Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 15 (22.2.1921)
- Date
- 1921-02-22
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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' srufung Emir .>1als eit mb Mä;:m ■« tvat der, Dsöruch tcn der Araber gegen s Mi Muja-Mes. lgtm die Ert chrirunz rer Konferenz zu La« , Großbritannien das ^u gehen und die Bal« den Vertrag mit der Tie britische.Regierung inzusehen, das; die miii« ecfmaüig geloorden!vaw Herbert Samuel fder dezum High C-mmif« zu ernenne« und mit Zivilverwaltung zu^be« amuel nahm-seine Töcrnannte Mr. Deedel beließ Mr. Storrs rusalem und nahm iin menig Aenderungen Nr. 3 Dienstag. .Jüdisches Dolksblatt" 22. ^ebruav GefteS Ehrliche Verwaltung. Eine Beratungskörperschafr solle ernannt werden, dir zwar der Mehrhei: nach aus Beamten bestehen, aber auch zehn Zivilmitglieder aus allen^ Teilen der Vaffmrsche Dellara ion auszulühren und daß die Zionistische Lrganisatiou als Vertreter des jüdischen Volkes für die Aufgabe der Er« richtuug eines jüdisch: a ionalcn Heimes a c.« Bevölkerung enthalten solle. Maßnahmen zur.kannt wird. Am JahrMchluß war der Fric- Errichtung eines jüdischen nationalen Heimes densvertrag imt der Türke, noch nacht raasollten aetrosfen und Landtransartionen mit fiziert, was zu gewrffen Nirßstanden führte, aewissen notwendi'en Ein'chränkungen erlaubte Der High Commissioner widmete die ersten werden Eine Landkommission solle eingesetzt? sechs Monate seiner Amtsführung akttver Aufwerden um festzustellen, ivelche Gebiete für, bauarbeit. Seine Verwaltung brauchte Geld aeicklosiene Siedlung zur Förderung des Laufür das große Programm öffentlicher Aroeldes verfügbar seien. Eine Katastcraufnahme solle durchgeführt werden. Ein umfassendes Programm öffentlicher Arbeiten wurde in Aussicht genommen ebenso wie Maßnahmen zum Schutz historischer Denkmäler. Endlich wurde eine Amnestie für einen Teil der Schuldigen «m den Unruhen erlassen. Kurz nach dem Amtsbeginn des High Commissioner schritte» die Franzosen in Syrien zu entscheidenden Aktion. General Gonrand stellte dem Emir Feisal ein Ultimatum, worin er Anerkennung des französischen Mandates, Kontrolle über die Eisenbahnen und Bestrafung der Plünderer verlangte. Gleichzeitig erklärte sich der Libanonrat, der bisher für ein Werkzeug Frankreichs'gehalten wurde, für ein geeinigtes Syrien unter. Emir Feisal. Die Umstände betreffend die Zustellung des «französischen Ultimatums sind noch in ein getoisses Dunkel gehüllt. Die Franzosen schritten zur Gewalt, die scherifische Armee leistete nur geringen Widerstand, der Emir floh nach Deraa und dann nach Haifa und die Franzosen besetzten Damaskus. General Couraud schuf ein Groß-Libanon, einen im wesentlichen christlichen Staat, und später weitere syrische Staaten. In Damaskus wurde ein gefügiges Ministerium eingesetzt und mit sehr geringer Anstrengung setzte sich die Autoritär Frankreichs durch. Der Umsturz blieb aber doch nicht ganz ohne tragische Folgen. Das Ministerium wurde während einer Fahrt auf der Bahn Damaskus—Semach von Beduinen angegriffen und mehrere Minister wurden getötet. Bei dieser Gelegenheit verlor Commandante Bianchini, ein ausgezeichneter italienischer Marineoffizier und früheres Mitglied der Zionistischen Kommission, sein Leben. Der Fall Feisals brachte die Frage der Regierung in Ost-Palästina, das unter seiner militärischen Verwaltung gestanden hatte, aufs Tapet. Nach dem Sykes-Picot-Pertrage siel das ganze Gebiet südlich, des Jürmuk in die britische Sphäre. Die französische Regierung erklärte sich an diesem Gebiete uninteressiert und im August kam der High