Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 10 (4.2.1921)
- Date
- 1921-02-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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i Tekte 4 Freitag »Jüdfsches Vokksbk». 4. Februar Nr. 1t. G e w e r k s ch a f t s w e s e n. Tie jüdischen Arbeiter und Beamten der palästinensischen Eis.nbahncn sowie des Post- und Telcgraphenwesens haben sich zu einer Berufsgenossenschaft vereinigt. Ferner wurde in einer kürz! den Sitzung des Bcamtenvereines in Jerusalem beschlossen, einen Schlichtungsausschuß zu wählen. Denselben Beschluß faßten auch die Beamten und Angestellten der jüdischamerikanischen Sanitätsinstitution „Hadas ah". Ts wurde beschlossen, die neuen Organisationen der kürzlich gegründeten „Gesamtgewerkschaft aller Arbeiter Palästinas" (Jckiuth) anzuschließen. kZ. 9? lljKMMrches. Jüdisches Arbeiterleben. 303 Pioniere, tvelche auf der Landstraße Ifteria-Semack arberteftn, laften wöchentliche Zusammenkünfte ab, auf denen sie zusammen mit zwei technischen Sachverständigen die Arbeit für dir nächste Woche und alle Angelegenheiten, die das Leben der Arbeiter betreffen, besprechen. In einem den „Heißen Quellen" von Tiberias benachbarten Gebäude haben die Arbeiter, von denen 19 junge Frauen sind, ein Lesezimmer, Studierzimmer und einen Syeiftsaal eingerichtä. Diese Arbeiter verdienen 30 bis 45 Piaster pro Tag, von ivelchen sie ca. 19 für ihre Ernährung ausgebcn. 15 junge Mädchen und 5 junge Leute versorgen Küche. Ter Gesundheitszustand der Arbeiter ist vorzüglich, weil sie verpflichtet sind, täglich Chinin zu nehmen. Nach Fertigstellung der Straße Tiberias—Semack wurde die Straße Tiberias—Tobeka in Angriff genommen, an der 1700 Einwanderer arbeiten. (Z. K.) Einfuhr sch wierigkeiten in Palästina. In einem Briefe an das Deutsche Auslandsinstitut wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Ausstellung von Warenpreisen in deutschest Mark bei Lieferungen nach Palästina Arllaß zu mancherlei Schwierigkeiten gibt. Zur Vermeidung dieser Schwierigkeiten wird von dem Gewährsmann des Deutschen Auslandsinstitutes vorgeschlagen, Zollfakturen in ägypt. ..Mrstern auszustellen, wobei der Einfachheit halber beim Srand der heutigen Valuta die Mark zu einhalb Piaster umgerechnet werden konnte, oder die Zollfakturen in engl. Pfund «uszustellen. (Z. K.) 'Der Verkehr zwischen Haifa und Damaskus. Nachdem durch das kürzliche französischenglische Abkommen die Eisenbahn Haisa-Damaskus teilweise englisch, teilweise französisch geworden ist, sind die beiden Direktoren übereingekommen, die Züge in beiden Richtungen unverändert fahren zu lassen. Rur die Maschinen und die Beamten werden ausgewechselt, und zwar in El Hama, der ersten Station östlich von Samach am See Genezarcth. (Z. K.) Die Aufforstung Palästinas. . ch.