwechfels" und bekannten hebräi.chen Dichter k.-nnpn. Es lohnt, bei dieser inertwürdigen Perfön. rhkeit ein wenig« zir verweilen. Dir Bekannt'schw.t M nd Lrkems ma -ste ich in e'ln-.m Kreise rr-ssischör Studenten fr Leiptztür die ein eigenes Lokal hatten, wo sie jihre ZusamMeusünfte abhictteli und die Zeit mir Lesen «Nd Plaudern verbrachten: hie und da wuobe'-k auch mustka'.ilchr Abende veranstaltet. Unter riesen Studenten ve.kehrte ein feit von gedrungener Gestalt, der wie ein Handwerker au; sah. Au stallend war rur die ungswühnlich Hobe Stirn, unter wrlchrr ct paar große. :-,crJg: ue, fttniilenbc R«Lsn l-n.ttten- Ta; war M.Melkern. Bon ihm hafte ick schon in Peterstur ' im Zusammenhang mit dem Prozeß gehört, den er mit Zederbaum, dem bekannten Redaft u. des „Hameliz", geführt hatte: damals halte man in Peter; bürg, viel Eigenartiges ül«er Mendel-' >«rn erzählt. - -» Ms ich ihn kennen lernte, verhielt ich mich anfangs etwas mitztreunch: bald aber überea,chton mich feine ungewöhnlichen geistigen Fähig-' ketten, die alles überragten, was man sich im dieser Hinsicht vorstelten kann. In dom Stuö.ntenzirkel! pficgtcn wir Experimente mi Mandelkern zu machen: Man las ganze Selten fünfsteliiger Loga-ithmen vor und Mandetkem wiederholte sie dann fehlerlos. Als « rsere Bekanntschaft näher wurde, fand ich her daß «s kein hebräisches Buh gibt, das Mandeliern nicht gelesen und m dem er nicht hätte die Seite anaeben können, aus der ein dar u«. z'- tterter Satz stand. Mandelkerns Wissen war unendlich und sein Fleiß und seine Arbeitsfähigkeit waren u 'begrenzt 48 Stufen himer.mrwder zu arbeiten, war für ihn nichts sUngewöhnliches. Er tonnte eine Woche lang bei «gnstiger Arbeitzubringen, ohne zu schlafen. Mandelkern war übrigens der beste Kenner des Talnuid... ze:n ich je begegnet bin. Zu: (seit «ns-.rer. B:lanntfchast ü'rertrng M Mpjsh „Briefwechsel", der später eljchien und ihn unsterblich machte, ins Lateinische. Zugleich lernte er Spanisch. Fremde Spmclien lernte er nach einer sonderbaren Met o e: Er las die Grammatik der irentbett Sprache in einer ihm bekannten Sprache, dann Ins er Sstte «m Seite ein Wörterbuch und in kurzer Zeit konnte er die fremde Sprache vollständig lesen, schreiben und sprechen. Ms bei ern inte ef ierte si tz dam Is beson ders für Spiritismus. Er war Mitarb.i er der spiritistischen Zeitichrttt. die damals Mfalöw hercuegab. und bezeichnete sich als eine der größten ^lutoritäten aus dem Gebiete des Sp> n'tismus. Er kannte a.le Medien beim Namen und alle (östster, di» mit den. einzelnen M:di?n »n^Bezielv.rg standen. Der Spi.i ismu; w ms bei Mandelkern fast «r M ni, Seim < r.ählun esn über die fpicittiti chea Evperime.tt.- w.«.en über.u; phantastisch, manche von ionen so unwahrscheinlich-, daß er seine Frau als Zeugin nahm. Es gab keine Broschüre über Spiritismus. die Mandelkern nicht lannte. Mandelkerns Hauptbeschäftioung war dt» Lermisgabe ruiiisaßdeütfcher "Leh> und WS., kerbücher. Tie Verleger nützten ihn dabei in unerhörter Weite aus und zahlten ihn für-feine Riesenarbeit stm wahren Sinne des Wo.t-s in Groschen. Aiandelk-rn war üb i;cn; a« •; be- Geter,Tslnr4»ich. Mr rutzifche bei den Leiv-lger Gerichten, was ihm jedoch« nichts einbrachte. Im prart'schen Leben war er geradezu ein Kind. Seine Frau gab ihm des Morgens» wenn er vom Hause wegging, zehn Pfennig für Zigaretten mit, denn größere Summen konnte er nicht bei jich behalten. Ec t.uz sstets einen BriUantring am Finger, den ihm dl» Kanzlei des Zaren Alerander ll. für feine in'üeb-äi ckrr Spr.rche^ geschriebene Geschichte Rutzlands zum Geschenk gemacht hatte: den Ring Zeigte er jedermann ooii Stolz. Mandellern; g.enzenlo e geistig' Fätzcokeiten machten großen Eins u.t. LLenn man mit^ ihm sprach, so schien es. als hätte Man es mit einem' Menschen zu tun. in dem ein Dämon vtthnb. Er war eine kolessale geistige Maichine, die alles^ mahlte, was sie traf. Tie Belanntt;chaft mit ihm hat aus mich einen Eindruck gemacht, der mit leinem anderen mäne: Erfahrung zu vergleichen ist. L fl I;/F vJ Die Berechnung der Geschichte um DeutschisnÄs Zukunft. Dr. Ma.r K e m mrich- Mw:ch m. wei, Berlag Joses C. Huber, Diessen vor Münche!'. Mf. 8.50. „ ' Bor schon mell' r-entt 12 hielt Ludwig istei'L d>'ma.o no.e ,it £Bem. in ' 69

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