Commissioner in Es Salt mit den arabischen Chefs zusammen. Die Bevölkerung wünschte eine tatsächliche britische Besetzung, die Leben und Eigentum schützen könnte. Die Londoner Regierung aber war zu der Zeit in Mesopotamien stark engagiert und fürchtete sich davor, weitgehende Verantwortungen zu übernehmen. Daher erklärte der High Commissioner, daß die Bevölkerung selbst eine Regierung bilden solle, daß sie aber freien Handel mit Palästina genießen und daß die palästinensiche Negierung ihr durch Entsendung von politischen Beamten nnd von Gendarmerie beistehen würde. Der , Versuch ist nicht allzu erfolgreich gewesen, da es sich um ein Land handelt, in den: nur die Autorität gilt, die entsprechende Machtmittel entfalten kann. Streiftrupps aus dem Süden und andere Elemente stifteten Unruhe und in nicht allzu ferner Zeit wird eine wirkliche Besetzung dieses fruchtbarsten Teiles des palästinensischen Gebietes durchgesührt werden müssen. Die Nordgrenze blieb lange Zeit unbestimmt. Die Franzosen bestanden auf den Bestimmungen des Sykes-Picot-Vertrages. Von palästinensischer Seite aber wurde eine Nord grenze verlangt, die dem Lande den Besitz jener Wasserkräfte sichert, die allein die Mittet zur Bewässerung und Elektrifizierung in großem Maßstabe liefern können. Der Beirat ces High Commissioners sprach die Auffassung Palästinas in diesem Punkte aus, aber der Erjolg entsprach nicht völlig. Im Dezember gelangten Lloyd George und Leygues zu einer Vereinbarung, wonach Frankreich der ganze Dscholan und Hauran zusielen, das ganze Gebiet des Litani, das Ostufer des Tiberias-Sees nnd das Jarmuktal samt der Eisenbahn. Allerdings wurde versprochen, Palästina die Benützung der Wasserkräfte zu gestatten und zionistische Fachleute bei der Feststellung der Einzelheiten anzuhören. Die Regelung der Grenzen war eine tiefe Enttäuschung für alle patriotischen Palästinenser, die sie keinesfalls als endgültig ansehen können. Gleichzeitig mit den Grenzen wurden, die Bestimmungen des Mandates zwischen den Großmächten vereinbart und zur Ratifizierung an den Völkerbund nach Gens gesandt. Die Mandatsbestimmungen sind noch nicht veröffentlicht*), aber eL ist bekannt, daß sie so gefaßt sind, um die *) Der Artikel ist vor der Puöli-ieruirg des Man« hlvrt geschrieben. ten nnd fand gewisse Hindernisse bei der Sicherung desselben durch die ans der ganzen Welt bestehende wirtschaftliche Krise. Mehrere Tausende jüdischer Einwanderer kamen in das Land und fanden Beschäftigung, hauptsächlich beim Straßenbau und anderen öffentlichen Unternehmungen. Diese Neuankömmlinge brachten die Grundsätze der Kooperation mit und schlossen gruppenweise ihre Kontrakte ab. Ihre Ankunft traf zeitlich mit einer gewissen Unruhe unter den Arbeitern zusammen, die wirtschaftlichen Charakter trug. Es gab mehrere Streiks, besonders in den Weinkellereien von Rischon und in Jaffa. Verschiedene wirtschaftliche Fragen erforderten besonder^ Beachtung. Nicht die geringste war die Forderung der Suez-Kanal-Üompanie »ach Entfernung der Eisenbahnbrücke über den Kanal, welche den Durchgangsverkehr zwischen Palästina und Aegypten ermöglichte. Trotz energischer Proteste seitens der palästinensischen Regierung wurde die Brücke mit Neujahr abgebrochen. An ihre Stelle sind Trajektsähren getreten, welche den Durchgangsverkehr wenigstens in einem gewissen Maße ermöglichen. Ein gewisser Fortschritt wurde erzielt, indem die Eisenbahnen in Palästina in einen besseren Zustand versetzt wurden, aber noch immer ist rollendes Material und eine ganze Anzahl von Umbauten nötig. Dazu wäre eine Anleihe erforderlich. Die Frage der Elektrifizierung