(J. C. B.) In Jaffa wurde eine Aktiengesellschaft „Jaar" begründet, mit der Aufgabe große Strecken Bodens an den Grenzen Palästinas zur Aufforstung des Landes und für die Errichtung von Holzsägen käuflich oder durch Pacht zu erwerben. Das Gründungskapital der Gesellschaft beträgt 40.009 ägypt. Pfund und wird von einem aus fünf jüdischen Großkaufleuten bestehenden Direktorium verwaltet. Die Gesellschaft ist auf die Dauer von 99 Jahren begründet, das Statut wurde von der palästinensischen Regierung genehmigt und vom Waad Hazirim bestätigt. Ein Teil des Profits wird alljährlich für die Gründung und Erhaltung einer Forstschule verwendet werden. Nach Ablauf der Vertragsdauer verfallen diese jährlichen Ersparnisse an die jüdische Behörde, die im Jahre 2020 an der Spitze des kulturellen Lebens in Palästina stehen wird. Mttnresies. Züdi sch cs Massenmeeting in Jerusalem. (I. E. B.) Am 21. Jänner hat in Jeru- .alem eine jüdische Massenversammlung statt , . . , gefunden, in welcher die .Herren David Yellin'steu Woche eine Besprechung mir den deutschen Salomon Schiller, Dr. Mohalewer, Dr.' und tschechischen Gauvorstäuden zu veranla,- .ürausner, Fclbmann-Radler und Hugo Bergmann über die Zukunft des hebräischen Schulwesens in Palästina, dessen Bestand und weitere Entwicklung infolge der geplanten Sperre der. zionistischen Fonds für die Deckung des Schul- und Erziehungsbudgets arg gefährdet sei, sprachen. Die Redner sämtlicher Parteien wiesen auf den eminent politischen Charakter des hebräischen Schulwesens in Palästina hin, wodurch eine Entlastung der zionistischen Organisation gerade von diesen Aufgaben einfach unmöglich ist. Tie Erziehungsarbeit in Palästina ist von größter Bedeutung für das Gesamtjndentum in der ganzen Welt. Die nationale Erziehung in Palästina und die hebräische Universität — schlossen die Redner — sei die Grundlage eines jüdischen Palästina. Für diese naiionale Erziehung appelliert der Keren Hajessod an die Juden aller Länder. Re Besiedlung. Tie Rückkehr der deutschen Benediktiner nach Jerusalem. Ter deutsche Zweig des Benediktinerordens, dem die Rückkehr nach Jerusalem gestattet wurde, hat die Verwaltung von Kirche und Kloster auf dem Berge Zion wieder den Bcuronner Benediktinern zugesprochen. Es ist die Gründung einer eigenen Abtei auf dem Berge Zion ins Auge gefaßt. (Z. K.) Tie Rückkehr der Palästinadeutschen. In Haifa landeten 30 deutsche Rückwanderer; es werden noch 280 erwartet. Sie haben sogleich begonnen, ihre Häuser, Ställe und Werkstätten wieder instand zu setzen. Ihre seit der Vorkriegszeit noch lagernden Waren haben sie wiedergefunden und ihre geschäftlichen Beziehungen wieder ausgenommen. Auch die Gemerndcangelcgenhciten der deutschen Kolonie wurden neu geregelt. (Z. K.) Tie Palästinapläne in Amerika. Das Palästinaamt der Zionistischen Organisation von Amerika beschloß, daß in jeder amerikanischen Städt mindestens eine Gründung für Palästina propagiert werden soll. Nur die Anteile der großen Unternehmungen, wie Anleihe, Wasserkraftausnutzung,. Elektrifizierung usw. sollen in ganz Amerika verbreitet werden. (Z. K.) Verkehrsfortschritte. lieber Derkehrsverbesserungen in Palästina berichtet die „Neue Zürcher Zeitung": Die Regierung Hai beschlossen, zwischen Petach-Tikwah und Ras-el-Ain (Station der Cairo— .Haifa-Linie) eine Normalspurbahn zu bauen. Die Arbeiten beginnen in einigen Wochen und