der Eisenbahnen wurde ernstlich erwogen, hauptsächlich im Zusammenhänge mit einem von Ing, Nuttenberg verfaßten Projekt für eine hydroelektrische Anlage. Es wurde anerkannt, daß eines der wichtigsten Bedürfnisse Palästinas ein entsprechender Hasen ist. Ein bescheidener Plan zum Ausbau der Rhede von Haifa wurde in Angriff genommen. Haifa könnte wohl der führende Hafen im östlichen Mittelmeer werden, aber die Arbeiten sind sehr kostspielig und ale-Zion in der tschechoslowakischen Republik, i den, bis ste wieder freie Burger m der freien bat allen seinen Anhängern die Parole vorgelitauischen Republik weroen. „ wZ* -imtnl •Icnfeft n o Die weit.reu Resolutionen dev Naiv .a- Nationalität: jüdisch". Abgesehen davon, dag: rates enthalten eine Begründung an tei Slustrtlt ouä einer Kons-isi°„ nicht durch L-nm, « W«. J £la. er» nnssär Sir .Herbert Samuel, dem es aen möge, sämtliche Klaffen und Parteien dev jüdischen Volkes für den Miederansban Pa astinas zu vereinigen. It? eine Eintragung int Volkszählungsbogen folgen kann und daß eine solche Eintragung unrichtig und daher strafbar ist, wenn der Austritt aus der Konfession nicht auf gesetzliche Weise vollzogen wurde, ist es doch mehr als merkwürdig, wenn eine ..jüdische" Partei ihren Anhängern diesen Austritt vorschreibt. Es ist ein Beweis für die Kenntnislosigkcit und Unsicherheit dieser Herren, die nichts anderem gehorchen als der tonnenden Phrase. Sie haben in jenen Magazinen, aus denen sie Preistreiberei. Wucher, über die immer ihre Schlagwörter beziehen, auch eines vom ' werdende Dcuroralisation, die Eniar- Antiklerikalismus gesunden und wenden es nun ^ip,tpr Me ttckenkinder. Die [ÄS VW Der „Reige n". Die Hilferufe Wien? sind verhallt. Sonst klagten alle Zeitungen iiber das Zinken der auf die jüdische Religion ebenso an, als wäre diese eine Art von römischem Katholizismus. Es ist uns unverständlich, was einen jüdischen Sozialdemokraten daran hindern könnte, dem Gesetze Mosis zu gehorchen, das eine soziale Gesetzgebung darstellt, wie sie nicht einmal in Moskau, der „Heimat aller", verwirklicht ist. Aber nach den wahren Inhalten fragt ja' hrese Gruppe niemals, ihr ist nur wichtig, ob sie die Gelegenheit hat, den Mund radikal aufzureißen, und ob der Moskauer Papst ibr Verhalten billigt. Da ßsie selbst damit ein Schulbeispiel von reaktionärem Klerikalismus und Ultramontanismus liefert, kommt ihr gar nicht in den Sinn. Raths Sfath amenu an den Mittelschulen. Laut Mimsterialerlaß vom 22. Dezember 1920, Zl. 76.588, gerichtet an den Mährisch- Schlesischen Rabbinerverband, wurde die probeweise Einführung von Raths Sfath gmenu an den Mittelschulen gestattet". LttKALK. Sitzung des jüd. Nationalrates. (I. C. B.) Auf der jüngst stattgefundenen Sitzung des jüdischen Nationalrates für Litauen, wurden die der Regierung vorzulegenden Ausbesserungen zum Gesetze vom 10. Jänner 1920 betreffend die Steuerhoheit der jüdischen Gemeinden verhandelt und zum Beschlußantrag erhoben. Die Resolution lautet: Sämtliche jüdische Gemeinden bilden einen vereinigten Gemeindeöund. Als dessen Organe werden viele Jahre dauern, und die Aussichten j Helten: von Haifa sind durch eine Grenzregelung, dis! 1. Die Vorstands-Tagung der Gemeinihm einen bedeutenden Teil seines natürli-! den. chen Hinterlandes nimmt, nicht verbessert wor-> 2. Der von der Nationalratstagung getvahlte Nationalrat. 3. Die aus Wahlen hervorgegangene Exekutive. Der Nationalrat ist die gewählte Vertretung der gesamten jüdischen Bevölkerung Litauens. Nachstehende Agenden gehören in die Kompetenz der Gemeinden- und Nationalratstagung : 1. Die im § 1 des Gesetzes enthaltenen Aufgaben, insofern sie von allgemeiner Bedeutung für die gesamte jüdische Bevölkerung sind. 2. Die Vereinheitlichung der Tätigkeit der einzelnen Gemeindekomitees und deren gegenseitige Verbindung. . 3. Schiedsrichterliche Entscheidungen über eventuelle vorgebrachte Beschwerden gegei: die Wirksamkeit einzelner Gemeindekomitees. 4. Die Verwaltung des der jüdischen Gesamtbevölkerung gekSeenken Verme. e.'s. Behufs Genehmigung der gewählten Gemeindckemit.ekdurch das jüdische Ministerium hat der Nationalrat darüber sein Gutachten dem jüdischen Minister abzueeben. Der g'eiche Vorgang gilt betreffs der Steuerausichreibung. Die Tagung der jüdischen Gemeinden und des Nationalrates bestimmt den jeweiligen Kandidat auf den jüdiscken Ministerposten. Derselben steht auch das Recht zu, den jüdischen Minister abzuüerufen. Der Minister für jü- Einvernehmen mit den Organen des Gemeindebundes aus. Der Nationalrat ist mit den Rechten einer juridischen Person ausgestattet. Zur Deckung seines Budgets steht dem Nationalrat das Recht zu, bei den einzelnen Gemeinden einen Teil der Geldmittel einzuheben, welche diese gemäß Paragrapb 3 des Gesetzes eintreiben. Im weiteretr Verlaufe der Nationalratsfmm M°". bis °-ch iaj-n. .sch«-,-: LVL-'Ä Ä? LL's'L rsrabermcht ote etn- - zen litauischen Judenheit bisher unerfüllt geüge, die anläßlich b:r Volkszählung aus dem, blieben ist. Die Resolution betont mit Genug- Baume emeö seiner eigenen Würde vergessetuung die mutige Haltung der Wilnaer Juden D» „Möi-ch- «d drückt MeV«« d-ß i- "uch ■ Sojtalili, dar Organ der kommunistischen Po.i sernerhin den Kampf mannhast sortseßen trecden. Pläne für einen Hafen in Jaffa sind in Erwägung und es ist wahrscheinlich, daß dort raschere Fortschritte gemacht we'Vrt als in Haiia. Fuiand. E r n ft e s u n d H e i t e r e s v o n d c r V o l k szählung. Wie uns von vertrauenswürdige^ Seite berichtet wird, hat in einer niährischen Stadt der tschechische sozialdemokratische Bürgerineister je einen Vertreter der Zionisten und der tschechischen Juden gleichzeitig zu sich geladen nnd beiden den Wunsch ausgesprochen, sie möchten^ vor der Volkszählung durch Plakate die jüdische Bevölkerung auffordern, sich zur jüdischen, bezw. tschechischen Nationalität zu bekennen. Es entwickelte sich ein artiges Gespräch zu briu, in dessen Verlauf sowohl der Vertreter der tschechischen Juden als auch der besorgte Stadtvater verschiedene Wahrheiten zu hören^ bekammen. Der Zionist hatte Gelegenheit zu bemerken, daß er auf die an ihn gerichtete Zumutung hin die Anbringung der bereits früher bestellten Plakate am liebsten verhindern würde, da unser Bekenntnis zur jüdischen Nationalität niemand zuliebe und niemand zuleide, sondern uns selbst und der von uns erkannten Wahrheit zu Ehren erfolge. Dementsprechend waren auch die zionistischen Plakate abgefaßt. Hingegen trugen die Plakate der tschechischen Juden einen Text, der etwa lautete: Wer sich zur jüdischen Nationalität bekennt, schließt sich aus der tschechischen Nation aus. Wer nicht zum-' Fremdling in unserer Republik werden will, bekennt sich zur tschechischen Nationalität! Wenn irgend jemand glaubt, mit infamen Lügen einem vorgeblichen Ideal nützen zu könnet?, sülsten wir nur lebhaftes Mitleid. Es wäre aber vielleicht doch gut, wenn die tschechischen Juden auch noch tung der Wiener Menschenkinder. Die Frage: wird die Entente leffen oder nicht, benahm allen Wienern den Atein, unterdes aber wurde fleißig geschoben, getanzt, gejaztt, foxgetrottelt bis 'ans E?:de. Nun hört man nichts davon, nicht einmal von der Ausweisung der Ostjuden. Die Christlichsozialen sind