sollen bis zum Frühjahr beendet sein. Dieselbe Kolonie erhält demnächst auch einen Anschluß nach Jasfa, vor allem um den Orangenexvort zu erleichtern. Auch dir Landstraße zwischen Jaffa und Sichcur, eine der am meisten vernachlässigten und holprigsten Straßen im Lande, wird nun mit großem Eifer ausgeb eifert. Anderseits haben die Arbeiten zur Verdoppelung der Telegraphen- und Telephonlinien zwischen Jaffa und Jerusalem begonnen. Den Touristen wird noch eine weitere Bequemlichkeit gewährt durch die soeben eingeführten reduzierten Preise für Saisonreisebillets aus den Eisenbahnen des ganzen Landes. (Z. K.) sen, zwecks Einheiten bei der Behörde betreffs der Lustbarkeitsteuer. Jeder Klub ist berechtigt zu den Gauvorstandssitzungen einen Delegierten zu entsenden, der antragsberechtigt ist. Tie Gaübeiträge wurden wie folgt festgesetzt: Makabi Ostrau — Hakoalh Olnrütz — Makabi Teschen 100 Kr. — I. A. S. K. M. Ostrau — Hakoah Witkowitz — Halo ah Orlau 70 Kr. — Makabi Oderberg—Troppau —Neutitschein—Hruschau 50 Kr. Diese Beträge sind auch für das Jahr 1920 zu bezahlen. Außerdem sind von jedem Wettspiel 5 Kr., von jedem Meisterwettsvie! 10 Kr. ott den Gau abzuführen. Ter Berbandsüeitrag beträgt 30 Kr. pro Klub und ist auch für das Jahr 1920 zu bezahlen. Die Adresse des Verbandes ist: „N. Folkmann bei Gersll, Prag I., Tynska 16". Alle Klubs sind verpflichtet die „Selbstwehr" oder „Zidovske Spravy" zu abonnieren, da Mitteilungen des Verbandes nur auf diesem Wege erfolgen. Adresse an den Gan: „Max Weber, Straße der tschech. Legionen 6". Nächste Gauvorstandssitzung: 13. Feber 1921, 10 Uhr vorm. E*KS Mischer Sßsrt 0) a u men bei Nordmähren - 2 chle I. F- B. Bei der am 16. Jänner 1921 stattgesundenen Gauvorstandssitzung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Alle Klubs, die dem bei der Gautaguug erhaltenen Auftragaus den ihnen bisher übergeordneten Verbänden auszutreten noch nicht nachgekommen sind, haben ihre Austrittsanmeldung sofort an den Schriftführer des Gaues zu übersenden. In die Hausordnung ist noch folgender Punkt einzusetzen: Ausgaben des Gaues bis 200 Kronen können ohne besondere Genehmigung aus Anordnung des Gauobmannes, Schriftführers und Kassiers verausgabt werden. Der Gauvorstand hat im Laufe der nachs= Am den Gemeinden ss Mrrhr.-Dstrau. Tie regelmäßigen Vortröge im Verein A h avath-Thora werden wieder jeden Samstag von 3 bis 4 Uhr nachm, abgehalte,,, und zwar trägt Herr Rabbiner Dr. Spira Schulchan-Arnch vor. Gäste willkommen, # Bibliothekstundeu in der jüdischen Z ent ra l b i b I i o th e t finden jede» Dienstag von V26—Hz? Uhr abds. im Beth-Hamiorasch-Zimmer der Jüdischen Volksschule statt. Das Publikum wird ejngeladen, die Bibliothek eifrig zu benützen. * AuS der Theaterkanrlek. Freitag, den 4. Februar findet die Aufführung der mit so großem Beifall ausgenommenen Operette „Der Obersteiger* tat Folg« 1 rot statt. Samstag, den 5. Februar geht zum ersten Male das Lustspiel .Was ihr wollt von William Shakespeare in Folge 2 gelb in Szene. Das Werk ist vom Spielleiter Reinhold Weiglin in Szene gesetzt; cZ wirken in den