auf der Jagd nach edlerem Wild. „Die Ausführung des Schmtzletschen „Reigen" muß cer^t^t werden, da treten alle airderen Sorgen in den Hintergrund. Anschluß, Donausöderation, Ententebi fe, a les ist nichtig. Wozu das all. Ten „Neigen", den „Reigeic" ii. Ketten! Und den Wiener schert solange weder Peib noch Kind, solange das Volkstheatcr in seinen hei igen §)allen" den „Reigen" beherbergt. Soll man lachen, oder weinen. Glauben wirklich christlichsoziale Fanatiker, daß die Moral auch nur einer „gschamigen" Zuhörerin oder Zuschauerin verletzt wird? Glaubt aber andererseits die „Arbeiterzeitung", die von dem Schrei nach dem Reigen widerhallt. dadurw di.' Reai tion zu vertreiben, oder die Not zu lindern? Wenn Buben das Volkstheatcr stürmen, die Aufführung verhindern. ^.Herren und Da« men körperlich verletzen, so ist das gewiß eine Tatsache, die gerügt und gesühnt zu werden verdient. Aber die Wiener Regierung soll sich doch nicht vor der ganzen Welt so lächerlich machen, und aus der Verhinderung oder Ausführung des „Reigens" eine politische Aktion zu machen. Die Zeiten sind doch hoffentlich vorüber, in denen eine Täuferin — wenn sie auch Lola Monte; hieß — M:>i.ier> stürze veranlaßt?, oder die arme „S tu an ne aus Porti di" eine Revolution zur. Folge hatte. Eine Stadt, in der Menschen für Theaterredouten 20.1300 Kronen Eintritt zahlen, indes Taufende tube.kuloser Kinder rugrtn>E' gehen, ist nicht wert gerettet zu werden, und die Menschen, die dies Unglück täglich nnterleben und doch noch den traurigen Mut anfüringen sich am „Reigett" zu amüsieren, haben jede Menschenwürde verloren. Niemals war es . leichter, eine Satyre zu schreiben. Julius Graf Andrassy.. Ein Gentleman vom Scheitel bis zur. Sohle! Mehr noch als sein ehemaliger Freund und Ministerkollege Stephan Gras Ti» sz a, dem er die Eleganz des Weltmannes voraushatte. Magyarisch-jüdische Journalistik, sah in beiden noch größere Söhne großer Väter und wußte nicht, wen sie mehr anbeten sollte, die Junioren oder die Se ioren. Ein Staatsmann, beileibe kein genö nlicher Politiker, dieser junge (Snula Andres s y, ein Mann, der am englischen Parlamentarismus groß geworden ist. Antisemit! Was fällt denn Ihnen ein! Wie käme dieser Saul un'ei die Gietzwarne. A.tdrassn ha.: doch mit Prälaten nichts zu tun. Gott, daß er katholisch und Ti's za kalvinisch war, dafür konnte er doch nicht, aber christlich o i.tt tvta und niemehr! Und siehe da! Gpula tritt sogar dem schlauesten magyarischen Po iriker, dem alten Appony die Lorbeeren wegßhnappen. Bon diesem war tnan ja gewohnt, daß er klerikal fühlte, anti: >ßusch handette, er konnte nicht anders, als a.ier Kalksburgcr Jesuitenzögling. Als solcher ivechselte er Parteien und Gesinnuttb- Jul in sGrafAndrassy begatt» a^er als liberaler Politi'er. Anhänger der Du:- lismus, — den sein Batet zur unbeil'ol sten Stunde geschaffen hat, und nur Fratt3 Joseph, Friedjung und Bettelheim lobten ihn darob — Freund Deaks, Tiszas Vater und Sohn. Die jungen Tiosluren, die lmße Freundschaft ursprünglich verbaitd, so las ich es vor Jahren im „Pester Lloyd", — und der müßte es ja wissen, — gingen später auseinander., Eingeweihte Aristokraten tagten: Chercher la femme, und fentper aligttii haeret kann man sagen, wenn es auch nicht ivahr wäre. Ob Tisza rindrassyS Schwester hat sitzen lassen, die spö-cr eine Fürstin B i cii n werden mußte, ebet sonst etwas Achutt hss. kurz uno;oitil Üe gingen politisch und — versönlich auseinander. Der eine die „starke Hand", der „Pufftaner in Wahrhett-rliebe" der Me'he alglatt, Diplomat. Unb nun folgt SÄ'ag auf Schlag; nein Entwicklung auf Entwicklung