Hauptrollen die Danien: Hanna Frava, Eleonore Muvhammer, Jenny Rainert; die Herren: Ernst Ceiß. Egon Engelmmm, llllax Gstöttner, Erwin Lchndorff, Hans Mahler-Marion, Otto Mazel, Eugen Rettmann, Hugo Schneider und Reinhvld WeigLu mit. Sonntag, den 6. Februar, 3 Uhr nachmittags: wird zum 20. Male Lehars Meisieroperette „D i e blaue Mazur" außer Dauer- und Stamnrsitz aufgrführt. — Die bei ollen Aufführungen vor ausverkaustem Hause in Szene gehende Oper „T a n n h ä u s e t* von Richard Wagner, die auch stets mit der größten Begeisterung ausgenommen wurde, gelangt abends halb 8 Uhr zur vierten Wiederholung. , Oderfurt. lGoldetie Hochzeit.) Am 7. Februar feiern Herr Leopold König sie in und Frau in seltener geistiger Frisch« das Fest der goldenen Hochzeit. Aus diesen Anlasse veranstaltet der rSrael. Teinpelverein in Oderfurt. der gleichzeitig Herrn Leopold Komgsteiu in seiirer letzten Generalversammlung zu seinem Ehrenm'stglicde ernannte, am Samstag: den 5. Februar um 10 Uhr vormittags im israel. Tempel in OderfuN einen feierlichen Gottesdienst, Straßnitz' Am 16. Jänner 1. I, nahm der Jüdische Sport- und Turnverein „Makkabi" Neuwahlen vor. Es wurden wiedergewählt: Zum Obmann und Erzieher: Tb. Nebenwurzel Hans; zum Turnwart: Tb. Walter Eisinger; zum Schriftführer: Tb. Robert Eisinger; zum 1. Sportwart und Turnwart: Tb. Hugo Spitzer. P-ugewählt wurden: Zum 1. Obmannftellvcrtreter und 1. Kassier: Tb. Hermann Blaustem; zum 2. Obmannstcllvertreter: Tschw. Lot e Deitzmaun; zum 2. Kassier: Tschw. Arartta Freiseld; zum 2. Turnwart: Tschw. Ella Spitzer; zum 2. Sportwart: Tb. Oskar Weitzmann. Krakau. Tie Landeskonferenz der Bertranensmänner des I. N. F, aus Westgalizien und Poln.- Schlesien findet am 7. Februar in Krakau statt. Als Gäste haben ihre Anteilnahme versprochen: der Generalsekretär des Keren Hajessod Haag; Herr Adolf Pollak, der I. N. F. Sekretär aus Warschau und v. a. — Programm: 1. Bericht für das Jahr 1920. 2. Ausgaben des I. N. F. in Palästina. 3. Organisation und Propaganda. 4. Kontegentierung. 5 Eventualien. MBgaiMWMM Altmetalle und Hadern kaufs auch ist kleinen ' en höchsten M.-Ostrau, ch Quantitäten zu den höchsten Preisen Oskar Flaunrcnhaft, mt, 4. Kirchenplach 335 Geradehaiter für Schienewachsene, Leib- und Hüftenhaiter, Miederleihh nden f. alle Zwecks nach ärztlichen Angaben. Eeparaturannahme. Niederkays E. Lebowifsch, Mähr.-Ostrau, Hauptsfr. 34. Tel. 700 2. Troppau, Oberrins 52. Tel. 377 8. irperi 1 ■ 1 [■■iiwirn»■—w iwi ■ m 111 »linnn—1 Höchste Preise zahlt für Brillanten, Juwelen. Platin. Eold> Silber, falsche Zähne und Antiquitäten, Reparaturen an Uhren und Eoldwaren rasch und billig. Z. Borak, Uhrmacher, Mähr.-Ostrau. Bahnhofstr. 30. Mchm für rituelles Haus zu 2 älteren Personen ge« sucht, Offerte unter „Verläßhch" an die Administration des Blattes. Sberkantsr Hermann Vehr, Konzertsänger und Konservatorist, geprüfter Musiklehrer, empfiehlt sich bei jüdischen Veranstaltungen und Akademien für künstlerische Vorträge von ostjüdischen Liedern. Am Repertoire über 100 Lieder. 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